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Bahnhof Bad Neuenahr

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Am 4. November 1879 wurde der Grundstein für das Hauptgebäude des Bad Neuenahrer Bahnhofs gelegt, und bereits am 17. September 1880 fuhr im Zuge der Eröffnung der Ahrtalstrecke der erste Zug mit „gehobenen Herrschaften“ in den Bahnhof ein. „Der Jubel wollte beim Empfang kein Ende nehmen“, wurde berichtet. Auf die geladenen Gäste warteten anschließend im Kurhotel ein Festakt und ein Festmahl. Ab 18. September 1880 konnte dann das allgemeine Publikum die Personenbeförderung der Ahrtalbahn nutzen. Der Güterverkehr wurde am 1. Oktober 1880 aufgenommen. Zur Einweihung stand nur der heutige westliche Trakt im neugotischen Stil (entworfen vom Kölner Architekten Peter Josef Seché) mit dem zur Straßenseite vorspringenden Portal. Ende der 1920er-Jahre wurde der Bahnhof wesentlich erweitert und erhielt in den Grundzügen sein heutiges Aussehen. Als Baumaterial diente einheimischer Bruchstein.[1]


Aus Richtung Südosten fotografiert.
Aus Richtung Südwesten fotografiert.
Die Nordseite des Bahnhofsgebäudes.
Bahnhof Bad Neuenahr.jpg
Ahrtalbahn 1.jpg
Detail
der ehemalige Güterschuppen

Anschrift und Standort

Hauptstraße 58

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stadtteil Bad Neuenahr)

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Sonstiges

Matthias Röcke schreibt im Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler für 1987:[2]

Zur Einweihung der Ahrtalbahn im Jahr 1880 habe nur der westliche Teil im neugotischen Stil mit (zur Straßenseite) vorspringendem Portal und zwei Fensterachsen rechts und links davon gestanden. Ein Giebel betone die Front des zweistöckigen Hauses mit ausgebautem Dach. Auf der Bahnseite sei dieser Giebel kleiner ausgefallen.
Ende der 1920er Jahre sei der Bahnhof wesentlich erweitert worden. An der Bahnseite sei eine relativ harmonische Einbindung des neuen Baukörpers gelungen, die Front sei in zehn Achsen aufgeteilt, die durch die hölzerne, neugotisch gestaltete Bahnsteighalle noch betont würden. Es habe einen kleinen Anbau nach Westen und einen großen Anbau nach Osten gegeben. Dort würden die sechs großen Fenster des Saales der Bahnhofsstuben Bad Neuenahr auffallen.
Zur Straße hin sei die Zäsur durch den Anbau deutlicher zu erkennen. Nach Osten gebe es einen eingeschossigen mittleren Erweiterungsbau und als Abschluss einen zweigeschossigen Bau mit ausgebautem Dach und einem großen, zur Straße gewandten Giebel. Der mittlere Anbau habe ein zurückspringendes Dachgeschoss und ein weit heruntergezogenes, kleines Vordach im Erdgeschoss. Terrasse und Balkon des Abschlussgebäudes würden die Fassade zerklüften. Für Kontinuität zwischen alt und neu sorge allerdings das Baumaterial, nämlich einheimischer Bruchstein.
Der ursprüngliche Eingang sei vom alten Gebäude in den mittleren Anbau verlegt worden. Am alten Gebäude mahne der Spruch »Immer heiter, Gott hilft weiter«, am Anbau – ebenfalls ein Stück Kontinuität – »Froher Mut, gesundes Blut«.
Die Erweiterung habe das Erscheinungsbild des Bahnhofs insgesamt etwas unorganisch gemacht. Trotz des Anbaus mache der Neuenahrer Bahnhof jedoch einen guten Eindruck, da die Dimensionen des alten Bahnhofes im Großen und Ganzen nicht gestört worden seien. Ein großer, klar gegliederter Fachwerkschuppen nach Osten gehört ebenso zu den Nebengebäuden wie ein modernes Stellwerkhäuschen an den Gleisen.

Westlich des Bahnhofsgebäude gab es ein öffentliches Toilettenhaus, das im gleichen Stil und Material wie der Bahnhof gebaut wurde. Um 2005 wurde dieses Gebäude abgerissen und durch einen Neubau etwa 30 Meter westlich des Bahnhofsgebäudes ersetzt.

In den 1970er Jahren wurde der Bad Neuenahrer Bahnhof zum schönsten Bahnhof des Bundesrepublik gekürt.

