Agnes Schäfer

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Agnes Schäfer (geb. ca. 1962) ist eine langjährig tätige Erzieherin aus Bad Breisig. Nach rund 40 Berufsjahren in der katholischen Kindertagesstätte „St. Viktor“ Oberbreisig wurde sie im Januar 2026 in den Ruhestand verabschiedet. Kolleginnen würdigten ihr Wirken mit einer Karte, auf der stand: „Eine Legende verlässt das Gelände“.[1]

Berufsweg

Agnes Schäfer wusste schon früh, dass sie mit Kindern beruflich arbeiten wollte. Nach ihrer Ausbildung in Bonn fand sie zunächst keine Anstellung und arbeitete als Babysitterin. Über die Familie ihres ehemaligen Klassenlehrers erhielt sie schließlich eine erste Stelle in einem Bonner Kindergarten.

Kurz darauf wechselte sie in die Katholische Kindertagesstätte „St. Martin“ Remagen. Nach etwa eineinhalb Jahren nahm sie eine Stelle in der Kindertagesstätte St. Viktor in Oberbreisig an, wo sie bis zu ihrem Ruhestand tätig blieb. Schäfer leitete dort zunächst die „Grüne Gruppe“, später die Schmetterlingsgruppe.

Veränderungen im Erziehungswesen

Während ihrer vier Jahrzehnte im Beruf beobachtete Schäfer deutliche Veränderungen:

  • Wandel der Familienstrukturen: Früher waren viele Mütter nicht berufstätig; heute verbringen Kinder weniger Zeit zu Hause, was die erzieherische Verantwortung der Kitas erhöht.
  • Alltagskompetenzen: Kinder müssen heute häufiger grundlegende Fähigkeiten wie den Umgang mit Besteck oder das Teilen erst im Kindergarten erlernen.
  • Materialismus: Viele Kinder seien konsumorientierter, gingen aber weniger sorgsam mit Dingen um.
  • Aggressionsverhalten: Schäfer stellte fest, dass manche Kinder heute aggressiver auftreten. Wichtig sei es, ihnen klare Grenzen und Konfliktlösungsstrategien zu vermitteln.
  • Elternarbeit: Der spontane Austausch beim Bringen und Abholen sei seltener geworden; dafür gewinne das jährliche Entwicklungsgespräch an Bedeutung.

Pädagogisches Selbstverständnis

Agnes Schäfer legte großen Wert darauf, jedes Kind individuell wahrzunehmen, seine Ideen und Wünsche zu berücksichtigen und es auf seinem persönlichen Weg zu begleiten. Dazu gehörten:

  • Förderung sozialer Kompetenzen
  • Stärkung der Selbstständigkeit
  • Vorbereitung auf die Schule
  • Enge Kooperation mit der Grundschule, etwa durch Unterrichtsbesuche der Vorschulkinder oder Hospitationen der Lehrkräfte

Projekte und Herausforderungen

  • Waldtag: Ein besonders beliebtes Angebot war der wöchentliche Waldtag, an dem die Kinder Tipis bauten, Barfußpfade anlegten oder an Seilen Abhänge hinunterkletterten. Aus Sicherheitsgründen wurde dieses Angebot später eingestellt.
  • Dokumentationspflichten: Mit den Jahren nahmen die administrativen Aufgaben stark zu. Heute müsse nahezu alles dokumentiert werden – vom Essen bis zum Toilettengang. Dies führe zu höherem Stress und weniger Zeit für die direkte Arbeit am Kind.

Fußnoten

  1. Quelle: Judith Schumacher: Agnes Schäfer blickt auf 40 Jahre als Erzieherin zurück - Urgestein verlässt die Kita St. Viktor in Oberbreisig, in: Rhein-Zeitung vom 20. Januar 2026, S. 16
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