Kurpark Bad Neuenahr
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Der Kurpark Bad Neuenahr bildet - zusammen mit der integrierten Trinkhalle, der Konzerthalle und dem Kurpark-Café, dem nahen Thermalbadehaus Bad Neuenahr, den Ahr-Thermen und dem Kurhotel Bad Neuenahr das Herzstück der Badestadt Bad Neuenahr. Der Park, der heute auch über eine Kneipp-Anlage und eine Boule-Bahn verfügt, lädt zum Erholen und Verweilen ein, ist aber auch ein wichtiger Treff-, Kommunikations- und Veranstaltungsort.
Inhaltsverzeichnis |
Lage
Trinkhalle
Die Trinkhalle im Bad Neuenahrer Kurpark wurde im Jahr 1858 zunächst als Holzkonstruktion gebaut. Die 1934 im Bauhausstil erbaute Konzerthalle bietet Platz für 800 Gäste. Mit ihrer drehbaren Konzertmuschel ist sie heute denkmalgeschützt.
Eigentümerin
Aktiengesellschaft Bad Neuenahr
Ehrenrosengalerie
Auf Initiative des damaligen Kurdirektor Rainer Mertel wurde im Jahr 1996 im Kurpark eine Ehrenrosengalerie angelegt. Persönlichkeiten, die dem Heilbad eng verbunden sind, sollten dort mit einer Rose geehrt werden. In den Jahren darauf wurden dort der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, Gabriele Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn und Karl Kardinal Lehmann mit Rosen geehrt. Die zweite Ehrenrose wurde Carl-Alexander von der Groeben gewidmet, dem ehemaligen Vorstandsmitglied der Kur-AG. Im Mai 2011 wurde Rainer Mertel mit einer Rose geehrt. Auf dem entsprechenden Schild heißt es: „Gepflanzt im Andenken an Rainer Mertel, Ministerialrat a.D., der sich als Kurdirektor und Alleinvorstand der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr von 1996 bis 2009 mit großem Engagement für das Heilbad eingesetzt hat.“
Historie
Das Anlegen des Parks fällt mit Gründung und Einweihung des Heilbades Neuenahr im Jahr 1858 zusammen. Der Verwaltungsrat des Heilbades mit Georg Kreuzberg an der Spitze setzte sich aus einflussreichen Mitgliedern des preußischen Adels und rheinischen Geldadels zusammen, so zum Beispiel dem Grafen von Fürstenberg-Stammheim zu Stammheim und dem Freiherrn Walpott von Bassenheim-Bornheim. Ihnen war es nicht nur geglückt, Kronprinzessin Augusta von Preußen für die Quellenweihe, sondern mit dem "preußischen Generaldirektor aller Königlichen Gärten", Peter Josef Lenné, den preußischen Gartenkünstler und Landschaftsarchitekten zu gewinnen.
Die Pläne des Generaldirektors sämtlicher königlicher Gärten erwiesen sich aber als zu kompliziert und kostspielig für den noch jungen Badeort an der Ahr. Der Verwaltungsrat ließ die Entwürfe deshalb nur in stark vereinfachter Form umsetzen. Alles andere als selbstverständlich war auch, dass er den Kurpark nicht rund um die bei Heppingen erbohrte Apollinaris-Quelle, sondern im damaligen Dorf Beul anlegen ließ, wo Kreuzberg kurz zuvor eine weitere Quelle entdeckt hatte.
Joseph Steinbach schrieb im Jahr 1881 in seinem "Führer durch das Ahrtal":
- Die Trinkhalle liegt ungefähr 113 Meter vom Kurhause entfernt im Kurgarten, wo die beiden erstgebohrten Brunnen in reichstem Maße sprudeln. Prachtvolle Alleen nebst überdachten Spaziergängen, die mit lieblichen Blumenbeeten bekränzt sind, umschließen das Ganze. Eine gut besetzte Kurkapelle trägt zur Aufheiterung der Gemüthsstimmung bei."
Von den Bäumen, mit denen der Park unsprünglich bepflanzt wurde, ist heute kein einziger mehr erhalten, weiß Kurdirektor Rainer Mertel. Die US-amerikanischen Besatzer ließen im Ersten Weltkrieg längere Zeit ihre Maulesel im Park grasen. "Der Urin dieser Tiere war wohl Gift für die Bäume, wenig später gingen sie nämlich ein."
Schon bald aber sei der Park neu bepflanzt worden. Heute findet sich im Park eine vielfältige Pflanzenwelt: mehr als 600 unterschiedliche Laub- und Nadelbäume, Sträucher, Stauden und Wasserpflanzen gibt es dort; hinzu kommen ein Rosen- und ein Kräutergarten. Der Kräutergarten, in dem mehr als 50 Arten gedeihen, ist übrigens nach den Theorien der mittelalterlichen Mystikerin Hildegard von Bingen bepflanzt worden. Beete und Bäume werden in Trockenperioden mit Ahr-Wasser aus dem Mühlengraben bewässert, der durch den Park fließt.
In einem Beet gedeihen Ehrenrosen, die zur Erinnerung an Frauen und Männer gepflanzt wurden, die sich um die Badestadt verdient gemacht haben. Früher zog die Aktiengesellschaft Stiefmütterchen und Primeln, Geranien und Petunien in eigenen Gewächshäuser an.[1]
weitere Bilder
am Eingang zum Kurpark-Café |
St. Willibrordus-Statue im Kurpark |
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bronzene Georg Kreuzberg-Büste im Kurpark |
Büste des ehemaligen Kurdirektors Felix Rütten in der Trinkhalle |
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Mediografie
- Kurpark Bad Neuenahr ist schönste Grünanlage im Land, rhein-zeitung.de vom 17. März 2011
- Hubert Rieck: Aus der Geschichte des Heilbades Neuenahr: Parklandschaften im Wandel der Zeit, in: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 1993, S. 161-165
- Kurverwaltung Bad Neuenahr (Hrsg.): Die Quellenweihe vor hundert Jahren und die elfjährige Gründungsgeschichte des Bades Neuenahr, Bad Neuenahr 1958
- Erich Rütten: Bad Neuenahr hundert Jahre Heilbad. I. Die Zeit von 1858 bis 1937, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1958
- Kurverwaltung Bad Neuenahr (Hrsg.): Ein Spaziergang durch den historischen Kurpark Bad Neuenahr (pdf, 13 Seiten)
- Rainer Mertel: „Botschafter für Bad Neuenahr - Ehrenrosen im Kurpark", in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2009, S. 35
weitere Parks in Bad Neuenahr
- Dahliengarten Bad Neuenahr
- Kaiser-Wilhelm-Park Bad Neuenahr
- Kaiserin-Auguste-Viktoria-Park Bad Neuenahr
- Lenné-Park Bad Neuenahr
- Max-Maier-Park
- Rosengarten Bad Neuenahr
siehe auch
- Aktiengesellschaft Bad Neuenahr
- Kurkolonnaden Bad Neuenahr
- Kurpark-Café Bad Neuenahr
- Großer Sprudel Bad Neuenahr
- Wandelhalle Bad Neuenahr
- Willibrordus-Sprudel Bad Neuenahr
Weblink
General-Anzeiger-Bonn.de Kurgarten Bad Neuenahr
Fußnoten
- ↑ Quelle: Rhein-Zeitung vom 18. September 2009

