Heinz Adams, am 13. Mai 1936 in Bad Neuenahr geboren, starb nach langer Krankheit am 7. Februar 2008.
Im Jahr 1973 trat der CDU bei, wurde Mitglied des Stadtrats Bad Neuenahr-Ahrweiler und war bis zu seinem Tod Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Bad Neuenahr und Vorsitzender der Senioren-Union - Kreisverband Ahrweiler. Außerdem war er Schiedsmann und viele Jahre lang Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU im Kreis Ahrweiler (1984 bis Juni 2005, von dan an Ehrenvorsitzender).
Ab 1962 führte Heinz Adams als "Maitre de Patisserie" den "Marienhof", den er von seinem Vater übernommen hatte. Das Milchcafé erweiterte er rasch um eine Bäckerei. Im Nachruf der Rhein-Zeitung vom 9. Februar 2008 heißt es:
Guillaume Apollinaire (1880-1918) ...
Rheinischer Freundeskreis Guillaume Apollinaire
Wikipedia: Guillaume Apollinaire
Die Margaretha-von-Arenberg-Grundschule Antweiler trägt den Namen der Reichsgräfin Margaretha von Arenberg (1527-1599), die im Jahr 1544 als junges Mädchen Herrin über das Reichsfürstentum Aremberg im Adenauer Land wurde und nach dem frühen Tod ihres Gatten dessen Verwaltung übernahm..
Hans Arp (* 16. September 1886 in Straßburg; ? 7. Juni 1966 in Basel) war ein deutsch-französischer Maler, Bildhauer und Lyriker. Hans Arp, nach dem das Arp-Museum in Rolandseck benannt wurde, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Dadaismus und des Surrealismus in der bildenden Kunst und in der Literatur.
Walter Assenmacher, langjähriger Vorsitzender des Turn- und Sportvereins 1920 Oberwinter e.V. und langjähriges Mitglied der CDU-Fraktion des Remagener Stadtrats, starb im Februar 2008 nach langer schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren. 32 Jahre lang war der Vater von zwei Söhnen und Inhaber eines Gärtnereibetriebs Vorsitzender des TuS, dem er 1954 beigetreten war und den er wie kaum ein anderer prägte. Bis Anfang der 70er-Jahre war Assenmacher aktiver Spieler; als zweiter Vorsitzender widmete er sich anschließend der Vorstandsarbeit.
Der Arbeiterdichter Max Barthel (* 17. November 1893, gest. 28. Juni 1975) lebte 21 Jahre lang in Bad Breisig.
21 Jahre, bis kurz vor seinem Tod am 28. Juni 1975, lebte der 1893 in Dresden-Loschwitz geborene Maurerssohn Max Barthel auf dem Elzenberg in Bad Breisig. Auslöser für das lyrische Schaffen des Sachsen war der Erste Weltkrieg. Zeilen wie "In den Argonnen weinen im Wind, die toten Seelen, die nicht mehr sind" trafen den Nerv einer Generation. Der noch nicht 30-Jährige wurde schlagartig bekannt, und der spätere Bundespräsident Theodor Heuss pries Barthels "eigenwüchsige und herbe Sprachkraft, so fern von dem abgegriffenen Wortschatz der Massenlyriker".
Barthel zählte zu den Dichtern, die "auf den Landstraßen sich ihr Reifezeugnis holten und deren Universitäten die Werkstätten waren", wie sein Freund Heinrich Lersch es einmal formulierte. Gerade weil der sperrige, kritische Geist, der so oft im Leben seine Ideale von Gerechtigkeit und menschlicher Solidarität zerbrechen sah, immer mehr in Vergessenheit zu geraten droht, ist es den beiden quellenstädtischen Männerchören um so höher anzurechnen, dass sie das Erbe von Max Barthel höchst lebendig erhalten.
Des jungen Kriegsveteranen glühendes Pathos ergoss sich zunächst im Dienste der kommunistischen Weltbewegung. Nach Reisen durch Russland und Sibirien brach er mit Lenin und Co., was sicherlich dazu beitrug, dass er nach dem Krieg in der Sowjetzone Schreibverbot erhielt. Über eine Empfehlung an Güjo Gückelhorn landete der geläuterte Emigrant in seiner zweiten Heimat Bad Breisig, wo er sich außer in der beschriebenen Weise auch als Autor von Kinderlyrik einen Namen machte. Viele Komponisten haben sich seiner Verse angenommen.
Als Marta Hillers um Aufnahme in den Reichsverband Deutscher Schriftsteller ersuchte, bürgte Max Barthel für sie. Barthel war das Musterbild eines Arbeiterschriftstellers, Sohn eines Maurers, Spartakuskämpfer und einer der ersten Mitglieder der gerade gegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands, die er 1923 wieder verließ. Er hatte Sowjetrussland ausgiebig bereits, die Jugendinternationale mitgegründet. In dem Buch "Kämpfende Menschheit", das Jugendweihlingen übergeben wurde, ist Barthel auch 1930 noch vertreten. Max Barthel wurde einer der prominentesten Überläufer von rot zu braun. Er arbeitete für das von Goebbels gegründete Blatt 'Angriff', später als Schriftleiter der 'Büchergilde Gutenberg', die der Deutschen Arbeitsfront eingegliedert war. Wegen "Unzuverlässigkeit" aus dem Verlag entlassen, verdiente Barthel seinen Lebensunterhalt als Journalist, unter anderem für die Deutsche Arbeitsfront.
Johann Nicola Baur (* 18. Juni 1808, + 1. Mai. 1874) ...
Konrad Specht: Nicola Baur aus Adenau. Ein Kämpfer für Freiheit und Fortschritt , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1964
Klaus Birtel war elfeinhalb Jahre lang Pastor der Katholischen Pfarrgemeinde "St. Peter und Paul" Remagen und der Katholischen Pfarrgemeinde "St. Johannes Nepomuk" Kripp. Er starb Anfang August 2001.
Birtel wurde am 14. Dezember 1942 im mecklenburgischen Wismar geboren. 1947 wanderte die Familie ins saarländische St. Wendel aus, wo Klaus Birtel die Schule besuchte und das Abitur ablegte. In Trier und Würzburg studierte er Philosophie und Theologie. Seine Diakonzeit verbrachte er in Andernach.
Am 5. März 1967 wurde er in Trier von Bischof Dr. Bernhard Stein zum Priester geweiht. In der Pfarrei Koblenz/Rübenach absolvierte er bis 1969 seine Kaplanzeit. 1969 wurde Klaus Birtel als Religionslehrer an die Berufsbildenden Schulen in Neuwied berufen. Ab 1977 war er als Militärpfarrer an der Gneisenaukaserne in Koblenz tätig. 1981 folgte die Berufung zum Militärdekan an der Panzerkaserne in Buxtehude, gleichzeitig war er zuständig für die Betreuung der Kaserne in Schwanewede bei Bremen.
Am 1. Februar 1987 begann er seine Amtszeit als Pastor von Remagen und Kripp. 1987 wurde Klaus Birtel für seine Verdienste um die Bundeswehr mit dem Silbernen Ehrenkreuz der Bundeswehr ausgezeichnet. 1996 wurde ihm die Ehrennadel in Bronze der Remagener Partnerstadt Maisons-Laffitte verliehen. Im März 1997 feierte er mit der Gemeinde sein 30-jähriges Priesterjubiläum. In die Remagener Amtszeit von Pastor Birtel fielen umfangreiche Sanierungsarbeiten der Kirchen in Remagen und Kripp, und die Remagener Orgel erhielt neue Register. Das Pfarrhaus wurde saniert. Es enstand das neue Pfarr- und Jugendzentrum. Die Ökumene war ein besonderes Anliegen von Birtel.
Ein schwerer Schlag für Birtel war der schwere Verkehrsunfall vom 11. April 1992 an der Friedenskapelle Remagen wärhend des Bußganges zur Schwarzen Madonna. 10.000 Mark übergab Birtel vor seinem Weggang an Remagens damaligen Bürgermeister Lorenz Denn zur Mitfinanzierung der Gedenkstätte zur Erinnerung an die Synagoge Remagen.
Wilhelm Bloser wurde im Jahr 1946 Bürgermeister von Bad Neuenahr. Im Zweiten Weltkrieg hatte er als U-Boot-Kommandant gedient. Nach ihm wurde die Wilhelm-Bloser-Schutzhütte Beul benannt.
Philipp Freiherr von Boeselager (* 6. September 1917 auf Burg Heimerzheim bei Bonn, ? 1. Mai 2008 auf Burg Kreuzberg in Kreuzberg) war das letzte Mitglied des innersten Kreises der Hitler-Attentäter um Claus Graf Schenk von Stauffenberg und Generalmajor Henning von Tresckow vom 20. Juli 1944. Bereits 1943 war der ehemalige Wehrmachtsoffizier am Versuch eines Attentats auf Adolf Hitler beteiligt. Nach dem misslungenen Anschlag der Gruppe um Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944, für das Philipp Freiherr von Boeselager den Sprengstoff besorgt hatte, blieb er unentdeckt. Ab ca. 1955 wohnte der Jäger und Forstpolitiker in Kreuzberg an der Ahr. Er war der einzige Ehrenbürger des Kreises Ahrweiler.
Inhaltsverzeichnis |
Philipp Freiherr von Boeselager wurde 1917 auf Burg Heimerzheim bei Bonn geboren. Der Baron wuchs mit acht Geschwistern in einem politisch engagierten Elternhaus auf Burg Heimerzheim westlich von Bonn auf, dem Stammsitz derer von Boeselager. Mit Ausnahme von Weihnachten hatte seine Familie nahezu ständig Besuch von Politikern und Kirchenleuten, von Militärvertretern, Freunden und Verwandten.
Sein Widerstand gegen Adolf Hitler und gegen den Nationalsozialismus machten Philipp Freiherr von Boeselager berühmt. Der Freiherr gehörte zum Kreis der Personen um Generalmajor Henning von Tresckow, die am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler verübten. Von Boeselager hatte dazu Sprengstoff und Zünder nach Ostpreussen transportiert. Daraus entstand die Bombe, die Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Führerhauptquartier Wolfsschanze deponierte und per Zeitzünder zur Detonation brachte.
Von Boeselager und seine Männer sollten, so der Plan, die Attentäter nach einem gelungenen Anschlag absichern. 1200 Mann setzte der Reiteroffizier von Boeselager in Marsch; nach Hitlers Tod sollten sie in Berlin die Kontrolle übernehmen. Als ihn die Nachricht erreichte, dass der Anschlag missglückt war, rief er die Truppe wieder zurück. Seine Beteiligung an dem Attentat auf Hitler blieb jedoch zunächst unbekannt. "Ich hatte wahnsinniges Glück. Keiner verriet mich unter Folter", sagte er einmal in einem Interview.
Nach dem Krieg studierte der Ritterkreuzträger Volkswirtschaft. Nach bestandener Diplom-Prüfung übernahm von Boeselager im Jahr 1949 von seinem Vater den bis dahin von einem Verwalter bewirtschafteten Betrieb auf Burg Kreuzberg, wo er mit Ehefrau Rosa Maria lebte und vier Kinder auf die Welt brachte.
Nach dem Ende der Nazi-Herrschaft setzte von Boeselager sein Engagement gegen den Faschismus fort. Ausserdem machte er sich für die Rehabilitierung Deutschlands stark. Über mehrere Jahrzehnte referierte er als Zeitzeuge fast wöchentlich vor Schülern und Studenten über Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Widerstand. "Mit seiner Tat hat Philipp Freiherr von Boeselager die Grundlage mit dafür geschaffen, dass Deutschland nach dem Krieg überhaupt wieder in den Kreis der Nationen aufgenommen wurde. Freiherr von Boeselager steht für das moralische Gewissen Deutschlands", sagte der rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Kurt Beck im Dezember 2007, als Freiherr von Boeselager mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet wurde.
Bei einem Vortrag im Jahr 2004 auf dem Calvarienberg in Ahrweiler wurde von Boeselager von fünf Neonazis angepöbelt. Von Boeselager reagierte gelassen auf die jungen Männer, die den Hitlergruss zeigten: "Natürlich gibt es auch heute noch solche dummen Jungs, die von der damaligen Wirklichkeit keine Ahnung haben und sich verführen lassen", sagte er. Gerade deshalb nehme er sich für die Jugend gerne viel Zeit.
Am 15. Juli 2005 ist er auf einstimmigen Beschluss des Kreistags zum ersten Ehrenbürger des Kreises Ahrweiler ernannt und mit Ehrennadel und Urkunde ausgezeichnet worden. Die Festansprache hielt Klaus von Dohnanyi, ehemaliger erster Bürgermeister der Hansestadt Hamburg. Kreistag, Landrat und Bürger des Kreises wollten mit der Ernennung nicht nur die Rolle des Adeligen im Widerstand würdigen, sondern auch sein Engagement in Politik und Verbänden. Bis zu seinem Tod widmete sich von Boeselager der Forstpolitik. Von 1968 bis 1988 war er Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände. 1952 hatte er den Landesverband Rheinland-Pfalz gegründet, und bis zu seinem Tod war der leidenschaftliche Jäger Vorsitzender des Waldbauernvereins Ahrweiler.
"Der Wald ist kein Selbstzweck, sondern eine von Menschen zum Wirtschaften angelegte Kulturlandschaft", sagte er einmal, wenn wir nicht wollen, dass es in der Eifel immer weniger Land- und Forstwirte gibt, müssen wir das Bewirtschaften ihres Eigentums attraktiv machen." Als sich die CDU in der Diskussion um den Paragrafen 218 für einen generell möglichen Schwangerschaftsabbruch aussprach, trat von Boeselager aus der CDU aus.
Von Boeselager engagierte sich auch bei den Maltesern. Seiner Initiative ist zu verdanken, dass Kranke, Alte und Behinderte ärztlich betreut werden, wenn sie heute mit den Maltesern nach Lourdes pilgern. 40 Jahre lang organisierte er deutschlandweit derartige Pilgerfahrten. Boeselager war Mitgründer der Lourdes-Wallfahrten der Kranken der Deutschen Diözesen. 46 Jahre lang - bis zum Jahr 2002 - kümmerte sich von Boeselager außerdem als Ritterhauptmann der Rheinischen Ritterschaft um die Belange des Stifts Ehreshoven bei Köln.
Auf einem Gebiet verfehlte von Boeselager allerdings sein Ziel: Sein Wunsch auf Rückgabe des Immobilienvermögens an unentdeckt gebliebene Widerstandskämpfer des 20. Juli, das von den Kommunisten konfisziert worden war, lehnte der Petitionsausschuss des Bundestages im Jahr 2003 einstimmig ab.
Im Januar 2004 wurde Philipp Freiherr von Boeselager von der französischen Europa-Ministerin und Beauftragten für deutsch-französische Beziehungen, Noelle Lenoir, im Außenministerium in Paris zum Offizier der französischen Ehrenlegion ernannt.
Rund 1000 Gäste - darunter der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhahn, Verteidigungsminister Franz Josef Jung und der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch - nahmen an der Trauerfeier für den verstorbenen Widerstandskämpfer in Ahrweiler teil. In der katholischen Pfarrkirche "St. Laurentius" Ahrweiler zelebrierte der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann das Requiem.
Verteidigungsminister Jung würdigte den Verstorbenen als Vorbild; er habe zu jenen gehört, "die in den dunklen Jahren der nationalsozialistischen Zeit zum Äußersten entschlossen waren und den Mut aufbrachten, gegen Unrecht, Willkür und Menschenverachtung aufzustehen."
Die Trauerfeier hatte mit einem Totenoffizium des Malteserordens begonnen, dem der vom rheinischen Katholizismus geprägte Baron angehörte. Bundeswehrsoldaten hielten Ehrenwache am Sarg. Ein Wachbataillon der Bundeswehr erwies dem Verstorbenen vor der Kirche militärische Ehren. Im Kreis der Familie wurde der Baron am Nachmittag an der Kapelle auf der Burg Kreuzberg beigesetzt.
Am 6. Oktober 2009 wurde die Staatliche Realschule Ahrweiler in Philipp Freiherr von Boeselager Realschule Ahrweiler umbenannt. Und Die bis dahin als "Liegenschaft Gelsdorf" bezeichnete Bundeswehranlage des Kommandos Strategische Aufklärung (KSA) in Grafschaft- Gelsdorf heißt seit 7. Oktober 2009 offiziell Philipp-Freiherr-von-Boeselager-Kaserne.
Wikipedia: Philipp Freiherr von Boeselager
Als Margarethe Meerstein wird sie im Oktober 1899 auf einem Feld bei Honrath in der Eifel geboren - als "Zigeunerin", bei schwerem Gewitter, unter einer Buche. Das bringt ihr den Beinamen Buchela (* 12. Oktober 1899 in Honzrath; ? 8. November 1986 in Bonn) ein. Mit acht Jahren sieht sie nach eigenen Angaben den Tod ihres Bruders voraus, der sich beim Spiel mit dem Revolver des Vaters erschießt. Später wird sie ins Waisenhaus gegeben. Beruflich tingelt die nur 1,50 Meter große Madame Buchela zunächst als Hellseherin und "Kartenschlägerin" durchs Land. 1961 erbt sie von zwei ehemaligen Kundinnen ein Haus in Remagen. Berühmt wird Madame Buchela als "Pythia vom Rhein" durch die regelmäßigen Besuche von Prominenten in ihrem "Hexenhaus". Erwählt, "allen anderen ein Guckloch in die Zukunft" zu sein, kommen Prominente und Showstars zu Besuch. Soraja, der späteren Frau des Schahs von Persien, sagt sie einen Mann mit Krone voraus. Auch Konrad Adenauer ist unter ihren Kunden. Ihm rät sie, die Kriegsgefangenen aus Russland zu holen und prophezeit ihm, entgegen aller Prognosen, die Kanzlerschaft. Politisch liegt Buchela nicht immer richtig. 1967 sagt sie voraus, dass Franz Josef Strauß (CSU) Bundeskanzler werden wird. Madame Buchela stirbt am 8. November 1986 im Bonner Malteser-Krankenhaus.
