Aktiengesellschaft Bad Neuenahr
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Die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr (AGBN / Kur-AG), im Jahr 1858 gegründet, betreibt im Wesentlichen die Geschäftsbereiche Kur- und Badebetrieb, "Villa Sibilla - Wohnen mit Service" in Bad Neuenahr sowie das Kurparkhotel in Bad Dürkheim. Daneben werden Einkünfte aus vermietetem und verpachtetem Immobilienbesitz, insbesondere dem Steigenberger Hotel Bad Neuenahr, dem City-Parkhaus Bad Neuenahr und dem Hotel-Parkhaus in Bad Dürkheim erzielt. Die Kur-AG besitzt eigene Thermalwasserquellen und einen Brunnen zur Trinkwasserversorgung. Der Betrieb der Klinik Hochstaden wurde Ende 2004 eingestellt. Die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr hält seit Juni 2005 100 Prozent der Anteile an der Ahr-Thermen Bad Neuenahr Verwaltung GmbH sowie an der Ahrthermen Bad Neuenahr GmbH & Co. KG..
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Anschrift
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stadtteil Bad Neuenahr)
Kontakt
- Telefon 02641 801-0
- Fax -119
- E-Mail info@ag-bad-neuenahr.de
Aktionäre
Größter Einzelaktionär ist die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mit 27,36 Prozent des Aktienkapitals. Mehr als 50 Prozent gehören gestückelt einer Interessengemeinschaft von aus Süddeutschland stammenden Aktionären, die auch Eigner der Spielbank Bad Neuenahr sind.[1]
Unternehmens-Kennzahlen
2008: 162 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von 14 Millionen Euro
Der General-Anzeiger berichtete am 7. Januar 2012:
- Die Umsatz- und Auftragsentwicklung der Kur AG wies im Geschäftsjahr 2010 ein Minus von 17,4 Prozent auf (Bruttorendite: minus 7,5 Prozent). Das Geschäftsjahr 2010 schloss das Unternehmen mit einem Fehlbetrag von 840.000 Euro ab ... Dividendenzahlungen gibt es bereits seit elf Jahren nicht mehr.
Teilbetriebe/Vermögen
Die Kur-AG hat großen Grundbesitz wie das Ahrufer auf 1,8 Kilometern Länge, große Teile des Kurparks Bad Neuenahr mit Sportanlagen, viele Immobilien wie Räume der Spielbank Bad Neuenahr, das Ahr-Resort, Villa Sibilla und Kurhotel.[2]
Außerdem:
- Ahr-Thermen
- Thermalbadehaus Bad Neuenahr
- Großer Sprudel Bad Neuenahr
- Kurhaus Bad Neuenahr
- Lenné-Park Bad Neuenahr
Leitung
- Vorstand/Kurdirektor: Dr. Hans-Ulrich Tappe (seit 1. August 2010), Vorgänger: Rainer Mertel
- Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dr. Hansheinz Kreuter, Vorgänger: Prof. Dr. Otto L. Adelberger
- Prokuristen:
Betriebsrat
Vorsitzende: Brigitte Kairis (Stand: April 1996)
Gründung und Entwicklung
Prinzessin Augusta von Preußen weite die Quellen im Jahr 1858 feierlich ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Bad Neuenahr zu einer "klinifizierten" Kurstadt, die über Jahrzehnte hinweg von Reha-Kliniken geprägt war. Die Gesundheitsreform 1996/97 zwang die Aktiengesellschaft, ihre Geschäfte neu auszurichten. Die Aktiengesellschaft schloss eigene Kliniken und gab Klinik-Beteiligungen ab. Die Aktiengesellschaft antwortete auf die Gesundheitsreform mit der Eröffnung der "Sinfonie der Sinne" und stellte damit die Weichen weg von der "klinifizierten Kur" hin zum Selbstzahler. Um sich von den Mitbewerbern abzuheben kreierte die Kur-AG das "Medical Wellness"-Konzept, das im Jahr 1999 von der Landesregierung mit einem Innovationspreis ausgezeichnet wurde. Seit 1999 ist das private Heilbad Mitglied im erlesenen Kreis der "Royal Spas of Europe". Und im Jahr 2008 landete Bad Neuenahr bei der Bewertung von 158 Heilbädern auf dem Spitzenplatz der deutschen Rangliste.
Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler werde der Aktiengesellschaft für rund 1,8 Millionen Euro den Kurpark, den Lennépark sowie rund 750.000 Quadratmeter Wald und Grünstreifen entlang der Ahr abkaufen, berichtete die Rhein-Zeitung am 12. Mai 2012. Denn die Aktiengesellschaft suche händeringend nach Einnahmequellen für das defizitäre Geschäft mit der Kur. Mit dem Verkauf der Immobilien sollen die Liquidität der AG erhöht und Kosten gesenkt werden. Unterhalt und Bewirtschaftung würden jährlich rund eine Viertelmillion Euro kosten.