Im Juni 2016 bietet die Bahn den Gesamtkomplex mit 1450 Quadratmetern Grundstücksfläche im DB-Immobilienkatalog für ein Mindestgebot von 575.000 Euro zum Kauf an. Die Objektbeschreibung der Bahn liest sich folgendermaßen: „Es handelt sich um ein imposantes, denkmalgeschütztes Empfangsgebäude, das zum Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Es ist ein repräsentatives dreigeschossiges Gebäude mit einem großen Walmdach. Das Empfangsgebäude verblüfft auf den ersten Blick durch eine Vielzahl architektonischer und bildhauerischer Gestaltungselemente.“ Im Erdgeschoss des westlichen Gebäudeflügels gebe es eine Leerstandsfläche, die als Gewerbefläche genutzt werden könne, sowie ein vermieteter Technikraum. Im ersten Obergeschoss seien zwei leerstehende Wohnungen mit 68 bzw. 94 Quadratmetern Grundfläche. Im Dachgeschoss befinde sich eine 65 Quadratmeter große vermietete Wohnung. Der mittlere Teil des Gebäudes mit 73 Quadratmeter großem Reisezentrum und Wartehalle samt Fahrkartenautomaten werde von der Bahn belegt. Deshalb sei ein Wegerecht zugunsten der Deutschen Bahn AG und der Reisenden erforderlich. Mit dem Reisezentrum werde eine monatliche Nettokaltmiete von 707 Euro erzielt. Auf 375 Quadratmetern befinden sich im Parterre des östlichen Flügels die Bahnhofsstuben mit Außenbewirtschaftung. Sie seien gemeinsam mit einer 85 Quadratmeter großen Wohnung im Obergeschoss vermietet. Die Einnahmen würden sich auf insgesamt 967 Euro Kaltmiete monatlich belaufen. Der Zugang zur Gaststätte sei sowohl vom Bahnhofsvorplatz als auch von der Wartehalle aus möglich. Das Dachgeschoss beherberge eine vermietete Wohnung mit einer Grundfläche von 95 Quadratmetern. Ost- und Westflügel des Gebäudes seien unterkellert, der Mittelteil nicht. Das Gebäude habe einen bis November 2018 gültigen Mietausweis. Weil es sich um eine denkmalgeschützte Immobilie handele, sei er jedoch für einen Eigentümerwechsel nicht erforderlich.[3]

Bahnhofsgebäude mit neuem Eigentümer

Im November 2016 bestätigte die Bahn der Rhein-Zeitung und dem General-Anzeiger, dass der Bahnhof verkauft ist. Angaben zu Käufer und Kaufpreis machte die Bahn nicht; die Bahn-Tochter DB-Immobilien hatte einen Mindestpreis von 575.000 Euro zuzüglich Nebenkosten gefordert. Auf den Bahnverkehr habe der Verkauf des Gebäudes keinen Einfluss. Über die Zukunft des Bahnhofsgebäudes konnte die Bahn keine Angaben machen. Zum Zeitpunkt des Verkauf nutzte die Bahn den mittleren Gebäudeteil für ein Fahrgastzentrum und eine Wartehalle mit Fahrkartenautomaten. Dort werde es keine Änderungen geben. Außerdem sei zugunsten der Deutsche Bahn AG und der Reisenden ein Wegerecht vertraglich festgelegt. „Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hatte an dem Kauf des Gebäudes kein Interesse gezeigt“, berichtete die Rhein-Zeitung am 9. November 2016. In Bad Breisig zum Beispiel habe die Verbandsgemeinde das Bahnhofsgebäude erworben und dort mit ihrer Jugendpflege einen Jugend- und Kulturbahnhof eingerichtet. In Remagen gibt es bereits seit den 1990er-Jahren einen Jugendbahnhof. In Ahrweiler werde das Bahnhofsgebäude gegenüber dem Amtsgericht von sozialen Einrichtungen genutzt. In Bad Neuenahr plane die Stadt eine Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Die künftige Nutzung des Gebäudes solle in die Planung einfließen.[4]

Weitere Bilder

Siehe auch

Mediografie

Frieder Bluhm: Bahnhof löst bei Reisenden Ekel und Abscheu aus, rhein-zeitung.de vom 6. März 2013

Weblinks

ahrtalbahn.de: Bahnhof Bad Neuenahr

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 28. Juni 2016
  2. Bahnhöfe im Kreis Ahrweiler
  3. Quelle: Günther Schmitt: Bad Neuenahrer Anlage im Angebot – Bahn verkauft den Bahnhof, general-anzeiger-bonn.de vom 17. Juni 2016
  4. Quellen: Frieder Bluhm: Bahnhof Bad Neuenahr ist jetzt verkauft – Fahrgastzentrum und Wartehalle sollen laut Bahn bestehen bleiben – Pläne des Käufers unbekannt, in: Rhein-Zeitung vom 9. November 2016 und Victor Francke: Zugverkehr bleibt unberührt – Bahnhof Bad Neuenahr verkauft, general-anzeiger-bonn.de vom 8. November 2016