Der Weinhändler und Hotelier Johann August Otto Caracciola ( * 31. Mai 1815 in Andernach, gest. 2. Januar 1886) war der Großvater des berühmten Rennfahrers Rudolf Caracciola. Auf seine Initiative wurde am 11. Juni 1869 im Hotel Riesen Fürstenhof zu Koblenz die Internationale Hoteliervereinigung als erste Hotelvereinigung der Welt gegründet. An der Gründungsversammlung nahmen 29 Hoteliers teil. Otto Caracciola war erster Präsident und Stifter des am 11. Juni 1869 konstituierten "Internationalen Vereins der Gasthofbesitzer", woran heute eine Tafel an der Gaststätte "Kwartier Lateng" erinnert. 1848 nahm Otto Caracciola an der Versammlung in der Paulskirche zu Frankfurt teil. Otto Caracciolas Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof Remagen.
Inhaltsverzeichnis |
1844 kam Otto Caracciola aus Andernach nach Remagen und eröffnete dort einen neuen Weinhandel, nachdem er den Weinhandel in Andernach aufgeben musste. Remagen war wegen des enormen Aufschwungs des Reiseverkehrs wegen seiner Lage am Ufer des Rheins und der Apollinariskirche ein beliebtes Reiseziel geworden. Otto Caracciola profitierte dabei von der Übernahme der Agentur der damals blühenden Kölner Dampfschiffarts-Gesellschaft, die er bis 1875 beibehielt. Er baute 1845 am Rhein ein Hotel, das er zu Ehren des Stifters der Apollinariskirche Hotel Fürstenberg Remagen nannte. Als 1870 der Eigentümer des benachbarten Hotels "König von Preußen" starb, übernahm Otto Caracciola dieses Hotel und integrierte es in den Hotelkomplex Fürstenberg.
|
Blick über die Terrasse des von Caracciola erbauten ehemaligen Hotels Fürstenberg Remagen |
Grabmal Otto Caracciola auf dem Alten Friedhof Remagen |
Rudolf Caracciola (am 30. Januar 1901 als Spross einer neapolitanischen Familie, die ca. 1700 nach Deutschland kam, in Remagen geboren; ? 28. September 1959 in Kassel) war der erfolgreichste deutsche Automobilrennfahrer vor dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 1927 gewann er das erste Autorennen auf dem neu gebauten und laut seiner Aussage "bärig schweren" Nürburgring. Das "Karussell", eine enge Linkskehre auf dem Nürburgring, befuhr er einige Jahre später als erster Rennfahrer absichtlich unter Zuhilfenahme des Straßengrabens auf der Innenseite; dadurch konnte er die Kurve mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit als bis dahin möglich durchfahren. Das "Karussell" wurde darauf hin mit Betonplatten als Steilkurve befestigt und dadurch zu einem regulären Teil der Piste. Diese berühmte Linkskurve auf der Nordschleife wurde aus Anlass des 100. Geburtstags von Rudolf Caracciola im Jahr 2001 in "Caracciola-Karussell" umbenannt.
Inhaltsverzeichnis |
Caracciolas Geburtshaus steht im Deichweg 6 in Remagen. Das Caracciola-Denkmal Remagen nahe der Caracciola-Villa am Rhein erinnert an den Rennfahrer. Die Villa beherbergt heute zwei Arztpraxen und eine Wohnung.
Der Landschafts- und Tiermaler Carl Weisgerber (* 24. Oktober 1891 in Ahrweiler, + 22. Februar 1968) war Mitglied der Are-Künstlergilde e.V. Bad Neuenahr-Ahrweiler.
http://www.alt-ahrweiler.de/7-40-07.htm
Cyrillus Jarre (* 2. Februar 1878 in Ahrweiler; ? 8. März 1952 in Tsinan/China) war franziskanischer Erzbischof in Tsinan, China sowie Übersetzer kirchenrechtlicher und juristischer Texte vom Chinesischen ins Lateinische. Am 11. April 1946 wird er zum Erzbischof von Tsinan erhoben. Wenig später gerät er ins Visier der neuen kommunistischen Regierung. Am 25. Juli 1951, dem 23. Jahrestag seiner Bischofsweihe, wird er verhaftet. Am 17. Oktober 1951 wird er in das Gefängnis von Tsinan eingewiesen. Dort wird er Isolation, ständigen Verhören und Folter unterworfen. Am 8. März 1952 stirbt Cyrillus Jarre als Märtyrer im St.-Josephs-Hospital von Tsinan. Seine letzte Ruhestätte findet er nach mehreren Exhumierungen auf dem Friedhof Lin Chio Chuan am Stadtrand von Tsinan.
Inhaltsverzeichnis |
Im Jahr 1888 - als Zehnjähriger - war Cyrillus Rudolfus Jarre Schützenkönig der Aloisius-Jugend Ahrweiler von 1813 e.V.. Eine Straße in Ahrweiler trägt heute seinen Namen.
Christine Demmer lebte von 1893 bis 1969 in Bad Neuenahr. Sie gilt als Beispiel für Zivilcourage während der Nazizeit. Um eine russische Hilfsarbeiterin zu schützen, setzte sie sich mit der Gestapo auseinander. Als sie merkte, dass die ihr zugeteilte russische Hilfsarbeiterin Pascha Sadaroschna Prekovia schwanger war, verhinderte sie beim Arzt der NSDAP die Zwangsabtreibung und sorgte dafür, dass Pascha im Anna-Kloster in Remagen entbinden konnte und vom Hausarzt mit ihrem Sohn Wladimir heimlich ärztlich versorgt wurde. Von da an lebte sie allerdings in großer Angst um ihr eigenes Schicksal. Sie lebte noch bis 1969 und führte in der Wendelstraße ein Friseur- und Tabakgeschäft - nach dem Tode ihres Mannes ganz allein. Nach dem Willen des Ortsbeirates Bad Neuenahr solle, wie es im Februar 2009 hieß, ihrer gedacht werden, indem eine Straße im Bebauungsgebiet "Ahrweiler Straße" nach Christine Demmer benannt wird.
Späte Würdigung für Christine Demmer , rhein-zeitung.de vom 7. März 2011
Wilfried Demuth (28. Dezember 1937 - 2. Februar 2003) war stellvertretender Kurdirektor von Bad Neuenahr.
Wilfried Demuth wurde am 28. Dezember 1937 als Juristensohn in Bonn geboren. Nach Abschluss der Schulausbildung im Jahr 1956 Ausbildung zum Großhandels- und Industrie-Kaufmann. Von 1959 bis 1962 bei der Rasselstein AG in Neuwied, 1962 bis 1969 bei der Niederlassung eines französischen Stahl-Konzerns in Stuttgart. 1969 bis 1972 bei einem deutsch-amerikanischen Aluminium-Konzern und 1972 bis März 1974 bei einem Hersteller von Zubehör für die Datenverarbeitung.
Ab 1. April 1974 bei der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr, ab 1976 Prokurist der Gesellschaft und stellvertretender Kurdirektor. Zum 1. November 1996 ging er - ausgestattet mit einem Sechs-Jahres-Vertrag - als Geschäftsführer der Sächsischen Staatsbäder GmbH und Kurdirektor von Bad Elster und Bad Brambach nach Südsachsen. 1999 kehrte er an die Ahr zurück, war danach wieder als Berater und "Verkäufer" für zwei Bad Neuenahrer Kliniken tätig.
Demuth war ehrenamtlicher Richter beim Verwaltungsgericht Koblenz und beim Amtsgericht Koblenz, Mitglied im Prüfungsausschuss der IHK Koblenz
Karl Deres (* 13. Februar 1930, gest. 27. März 2007) aus Sinzig bekleidete zahlreiche kommunalpolitische Ämter, war fünf Jahre lang Landtagsabgeordneter und 14 Jahre lang - bis 1994 - Mitglied des Deutschen Bundestags.
Karl Deres wurde am 13. Februar 1930 geboren. Nach dem Besuch des Kurfürst-Salentin-Gymnasiums in Andernach absolvierte er eine Lehre bei der Deutschen Bank und studierte anschließend mit dem Ziel, Diplom-Handelslehrer zu werden. Danach war er als Studiendirektor an der Berufsbildenden Schule im Kreis Ahrweiler tätig.
Als junger Diplom-Handelslehrer trat Deres im Jahr 1960 in die Sinziger CDU ein. In den folgenden Jahren durchlief er fast alle Ämter, die eine Partei zu vergeben hat. Zuerst hieß es Plakate kleben, dann nahm er das Amt des Schriftführers wahr. Zunächst erhielt er Sitz und Stimme im Stadtrat Sinzig; dem Kreistag Ahrweiler gehörte er fast ein Vierteljahrhundert an. Von 1969 bis 1981 war er stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender, bis 1989 Kreisvorsitzender. Dem Kreistag gehörte er von 1969 bis 1994 an, von 1974 bis 1980 war er Kreisdeputierter und damit ehrenamtlicher Stellvertreter des Landrats. In dieser Funktion war er mit dem Erweiterungsbau des Nürburgrings Anfang der 80er Jahre stark befasst. Es galt damals, mit den Ortgemeinden Müllenbach und Nürburg gemeinsam den Bau der heutigen Formel-I-Strecke auszuhandeln und voranzutreiben.
Dem Landtag Rheinland-Pfalz gehörte Deres ab 1974 als Wahlkreisabgeordneter an - bis er im Jahr 1980 als Nachfolger von Johann Peter Josten in den Deutschen Bundestag einzog. Vor ihm hatten zwei Politiker, die nicht aus der Region stammten, das Direktmandat im damaligen Wahlkreis 147: Otto Lenz, ein enger Vertrauter von Konrad Adenauer, der 1957 auf mysteriöse Weise zu Tode kam, und danach der Oberweseler Johann Peter Josten.
Im Deutschen Bundestag war Deres zuletzt führendes Mitglied im Haushaltsausschuss, dem wohl wichtigsten und, wie er immer sagte, auch interessantesten Ausschuss des Parlaments. Dort war er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Parlament Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Nach 14-jähriger Parlamentsarbeit im Bundestag gab er den Staffelstab im Jahr 1994 an Wilhelm Josef Sebastian weiter. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundestag zog sich Deres aus der aktiven Politik zurück und widmete sich vor allem seiner Familie.
Zwei Freunde, die ihn später lange Jahre in seiner politischen Laufbahn begleiteten, gingen zunächst bei ihm in die Schule: der Landtagsabgeordnete Walter Wirz und CDU-Kreisgeschäftsführer Eckart Lesch, dem er in den 60er Jahren Englisch beibrachte.
Der Wahlspruch des vierfachen Vaters lautete stets: "Folge den Wünschen des Herzens, ohne das Maß zu überschreiten" (nach Konfuzius). Als rheinische Frohnaturen waren Karl Deres und Ehefrau Anita Deres Karnevalsprinzenpaar in Sinzig. Gerne erinnerte er an seine Studenten- und Junglehrerzeit, als er mit Freunden in den umliegenden Orten bei Kirmesveranstaltungen Musik machte. Deres spielte gut Klavier.
Theo Dickhoff aus Lohrsdorf starb nach kurzer, schwerer Krankheit am Mittwoch, 2. April 2008 im Alter von 55 Jahren. Als Mitglied des Ortsbeirats von Lohrsdorf und Green (1991 bis 2008) sowie als stellvertretender Ortsvorsteher (ab 1999) hat er sich um den Ort verdient gemacht. In einem Nachruf würdigt die Rhein-Zeitung am 12. April 2008: "Viele Projekte in und um Lohrsdorf wurden unter seiner Mitarbeit realisiert. Sein fachmännischer Rat in technischen Fragen war hoch geschätzt. Unvergessen bleiben seine Auftritte als St. Martin. Seit 1992 ritt er in dieser Rolle durch Lohrsdorf und erfreute zahllose Kinder."
Rudolf Felix August Edler von Groote zu Kendenich (geb. 9. Juni 1828 in Köln, gest. 22. November 1889), seinerzeit Burgherr von Burg Bodendorf, war von 1859 bis 1889 Landrat des Kreises Ahrweiler.
Am 4. Oktober 1884 wurde das 25-jährige Dienstjubiläum als Landrat des Kreises Ahrweiler gefeiert. Der Tag war ein Freudenfest für alle Bewohner des Kreises. Die Kapelle des 6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68 war verpflichtet worden. Und der Kreistag ließ eine Festschrift drucken, die der Sinziger Joseph Steinbach verfasst hatte.
Christian Ulrich: 'Rudolf Edler von Groote - Lebensbild eines Ahrweiler Landrats', in: Heimatjahrbuch für den Kreis Ahrweiler 1964
Der Geheime Sanitätsrat Dr. Carl von Ehrenwall (* 9. September 1855 Ahrweiler, + 16. Juni 1935 Ahrweiler) wurde am 8. November 1927 anlässlich des 50-jährigen Bestehens der von ihm gegründeten Nerven-Heil- und Kuranstalt in Ahrweiler zum Ehrenbürger der Stadt Ahrweiler ernannt. von Ehrenwall war jahrzehntelang Beigeordneter der Stadt sowie Mitglied des Stadtrats und anderer städtischer Gremien. "Auch im Wirtschaftsleben der Stadt war er eine markante Persönlichkeit, und durch seine große Anstalt wurden Handwerk und Handel in unserer Stadt besonders gefördert", heißt es. 1883 wurde von Ehrenwall Mitglied der St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler e.V., Chronist und im Jahr 1892 Schützenkönig. Am 9. September 1930 wird die an seinem Besitz vorbeiführende Straße entlang der Ahr "Carl-von-Ehrenwall-Allee" genannt.
Inhaltsverzeichnis |
Der Dombaumeister und Architekt Ernst Friedrich Zwirner (* 28. Februar 1802 in Jakobswalde, Landkreis Cosel (Oberschlesien); ? 22. September 1861 in Köln) war maßgeblich an einer Reihe großer Bauprojekte im Kreis Ahrweiler beteiligt.
Im Jahr 1833 wurde Zwinger ? nach dem Tode seines Vorgängers Friedrich Adolf Ahlert ? mit der Leitung der Bauarbeiten am Kölner Dom betraut. Ér sorgte dafür, dass der Dombau neuen Aufschwung erheilt. Besondere Verdienste erwarb er sich durch die Organisation der Dombauhütte. Zwirner war bis zu seinem Tod Dombaumeister von Köln. Sein Nachfolger Karl Eduard Richard Voigtel vollentede den Dombau nach Zwirners Plänen.
In Bad Hönningen und damit in Sichtweite des Kreises Ahrweiler baute Zwirner im Jahr 1845 die Burg Ariendorf und von 1849 bis 1855 leitete er den Umbau des im Kern mittelalterlichen Schlosses Arenfels.
Wikipedia: Ernst Friedrich Zwirner
Heinz Erven (* 25. Januar 1900 in Brühl; ? 23. Juni 1993) war ein in Remagen lebender Pionier des naturgemäßen Anbaus von Obst und Gemüse.
Nach einem Motorradunfall im Jahr 1948 wies die Siedlungsbehörde Heinz Erven und seiner Frau Lilly Erven (geb. Mertens) ein 6,5 Hektar großes Gelände Auf Plattborn auf der Höhe zwischen Remagen und Kirchdaun zu. Erven nannte dieses Stück Land, das er ohne den Einsatz synthetischer Düngemittel und ohne Herbizide, Insektizide und Fungizide bewirtschaftete, ?Paradies?. Neben der Landwirtschaft unterrichtete Erven anfangs drei Jahre lang als Biologielehrer am Staatlichen Gymnasium in Bad Neuenahr. 1959 eröffnete Erven auf seinem Gelände eine ?Private biologische Versuchs- und Lehranstalt? - die erste dieser Art in Deutschland.
Ab etwa 1970 hielt Erven in den Wintermonaten Vorträge in der Schweiz, in Österreich, Liechtenstein, Belgien und Holland. 1973 lernt das Ehepaar Erven Ursula Venator kennen. Die Ehefrau eines Apothekers übernimmt bald die Organisation der Vorträge und Korrespondenz der Versuchs- und Lehranstalt. 1979 stirbt Ervens Ehefrau Lilli. Ursula Venator übernimmt später das Erbe des Ehepaars Erven und führt den Betrieb nach biologisch-dynamischen Anbaumethoden weiter.
In Anerkennung seiner Verdienste benennt die Stadt Remagen im Jahr 1980 die Straße, die unterhalb von Ervens vorbeiführt, von ?Auf Plattborn? zu ?Am Paradies? um. Am 14. Mai 1990 wird Heinz Erven als Vorreiter des ökologischen Landbaus und für die damit verbundenenen Verdienste auf dem Gebiet des Natur- und Umweltschutzes mit der Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler ausgezeichnet.
