Präparandie Sinzig

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Die Präparandie Sinzig ist ein Gebäude, das das Gesicht der Barbarossastadt prägt. In der Nähe des Bahnhofs Sinzig gelegen, rätseln Ortsfremde häufig, was es mit diesem Gebäude wohl auf sich hatte. "Präparandenanstalt" kann mit ein wenig Fantasie auf der Fassade noch entziffern. Aber: Was ist das? Angehende Lehrer wurden dort einst auf ihre weitere Ausbildung vorbereitet (= präpariert).[1]


Das Gebäude der ehemaligen Präparandie in Sinzig.
Das Gebäude der ehemaligen Präparandie in Sinzig.
Der Haupteingang zum Gebäude der ehemaligen Präparandie.
Der Haupteingang zum Gebäude der ehemaligen Präparandie.

Historie

Eine bereits 1875 gebotene Möglichkeit, in Sinzig eine "Lehrer-Präparanden-Anstalt" zu errichten, wurde von den Sinziger Stadtverordneten am 17. Juni 1875 kurz und bündig abgelehnt, ohne dass im Protokollbuch des Rates etwas über die Beweggründe dieser Entscheidung festgehalten wurde. Am 28. Dezember 1891 stand die Errichtung einer Präparandenanstalt in Sinzig erneut auf der Tagesordnung. Bürgermeister Oft berichtete von Verhandlungen, betonte die wirtschaftlichen Vorteile einer solchen Anstalt für die Stadt und wies auf die Zuschüsse hin, die von anderen Gemeinden zur Erlangung und Erhaltung solcher Anstalten gegeben würden.

Diesmal zeigten sich die Stadtverordneten aufgeschlossener, forderten aber zunächst genaue Angaben über Größe, Ausstattung und Kos-ten des zu errichtenden Anstaltsge-bäudes. Im Jahre 1904 kam es dann endlich doch zur Errichtung der Lehrer-Präparanden-Anstalt. Die sogenannte "Präparandie", (die Bezeichnung ist in Sinzig ein fester Begriff bis heute) wurde am 3. Juni 1904 zunächst provisorisch im "Roth'sehen Haus" am Markt eröffnet. Noch im gleichen Jahr, am 13. September 1904, begann die Stadt mit dem Bau eines neuen Schulgebäudes an der verlängerten Lindenstraße.

Das neue Schulgebäude wurde in der zweiten Dezemberhälfte 1905 in Benutzung genommen und am 13. Januar 1906 eingeweiht. Um 1914 hatte die Sinziger Präparandie jeweils drei Klassen mit etwa 100 Schülern. Als Folge der Umstellung der Lehrerausbildung ging die Anstalt, die auf das kommunale und wirtschaftliche Leben der Stadt einen nicht unbedeutenden Einfluss hatte, im Jahre 1921 ein.

In der Folgezeit diente das Gebäude unterschiedlichen Zwecken. Von 1922 bis 1929 war dort eine Höhere Schule untergebracht, und im Jahr 1930 spielten dort die Kinder eines Kindergartens. Am 2. Mai 1933 ist dort ein Freiwilligen-Arbeitsdienst-Lager angesiedelt worden und 1935 fand in der Präparandie die erste Musterung seit dem ersten Weltkrieg statt. Von 1936 bis 1941 zog die Amtsverwaltung ein, weshalb die Lindenstraße in dieser Zeit „Rathausstraße" hieß.

Im Jahr 1941 sollte in Sinzig noch einmal eine Lehrer-Präparandenanstalt eingerichtet werden, doch diese bevorzugte die Räumlichkeiten des Zehnthofs. Die von Bom-ben beschädigte Präparandie wurde nach dem Krieg von einer Tabak verarbeitenden Firma bezogen, ehe am 1. April 1950 die Firma Jopp einzog, die dort rund 40 Jahre lang Kettenräder für die Industrie herstellte. Seitdem dient das Gebäude als Lagerstätte für Hilfsgüter, die in arme Gebiete des früheren Jugoslawien gebracht werden.

Das Gelände wurde schon vor einiger Zeit verkauft, weil sich dort ein Discounter ansiedeln will. Der Stadtrat verband mit dem Verkauf aber die Auflage, das für Sinzig wichtige und historische Gebäude unbedingt zu erhalten.

Im Oktober 2008 hieß es, die von der Caritas im Auftrag des Kreises betriebene Kfz-Zulassungssstelle Sinzig und weitere Dienstleister zögen in die ehemalige Lehranstalt um.

Weitere Bilder

Fußnoten

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