AW-Wiki-Gezwitscher !

Klosterkirche "St. Anna" Remagen

Aus AW-Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die ehemalige Klosterkirche "St. Anna" Remagen, von der heute nur noch ein Teil erhalten ist, gehörte zum nicht mehr bestehenden St. Anna-Kloster Remagen.


Kapelle Remagen 1.jpg
Das Kloster vor 1916 - rechts die Klosterkirche.
Kapelle Remagen 2.jpg

Inhaltsverzeichnis

Anschrift und Lage

Marktstraße

Remagen

Historie

Die Sankt-Anna-Kapelle gehörte bis 1977 zum St. Anna-Kloster Remagen, der damaligen Heimat der Schwestern des Franziskanerinnen-Ordens. Der Grundstein zum Bau des Gebäudeensembles an der Alten Straße wurde bereits im Jahr 1865 gelegt, doch erst 1906 wurde die Kapelle im neugotischen Stil gebaut. Mitte der 1970er-Jahre wurde das St. Anna-Kloster Remagen aus personellen und finanziellen Gründen geschlossen. Anfang 1977 rückte eine Abbruchfirma an. Lediglich der Gebäudetrakt zur Fährgasse hin und die Kapelle blieben stehen.

Das kleine Gotteshaus sollte saniert und in ein Kommunikationszentrum für die zwischenzeitlich entstandenen benachbarten Wohnanlage genutzt werden. Aber bei den Abbrucharbeiten wurde das Fundament beschädigt, sodass über einen Abriss diskutiert wurde. Die Stadt Remagen erwarb die Kapelle schließlich zum symbolischen Preis von einer Mark.

Im Jahr 1994 übernahm der Kölner Architekt Bruno Wasser die Kapelle. Er wollte das Gebäude zu einer "Eventkirche" machen - für Hochzeiten und andere Festivitäten. Über zwei Geschosshöhen sollte es außerdem mehrere Wohnungen geben. Das Dach des neogotischen Baus ist neu gedeckt, die Fassade gereinigt, Simssteine und Balken wurden bereits erneuert (Stand: September 2005). Wenn es nach Architekt Wasser ginge, wäre in der Sakristei längst eine Weinstube eingezogen. Im Kirchenschiff wechselten sich dann Hochzeitsgesellschaften mit Kleinkünstlern und Managementberatern ab, und unterm Dach machten sich über zwei Geschosshöhen fünf stolze Loftbesitzer breit. Seitens der Stadt, so bestätigte Stadtplaner Peter Günther aus dem Bauamt im September 2005, werde man jedem Konzept zur Nutzung "wohlwollend begegnen". Wohl auch, weil sich Remagen als zuständige Gemeinde mit dem Kauf der Kirche überfordert sieht. Ganz zu schweigen von den schwer berechenbaren Unterhaltskosten.

Aber es fand sich kein Investor. Deshalb entschied sich Wasser, das sanierungsbedürftige Gebäude, in dessen Dach und Fassade er bereits Hunderttausende Euro gesteckt hat, zu verkaufen. Im Dezember 2010 sollten das 565 Quadratmeter große Grundstück und die 240 Quadratmeter Nutzfläche bietende Kirche versteigert werden; das Mindesgebot lag bei 60.000 Euro. Aber bei der Winteraktion der Westdeutschen Grundstücksauktionen AG in Köln fand sich kein Bieter für die in Rhein-Nähe befindliche Immobilie. Möglicherweise lag das daran, dass es in der Nähe des Gebäudes an Parkplätzen mangelt; außerdem reicht eine Neubebauung sehr dicht an das Baudenkmal heran.[1]

Im März 2011 kaufte die Kongregation der Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe von der Rhein-Insel Nonnenwerth die Kapelle. Der General-Anzeiger berichtete am 22. März:

Wie die Schwester Oberin, Maria Lay, mitteilte, möchten die Franziskanerinnen den früheren Charakter der Kirche als Gotteshaus und Ort der Besinnung wiederbeleben. Die Anna-Kapelle soll den Zwecken des Ordens und der benachbarten Schwesternkonvente der Franziskanerinnen dienen, gleichzeitig aber auch allen Remagener Bürgern offen stehen. Darüber hinaus wollen die Franziskanerinnen das Haus auch für kulturelle Veranstaltungen öffnen, die nach einem entsprechenden Rahmen verlangen. Der Erwerb ist für die Schwestern durchaus mit finanziellen Wagnissen verbunden. "Wir haben", so Schwester Maria, "die Entscheidung weniger mit dem Rechenschieber als mit dem Herzen getroffen. Wir wollen diese Stätte christlichen Glaubens retten, solange es noch nicht zu spät ist. Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Herbert Georgi haben wir das Gefühl, dass wir nicht alleine da stehen, wenn wir daran gehen, das Gebäude wieder herzustellen."

Die ehemalige Klosterkapelle soll für einen mittleren bis hohen sechsstelliger Betrag saniert und zu einem spirituell-kulturellen Treffpunkt umfunktioniert werden - barrierefrei und für jedermann zugänglich. Architekt Stefan Freiberg: "Im ersten Bauabschnitt wurden der Dachstuhl saniert und statische Sicherungsarbeiten vorgenommen. Als nächstes werden Dach und Fenster dicht gemacht, sodass weder Feuchtigkeit noch Tiere eindringen können." Für 2012 ist die Innensanierung geplant. Säulen, Pilaster und Verzierungen der Gewölbekappen werden in Ochsenblutrot gestrichen werden, die Wände sollen einen hellen Anstrich erhalten. Außerdem sollen die beiden Darstellungen der St. Anna erhalten bleiben und die Buntglas-Fenster durch eine vorgelagerte Klarscheibe vor Vandalismus geschützt werden. Das Eingangsportal soll neu gestaltet werden. Eine kleine Überdachung und angedeutete Wandstücke sollen an den ehemaligen Klosteranbau erinnern.[2]

weitere Bilder

Mediografie

siehe auch

St. Anna

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 18. Dezember 2010
  2. Quelle: Andreas Wetzlar: Sankt Anna: Wie in Remagen ein kleines Juwel entsteht, rhein-zeitung.de vom 14. Oktober 2011
 
 
Sponsor