Meine Hochbeete und interessante Neuigkeiten von Heinz Erven (pdf - mit Fotos von Heinz Erven)
Der Dichter Ferdinand Freiligrath (* 17. Juni 1810 in Detmold; ? 18. März 1876 in Cannstatt bei Stuttgart) gilt als Retter des Rolandsbogens. Als in der stürmischen Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 1839 die Reste der ehemaligen Burg Rolandseck einstürzten, verfasste er das Gedicht ?Rolandseck? mit einem Aufruf an das deutsche Volk, mit Spenden zum Wiederaufbau der Ruine beizutragen. Am 12. Januar 1840 erschien dieser Aufruf in der kölnischen Zeitung. Eine überwältigende Spendenwelle aus allen Schichten der Bevölkerung und allen Landesteilen, ermöglichte es ihm, unter der Bauleitung des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner, den Rolandsbogen erhalten. Dies veranlasste den Verkehrs- und Verschönerungsverein Oberwinter-Rolandseck e.V., unterhalb des Rolandsbogens das Freiligrath-Denkmal zu errichten. Am 17. Juni 1914, wenige Wochen vor Ausbruch des 1. Weltkrieges, wurde es feierlich eingeweiht.
Franz Bresgen (* 2. Oktober 1815 in Bad Münstereifel, gest. 31. Mai 1895 in Bad Neuenahr) setzte sich als Jurist für die Verbesserung von Ausbildung und wirtschaftlicher Lage der Landwirte und Winzer im Kreis Ahrweiler ein und war Mitglied im Gemeinderat Lantershofen. Er wurde 1862 als Abgeordneter der Kreise Ahrweiler und Adenau in den preußischen Landtag gewählt und war bei der Gründung zahlreicher Genossenschaften im Ahrkreis als Berater beteiligt. Von 1840 bis zu seinem Tod lebte er als Land,- Weinguts- und Lohgerbereibesitzer in Ahrweiler, Lantershofen und Bad Neuenahr.
Inhaltsverzeichnis |
Bresgen machte sich dafür stark, dass die kleinen Landwirte und Winzer im Kreis Ahrweiler eine Ausbildung erhielten und dass sich ihre wirtschaftliche Situation verbessert. Bresgen war nacheinander Mitglied der Gemeinderäte von Lantershofen, Ahrweiler und Neuenahr. Ab den 1850er Jahren versteigerte er die Parzellen, die zu seinem Lantershofener Gutshof gehörten, an die Bauern, mit dem Ziel, deren Besitzverhältnisse zu verbessern. Bresgens ehemaliges Wohnhaus in Ahrweiler steht in der Niederhutstraße, die Lohgerberei war am Kanonenwall.
Im Jahr 1862 wurde Bresgen als Abgeordneter der Kreise Ahrweiler und Adenau in den Preußischen Landtag gewählt. Sein Fraktionskollege Hermann Schultze-Delitzsch, der Begründer des deutschen Genossenschaftswesens, unterstützte ihn bei der Gründung etlicher Genossenschaften im Ahrkreis.
Bei der Gründung der Winzergenossenschaft Mayschoß/Ahr (heute Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr eG) im Jahr 1868 waren sowohl Bresgen als auch Schultze-Delitzsch juristische Berater. In den 1880er Jahren leistete Bresgen Aufklärungsarbeit beim Kampf gegen die Reblaus, die damals die Weinberge des unteren Ahrtals befallen hatte. [1]
Demokratiegeschichte.eu: Franz Joseph Hubert Bresgen (1815-1895)
Der Heimatforcher Dr. Hans Frick (* 1893, verstorben am 20. Juni 1960 in Koblenz) am 24. Juni 1960 wurde er am Fuß des Neuenahrer Berges beigesetzt.
Frick arbeitete als Studienrat in Koblenz. Von Heimatliebe erfüllt, durchforschte er dort das Staatsarchiv sowie andere rheinische Archive. Nach jahrelangem Forschen gab er im Jahr 1933, als Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum des Bades Neuenahr, die Quellen der Geschichte von Bad Neuenahr, der Grafschaft Neuenahr und den Geschlechtern Ahr, Neuenahr und Saffenberg heraus. Dieses 400-Seiten-Werk gibt durch viele Urkunden die Quellen an, in denen sich nicht nur die Geschichte von Bad und Grafschaft Neuenahr, sondern des gesamten Ahrgaus spiegelt. Fricks weiteres Interesse galt der Geschichte der Landskrone. Von 1926 an arbeitete Frick ständig am Jahrbuch des Kreises Ahrweiler mit.
Ein Erinnerungsblatt für Dr. Hans Frick , in: Heimatjahrbuch für den Kreis Ahrweiler 1961
Peter Friedhofen (* 25. Februar 1819 in Weitersburg; ? 21. Dezember 1860 in Koblenz) ist Gründer der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf ( http://www.brueder-von-maria-hilf.de). Die einfache Frömmigkeit der Menschen seiner Heimat prägte seine schlichte und tiefe Beziehung zu Gott und die Verehrung der Gottesmutter St. Maria.
Inhaltsverzeichnis |
Peter Friedhofen wurde am 25. Februar 1819 in Weitersburg bei Koblenz geboren.
Das Elend, das er täglich sah, ließ den frommen und von Nächstenliebe erfüllten Mann nicht ruhen. Seine karitative Veranlagung bewegte ihn schließlich dazu, für die Krankenpflege die "Kongregation der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf" ins Leben zu rufen. So gründete er im Alter von 30 Jahren die Kongregation der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf. 1852 erhält er die bischöfliche Genehmigung und fünf Jahre später die kirchliche Bestätigung seiner Gründung.
Friedhofen starb am 21. Dezember 1860; er ruht in der Maria-Hilf-Kapelle in Trier. Am 23. Juni 1985 wurde er in Rom selig gesprochen. Jahr für Jahr feiert der Orden deshalb am 23. Juni ein ?Peter-Friedhofen-Fest?, an dem der Seligsprechung des Ordensgründers gedacht gedacht und das Andenken an den Ordensgründer in Ehren gehalten werden.
In Trier gibt es einen Peter-Friedhofen-Verlag
Hermann-Josef Fuchs (* 8. September 1934 in Unkel, gest. 2004) aus Oberwinter war neben seinem Hauptberuf im Heinen-Verlag viele Jahre lang als Lokalreporter für Bonner Rundschau/ Rhein-Ahr-Rundschau in Remagen und den Stadtteilen der Römerstadt unterwegs. Ab 1986 verfasste der dreifache Vater etliche Beiträge für das Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler .
1955 trat Fuchs in die Unkeler CDU ein und wurde bald deren Pressesprecher. Von 1960 bis 1963 bearbeitete er das Bürgerinfoblatt "Scheinwerfer". 1963 heiratete er Gisela Fuchs und zog mit ihr nach Remagen um.
1973 wurde Fuchs, gelernter Verlagskaufmann, der seit 1952 Mitarbeiter der Heinen Verlags GmbH Köln war, in den Vorstand des CDU-Stadtverbandes Remagen gewählt. 1974 zog er erstmals als Vorsitzender der CDU-Fraktion in den Stadtrat Remagen ein. Dieses Amt hatte Fuchs bis 1984 inne. Ab 1979 war er Mitglied des Fremdenverkehrsausschusses des Kreises Ahrweiler, von 1980 bis 1995 Beisitzer im Prüfungsausschuss für Wehrdienstverweigerer beim Kreiswehrersatzamt Koblenz.
In den 70er und 80er Jahren begleitet Fuchs wiederholt Kinder- und Jugendfreizeiten der katholischen Pfarrgemeinde "St. Peter und Paul" Remagen und war bis 1991 Mitglied des Pfarrgemeinderats. Ab dieser Zeit war er Vorstandsmitglied des Kirchbauvereins "St. Peter und Paul" Remagen. 1984 wurde er zunächst zweiter Beigeordneter der Stadt Remagen, ab 1994 war er erster Beigeordneter der Stadt. Zum 1. August 1997 wurde im von Ministerpräsident Kurt Beck die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz für herausragendes ehrenamtliches Engagement zugesprochen.
Bis ins Jahr 2000 war Fuchs ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Koblenz und Schöffe am Amtsgericht Ahrweiler. Bis 2001 war er außerdem stellvertretendes Mitglied im Kuratorium Stiftung Bahnhof Rolandseck. Bei der Kommunalwahl am 13. Juni 1999 erhielt Fuchs von allen Parteien und Gruppen die meisten Personenstimmen. Mit 29 Ja-Stimmen, bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen, wurde er am 27. August 1999 erneut zum ersten Beigeordneten der Stadt Remagen gewählt. Zum 1. Mai 1999 ging Hermann-Josef Fuchs in den Ruhestand.
Beiträge von Hermann-Josef Fuchs im Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler
Der Malermeister und Heimatforscher Ferdinand Gies (* 3. Oktober 1869 Walporzheim; + 10. November 1957 Ahrweiler) wurde am 3. Oktober 1954, anlässlich seines 85.Geburtstags, zum Ehrenbürger der Stadt Ahrweiler ernannt. Gies war für die ornamentale Ausmalung bzw. Wiederherstellung der mittelalterlichen Bemalung der Deckengewölbe in der Katholischen Pfarrkirche "St. Laurentius" Ahrweiler verantwortlich. Er war aber auch Mitglied des Stadtrats und Beigeordneter sowie stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins "Alt-Ahrweiler" e.V.. Im Jahr 1930 wurde Gies Schützenkönig von Ahrweiler. 1935 war er Chronist der St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler e.V.. Außerdem war er Mitglied des Kirchenvorstands, des Männergesangverein Ahrweiler 1861 e.V. und des Eifelvereins Ahrweiler e.V.. Bei der Junggesellen-Schützengesellschaft Ahrweiler e.V. war er seinerzeit Hauptmann und Fähnrich. Ihm zu Gedenken gibt es in Ahrweiler seit 1982 die Ferdinand-Gies-Straße.
Ernst Karl Plachner: Ehrenbürger Ferdinand Gies. Lebensskizze einer vorbildlichen Alt-Ahrweiler Persönlichkeit , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1957
Sanitätsrat Dr. Georg Habighorst (geb. 26. Oktober 1899 in Essen, gest. 9. Dezember 1958) war Landtagsabgeordneter des Kreises Ahrweiler.
Habighorst studierrte nach dem Abitur in Bonn, Düsseldorf, München und Göttingen Medizin. 1923 Staatsexamen und Doktorpromotion, zwei Jahre später ließ er sich als praktischer Arzt in Ahrweiler nieder. Habighorst war Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses des Landtages von Rheinland=Pfalz.
Johannes Roth: In memoriam Dr. Georg Habighorst , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1960
Johann Anton Joseph Hansen (* 1801, + 1875) aus Quiddelbach war Seelsorger, Politiker und Heimatforscher.
Walter Schmitz: Johann Anton Joseph Hansen (1801-1875) aus Quiddelbach. Seelsorger, Politiker, Heimatforscher , in: Kreisverwaltung Ahrweiler (Hrsg.): 'Heimatjahrbuch für den Kreis Ahrweiler', S. 129
Bernd Haselhoff starb im März 2008 im Alter von 65 Jahren. Haselhoff war von 1979 bis 1989 Mitglied im Stadtrat Sinzig und Beigeordneter der Stadt Sinzig.
Ildefons Herwegen (* 27. November 1874 in Köln-Jünkersdorf, gest. 2. September 1946) ...
Emmanuel von Severus: Abt Ildefons Herwegen von Maria Laach , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1975
Abt-Herwegen-Institut Maria Laach e.V.
Regierungsdirektor Dr. Josef Hess (+ 4. Februar 1932 Berlin) war ab 1910 Kreisschulrat in Ahrweiler, wo er Jahrzehnte wohnte. Angesichts seiner Verdienste um die Förderung des Weinbaues an der Ahr, um die Stadt Ahrweiler sowie wegen der Unterstützung des Winzerstands in Notzeiten und der Vermittlung von Staatsbeihilfen für das Realgymnasium Ahrweiler-Bad Neuenahr wurde der damalige Reichtags- und Landtagsabgeordnete am 16. Oktober 1930 in Berlin zum Ehrenbürger der Stadt Ahrweiler ernannt.
Johann Wendelin Heydinger (geb. 20. Oktober 1825 in Rodder, Pfarrei Reifferscheid) hat sich als Geistlicher und Wissenschaftler sowie als Freund seiner Eifelheimat und ihrer Menschen verdient gemacht.
Dorfpastor in Müden an der Mosel, Esch bei Jünkerath, Koxhausen bei Neuerburg und Schleidweiler bei Speicher. Am 15. Oktober 1852, einen Tag vor seinem Dienstantritt in Müden, schrieb der von Adenau scheidende Kaplan Heydinger auf der Hohen Acht das Vorwort zu einer Sagensammlung, die 1853 bei J. Hölscher in Koblenz erschien und den Titel trägt: Die Eiffel. Geschichte, Sage, Landschaft und Volksleben im Spiegel deutscher Dichtung. In diesem Buch legt uns der junge Geistliche die Ausbeute seines jahrelangen Suchens und Sammeins des Eifelsagengutes vor. Es enthält mehr als 200 Eifelsagen in Versform.
Hermann Otto Penz: Johann Wendelin Heydinger - ein vergessener Sagensammler der Eifel , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1959
Wilhelm Holzhausen wurde 1907 in Ohligs bei Düsseldorf geboren. Nach der Emeritierung aus seiner Lehrtätigkeit im Jahr 1973 wählte er sich Bad Bodendorf als Heimatort. Holzhausen wurde Mitglied und Vorstandsmitglied der Are-Künstlergilde.
Bernhard Kreutzberg: 'Der Maler Prof. Wilhelm Holzhausen, der weise Mann der Are-Künstlergilde', in: 'Heimatjahrbuch für den Kreis Ahrweiler 1985'
Are-Gilde.de: Prof. Wilhelm Holzhausen
Hermann Höfer (* 13. Juli 1945, + 1. April 2007) (CDU) war ab 1990 bis zu seinem Tod Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal. Johannes Bell (FWG) wurde zu seinem Nachfolger gewählt.
Höfer stammte aus Koblenz-Kesselheim. Im Alter von 14 Jahren wurde er Jungwerker bei der Deutschen Bundesbahn. Später arbeitete in der Staatskanzlei in Mainz.
Wenige Monate vor seinem Tod, im September 2006, war Höfer zum Präsidenten des Landessportbundes (LSB) Rheinland-Pfalz gewählt worden.
Von 1982 bis 1990 war Höfer Vorsitzender der Sportjugend Rheinland und danach bis 1998 Vorsitzender der Sportjugend Rheinland-Pfalz. Gleichzeitig hatte er von 1990 bis 1998 das Amt des Vizepräsidenten des Sportbundes Rheinland inne. Als Präsident des Sportbundes Rheinland und Vizepräsident des Landessportbundes Rheinland-Pfalz sowie als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung bei Lotto Rheinland-Pfalz hatte er großen Anteil an der Entwicklung des Sports auf Landesebene. Am 23. September 2006 schien Höfer am Ziel seiner Träume, als er zum Präsidenten des Landessportbundes gewählt wurde.
Ministerpräsident Kurt Beck und Sportminister Karl Peter Bruch würdigten Höfer nach seinem Tod: "Er war ein Multifunktionär im wahrsten Sinne des Wortes. Wie gerne hätte er das Amt des Präsidenten des Landessportbundes ausgeübt. Es war die Krönung seiner Karriere", hieß es aus der Staatskanzlei. Für seine Verdienste war Höfer unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden.
1990 setzte er sich per Losentscheid gegen seinen Gegenkandidat als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal durch. Die Entwicklung des Vulkanparks Brohltal/Laacher See, die Steigerung der Wohn- und Lebensqualität in den 17 Brohltal-Ortsgemeinden, der Ausbau der Verwaltung zu einer Serviceeinrichtung für die Bürger, die Modernisierung der Schulen, die Öffnung der Ruine der Burg Olbrück und die Rettung des Vulkan-Expreß fallen in seine Amtszeit.
Im Gedenken an die Verdienste Höfers haben die Verbandsgemeinde Brohltal und ihre 17 Ortsgemeinden im Frühjahr 2009 in der Verlängerung der Burgstraße in Hain bis hin zur Burg Olbrück je einen Ahornbaum gepflanzt. Dadurch entstand die Hermann Höfer- Allee, die am 5. April 2009 eröffnet wurde. Ein Gedenkstein mit einer Tafel am Anfang der Allee würdigt das Wirken Höfers.
Aufgrund seiner Verdienste als langjähriger Hauptmann der St. Sebastianus-Bürger-Schützengesellschaft Ahrweiler und als Bürgermeister der Stadt in der Notzeit von 1945 bis 1948 wurde Toni Jarre (* 28. Januar 1882 Ahrweiler; + 16. November 1969 Ahrweiler) an seinem 75. Geburtstag im Jahr 1957 zum Ehrenbürger der Stadt Ahrweiler ernannt. Im Jahre 1954 war er bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Ab 1895 war Jarre Mitglied der Aloisius-Jugend, 1907 wurde er Fähnrich und 1908 Hauptmann der Junggesellen-Schützen. 1922 war er König der St. Sebastianus-Bürger- Schützengesellschaft und ab 1927 deren Hauptmann. Von 1924 bis 1933 war Jarre Stadtratsmitglied und Beigeordneter. Jarre war Inhaber eines Eisen- und Haushaltswarengeschäftes auf dem Marktplatz.