In der Jahresbilanz 2010 der AG habe ein Minus von 860.000 Euro gestandem. Und auch für die Zukunft seien die Aussichten auf dem Badesektor nicht rosig. Das liege daran, dass der Kur AG "die Einnahmen aus der Spielbankabgabe wegbrechen." Die seien früher Garant dafür gewesen, dass sich die AG Parks und Grünanlagen leisten und ein Kulturprogramm auf die Beine stellen konnte. Die Spielbankabgabe sei jedoch dramatisch gesunken: Von mehr als zwei Millionen Euro im Jahr 2001 auf weniger als eine Million im Jahr 2011. Die Kosten für den Betrieb von Thermalbadehaus, Ahr-Resort, Kurgarten, Veranstaltungen, Gärtnerei und das Millionengrab Ahr-Thermen hingegen hätten sich nicht verändert oder seien gar gestiegen.
Das für den Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler geschnürte Kaufpaket sehe folgendermaßen aus:
- Kurpark Bad Neuenahr: 33.000 Quadratmeter, Quadratmeterpreis 20 Euro, Kaufpreis 660 000 Euro. Hierbei geht es nur um die unbebauten Grundstücksteile. Die Kurkolonnaden bleiben bei der AG.
- Lenné-Park Bad Neuenahr: 41.888 Quadratmeter, Quadratmeterpreis 20 Euro , Kaufpreis 837 760 Euro, dazu gehören auch die Tennisplätze und der Mühlenteich, nicht jedoch das Lenné-Schlösschen;
- Ahrufer: 20 661 Quadratmeter, Quadratmeterpreis 1 Euro, Kaufpreis 20 661 Euro;
- Wald: 750 809 Quadratmeter, Quadratmeterpreis 0,35 Euro, Kaufpreis 262 783 Euro, dazu gehören auch der Neuenahrer Berg, die Fläche Klimastation und die Plattform Waldkletterpark.
Kurdirektoren
- 1858–1863: Georg Kreuzberg
- 1863–1893: August Lenné
- 1893–1930: Felix Rütten
- 1930–1937: Ernst Rütten
- 1937–1971: Dr. Dr. Erich Rütten
- 1971-1981: Carl-Alexander von der Groeben
- 1981 bis 30. April 1996: Herbert Rütten
- April 1996 bis zu seinem Tod im Dezember 2009: Rainer Mertel
- bis Juli 2010: Prof. Dr. Hansheinz Kreuter (Interims-Kurdirektor)
- 1. August 2010 bis 29. Februar 2012: Dr. Hans-Ulrich Tappe
- ab 1. März 2012: Gerd Zimmermann (Kur-AG)
Mediografie
- Alexander Görbing: "Die Zukunft meistern". Herausforderung für die Kur-AG Bad Neuenahr auch im 140. Jahr ihres Bestehens, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1998
- Hans-Jürgen Ritter: 'Neuenahrer Wasser vermittelt ein Gefühl der Behaglichkeit und aufgeweckter Stimmung - Aus der Gründungszeit des Mineralbades Neuenahr bei Beul', in: Kreisverwaltung Ahrweiler (Hrsg.): 'Heimatjahrbuch für den Kreis Ahrweiler 2000', Ahrweiler 1999, S. 113
- Hans-Jürgen Ritter: '"Es war stets ein reges Leben vorhanden" - Die Frühzeit des Heilbades Neuenahr bei Beul im Ahrtal', in: Kreisverwaltung Ahrweiler (Hrsg.): 'Heimatjahrbuch für den Kreis Ahrweiler 2001', Ahrweiler 2000, S. 144
- Hubert Rieck: 'Aus der Geschichte des Heilbades Neuenahr: Das Kurviertel im Wandel der Zeit', in: Kreisverwaltung Ahrweiler (Hrsg.): 'Heimatjahrbuch für den Kreis Ahrweiler 2002', Ahrweiler 2001, S. 143
- Wilfried Demuth: Bad Neuenahr 125 Jahre Heilbad, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1983
- Walther Ottendorff-Simrock: Bad Neuenahr geht neue Wege. Das Heilbad im Ahrtal erhielt ein modernes Kurzentrum, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1968
- Heinz Lindlahr: 150 Jahre Heilbad Neuenahr (1858 - 2008), in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2009, S. 40
- Hubert Rieck: „So soll man den Brunnen möglichst nüchtern geniessen ..." Zur Wandelhalle und zum Wandel des Heilbades Neuenahr, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2009, S. 45
- Kurverwaltung Bad Neuenahr AG: 100 Jahre Bad Neuenahr 1858 - 1958, Festschrift
- Walther Ottendorf: Verwalter des Heilbades. Lebensbilder der Kurdirektoren von 1863 b#s heute, in: Kurverwaltung Bad Neuenahr AG: 100 Jahre Bad Neuenahr 1858 - 1958, Festschrift
- Volker Jost: Kur AG Bad Neuenahr blickt auf erfolgreiches Geschäftsjahr zurück, general-anzeiger-bonn.de vom 1. Juli 2010
- Aktionäre empört: Kur AG Bad Neuenahr schreibt tiefrote Zahlen, rhein-zeitung.de vom 3. Juli 2011
- Kur AG Bad Neuenahr interessiert sich fürs Nostalgiebad Bad Bodendorf, rhein-zeitung.de vom 22. Juli 2011
Weblink
Fußnoten
- ↑ Quelle: General-Anzeiger vom 8. Januar 2012
- ↑ Quelle: Rhein-Zeitung vom 6. Januar 2012

