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Günther Lawrenz

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Günther Lawrenz (* 16. Mai 1935 in Hamburg) aus Bad Bodendorf war Schüler der Hohnsteiner Puppenfamilie. Die unverkennbaren Merkmale tragen alle seine bunten Figuren. Vor allem aber der Star seines Ensembles, der Kasper. Ab Ende der 1940er Jahre bastelte, bemalte und kleidete er die Geschöpfe für seine Puppenbühne - Pollys Puppenbühne - selbst. Immer wieder kreierte er Phantasiegeschöpfe, um die herum er seine kindgerechten Geschichten schrieb. Mit seiner fast zehn Oktaven umfassenden Stimme lockte der Puppenspieler die Kinder in seine Märchen. Lawrenz bewies einst in „Das Gespenst von Canterville“ von Oscar Wilde, welcher außergewöhnliche Stimmumfang ihm zu Gebote steht.


Günther Lawrenz mit Heinerle
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Abschiedsvorstellung beim Dorffest Bad Bodendorf 2010.
Günther Lawrenz beim 6. Kunst- und Weihnachtsmarkt Bad Bodendorf im ehemaligen Kurmittelhaus.
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Günther Lawrenz und Sylvia Linden beim Dorffest Bad Bodendorf.
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Günther Lawrenz beim Herstellen von Linoldrucken

Vita

Günther Lawrenz wurde am 16. Mai 1935 in Hamburg geboren. Seine Mutter war Kaltmamsell bei den Grafen von der Schulenburg, der Vater arbeitete, wie alle Männer in der Familie, als Glaser. Günther sang bei den Hamburger Sängerknaben Kindersopran. Nach dem Krieg stieg der Vater ins Fuhrgeschäft ein, später betrieb er mehrere Taxis. Sohn Günther aber verspürte keine Lust, den väterlichen Betrieb zu übernehmen. Mit acht Jahren lernte Lawrenz bei dem erzgebirgischen Puppenspieler Max Jacob, der Anfang der 1920er Jahre im Rahmen der Wandervogelbewegung das Puppentheater "Die Hohnsteiner" gründete. Sein Vater hatte ihm den ersten Satz Bildhauerpuppen geschenkt, für die seine Mutter Kleider nähte. Und mit 14 Jahren schloss sich Günther Lawrenz dem Zirkus Paula Busch an. Dort arbeitete er als Requisiteur, dann als Manegenclown. Später wechselte er zum Zirkus Sarrasani; und in den Wintermonaten studierte er Schauspiel, Gesang und Ballett.

Dann beschloss er, die Welt kennen zu lernen. Im Rahmen eines Kulturaustauschs ging er mit seinen Puppen zunächst nach Ostdeutschland, wo er zum ersten Mal heiratete, dann nach Indonesien, wo er zu malen begann. Das lag nahe, weil es dort in jeder Familie mehrere Künstler gibt – Maler, Tänzer, Holzbildhauer. Mit 21 Jahren verdingte sich Günther Lawrenz auf einer Plantage in Sri Lanka. Dort war er dafür zuständig, den Tee abzuwiegen, den die Pflückerinnen brachten, und sie dafür zu bezahlen.

Nachdem Lawrenz nach Deutschland zurückgekehrt war, begann er, Puppentheater zu spielen - in ganz Deutschland, aber auch in England und Frankreich. Mit 29 Jahren kehrte er zunächst nach Hamburg zurück, wechselte dann aber nach Düsseldorf. Dort gab er Malkurse, wurde dann Soldat beim englischen Militär, spielte abends Puppentheater und begann schließlich mit einem Malerei-Studium. Zusammen mit einer Malerin der von-Wille-Dynastie besuchte er zoologische Gärten, um Tiere zu malen. Und bei dem Grafiker und Zeichner Hannes Loos (1913-1987) lernte er Radieren sowie Holz- und Linolschnitt. Außerdem lernte er in dieser Zeit seine spätere zweite Ehefrau kennen.

Lawrenz illustrierte zahlreiche Märchen- und Kinderbücher:

  • Till Eulenspiegel, Arena-Verlag 1974
  • Pan Tau, Georg Bitter-Verlag 1974 (Ota Hoffmann)
  • Zwei Hüte für Schnu Fu, 1974 (Carl Sandburg)
  • Es spukt in Deutschland. Von Geistern, Hexen und Rittern ohne Kopf, 1975
  • Kasperle ist wieder da, 1978 (Heinrich Maria Denneborg)

Drei Bücher von Günther Lawrenz, die der Eugen Diederichs-Verlag im Jahr 1974 herausbrachte, wurden wegen ihrer Illustrationen ausgezeichnet:

  • Balu und seine Gefährten. Märchen der Südsee
  • Die Hexe von Patmos. Märchen von den griechischen Inseln
  • Das Feuerpferd. Märchen aus der südlichen Sowjetunion

1989 kam Günther Lawrenz mit seiner Frau nach Bad Bodendorf – der Eifelberge und der guten Luft wegen. Eigentlich wollte er in seiner Wunschheimat nur noch zu malen. Dann aber schrieb er auch Stücke und bearbeitete Stücke anderer Autoren für Kinder - einige davon zusammen mit Uwe Moschkau. Einige Beispiele:

  • das Umweltspiel König Mülli
  • Karl das Wildschwein, ein Stück gegen Ausländerfeindlichkeit
  • Die kleine Hexe von Otfried Preußler
  • Joseph und seine Brüder von Thomas Mann als Schattenspiel
  • Der Regenbogenfisch von Marcus Pfiste als Schwarzlichttheater
  • Momo von Michael Ende

Für elf Jahre übernahm Lawrenz die künstlerische Leitung des Projekts „Mobile Jugendarbeit im ländlichen Raum“ des evangelischen Kirchenkreises Koblenz, er wirkte bei den Jugend-Kulturtagen des Kreises Ahrweiler mit und bei dem von Jürgen Schwarzmann, dem Jugendarbeiter der Verbandsgemeinde Adenau, geleiteten Projekt „Ferien aus dem Koffer“.

1992 erhielt er eine Anfrage von der Stadt Remagen, ob er nicht von Martha Apostol die Remagener Puppenspiele übernehmen wolle. Er übernahm. „Die Kinder werden ihn vermissen“ titelte der General-Anzeiger im Dezember 2006 in seinem Rhein-Ahr-Lokalteil. In einem Aufmacher ging es um Günter Lawrenz, der bis dahin 14 Jahre lang mindestens dreimal jährlich die Remagener Puppenbühne bespielte. Ganz so schlimm kam es aber nicht: Als Märchenerzähler wollte der zu dieser zeit 72-Jährige weiterhin öffentlich auftreten. Außerdem wolle er sich der chinesichen Malerei und der Illustration von Kinderbüchern widmen. Wolfgang Feder von der Landespuppenbühne Rheinland-Pfalz trat Lawrenz' Nachfolge bei der Remagener Puppenbühne an.

Lawrenz leitete zahlreiche Seminare, machte Puppenkabarett und Theater für Erwachsene mit Marionetten, Hand- und mit Stabpuppen aus der eigenen Werkstatt. Seine Bilder hängen heute in Museen in Deutschland, England, Schweden, Italien und Indonesien.

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Mediografie

 
 
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