Rektor a.D. Dr. Peter Joerres (* 29. Juli 1837 in Weiden; ? 1. April 1915 in Ahrweiler), Namensgeber des Peter-Joerres-Gymnasiums Bad Neuenahr-Ahrweiler, wurde am 6. September 1910 aus Anlass des 50-jährigen Priesterjubiläums zum Ehrenbürger der Stadt Ahrweiler ernannt. Seit 1950 gibt es in Ahrweiler eine "Joerres-Straße".
Inhaltsverzeichnis |
Joerres war von 1861 bis 1902 Leiter der früheren höheren Stadtschule (Bürgerschule) in Ahrweiler. Seinen Ruhestand verbrachte er in Ahrweiler. Joerres machte sich um die Heimatforschung verdient. Im Jahre 1908 gründete er das Ahrgau-Museum in Ahrweiler. Seinen gesamten Nachlass, insbesondere seine wissenschaftliche Bibliothek, vermachte er der Stadt.
Peter Joerres: Sparren, Spähne und Splitter von Sprache, Sprüchen und Spielen aufgelesen im Ahrthal , 42 S., Ahrweiler: P. Plachner's Buchdruckerei 1888
Johann Jacobs (* 13. Juli 1868 zu Petefswald bei Zell (Mosel), + 12. November 1914) war ab 1906 Hauptlehrer in Brohl.
Johann Jakob Dahm ( 1659 - 10. Juli 1727) stieg Anfang des 18. Jahrhunderts in Mainz zu einem der bedeutendsten Orgelbauer des Mittelrheingebietes auf. Er schuf neben zahlreichen einmaligen Werken vor allem die großen Orgeln im Dom und in St. Stephan zu Mainz sowie im Kloster Eberbach, die jedoch im Laufe der Zeit untergegangen sind. Erhalten haben sich dagegen die prachtvollen Orgelprospekte von Flörsheim am Main sowie Dietkirchen an der Lahn und in der Schlosskirche von Weilburg. In unserer Region geht die Orgel in Monreal auf ihn zurück. Dahm war einst in der Katholischen Pfarrkirche "St. Philippus und Jakobus" Kempenich getauft worden.
Anlässlich des 350. Geburtstags von Johann Jakob Dahm, der mit einem Orgelkonzert in der Katholischen Pfarrkirche "St. Philippus und Jakobus" Kempenich gefeiert wurde, ist dort eine Festschrift herausgegeben worden.
Dr. Erich Klausener (* 25. Januar 1885 in Düsseldorf, ermordet am 30. Juni 1934 in Berlin) ...
Inhaltsverzeichnis |
Auf der Galopprennbahn in Hoppegarten bei Berlin hielt am 24. Juni 1934 der Ministerialdirektor Dr. Erich Klausener vor 60.000 Teilnehmern auf dem 32. Märkischen Katholikentag eine begeisternde Rede, in der er die Rassen- und Kirchenpolitik der Nazis anprangerte. Wenige Tage später, am 30. Juni 1934, wurde Klausener von der Gestapo in seinem Dienstzimmer im Reichsverkehrsministerium ermordet.
Dr. Erich Klausener gehörte zu den profiliertesten Gestalten des Katholizismus der Weimarer Republik. In der schweren Zeit nach dem 1. Weltkrieg war er mutiger und sehr anerkannter Landrat in Adenau/Eifel und danach in Recklinghausen. Seine hervorragenden politischen Fähigkeiten machten auf ihn aufmerksam, man berief ihn 1924 nach Berlin. Als Ministerialdirektor arbeitete er in verschiedenen Ministerien.
Bereits im Jahre 1927 verfasste Dr. Erich Klausener im Berliner Innenministerium einen Runderlass, in dem er Hitler verbot, in öffentlichen Versammlungen als Redner aufzutreten. Als Leiter der Polizeischule im Preußischen Innenministerium Berlin unternahm Dr. Klausener 1931 zusammen mit Dr. Robert Kempner (dem späteren US-amerikanischen Anklagevertreter beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess) den Versuch, Hitler als unerwünschten Ausländer aus Deutschland ausweisen zu lassen.
Dr. Erich Klausener war gläubiger Katholik rheinischer Prägung und Mitbegründer und Vorsitzender der Katholischen Aktion in Berlin, der Laienbewegung der Berliner Katholiken, die auch den erwähnten Katholikentag 1934 ausrichtete. [1]
Dr. Adolf Klöckner (gest. 10. April 2005 im Alter von 93 Jahren) lebte 30 Jahre lang in Remagen; er war Mitglied im Stadtrat Remagen sowie in Ausschüssen auf Stadt- und Kreisebene. Von 1974 bis 1982 war er Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Remagen. Im Alter zog es ihn mit seiner Ehefrau wieder nach Hamburg zurück, wo der norddeutsche Katholik seine Wurzeln hatte.
Heinz Korbach (geb. 1921, gest. Dezember 2004) war Landrat des Kreises Ahrweiler und Regierungspräsident des Regierungsbezirks Koblenz. Für das Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler schrieb er einige Beiträge [1].
Der gebürtige Koblenzer gehörte zu den Männern der ersten Stunde beim Wiederaufbau - im Koblenzer Stadtrat, im Landtag von Rheinland-Pfalz und als Bürgermeister von Weißenthurm.
Die Spuren seines Wirkens sind noch vielfach sichtbar - zum Beispiel auf dem Rotweinwanderweg an der Ahr, wo er neun Jahre lang Landrat war. 14 Jahre lang führte Korbach die Bezirksregierung Koblenz, für deren Erhalt er im Ruhestand kämpfte. In diese Amtszeit fallen Stadtsanierungen und Bauleitpläne, die bis heute die Regionen prägen.
Die Beliebheit Korbachs zeigt die Zahl seiner Ehrenpräsidentschaften: im Landes-DRK, bei den Schützen der Diözese Trier und der KPV. Der ehemalige CDU-Landeschef Christoph Böhr würdigt ihn einmal als "Wegbereiter des modernen Rheinland-Pfalz". Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte nach Korbachs Tod, er trauere um einen "erfahrenen und ehrlichen Mann, dessen Rat ich sehr geschätzt habe"; denn Korbach gehörte zu Becks "Berater- und Vermittlerkreis".
Prof. Dr. Bernhard Kreutzberg (geb. 9. Juni 1931 in Ahrweiler, gest. in der Nacht auf den 14. März 2006 in Ahrweiler) bekleidete in Bad Neuenahr-Ahrweiler zahlreiche Ämter und Ehrenämter. Sein Interesse galt der Historie und dem Brauchtum seiner Heimat. Veröffentlichungen und Vorträge auf diesem Gebiet füllten seine Zeit in den Jahren des Ruhestandes aus.
Kreutzberg wurde am 9. Juni 1931 in Ahrweiler geboren, ging dort zur Schule und legte am damaligen Staatlichen Gymnasium, am heutigen Peter-Joerres-Gymnasium Bad Neuenahr-Ahrweiler, seine Abiturprüfung ab. Sein Medizinstudium absolvierte er an den Universitäten Bonn, München, Freiburg und Innsbruck und promovierte 1961. Nach Facharztausbildung wurde er 1970 an der Universität Bonn zum Privatdozenten für Chirurgie ernannt, war ab 1973 Professor für Herz- und Lungenchirurgie an der Universität Düsseldorf; 1975 erfolgte seine Ernennung zum Wissenschaftlichen Rat. Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren Operationen am offenen Herzen, Säuglings- und Kinder-Herzchirurgie. Von 1978 bis 1995 war er in Bad Neuenahr- Ahrweiler in freier Arztpraxis mit Schwerpunkt für Herzerkrankungen tätig. Der Oberstabsarzt i. Res. gehörte verschiedenen Berufsorganisationen an und nahm als Oberstabsarzt der Reserve regelmäßig an Bundeswehrübungen teil. Aus seiner Feder stammen auch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, die er veröffentlichte.
In seiner Vaterstadt, deren Brauchtum und Historie er sich sehr verbunden fühlte, bekleidete er verschiedene Ehrenämter, war ab 1974 Mitglied des Elitecorps der St. Sebastianus-Bürger-Schützengesellschaft Ahrweiler e.V. von 1984 bis 1987 Schützenkönig und gehört ab 1988 dem Elitecorps der Gesellschaft an. Er war Präsident und Vorsitzender der Are-Künstlergilde sowie bis zuletzt Vorsitzender des Kunstvereins des Kreises Ahrweiler.
Dr. med. Josef Kreutzberg (* 20. Februar 1896 in Hemmerden bei Neuß am Niederrhein, gest. ?) war viele Jahre lang Chirurg des Krankenhauses Maria Hilf in Bad Neuenahr, aber auch als Schriftsteller und Archäologe machte er sich einen Namen.
Kreuzbergs Vorfahren stammten aus Ahrweiler. Sein Vater leitete eine Brauerei. Nachdem er die humanistischen Gymnasien in Neunkirchen (Siegkreis) und Neuß besucht hatte, trat er gleich zu Beginn des ersten Weltkrieges im Jahr 1914 als Freiwilliger ins Heer ein; im Jahr 1917 wurde er Offizier und mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse ausgezeichnet.
Nach Kriegsende studierte Kreutzberg Medizin an den Universitäten Bonn und München. An drei großen Kliniken in Köln und Düsseldorf arbeitete er als Frauenarzt. Im Jahr 1927 wurde er, 31 Jahre alt, an das Krankenhaus in Ahrweiler und 1945 an das Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr berufen, Ahrweiler weitgehend durch Bomben zerstört worden war. Wahrend des Krieges leitete er neben seinem Krankenhaus in Ahrweiler als Oberstabsarzt eine Abteilung für Schwerverwundete. Mehr als 42.000 chirurgische Operationen führte Kreutzberg in Ahrweiler und Bad Neuenahr durch.
Kreutzberg war jahrelang Vorsitzender der Badeärztlichen Vereinigung Bad Neuenahr. Zwölf Jahre lang wurde er vein seinen Kollegen als Delegierter in die Ärztekammern von Rheinland-Pfalz und Koblenz-Montabaur gesandt. Außerdem war Kreutzberg Vorsitzender des Elternbeirates am Neusprachlichen Gymnasium Ahrweiler, Vorsitzender des CV-Altherren-Zirkels Rhein-Ahr sowie Vorstandsmitglied im Kur- und Verkehrsverein Bad Neuenahr.
Neben seinem Beruf pflegte er archäologische Neigungen, beschäftigte sich unter anderem mit den Hinterlassenschaften der Römer im Ahrweiler Wald. In Nettesheim entdeckte er eine seltene römische Glasschale, die als ?Bärenjagdschale" in die Fachliteratur einging.
Kreutzberg war bekannt und befreundet mit Männern wie Dr. Carl Sonnenschein, Gottfried Benn, Heinrich Lersch und Max Barthel. Er selbst war Mitarbeiter am Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler und er verfasste ein Versbuch mit dem Titel Des Ahrtals gastlich Angebot.
Walther Ottendorff-Simrock: Chirurgie und Poesie - Dr. Josef Kreutzberg , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1967
Der Weingutsbesitzer und Weingroßhändler Albert Kreuzberg (* 10. Januar 1836 Ahrweiler, + 17. Mai 1918 Ahrweiler) wurde anlässlich seines 80. Geburtstags zum Ehrenbürger der Stadt Ahrweiler ernannt.
Kreuzberg war jahrzehntelang erster Beigeordneter sowie Mitglied des Stadtrates und anderer Gremien der Stadt Ahrweiler. "Der Weingutsbesitz seiner Firma und die seit 1833 betriebene Weingroßhandlung haben dem Weinbau und Weinhandel an der Ahr und in unserer Stadt einen guten Ruf gesichert", heißt es. Als Grundstock für ein Gefallenen-Denkmal vermachte Kreuzberg der Stadt per Testament 2000 Mark.
Georg Kreuzberg (* 2. August 1795 - 24. Dezember 1873), ein Weinbauer und Kaufmann aus Ahrweiler, ist Entdecker der Apollinaris-Quelle und der Neuenahrer Quellen. Aus Dankbarkeit ließ er das Krankenhaus "Maria Hilf" Bad Neuenahr bauen. Georg Kreuzberg hat posthum etliche Ehrungen erhalten. Ein Monument über dem Apollinaris-Brunnen, eine Büste im Kurpark Bad Neuenahr, eine Erinnerungstafel an seinem Geburtshaus in der Niederhutstraße in Ahrweiler und die Georg-Kreuzberg-Straße in Bad Neuenahr erinnern heute an ihn.
|
bronzene Georg Kreuzberg-Büste im Kurpark Bad Neuenahr |
Josef Kreutzberg: Vom Wein zum Wasser. Aus dem Leben Georg Kreuzbergs , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1962
Pitt Kreuzberg (* 30. Mai 1888 in Ahrweiler; ? 21. Februar 1966 in Bad Honnef; eigentlich Peter Josef Karl Hubert Kreuzberg) war ein deutscher Maler, der in seinem Hauptwerk dem Expressionismus nahe stand. Er war Mitgründer der Are-Künstlergilde.
Der Maler, Grafikers und Illustrator Werner Labbé hat in den Nachkriegsjahren die Kölner Kunstszene mitgeprägt. In dieser Zeit entstanden viele bedeutende Plakate, die teilweise ausgezeichnet und in Sonderausstellungen in Köln gezeigt wurden. Er lebte längere Zeit in Antweiler, wo er nach seinem Tod im Jahr 1989 beigesetzt wurde.
Neben der Gestaltung künstlerischer Plakate hat sich Werner Labbé als Buchillustrator einen Namen gemacht. So erhielt er Illustrationsaufträge für Literaturausgaben von Böll, Balzac, Daudet, Dürrenmatt, Flaubert, E.T.A. Hoffmann, Lindgren, Maupassant, Simenon, Spörl, Kishon, Remarque, Zuckmayer und vielen anderen. Allein im Schiller-Nationalmuseum und im Deutschen Literaturarchiv in Marbach befinden sich mehr als 150 Buchumschläge, die der Künstler gestaltet hat. Werner Labbé war ein brillanter Zeichner. Biblische und antike Themen und die Welt der Sage und des Märchens spiegeln sich in seinen Arbeiten ebenso wider wie das bunte Spiel des Lebens und Reiseimpressionen. Obwohl sich Labbé häufig der Öffentlichkeit entzog und lange Zeit zurückgezogen lebte, war er bis ins hohe Alter voller Lebensfreude, Ideen und Schaffensdrang. Der Künstler, der am 3. Juli 1909 in Rheydt geboren wurde, lebte besonders in seinen letzten Lebensjahren immer wieder über Monate bei Freunden in Antweiler. Kurz vor seinem 80. Geburtstag verstarb er und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Antweiler Friedhof.
Er gilt als Plakatkünstler von europäischem Rang. Außerdem gestaltete er zahlreiche Buchtitel - unter anderem für die Büchergilde Gutenberg. Sein erster Buchtitel war für Heinrich Böll Und sprach kein einziges Wort, sein letzter war Gynter Mödder Tiefgang, der Mäusephilosoph.
http://www.mauseum.de/kuenstl/lab.htm
Hannelise Langmann wurde am 14. September 1921 als Hannelise Koenigs geboren. Die aus Königswinter stammende Gründerin des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr e.V. starb am 18. Januar 2008.
?Menschenwürdig in allen Phasen des Lebens? - das war der Gedanke, von dem sich Hanneliese Langmann Zeit ihres Lebens leiten ließ und vermutlich auch der Grund dafür, dass sie die Hospizbewegung an die Ahr brachte und damit ehrenamtlich Pionierarbeit leistete. Ohne gesetzlichen oder politischen Auftrag und ohne öffentliche Mittel, dafür aber mit bemerkenswertem Durchsetzungsvermögen und schier unbegrenzter Ausdauer fand sie Antworten auf das Leid schwerkranker Menschen und ihrer Angehörigen.
Ihr Anliegen war es, die ambulante Versorgung hilfsbedürftiger Menschen und der ihren Nahestehenden im Kreis Ahrweiler zu verbessern. Hannelise Langmann wusste, dass hospizliche Begleitung und gute Schmerztherapie dem Menschen helfen können, wenn die kurative Medizin am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt ist.
Während sie in Königsfeld lebte und in einem Wohnhaus an der Ecke Schützenstraße/Finkenstein in Bad Bodendorf eine psychotherapeutische Praxis betrieb, schloss sie sich deshalb Anfang der 1990er Jahre mit weiteren ehrenamtlich tätigen Menschen aus dem Kreis Ahrweiler zusammen. Zusammen mit ihnen gründete sie im Oktober 1992 den heutigen Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V.. Bis 1996 war sie Vorsitzende beziehungsweise stellvertretende Vorsitzende und Bildungsbeauftragte des Vereins. Im März 1997 wurde sie von ihrem Nachfolger im Amt des Vorsitzenden, dem evangelischen Pfarrer Hans Warnecke, zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Ihre letzten Lebensjahre lebte sie in Bonn. Auf ihre Initiative hin wurde im Sommer 1996 der Hospizverein Bonn gegründet, der sie später zu seiner Ehrenpräsidentin berief.
Bereits Mitte/Ende der 1980er hatte Hannelise Langmann, Mutter einer Tochter, Kontakt zur englischen Hospizbewegung aufgenommen. Spätestens dort lernte sie wohl die Parole der Hospizbegründerin Cicely Saunders kennen: "Bei uns wird gute, fundierte und menschliche Medizin betrieben. Bei umfassender Sterbe- und Trauerbegleitung geht es um die beste medizinische Praxis".
Ein einem Nachruf hieß es: ?Dr. Hannelise Langmann wusste um die Bedeutung des französischen Sprichworts aus dem 16. Jahrhundert, das die Aufgaben eines Arztes wie folgt beschreibt: ?Guerir? quelquefois - soulager? souvant - consoler? toujours", was soviel heißt wie: "Heilen? manchmal - lindem? oft - trösten? immer.?
Der Arbeiterdichter Heinrich Lersch verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Bad Bodendorf, seine Söhne gingen in Ahrweiler zur Schule und einige Nachfahren leben heute im Kreis Ahrweiler.
Inhaltsverzeichnis |
Heinrich Lersch war am 12. September 1889 als ältester Sohn von sieben Kindern in München-Gladbach (heute Mönchengladbach) in der Rheinprovinz geboren worden. Schon sein Vater übte den Beruf des Kessel-, sein Großvater den Beruf des Hufschmieds aus. Bereits als Kind musste Heinrich Lersch in der väterlichen Werkstatt mit anpacken: den Blasebalg für das Schmiedefeuer ziehen, damit Eisen und Nieten glühend gemacht werden konnten, mit einer großen Zange glühende eiserne Stäbe über den Amboss halten, auf die dann die Gesellen mit großen Schmiedehämmern einschlugen, glühende Nieten mit den großen Zangen in die vorgeborten Löcher stecken, damit die Kesselschmiede mit ohrenbetäubendem Lärm im Dreiertakt darauf einhämmern konnten, sowie die Bohnmaschine bedienen. Später arbeitete Heinrich Lersch als Geselle in der Kesselschmiede seines Vaters. In der wenigen Freitzeit, die er hatte, las er bis spät in die Nacht, was immer ihm in die Hände fiel, er traf sich mit Freunden, besuchte mit ihnen Volksbildungsabende und Vorträge, Konzerte und Museen.
Dann ging Lersch für ein knappes Jahr auf Wanderschaft, "auf die Walze", wie man es nannte. Er arbeitete in großen Kesselfabriken in Mannheim, Duisburg und Dortmund; in Hamburg und Antwerpen verdingte er sich im Schiffbau, im österreichischen Linz und in Wien als Nieter. Zurück in Gladbach, arbeitete Lersch wieder in der elterlichen Kesselschmiede. Die Arbeit der Kesselschmiede bestand zu Beginn der 1920er Jahre aus der Herstellung von Apparaten, Dampfkesseln und anderen Behältern, die, weil es die Elektro-Schweißung noch nicht gab, genietet werden mussten. Um Eisenplatten miteinander zu verbinden, wurden an ihren Rändern in Abständen von einigen Zentimetern Löcher gebohrt; die Löcher benachbarter Platten mussten dabei genau übereinander passen. Dann wurden in diese Löcher, Rundkopf nach unten, Nieten gesteckt, die zuvor im Schmiedefeuer zum Glühen gebracht worden waren. Drei Arbeiter schlugen mit Vorschlaghämmern so lange auf die Nieten, bis sich auch oben ein breiter Kopf gebildet hatte. Wenn die Nieten abkühlten, zogen sich die Eisenplatten zusammen und wurden dicht. Das Ganze ging mit einem ohrenbetäubenden Lärm vor sich. Als Presslufthämmer später das Hämmern von Hand ersetzten, wurde der Lärm noch größer. Ohrenschützer und Schutzbrillen gab es zu dieser Zeit noch nicht. Dadurch erlitten die meisten Kesselschmiede Gehörschäden; viele wurden von umherfliegenden Eisensplittern an den Augen verletzt und trugen dauerhafte Sehschäden davon.
Da Heinrich Lersch klein und hager war, wurde er besonders häufig für Reparatur und Reinigung von Dampfkesseln herangezogen. In den Textilfabriken, von denen es in Gladbach und im benachbarten Rheydt damals etliche gab, wurden Webstühle und Spindeln von Dampfmaschinen angetrieben, die ihren Druck aus Dampfkesseln bekamen. In diesen Kesseln setzte sich Kesselstein und in den Flammrohren Schlacke ab, die regelmäßig entfernt werden mussten. Damit die Maschinen nicht lange stillstanden, wurde an Feiertagen gereinigt ? an Weihnachten, Silvester, Neujahr und Ostern. Dazu krochen die Arbeiter, wenn die Anderen feierten, in die zwar abgeschalteten, aber noch nicht ganz abgekühlten engen Kessel und Flammrohre. Mit scharfkantigen Hämmern schlugen sie dort, meist auf dem Rücken liegend, Kesselstein und Schlacke ab.
Neben dieser harten Arbeit schrieb Lersch etwa 1912 seine ersten Gedichte ? meist nachts. Die Verse handelten vor allem von der harten Arbeit in den Fabrikhallen, aber auch von der Natur und der Liebe. Dank der Vermittlung eines katholischen Geistlichen sind Lerschs Gedichte erstmals gedruckt worden. Dadurch ist der junge Autor erstmals einem großeren Kreis Literaturinteressierter nicht nur in seiner Vaterstadt, sondern auch in Areitervereinen und Gewerkschaften im deutschsprachigen Raum bekannt geworden. 1913 gab es in der Kaiser-Wilhelm-Halle in Gladbach die erste Dichterlesung mit Heinrich Lersch; im gleichen Jahr erschien beim Verlag des Volksvereins Lerschs erster Gedichtband 'Abglanz des Lebens'. Neben dem Schreiben engagierte sich Heinrich Lersch in der Arbeiterbewegung. Allerdings war er den christlichen Gewerkschaften zu rot und den sozialistischen zu katholisch; so saß er bei seinen Kollegen rasch zwischen zwei Stühlen.
Als im Jahr 1914 der 1. Weltkrieg begann, meldete sich Heinrich Lersch freiwillig als Soldat. In der Nacht vor dem Mobilmachungstag feierten die Rekruten, die eingezogen wurden, und ihre Familen in der St. Josef-Kirche im Gladbacher Stadtteil Hermges eine Messe, die auch Heinrich Lersch und seine Mutter besuchten. Dort schrieb der junge Dichter den "Soldatenabschied", das Gedicht, das ihn in Deutschland mit einem Schlag bekannt und berühmt machen sollte. Weil er sonst kein Papier bei sich hatte, notierte Lersch die Verse auf die leeren Seiten des Gebetbuchs seiner Mutter. Das Gedicht beginnt mit der Zeile "Laß mich gehen Mutter, laß mich gehen ...". Die fünf Strophen enden jeweils mit dem Satz "Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen!". Nach zwei Weltkriegen mit Millionen von Opfern klingt dieses Pathos heute hohl und chauvinistisch; damals jedoch traf es genau die Stimmung der gesamten Bevölkerung. Und in den 1920er und 1930er Jahren sollten diese Zeilen in unzählige Kriegerdenkmale gemeißelt werden.
Lersch, an der Front in Frankreich eingesetzt, wurde in der Champagne-Schlacht verschüttet, konnte aber gerettet werden. Das Lungenleiden, das er sich zugezogen hatte, wurde anschließend lange Zeit in Lazaretten in Hadamar und Köln behandelt, bevor Lersch 1916 kriegsuntauglich aus der Armee ausschied. Schwere körperliche Arbeit konnte er danach nicht mehr leisten; aber er schrieb viel. Deshalb konnte er seinem Vater und den Brüdern, nachdem im Frühjahr 1917 die aus Holz gebaute alte Kesselbude seines Vaters abgebrannt war, vom Erlös des Kleist-Preises, mit dem er 1916 - gemeinsam mit Agnes Miegel ,sein Vertrauensmann ist Karl Strecker - ausgezeichnet worden war, eine neue Werkstatt kaufen. Dann übernimmt Lersch die Kesselschmiede seines Vaters.
Nach Kriegsende 1918 heiratete Lersch. Seine Schwiegermutter, Paula Köchlin (geb. Busch), eine wohlhabende Fabrikantentochter, führte in ihrer Villa einen so genannten Salon: Die kulturell sehr interessierte Dame lud Künstler und Intellektuelle in die Villa ein - darunter den jungen Dichter Heinrich Lersch, den sie sehr schätzte. Dass der Arbeiter bald eine ihrer Töchter heiratete, war allerdings nicht vorgesehen. Die elterliche Einwilligung in diese Heirat mit der nicht einmal 21-jährigen Erika musste sich Heinrich Lersch schwer erkämpfen. Immerhin erhielt sie als Mitgift und vorweggenommenes Erbe ein Haus mit Garten. Dort kommen die Kinder Gerrit (1919), Edgar (1921) und Leni (1930) zur Welt. Aufgrund des bereits 1907 diagnostizierten Lungenleidens muss Lersch die Kesselschmiede 1924 aufgeben. Heinrich Lersch konnte nun schreiben, wurde bekannt, gehörte zum Kreis der "Werkleute auf Haus Nyland", einer Gruppe von Dichtern, und freundete sich mit anderen Künstlern an, unter anderem mit Literaten aus dem Arbeitermilieu. Einer von ihnen war Max Barthel, der später auf den Belzenberg nach Bad Breisig zog. In dieser Zeit schrieb Lersch Gedichte für die "Wiener Arbeiterzeitung", hielt Kontakt zu Alfons Petzold, außerdem war er mit Joseph Winkler und Jokaob Kneip freundschaftlich verbunden.
Seiner schlechten Gesundheit wegen riet man Lersch zu einem längeren Aufenthalt im Süden. So hält er sich, in der Hoffnung, sein Lungenleiden dort auszukurieren und unter immer unter bescheidenen finanziellen Verhältnissen 1926 in Davos, 1926 bis 1928 und 1931 auf Capri sowie 1931 in Griechenland auf. Das Haus in Neuwerk wurde für diese Zeit vermietet. Auf Capri entstand u.a. das humorvolle und nach wie vor lesenwerte Buch ?Manni. Geschichten von meinem Jungen, aufgeschrieben vom Vater?, das viel über das Leben der Familie Lersch in Gladbach und auf Capri widergibt.
Als die Familie im April 1932 nach Deutschland zurück kehrte, zog sie nicht nach Gladbach, sondern nach Bodendorf; Heinrich Lersch wollte nämlich in der Nähe seines Freundes Matthias Leisen sein, der als Magnetopath in der Burg Bodendorf praktizierte. Von ihm eroffte er sich Linderung oder gar Heilung seiner Asthma- und Magenbeschwerden. Leisen benutzte für seine Untersuchungen und um homöopathische Medikamente auszuwählen Wünschelruten aus verschiedenen Hölzern und anderen Materialien. Diese Methode faszinierte Lersch derart, dass er einen Roman über den Therapeuten mit dem Titel 'Die Ruten Gottes' schreiben wollte. Über ein Fragment kommt dieses Projekt aber nicht hinaus.
Zunächst bezieht die fünfköpfige Familie eine kleine Mansardenwohnung mit drei Zimmern im Hause Haas (heute Moselstraße 57). Ein Wohnzimmer gibt es dort nicht; das Familienleben spielt sich in der kleinen Wohnküche ab. Heinrich Lerschs Schreibtisch steht, damit er ungestört arbeiten kann, im Eltern-Schlafzimmer. Dank der günstigen Bahnverbindung besuchen die beiden Söhne das Gymnasium in Ahrweiler. "Hein" Lersch, wie er von seinen Freunden in Bodendorf genannt wird, lernt rasch das Tanzen und das Weintrinken. Der Städter begeistert sich für Kirmes, Karneval und Schützenfest. Und bei Hochzeiten, Ehejubiläen und Namenstagen trägt er Festgedichte vor. Mit einer Büttenrede "Der Nachtwächter von Bodendorf" verblüfft Lersch sein Publikum mit Kenntnissen über Stärken und Schwächen der Dorfbewohner.
Im Jahr darauf kamen die Nationalsozialisten an die Macht. Mit einem Male sah Lersch erfüllt, wofür er bislang gekämpft, geschrieben und gedichtet hatte: Der Arbeiter war nun wer. Besonders imponierte ihm die Organisation "Kraft durch Freude" (KDF); Denn sie machte es möglich, dass auch einfache Arbeiter reisen und Urlaub machen konnten. Lerschs Gedichte von der Arbeit, aber auch seine Gedichte aus dem Ersten Weltkrieg wurden von den Nationalsozialisten mit Freuden übernommen. Von Bodendorf aus fährt Lersch immer wieder per Bahn zu Vorlesungsreisen ins gesamte Deutsche Reich. 1935 folgte Lersch einer Einladung, auf einem KDF-Schiff nach Portugal und weiter bis nach Madeira mit zu fahren und die Gäste mit Lesungen aus seinen Werken zu unterhalten. Der Dichter aus Bodendorf wurde aber auch eingeladen, in Betrieben vor Arbeitern zu sprechen und ihnen seine Gedichte vorzutragen. Am 1. Mai, dem "Tag der Arbeit", las er auf einer Großkundgebung vor mehreren hunderttausend Arbeitern auf dem Tempelhofer Feld in Berlin einige seiner Gedichte vor. Lersch-Texte wurden in Schulbüchern gedruckt, und er war stolz darauf, in Schulen und vor der Hitler-Jugend sprechen zu dürfen. Schließlich wurde Lersch ehrenvoll als Mitglied in die Deutsche Dichterakademie berufen.
Heinrich Lersch "merkte in seinem Überschwang wohl nicht, was der Nationalsozialismus wirklich war und was die Nationalsozialisten letztlich wollten", sagte sein Sohn Edgar Lersch im Jahr 2004 bei einem Vortrag über seinen Vater. Der Arbeiterdichter "beging sogar die Dummheit, ich muss das bei allem Respekt vor meinem Vater sagen, Gedichte aus den 20er Jahren umzuschreiben", so Edgar Lersch: "Wir sind die Soldaten der neuen Armee, die hämmernden Brüder der Welt ...", hieß es beispielsweise in einem hoffnungsfrohen Gedicht über die Aufbruchstimmung nach dem Ersten Weltkrieg, das Lersch nun umformulierte: "Wir sind die Soldaten der braunen Armee, die Kolonnen der eisernen Zeit ..." Und vor den Gedichtband "Mit brüderlicher Stimme", für den er den 1935 in Düsseldorf mit dem "Rheinischen Literaturpreis" ausgezeichnet worden war, schrieb er die Widmung: "Im Sinne des Führers: Der Gefolgschaft". Heinrich Lersch tritt dem "Deutschen Jungvolk" bei, einer Unterorganisation der Hitler-Jugend, in der seine beiden Söhne Stamm- und Fähnleinführer sind, und wird "Ehren-Jungzugführer".
Nachdem sich die finanziellen Verhältnisse gebessert haben, zieht die Familie in der zweiten Jahreshälfte 1933 in eine Vier-Zimmer-Wohnung in das Haus A. Clever (heute Hauptstraße 17) um; der Neubau ist damals das erste Haus, wenn man aus Richtung Sinzig nach Bodendorf kommt. Aber Lersch träumt weiter von einer eigenen Dichterklause. Im Mai 1934 wird dieser Traum Wirklichkeit. Sechs Wochen lang baut er an diesem Häuschen am Hohlbrünnchen oberhalb der erst viel später gebauten Schützenhalle, unterstützt wird er von einem Zimmermann und einem Maurer. Zum Schluss streicht Lersch sein einzimmeriges Häuschen bunt an und legte davor einen kleinen Blumengarten an. So entsteht "das schönste Gartenhäuschen, das je ein Dichter besessen hat", schreibt er damals in einem Brief, "nur das liebe Vieh kommt hierher", heißt es darin weiter, "Rehbock und Fasan, Hase und Häher" und "Rheintal und Westerwald liegen im blauen Dunst. Sinzig leuchtet von ferne."
Rasch lernt "Hein", wie er von seinen Freunden genannt wird, in Bodendorf Tanzen und Weintrinken, der Städter begeistert sich für die Kirmes, für Karneval und Schützenfest. Bei Hochzeiten, Ehejubiläen und Namenstagen trägt er Festgedichte vor. Mit einer Büttenrede "Der Nachtwächter von Bodendorf" verblüfft er sein Publikum mit Kenntnissen über Stärken und Schwächen der Dorfbewohner. Im Mai 1935 erhält er den Rheinischen Literaturpreis.
Zu dieser Zeit kommt Lersch aber kaum noch zum Arbeiten an Büchern oder Gedichten. In Bodendorf arbeitet er zwar an mehreren Romanen, die aber zum Teil nur im Entwurf und als Fragmente im Nachlass erhalten sind ? so 'Siegfried', eine expressionistische, schwer verständliche Erzählung aus dem Leben eines Arbeiters, so 'Die Kesselschmiede', ein Roman, an dem er über viele Jahre hinweg immer wieder arbeitet, der aber nie fertig wird, und an einem Hörspiel mit dem Titel 'Der Brückenbau', in dem Lersch ausdrücken will, wie unglaublich stolz die Arbeiter waren, als ihr Werk, die Brücke über den Rhein, endlich steht. Im Hörstudio des damaligen "Reichssenders Köln" (heute WDR) fertigte man zwar einige Sprech- und Geräuschproben an, aber das Hörspiel wurde nie fertig.
Anfang Juni 1936 fährt Heinrich Lersch mit dem Fahrrad von Bodendorf in Richtung Heppingen; dabei kommt ihm ein Auto auf der falschen Straßenseite entgegen. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, steuert Lersch in den Straßengraben. Dabei fällt er aber mit der Brust unglücklich auf den Lenker und verletzt sich schwer. Sein Körper, durch die lange und schwere Lungenkrankheit ausgezehrt, hat keine Widerstandskraft mehr: Als er in den Tagen darauf an einer Lungen- und Rippenfellentzündung erkrankt, wird er ins Remagener Krankenhaus eingeliefert. Dort stirbt er, 46 Jahre alt, am 18. Juni 1936 um 0.30 Uhr.
NS-Funktionäre bis hinauf zum Koblenzer Gauleiter Gustav Simon nehmen Lerschs Tod zum Anlass für eine Inszenierung: Der Dichter hatte einmal den Wunsch geäußert, nach seinem Tod in Gladbach beerdigt zu werden; bevor man den Leichnam dorthin überführt, wird er aber auf der Kemminghöhe nördlich der Remagener Rheinpromenade aufgebahrt. Aufmärsche, gedämpfte Musik, gesenkte Fahnen und große Reden gibt es dort. Danach wird der Leichnam nach Gladbach überführt. In der Kesselschmiede bahrt man den Verstorbenen auf; ehemalige Arbeitkameraden halten Totenwache. Auf dem Ehrenfeld des Mönchengladbacher Stadtfriedhofs wird Lersch schließlich beigesetzt. 120.000 Trauergäste wohnen der Beerdigung bei.
Aber es gibt NSDAP-Mitglieder, die sich weigern, an diesem Begräbnis teilzunehmen: Sie hätten den Dichter "einst hinter einer roten Fahne gesehen", behaupten sie. In der offiziellen Berichterstattung verschweigen die Nazis auch, dass Lersch mit den Sterbesakramenten beigesetzt wurde und dass sein Totenzettel "zur christlichen Erneuerung" aufruft. Und auf einer Aussstellung, die Lersch Jahre später, bei einem Dichtertreffen am 24. Und 25. Juni 1939 in Bad Neuenahr, gewidmet wird, lassen die Nazis ein Foto entfernen, das den verstorbenen Dichter mit einem Kruzifix in den gefalteten Händen zeigt.
Nach seinem Tod ließen die Nazis Lerschs Texte weiter drucken; denn seine Gedichte von der Arbeit und die heroischen Verse aus dem Ersten Weltkrieg passten in die nationalsozialistische Ideologie und in die Pläne der Nazis, die Lersch als einen der Ihren ansahen.
Lerschs einstiges Dichterdomizil in Bodendorf ist später von spielenden Jugendlichen und frierenden Bodendorfern demontiert worden. Dann schweigt man in Bad Bodendorf Jahrzehnte lang über den toten Dichter. Erst Anfang der 70er Jahre wird der Gedenkstein mit der Aufschrift "Hier arbeitete der Dichter Heinrich Lersch, gestorben 1936. Errichtet von der HJ 1939." freigelegt. Am 17. Juni 1939 war er in einer Feierstunde an der Stätte von Lerschs Wirken aufgestellt worden. Gleich nebenan wird die heute noch stehende Schutzhütte gebaut.
In Mönchengladbach, seiner Geburtsstadt, wird die Erinnerung an Lersch auch heute noch wach gehalten. Das Stadtarchiv verfügt über ein Heinrich-Lersch-Archiv, das Handschriften, Manuskripte und Typoskripte, Fotos, Zeitungsausschnitte sowie einen Abguss von Lerschs Totenmaske umfasst. In Veröffentlichungen wird des Sohnes der Stadt gedacht. An einem Steig des Mönchengladbacher Busbahnhofs, an dem große Bilder von bekannten Gladbachern aufgehängt wurden, ist auch Heinrich Lersch zu sehen. Und der hochbetagt in Mönchengladbach lebende Edgar Lersch, einer der beiden Söhne Heinrich Lerschs, wird noch heute häufig nach seinem Vater gefragt, wenn er seinen Nachnamen nennt. Kürzlich erst referierte Edgar Lersch auf Einladung der Volkshochschule Mönchengladbach, der Hochschule Niederrhein sowie der Literarischen Gesellschaft Krefeld über seinen Vater. In Lerschs Geburtsstadt wurden eine Straße und eine Hauptschule nach dem Literaten benannt. Aber auch andere deutsche Städte halten die in Erinnerung an ihn wach: Essen, die Kölner Stadtteile Junkersdorf und Merheim, Münster, Duisburg und Herne, ferner Bochum, Bottrop und Oberhausen, Unna, Herten, Moers und Kamp-Lintfort am Niederrhein widmeten Lersch ebenso Straßen und Wege wie das sauerländische Menden und Ibbenbüren am Zusammenfluss des Dormund-Ems- und des Mittellandkanals sowie die rheinland-pfälzische Industriestadt Ludwigshafen. In Speyer gibt es an prominenter Stelle, zwischen Dom und Innenstadt, einen Heinrich-Lersch-Brunnen. An die 50 Heinrich-Lersch-Straßen und ?wege dürfte es in Deutschland insgesamt geben.
Damit Lerschs Andenken auch in dem Ort gewahrt bleibt, in dem er seine letzten Lebensjahre verbrachte, wurde kürzlich ein Weg in dem neuen Baugebiet zwischen Bäderstraße, Josef-Hardt-Allee und Haus Elisabeth in Bad Bodendorf nach ihm benannt. Man hat sich nicht leicht getan mit dieser Widmung; denn Lerschs Person und Werk sind nicht unumstritten. Trotzdem will sich der Heimat- und Bürgerverein Bad Bodendorf demnächst der verwahrlosten Lersch-Gedenkstätte annehmen, die an einer kleinen Quelle oberhalb der Bad Bodendorfer Schützenhalle zwischen Wiesen, Feldern und Wald liegt. Sie war am 17. Juni 1939 von der Hitler-Jugend dort angelegt worden, wo sich Lersch einst einen lang gehegten Traum erfüllte, indem er sich eine Dichterklause baute.
Dass Alt- und Neu-Bodendorfer durchaus interessiert sind, etwas über "ihren" Dichter zu erfahren und sich mit seinem Werk auseinanderzusetzen, bewies ein Heinrich-Lersch-Abend, zu dem der Heimat- und Bürgerverein Bad Bodendorf e.V. 1994 in den ehemaligen Weinkeller der Gaststätte "Winzerverein" eingeladen hatte. An gleicher Stelle verbrachte Lersch Jahrzehnte zuvor so manchen gemütlichen Abend und trank dabei wohl auch den einen oder anderen Schoppen Wein aus Bodendorfer Lagen. Zu den Gästen dieses Abends zählten die beiden Söhne Heinrich Lerschs, Gerrit Lersch ("Manni") (geb. 1919) und Edgar Lersch (geb. 1921), der den Nachlass seines Vaters verwaltete und der eine Menge Dokumente mitgebracht hatte. Die beiden Söhne berichteten von den Capri-Reisen der Familie Lersch, die in ihren Kindertagen durch Literaturpreise und die Großzügigkeit der Verleger möglich geworden waren. Lesungen gab es an diesem Abend im Winzerverein, Ton- und Bilddokumente wurden gezeigt - unter anderem ein Fernsehbeitrag, den der WDR zum 100. Geburtstag des Dichters fünf Jahre zuvor gedreht hatte.
Das Stadtarchiv Mönchengladbach verfügt über ein Heinrich-Lersch-Archiv, das Handschriften, Manuskripte und Typoskripte, Fotos, Zeitungsausschnitte sowie einen Abguss der Totenmaske von Heinrich Lersch umfasst. Ein kleiner Teil des Nachlasses befindet sich im Archiv des Fritz Hüser-Instituts für deutsche und ausländische Arbeiterliteratur in Dortmund. Alle Erstausgaben sowie einige persönliche Gegenstände sind im Familienbesitz. Insbesondere Sohn Edgar Lersch hat einiges.
Max Barthel (Freund Heinrich Lerschs)
Gerhard Marcks (* 18. Februar 1889 in Berlin; ? 13. November 1981 in Burgbrohl) war Bildhauer und Grafiker. Sein bekanntestes Werk sind die Stadtmusikanten vor dem Bremer Rathaus. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Marcks zu Füßen der Burg Olbrück in Hain. In Lithographien und Ölkreidezeichnungen hielt Marcks dort die Eifellandschaft fest. Anlässich des 25. Todestags im Jahre 2006 wurde deshalb in Hain ein Platz nach Gerhard Marcks benannt. In eine Basalt-Stele wurde dort eine Reliefplatte mit einem Portrait des Künstlers eingefasst. Die Plakette ist eine Arbeit des Grafikers Paul Dümpelmann (1929?2007).
Der Musiker Tilo Medek (geb. 22. Januar 1940, gest. 3. Februar 2006) wohnte zuletzt auf der Rheinhöhe von Oberwinter.
Inhaltsverzeichnis |
Medek wurde 22. Januar 1940 in Jena geboren. Sein musikalisches Schlüsselerlebnis hatte er bei den legendären "12. Internationalen Ferienkursen für Neue Musik" 1957 in Darmstadt. Damals konnte keiner der Schüler von Luigi Nono, Karlheinz Stockhausen und anderen sich vorstellen, dass normale Dreiklänge (wie z.B. der Anfang von "Komm lieber Mai und mache") jemals wieder eine Rolle beim Verfertigen seriöser Kompositionen spielen würden. Seit 1962 lebt er davon, freiberuflich "Neue Musik" zu schreiben. 1977 wurde er, zeitgleich mit Wolf Biermann, aus der DDR ausgebürgert und lebte zunächst in Unkel. Ab 1985 lebte er mit seiner Frau und zwei Kindern auf der Oberwinterer Rheinhöhe.
Sein großes kompositorisches Werk weist alle Gattungen auf - von Oper, Symphonie und Oratorium über diverse Kammermusik und Solowerke für praktisch alle Instrumente bis hin zu kleinen Stücken für Klavier- und Gitarrenschüler. Medek hielt Universitäts-Vorträge über komponierende Schriftsteller (E.T.A. Hoffmann, Bertold Brecht, Boris Pasternak, und Friedrich Nietzsche) und schreibt gelegentlich Zeitschriften-Beiträge.
Tilo Medek: Der Maler Boris Birger. Von Moskau an den Rhein nach Rolandseck , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1999
Hildegard Ginzler: Der Komponist Tilo Medek , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1997
Blandine Merten (* 10. Juli 1883 in Düppenweiler als Maria Magdalena Merten; ? 18. Mai 1918 in Trier) war eine deutsche Ordensschwester (Ursuline). Papst Johannes Paul II. erhob Schwester Blandine Merten am 1. November 1987 in den Stand der Seligen.
Maria Magdalena Merten, so ihr Taufname, arbeitete zunächst als Volksschullehrerin. Im November 1908, im Alter von 25 Jahren, trat sie in die Congregation der Ursulinen vom Calvarienberg Ahrweiler e.V. ein, wo sie den Ordensnamen ?Blandina? erhielt. Nach ihrem Noviziat legte sie im Jahr 1910 im Mutterhaus der Kongregation in Ahrweiler die auf drei Jahre befristeten zeitlichen Gelübde ab, 1913 folgten die ewigen Gelübde. Von 1910 bis 1916 arbeitete Blandine Merten als Lehrerin und Erzieherin in Ursulinenschulen in Saarbrücken und Trier. Sie versah ihren Dienst unauffällig, aber vorbildhaft. Ihr Orden schreibt über sie: "Sie tat nichts Außergewöhnliches, aber das alltäglich Aufgegebene tat sie außergewöhnlich gut."
Sr. Blandine wurde bald schwer krank: Im Jahr 1916 wurde bei ihr eine Tuberkulose diagnostiziert. Im September 1916 musste sie ihre Arbeit aufgeben. Die letzten beiden Jahre ihres Lebens ertrug sie diese Krankheit in absolutem Gottvertrauen, bevor sie am 18. Mai 1918 im Kloster "St. Bantus" in Trier starb. Ihre letzte Ruhe fand sie auf dem Friedhof "St. Paulin" in Trier. In unmittelbarer Nähe zu ihrem Grab befindet sich das Blandine-Merten-Haus mit Gedenkkapelle.
Johannes Müller (* 24. Dezember 1864, + 18. Januar 1942 in Ahrweiler) war bis zu seinem Tode der erste hauptamtliche Kirchenmusiker und Küster der Katholischen Pfarrkirche "St. Laurentius" Ahrweiler.
http://www.alt-ahrweiler.de/7-40-01.htm
Bernhard Müller-Feyen (geb. ca. 1931 in Adenau, gest. im August 2004) erlangte mit seinen Zeichnungen und Skulpturen internationale Bekanntheit. Aber die großen Metropolen der Welt inspirierten ihn nicht, er lebte und arbeitete in der Eifel und in Adenau sowie der Region. Dort sind zahlreiche seiner Werke zu finden. So gibt es mehrere seiner "Archetypen" nahe der Hocheifelhalle Adenau zu sehen, und jeder Adenauer kennt wohl den graziös gebogenen "Schwimmer" aus Metall am Parkplatz des " Badenova".
Inhaltsverzeichnis |
Im Jahr 1988 übergab Bernhard Müller-Feyen sein Werk "Flächenklappungen" an die Nürburgring-GmbH. In den Folgejahren zierte die Plastik bis zu den Umbaumaßnahmen am Ring das ehemalige Pressezentrum. Im August 2006 stand das Werk des Adenauer Künstlers wieder im Mittelpunkt: An seinem neuen Bestimmungsort, der Außenwand des TÜV Rheinland-Towers, wurde die Plastik erneut übergeben.
Kunststiftung Bernhard Müller-Feyen
Dr. Karl Näkel (* 3. November 1919 in Dernau, ? November 1999) war Vorsitzender des Eifelvereins Dernau und er ist ?Vater? des Rotweinwanderwegs.
Karl Näkel wurde am 3. November 1919 in Dernau geboren; er starb am Montag, 22. November 1999, wenige Tage nach seinem 80. Geburtstag. Nach Krieg und Kriegsgefangenschaft beendete Näkel sein Medizin-Studium in Bonn und ließ sich 1950 als praktischer Arzt in Dernau und Altenahr nieder. 1998 gab er diese Tätigkeit auf und überließ die Praxis seinem Sohn Reinhard. Nach mehreren Anläufen rief er im November 1964 die im Krieg zum Erliegen gekommene Ortsgruppe Dernau des Eifelvereins wieder ins Leben. Als Vorsitzender betrieb er den Wiederaufbau des Krausbergturmes und nach dessen Einweihung im April 1967 den Ausbau der Krausberghütte und ihrer Bewirtschaftung.
Unter Karl Näkels Mitwirkung wurden Wanderwege und Wandereinrichtungen gebaut, das Wegenetz gekennzeichnet und die Straße zum Krausberg ausgebaut. Den größten Verdienst um das Ahrtal erwarb sich Näkel jedoch - gemeinsam mit dem damaligen Landrat Heinz Korbach - mit der Einrichtung des Rotwein-Wanderwegs. Bis 1987 führte Näkel den Eifelverein Dernau. Für diesen Einsatz dankte ihm der Verein mit der Verleihung des Ehrenvorsitzes. Und zum 25-jährigen Bestehen des Rotweinwanderweges wurde Näkel mit der goldenen Ehrennadel des Eifelvereins ausgezeichnet.
Karl Näkel/ Heinz Korbach: '25 Jahre Rotweinwanderweg - Mit Hemden und Handtüchern ins Linienfeststellungsverfahren', in: 'Heimatjahrbuch für den Kreis Ahrweiler 1997'
Ferdinand Jakob Nebel (* 22. März 1782 in Koblenz; ? 20. April 1860 ebenda) war ein in der südlichen Rheinprovinz tätiger Architekt. Sein Vater Johann Nikolaus Nebel (1752?1829) war von 1804 bis 1808 Maire von Koblenz.
Inhaltsverzeichnis |
Nach seiner Ausbildung bis 1811 in Berlin und Paris war er beim Festungsbau in Mainz und Koblenz beschäftigt. 1823 wurde er Landbauinspektor für sechs Landkreise des Regierungsbezirkes Koblenz und betreute alle Bauvorhaben, bei denen der Preußische Staat Bauherr war. Bei seiner Tätigkeit stand er in ständiger Konkurrenz zu seinem Architektenkollegen Johann Claudius von Lassaulx. Er war der Vater des Koblenzer Architekten und Stadtbaumeisters Hermann Nebel (1816?1893).
Auf Ferdinand Nebel geht das Verfahren zur Herstellung von Leichtbausteinen aus Bims zurück, indem dem gemahlenen Bims zugesetzt wurde. Diese so genannten Schwemmsteine sind relativ leicht, schnell zu verarbeiten und besitzen gute wärmeisolierende Eigenschaften. Die Entdeckung Nebels im Jahr 1845 war die Grundlage für die bedeutende Baustoffindustrie im Neuwieder Becken. Nach dem Zweiten Weltkrieg betrug der Anteil der Schwemmsteine zeitweise 40 Prozent der gesamten deutschen Bausteinproduktion.
Hermann Nebel (* 1816 in Koblenz; † 1893 in Koblenz) war ein am Mittelrhein tätiger Architekt und ab 1848 Stadtbaumeister in Koblenz. Er war der Sohn des Regierungsbauinspektors und Architekten Ferdinand Nebel.
rund 20 Sakralbauten, darunter:
Julia Benthien: Der Koblenzer Stadtbaumeister Hermann Nebel (1816-1893). Leben und Werk, Diss. Köln 2005
Paul Bretschneider (gest. 27. September 1949) ...
Hubertus Seidel: In memoriam Pfarrer Paul Bretschneider , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1968
Pater Anton Paulsen ist der einzige Ehrenbürger der Ortsgemeinde Brohl-Lützing. Zur Feier mit anschließender Einsegnung des Gedenksteins für den Pater hatten die Ortsgemeinde Brohl-Lützing und die Katholische Pfarrgemeinde "St. Lambertus" Niederlützingen für Samstag, 1. März 2008, eingeladen. Um 16 Uhr begann in der Pfarrkirche ein Gottesdienst. Anschließend segnete Pastor Bernd Wingendorf unter großer Beteiligung der Dorfbevölkerung den Gedenkstein auf dem alten Friedhof ein. Die von Rolf Bell-Schäfgen angefertigte Basaltsäule trägt die Inschrift "Im Kreuz ist unser Heil - in Memoriam Pater Anton Paulsen". Der Steinmetz wählte ein gleichseitiges Dreieck als Basis - Sinnbild der Heiligen Dreifaltigkeit.
Anton Paulsen wurde im Jahr 1903 in Niederlützingen geboren. Als junger Mann besuchte er im ersten Weltkrieg 1915 die Missionsschule der "Oblaten von der Makellosen Jungfrau Maria" im niederländischen Falkenburg. Später arbeitete Pater Paulsen ein halbes Jahrhundert lang als Missionar in Südafrika.
Paulsens besonderes Sprachtalent hatte sich bereits während seiner Schulzeit abgezeichnet. Seine große Begabung zum Erlernen von Fremdsprachen ermöglichte seine erfolgreiche Missionsarbeit. Nach Abitur und Priesterausbildung wurde Anton Paulsen im August 1927 zum Priester geweiht. Bereits ein Jahr später machte er sich auf nach Südafrika. Seine erste Station war Soweto. Dort verbrachte er den größten Teil seines Lebens, und dort starb er im Jahr 1987. Im Rahmen seiner karitativen Tätigkeit, bei der er häufig unter freiem Himmel predigte, erbaute er ein Dutzend Kirchen, mehrere Schulen und weitere Einrichtungen, um Glauben und Wissen verbreiten zu können. Und er arbeitete als Seelsorger für deutschsprachige Einwanderer.
Der Kontakt zu seinem Heimatort Niederlützingen riss jedoch niemals ab. Anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums im Jahr 1977 wurde er zum ersten Ehrenbürger der Ortsgemeinde Brohl-Lützing ernannt.
Michael R. Schäfer: Pater Anton Bernhard Paulsen OMI. Gedenkstein für den verstorbenen Ehrenbürger von Brohl-Lützing, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2009, S. 202
Domkapitular Geistlicher Rat Dechant Dr. Johannes Peters (* 25. August 1878 auf dem Emminger Hof bei Ochtendung) feierte am 8. April 1965 in Remagen sein 60. Priesterjubiläum. Am 8. April 1905 war er im Hohen Dom zu Trier von Bischof Michael Felix Korum zum Priester geweiht worden.
André Francois Poncet (1887-1978) ...
Der Zeichner und Lithograph Jean Nicolas Ponsart (geb. 23. April 1788 in Malmédy, gest. 4. März 1870 in Malmédy) ...
Jean Nicolas Ponsart: Das Ahrtal. Rheinpreußen. Nach der Natur gezeichnet und lithographiert von N. Ponsart, Malmedy, neu herausgegeben von Helmut Poppelreuter und Manfred van Rey, Bad Neuenahr-Ahrweiler 1982
Eduard Profittlich (* 11. September 1890, ? 22. Februar 1942 in Kirow im Stadtgefängnis Nr. 1) war der wohl bekannteste Einwohner von Birresdorf. Er war ein deutscher Jesuit, Glaubenszeuge, Märtyrer, Apostolischer Administrator für Estland und Titularerzbischof. In seinem Geburtsort Birresdorf wurde eine Straße nach ihm benannt.
Als achtes von insgesamt zehn Kindern brachte seine Mutter Dorothea ihren Sohn Eduard am 9. September 1890 in Birresdorf zur Welt. Bereits in der Volksschule in Leimersdorf bestacht der Junge durch sein Wissen. Der begabte Sohn von Markus Profittlich, da waren sich sein Lehrer Watzig und der damalige Pastor Buhr einig, hatte nach seiner achtjährigen Schulzeit in Leimersdorf zu studieren.
Im Jahr 1905 bestand Eduard die Aufnahmeprüfung im Progymnasium Ahrweiler für die Quarta, 1912 legte er in Linz seine Reifeprüfung ab. Für den jungen Birresdorfer stand bereits früh fest, dass er wie sein Bruder Peter Priester wird. In den Wochen nach Ostern 1912 zog es ihn ins Priesterseminar nach Trier. Bereits während der ersten Semester wurde sein Wunsch immer stärker, es seinem Bruder gleich zu tun: Er wollte in den Jesuitenorden eintreten.
Am 11. April 1913 wurde der junge Theologiestudent Novize der Jesuiten im holländischen Heerenberg. Nach Tonsur und Weihen durch Bischof Doering veränderte der Weltkrieg sein Leben. Nach der Grundausbildung beim Militär wurde Eduard Profittlich als Militärkrankenwärter ins Kriegslazarett nach Verziers versetzt. Dort arbeitete er als Operationsgehilfe.
Nach dem Ersten Weltkrieg absolvierte er seine Studien in Valkenburg, empfing Ende März 1922 die Diakonweihe, um einige Monate später zum Priester geweiht zu werden. Der Weg Eduard Profittlichs führte anschließend mit einer Gruppe junger Jesuiten nach Polen. Später arbeitete er in Hamburg in der Seelsorge für polnische Staatsbürger.
Von dort aus berief man ihn 1930 zum Pfarrer der Peter- und Paulskirche zu Tallinn in Estland. 1936 wurde Eduard Profittlich zum Erzbischof ernannt. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges und dem Überfall auf Russland wird der aus Birresdorf gebürtige Erzbischof unter der Anschuldigung verhaftet, Spionage für Deutschland gegen die Sowjetunion betrieben zu haben. Es folgten Monate quälender Verhöre. Am Verbannungsort Kirow wird er schließlich vor Gericht gestellt und am 21. November 1941 zum Tod durch Erschießen verurteilt. Später beteuerten die Verantwortlichen, der Erzbischof sei noch vor seiner Hinrichtung verstorben.
Ottmar Prothmann: Eduard Profittlich, ein Bekennerbischof aus Birresdorf , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1992
Rektor Jakob Rausch (geb. 27. Januar 1889, gest. 19. Februar 1986) wurde mit dem päpstlichen Orden ?Pro ecclesia et Pontifice" ausgezeichnet. Er wurde zum Ehrenbürger von Ahrweiler ernannt. Und im Jahr 1959 ist er von Landrat Werner Urbanus mit dem Bundesverdienstorden I. Klasse ausgezeichnet worden. Außerdem gibt es in Ahrweiler eine Straße, die nach Rausch benannt wurde.
Rausch war vom 1. Januar 1932 bis 15. April 1954 Rektor der Aloisius-Grundschule Ahrweiler.
Hanna Reitsch (* 29. März 1912 in Hirschberg im Riesengebirge, Schlesien; ? 24. August 1979 in Frankfurt am Main) war eine der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Fliegerinnen des 20. Jahrhunderts. Reitsch flog mehr als 40 Rekorde in allen Klassen und Flugzeugtypen. Sie lebte zeitweise bei ihrer Freundin Käthe Reindorf in der ehemaligen Molkerei Wehr.
Annemarie Renger (* 7. Oktober 1919 in Leipzig) geboren, lebte ab 1965 in Oberwinter. Am 3. März 2008 erlag die ehemalige Bundestagspräsidentin dort einer langen und schweren Krankheit.
Annemarie Renger war an der Wiedergründung der SPD nach 1945 beteiligt und bald zählte sie zu den bekanntesten Politikerinnen ihrer Partei. Renger wurde am 7. Oktober 1919 in Leipzig als Tochter eines SPD-Politikers geboren. Sie war Privatsekretärin des ersten Nachkriegs-SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher bis zu dessen Tod 1952. Daneben leitete sie das Büro des Parteivorstands in Berlin.
Als erste Frau und Sozialdemokratin war sie in den Jahren von 1972 bis 1976 Bundestagspräsidentin, später Vize-Präsidentin. 1979 ließ sie sich von ihrer Partei in aussichtsloser Position als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten aufstellen, wurde aber nicht gewählt.
Der Heimat- und Eifeldichter Heinrich Ruland (* 1882 in Andernach, + 1943 in Bonn) arbeitete u.a. zehn Jahre als Postbeamter in Bad Neuenahr.
Eine Schule ehrt Heinrich Ruland , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1965
Kirchenrat Dr. Carl Sachsse (* 8. November 1889, gest. 18. Oktober 1967) war 40 Jahre lang - von Anfang 1920 bis Ende 1959 - Pfarrer in Oberwinter, seiner ersten und einzigen Pfarrstelle, bevor er am 8. November 1959, seinem 70. Geburtstag, verabschiedet wurde. Von 1941 bis 1959 war er Superintendenturverwalter bzw. Superintendent. Nach 1945 wurde er Bevollmächtigter der Evangelischen Kirche im Rheinland für die französische Besatzungszone. In Oberwinter wurde eine Straße nach dem Pfarrer benannt.
Achim Sartorio (verstorben im August 2007 im Alter von 78 Jahren) aus Oberbreisig ...
Ab ca. 1969 war Sartorio FWG-Mitglied. Seit der Reform der Schiedsmannordnung im Jahr 1978 war Sartorio über Jahrzehnte ununterbrochen Schiedsmann oder Stellvertreteneder Schiedsmann der Verbandsgemeinde Bad Breisig. Sartorio kandidierte im Jahr 1986 gegen Hubert Busch für das Amt des ehrenamtlichen Stadtbürgermeisters von Bad Breisig - und unterlag. Er war Vorsitzender und Sprecher der FWG-Fraktion des Stadtrats Bad Breisig, bis er 1999 von Walter Erben abgelöst wurde. Für die Legislaturperiode 1999-2004 war er erneut in den Stadrat gewählt worden, nahm sein Mandat aus gesundheitlichen Gründen aber nicht an und verzichtete zugunsten der Oberbreisigerin Irene Seger, der Tochter des letzten Oberbreisiger Ortsbürgermeisters und FWG-Mitbegründers Jakob Wallenfang. Sartorio blieb aber Zweiter Vorsitzender der Freien Wählergruppe der Verbandsgemeinde Bad Breisig. Sieben Jahre lang, bis März 2002, war er Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungs-Vereins Oberbreisig 1958 e.V. (VVVO).
Der Widerstandskämpfer Karl Schapper (* 27. August 1879 in Groß-Möringen/Kreis Stendal, + 1. Februar 1941), der in Berlin hingerichtet wurde, lebte bis zu seiner Verhaftung von 1925 bis 1939 in Niederbreisig.
Frank Gausmann: "Das Vorbild eines echten Widerständlers im Dritten Reich" - Der Widerstandskämpfer Karl Schapper lebte von 1925 bis zu seiner Verhaftung 1939 in Niederbreisig , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2006
Wikipedia: Karl Schapper (Widerstandskämpfer)
Anton Schick (verstorben 2006 im Alter von 85 Jahren) war viele Jahre lang Bürgermeister von Königsfeld. Die Kommunalpolitik des Vinxtbachtal-Ortes war über Jahrzehnte untrennbar mit seinem Namen verbunden. Liebevoll wurde er von allen "Schicke Tünn" genannt.
43 Jahre lang führte Schick ehrenamtlich die Geschicke seiner Heimatgemeinde: als Mitglied des Gemeinderates, als ehrenamtlicher Beigeordneter von 1960 bis 1964 und von 1974 bis 1994 als Ortsbürgermeister. Darüber hinaus gehörte er 13 Jahre lang dem Verbandsgemeinderat Brohltal sowie verschiedenen Ausschüssen an, war stellvertretendes Kreisausschussmitglied, Schöffe beim Amtsgericht Sinzig und Beisitzer in Angelegenheiten der Kriegsdienstverweigerung.
In jungen Jahren machte sich Schick als freier Journalist und bis ins hohe Alter hinein als Heimatforscher einen Namen. Seine Beiträge über die Kriegszeit in Königsfeld prägten die Ortsgeschichte.
Für sein vielfältiges Engagement erhielt Anton Schick unter anderem die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz, die Freiherr-vom-Stein-Plakette, den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und den Wappenteller der Verbandsgemeinde Brohltal.
Der Oberwinterer Karl Schmitz (geb. 16. Juli 1921, gest. 20. Januar 2005) hat die sozialdemokratische Partei nach dem Krieg in Oberwinter und im Kreis Ahrweiler mit aufgebaut und über Jahrzehnte wesentlich geprägt.
Inhaltsverzeichnis |
Karl Schmitz, am 16. Juli 1921 geboren, wurde 1948 in den Kreistag Ahrweiler gewählt, dem er dann fast ein halbes Jahrhundert lang angehörte. 1952 übernahm er zudem ein Mandat im Oberwinterer Gemeinderat und den Vorsitz in der SPD-Fraktion. In der darauf folgenden Legislaturperiode 1956-1960 war er 1. Beigeordneter von Oberwinter. Von 1964 bis zu kommunalen Gebietsreform ist er 2. Beigeordneter des Hafenorts gewesen, anschließend war er 2. Beigeordneter der Stadt Remagen. 1979 übernahm er bis 1984 das Amt des 1. Beigeordneten der Römerstadt. Anschließend war Schmitz bis zur Kommunalwahl des Jahres 1999 Mitglied im Stadtrat Remagen. 1989 war er auch zum dritten Beigeordneten des Kreises Ahrweiler gewählt worden.
Daneben engagierte sich Karl Schmitz Jahrzehnte lang in der Parteiarbeit. 28 Jahre lang war er Vorsitzender der Oberwinterer SPD, von 1951 bis 1963 Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Ahrweiler. Zudem gründete der Jubilar den Juso-Kreisverband Ahrweiler.
Auch als Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft der Arbeitnehmer in der SPD im Bezirk Rheinland-Hessen-Nassau engagierte er sich. Darüber hinaus zählte Schmitz zu den Neugründern des AWO-Ortsvereins Oberwinter, dessen Vorsitzender er von 1980 bis Ende der 90er Jahre war. Als Kuratoriumsmitglied war er zudem bei der Stiftung Bahnhof Rolandseck aktiv.
Bei seinem Arbeitgeber, den Mehlemer Ringsdorff-Werken, war der gelernte Dreher viele Jahre lang stellvertretender Betriebs- und Gesamtbetriebsratsvorsitzender. Mehr als 36 Jahre lang ist der Verstorbene ehrenamtlicher Funktionär der IG Metall und etliche Jahre ehrenamtlicher Richter gewesen. 1993 wurde er zum Presbyter der Evangelische Kirchengemeinde Oberwinter gewählt.
Für seine Verdienste um das Gemeinwesen wurde Karl Schmitz 1974 mit dem Bundesverdienstkreuz, 1981 mit dem Wappenteller des Kreises Ahrweiler und 1998 mit der Freiherr-vom-Stein-Plakette ausgezeichnet.
Wolfgang Pechtold: "Es waren bewegte Zeiten". Karl Schmitz aus Oberwinter: Mann der ersten Stunde im demokratischen Aufbruch vor 50 Jahren , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1998
Als Mitinhaber der Firma Both und aufgrund seiner erfolgreichen kommunalpolitischen Tätigkeit wurde Dr. Leo Schmitz-Both (* 20. Juli 1892 Braunsfeld bei Geilenkirchen; + 10. September 1977 Ahrweiler) an seinem 70. Geburtstag im Jahre 1962 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Both war Stadtratsmitglied, Erster Beigeordneter, Mitglied des Kreistags und Kreisdeputierter. Im Jahr 1955 ist er mit dem Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik und 1967 mit dem Großen Verdienstkreuz ausgezeichnet worden.
Inge Schneider starb im März 2008 im Alter von 65 Jahren. Von der Gründung der Katholischen Familienbildungsstätte Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. im Jahr 1970 an bis zum Juli 2005 war sie Leiterin dieser Einrichtung. "Sie hat diese Institution maßgeblich aufgebaut, geprägt und auf pädagogischer Ebene vorangetrieben", hieß es im Nachruf auf Inge Schneider am Samstag, 29. März, in der Rhein-Zeitung . Inge Schneider war auch politisch aktiv - auf Landes- und Bistumsebene. Bis 2005 ist sie Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Familienbildungsstätten im Bistum Trier sowie Mitglied im Vorstand der Diözesanarbeitsgemeinschaft Katholische Erwachsenenbildung gewesen.
Im Jahr 1961 eröffnete Willy Schuh in Bad Breisig mit dem Geyer-Sprudel Bad Breisig das erste deutsche Thermal-Hallenbad, 1968 baute er ein zweites und 1969 das erste Thermal-Wellenbad in Europa - die heutigen Römer-Thermen.
Richard Spessart (geb. 1887 in Euskirchen, gest. 1. Februar 1956)
Inhaltsverzeichnis |
1914 Staatsexamen, Weltkrieg, Rückkehr 1920, 1923?50 Studienrat in Wuppertal-Elberfeld, verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Sinzig
Richard Spessart: "Wasser"-Orte an der Ahr , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1954
W. Knippler: Dr. Richard Spessart - Einem Freunde unserer Heimat zum Gedächtnis , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1958
Der Dechant a.D. Jakob Spurzem (* 24. November 1843 PLaidt; + 1912 Koblenz) wurde bei seinem 60-jährigen Priesterjubiläum am 10. August 1927 vom Stadtrat zum Ehrenbürger der Stadt Ahrweiler ernannt. Von 1898 bis 1912 war Spurzem katholischer Pfarrer in Ahrweiler. Während seiner Amtszeit wurde die Katholische Pfarrkirche "St. Laurentius" Ahrweiler saniert und das St. Maria-Josef-Hospital erweitert.
Leo Stausberg (* 21. Januar 1901 in Brohl, gest. 26. Februar 1968 in Bad Godesberg) war Lehrer in Brohl. Die Brohler Grundschule trägt heute seinen Namen. Stausberg war mehr als 40 Jahre lang Lehrer und Rektor in Köln, Ringen und Brohl sowie Kommunalpolitiker und Bürgermeister in Brohl. Stausberg war Mitglied und Förderer etlicher Vereine. Er verfasste eine Geschichte des Breisiger Ländchens, zu dessen sieben Dörfern auch sein Brohl gehörte. Ab 1953 war er Mitarbeiter des Heimatjahrbuchs für den Kreis Ahrweiler; 16 Jahrbücher enthalten 30 Beiträge von ihm.
Jakob Rausch: In Memoriam Rektor i. R. Leo Stausberg , in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1969
Gerhard Steffens aus Bad Breisig (geb. 2. Oktober 1927, verst. 3. Februar 1998) gehörte von 1980 bis 1996 dem Landtag Rheinland-Pfalz als Abgeordneter der CDU an. Dort war er Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und Verkehr, im Innenausschuss sowie im Petitionsausschuss.
Inhaltsverzeichnis |
Förster
verheiratet mit Waltrud Steffens
Joachim Weiler: 'Gerhard Steffens (1927 - 1998) zum Gedenken: Förster - Politiker - Menschenfreund' in: Kreisverwaltung Ahrweiler (Hrsg.): 'Heimatjahrbuch für den Kreis Ahrweiler 2000'
Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (* 27. Oktober 1757 in Schloss Nassau (Lahn); ? 29. Juni 1831 in Cappenberg/Westfalen) ...
Inhaltsverzeichnis |
Freiherr-vom-Stein-Brücke Bad Bodendorf
Wikipedia: Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein
Franz Steinborn (* 14. April 1900 in Bad Neuenahr, + 18. Juni 1961 in Sinzig) war Volksschullehrer in Sinzig und 1941 Gründungsmitglied der Are-Künstlergilde. Er fertigte zahlreiche Landschafts- und Blumenbilder sowie Porträts, Aquarelle und Graphiken an. Er malte zahlreiche Landschaftsbilder aus dem Kreis Ahrweiler, Ansichten und Stimmungen von Rhein und Ahr, aus Vulkaneifel, Grafschaft und Brohltal.
Werner Urbanus (geboren 1899 in Niederzerf/ Landkreis Saarburg, verstorben am 19. September 1982) war von 1951 bis 1965 Landrat des Kreises Ahrweiler.
Prof. Matthias Wagner (verstorben 1960) war ab 1904 Lehrer am Gymnasium Ahrweiler.
Wagner studierte Naturwissenschaften und Mathematik. Als Archäologe, Heimat- und Sprachforscher ging er den Spuren der Römer nach. Er schrieb Studien über die römische Besiedlung des Ahrtal und untersuchte die Ahrwinzersprache auf ihre römischen Wurzeln. Zu seinen naturkundlichen Verdiensten gehört die Gründung des Vogelschutzgebiets Bengener Heide. Mit seinen Schülern schuf er dort eine Oase für Pflanzen und Vögel. Jahrzehnte leitete er den Eifelverein Bad Neuenahr e.V., dessen Ehrenvorsitzender er anschließend war.
Gedenkblatt für Prof. Matthias Wagner, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1961
Dr. Walther Ottendorff-Simrock (1902-1985) war Bürgermeister von Bad Neuenahr, später stellvertretender Kurdirektor von Bad Neuenahr.
Hans Warnecke (* 28. September 1930, gest. 18. Januar 2007) ...
Am 28. September 1930 wurde Hans Warnecke als jüngstes von drei Kindern in Wuppertal geboren. 1945, im Alter von 14 Jahren, verlor er seine Mutter, zu der er eine innige Bindung hatte. Seine Erinnerungen an sie und die Kindheit in Kriegszeiten verarbeitete er in mehreren Büchern - unter anderem 50 Jahre später in dem Buch "Hänschen, geh' plündern". Von 1952 bis 1957 studierte er evangelische Theologie, von 1960 bis 1969 erster Pfarrer in den neu gegründeten Kirchengemeinden Urmitz-Mülheim und Weißenthurm, 1969 wird er in Bad Neuenahr zum Pfarrer gewählt, er bleibt es bis zu seiner Pensionierung 1992. Das Amt des Synodalassessors bekleidete er von 1967 bis 1972. Nach seiner Wahl zum Superintendenten im Jahre 1972 leitete er 16 Jahren den Evangelischen Kirchenkreis Koblenz. Von 1989 bis zu seiner Pensionierung war er nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Mit seinem Ruhestand zog er sich nicht ins Privte zurück. Er übernahm grundlegende Aufgaben in den Vereinsvorständen des Synagogenvereins, des Jugendhilfevereins, des Hospizvereins wie des Orgelbauvereins.
In seiner Amtszeit als Pfarrer der Kirchengemeinde Bad Neuenahr hat er den Ausbau der Gemeinde von zwei auf fünf Pfarrstellen miterlebt
Warnecke lebte mit Ehefrau Sigrid in Gimmigen. Das Paar hat drei Töchter (Heike, Anje und Uli) und zehn Enkel. Heimatgeschichte und jüdische Geschichte gehörte die eine Leidenschaft des Buchautors. Die andere gilt Senioren-Krimis: 1997 erschien "Grundmanns Sprung", 1999 "Inseltod", 2000 "Christbaumkugel" (vergriffen), alle im Pandion Verlag, Simmern. Danach arbeitete Warnecke an Kirchen-Kurz-Krimis, zuletzt fertiggestellt hat er das Kinderbuch "Der Zoo im Garten". Obwohl Warnecke durch seine Krankheit sehr geschwächt war - er litt jahrelang an einer fortschreitenden Nervenlähmung (ALS) -, hatte er nichts von seiner lebensbejahenden Einstellung verloren. "Der Weg mit der Krankheit ist auch ein Weg Gottes", war seine Auffassung.
Warnecke war Gründungsvorsitzender des im April 2001 gegründeten Orgelbauvereins Martin-Luther-Kirche Bad Neuenahr sowie Gründer des Bürgervereins Synagoge e.V. Bad Neuenahr-Ahrweiler
Im Jahr 2004 wurde Warnecke für sein Eintreten um den Erhalt der Synagoge in Ahrweiler mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Der 1997 verstorbene Johannes Wasmuth, Kunstsammler und jahrzehntelang spiritus rector des Kulturzentrums Bahnhof Rolandseck, war ein großer Verehrer von Guillaume Apollinaire - wegen dessen Bedeutung für den Dadaismus und das lyrische und bildnerische Werk Hans Arps. Wasmuth hat unermüdlich Manuskripte und Zeichnungen Apollinaires gesammelt. Bei der Versteigerung der Einrichtung des Appartements Apollinaires im Haus Boulevard Saint Germain 202 in Paris erwarb er einen großen Teil des Mobiliars.
Bernhard Vogel (CDU), von 1976 bis 1988 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und zuvor Kultusminister, beschrieb am Freitag, 31. Mai 2008 vor dem Arp-Untersuchungsausschuss "die schillernde Figur des Kunstsammlers Johannes Wasmuth", wie das Wiesbadener Tagblatt am Tag darauf berichtete. Wasmuth sei ein Mann mit "genialen Zügen" und "visionären Ideen" gewesen. Vertrauensseligkeit sei ihm gegenüber nicht angebracht gewesen, "aber wir mussten ihn ernst nehmen", habe Vogel gesagt. Wasmuth habe wenig Gespür für politische Mehrheiten gehabt und er "hatte nicht die Eigenschaften eines Oberamtsrats vom Rechnungshof".
Das Wiesbadener Tagblatt scheibt weiter:
Anna Krems, Geschäftsführerin des von Wasmuth in Rolandseck gegründeten Vereins "Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp", verwaltet den Nachlass von Johannes Wasmuth.
Wem gehört das Werk von Hans Arp? Der deutsch-französisch-schweizerische Erbschaftskrimi um den europäischen Bildhauer (in: 'DIE ZEIT' 31/2001)
Erwin Wickert (* 7. Januar 1915 in Bralitz, Brandenburg; ? 26. März 2008 in Oberwinter) schrieb historische Romane und kenntnisreiche Sachbücher; außerdem war er Botschafter in Rumänien und in China. Sein letztes Buch mit dem Titel "Das muss ich Ihnen schreiben. Beim Blättern in unvergessenen Briefen" umfasst 348 Briefe, die er zwischen 1937 und 2001 mit Schriftstellern, Philosophen und Politikern wechselte. Erwin Wickert war Vater des früheren Tagesthemen-Moderators Ulrich Wickert.
Fritz von Wille (* 21. April 1860 in Weimar, ? 16. Februar 1941 in Düsseldorf), ein Schüler der Düsseldorfer Malerschule, ging als Eifelmaler in die Kunstgeschichte ein.
Inhaltsverzeichnis |
Fritz von Wille wohnte ab 1911 auf der Burg Kerpen bei Daun.
Marita Cwik-Rosenbach: "Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts wurde er zum unübertroffenen malerischen Chronisten dieser Landschaft, dem es gelungen war, mit seiner wirklichkeitsnah gehaltenen Landschaftsschilderung die arme, zumeist karge Eifel zu verklären und vielen erst durch seine Malkunst die Schönheit und Ursprünglichkeit dieses Landstrichs nahezubringen. Oft spiegeln seine Bilderauch spätromantische Sehnsucht." [1]
Marita Cwik-Rosenbach: Fritz von Wille und die Ahr - Bilder einer Ausstellung , in: Heimatjahrbuch für den Kreis Ahrweiler 1992
August Wingen (geb. 1922, verst. März 2008) war Mitinitiator und Gründungsvorstandsmitglied des Heimat- und Bürgervereins Bad Bodendorf e.V. sowie "Vater" des Heimatarchivs Bad Bodendorf.
August Wingen machte sich um Kultur und Heimatgeschichte Bad Bodendorfs in besonderer Weise verdient. Schon kurz nach der Gründung des Heimat- und Bürgervereins begann er damit, das Heimatarchiv aufzubauen, indem er die umfangreiche Bildersammlung des Fotodrogisten Jupp Schuld ordnete und eine vereinseigene Sammlung anlegte.
Dank Wingens Engagements wurde im Jahr 1990 im ehemaligen Ladenlokal Schuld in der Hauptstraße 56 das Heimatarchiv eröffnet. Vier Jahre lang, bis 1994, war Wingen HBV-Archivar. 1994 gab er das Amt aus persönlichen Gründen ab ? dennoch stand er dem Verein weiter mit Rat und Tat zur Seite und stellte immer wieder Bild- und Dokumentationsmaterial aus seiner eigenen Sammlung zur Verfügung.
2007 vermachte Wingen dem Archiv eine einzigartige Sammlung aus zwölf prall gefüllten Ordnern mit Fotos und Zeitungsausschnitten der vorausgegangenen 35 Jahre zu Themen rund um Bad Bodendorf. Nicht nur die gute Weiterentwicklung des Archivs und die neu geschaffenen Lagermöglichkeiten hätten ihn dazu veranlasst, ?es war auch die Gewissheit, sein Werk damit der Nachwelt unseres Dorfes zu erhalten?, schrieb Bernhard Knorr, Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins (HBV), im Herbst 2007 in der Dorfschelle. Wingens Dokumentation bedeute "eine große Bereicherung für das Heimatarchiv." Und nur Insider könnten erahnen, ?wie viel Arbeit, aber auch Heimatliebe? in den sorgfältig beschrifteten Ordnern steckt.?
Im Jahr 1953 hatte der aus Rheinbach stammende August Wingen die Bodendorferin Margret Unkelbach geheiratet. 1966 bezog der Finanzbeamte mit seiner Familie sein neu erbautes Haus in Bodendorf. Wenig später ?fing er an, Schönes und Sehenswertes unseres Dorfes und seiner Umgebung photographisch festzuhalten und zu dokumentieren? sowie ?geschichtsträchtige Dokumente und Pressemeldungen zu sammeln?, wie es in der Herbst-Dorfschelle weiter heißt.
Philipp Wirtgen (* 4. September 1806 in Neuwied, + 7. September 1870), zeitweise Lehrer in Remagen, war ein Pionier der botanischen Erforschung der Rheinlande und des Ahrtals. Wissenschaftlich bemerkenswert sind nicht nur über 100 wissenschaftliche Publikationen, sondern vor allem sein Beitrag zum Rheinischen Herbar, das heute vom Naturhistorischen Verein der Rheinlande und Westfalens (NHV) verwaltet wird. Wirtgen war Vorstandsmitglied dieses Vereins wie auch die beiden Entdecker des Neanderthalers Carl Fuhlrott und der Koblenzer Professor Hermann Schaafhausen (1816-1893).
Inhaltsverzeichnis |
"Man macht sich keiner Übertreibung schuldig, wenn man Philipp Wirtgen als den größten Floristen und Pflanzengeographen der Rheinlande preist", urteilte Prof. Dr. Maximilian Steiner von der Universität Bonn. Diese hatte Wirtgen einst zum Ehrendoktor ernannt und die angesehene Wissenschaftsakademie "Leopoldina" in Halle ihn sogar zum Mitglied berufen. In Koblenz, Neuwied und Köln sind Straßen nach ihm benannt, in Diekirch (Luxembourg) ein Platz. Der damalige Regierungspräsident pflanzte 1952 an der "Schwedenschanze" bei Koblenz die "Wirtgen-Eiche". In Pflanzenbezeichnungen wie Rumex wirtgeni oder Agrimonia wirtgeni lebt er fort. Botaniker und Heimatforscher zitieren ihn noch immer.
Seine Exkursionsziele erstreckten sich zwischen Ardennen und Lahngebiet, Pfalz und Niederrhein. Schon seine erste "Systematische Übersicht über die phanerogamischen Pflanzen des Rheintales" (1833) deckt den Raum zwischen Bingen und Bonn ab.
Am 4. September 1806 als Sohn eines Klempners in Neuwied geboren, beschäftigte er sich von jung an nicht gerade zur Freude seiner Eltern mit Naturkunde. Ein Gönner holte den Vierzehnjährigen aus der väterlichen Werkstatt und besorgte ihm einen Platz an der Präparandenanstalt zu Neuwied, wo er 1824 die Lehramtsprüfung ablegte.
Er unterrichtete in Remagen (1824), Winningen und seit 1831 bis zu seinem Tod in Koblenz. In der knappen Freizeit erforschte er die heimische Pflanzenwelt. Knapp deshalb, weil er durch Privatstunden noch kräftig dazu verdienen musste, um die zuletzt zehnköpfige Familie ernähren zu können.
Hilfreich waren Kontakte zur Universität Bonn mit deren Botanischem Garten sowie die Bekanntschaft mit Gelehrten wie dem Botaniker Theodor Friedrich Ludwig Nees von Esenbeck (1787-1837). Gelegentliche Zuwendungen ermöglichten Studienreisen in die Alpen (1844) und nach Norditalien (1851). Prinzessin Augusta von Preußen, die spätere Königin, empfing Wirtgen zu Vorträgen im Koblenzer Schloss. Doch trotz höchster Empfehlungen scheiterten alle Bemühungen um einen Lehrstuhl. Dabei besaß er pädagogisches und didaktisches Talent wie seine "Leitfäden für den naturkundlichen Unterricht an höheren Schulen" belegen.
Am 7. September 1870 starb Philipp Wirtgen im Alter von 64 Jahren. Die Pflegelasten für sein Grab auf dem Hauptfriedhof trägt die Stadt Koblenz.
Philipp Wirtgen: Das Ahrtal und seine sehenswerten Umgebungen, Bonn 1839
Wolfgang Müller von Königswinter, eigentlich Peter Wilhelm Karl Müller (* 15. März 1816 in Königswinter; ? 29. Juni 1873 in Bad Neuenahr) war Arzt, Politiker sowie Dichter patriotischer Lyrik, beliebter Volkslieder und Sagen.
Wikipedia: Wolfgang Müller von Königswinter
Dr. Josef Zilligen, von 1938 bis 1942 Gemeindepfarrer in Wassenach, war durch seine Predigten gegen die nationalsozialistische Weltanschauung sehr gefährdet. Wegen provozierenden Handelns (Nicht-Grüßen) gegenüber Feldmarschall Hermann Göring wurde er verhaftet und starb am 3. Oktober 1942 im Konzentrationslager Dachau.