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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Ahrweiler Winzer-Verein eG

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Die Winzergenossenschaft Ahrweiler-Winzer-Verein eG wurde im Jahr 1874 gegründet. Heute sind Ihr 67 Winzer angeschlossen, die gemeinsam rund 20 Hektar Rebfläche bearbeiten. 85 Prozent der Rebfläche der Genossenschaft sind mit Roten Rebsorten bestockt. Hierzu gehören Rebsorten wie Spätburgunder, Frühburgunder, Portugieser und Dornfelder, während Müller-Thurgau, Riesling und Weißburgunder die restlichen 15 Prozent ausmachen. Die Weine werden sowohl traditionell sowie im Barrique-Faß ausgebaut. Die Weißweine und Weißherbste werden zum überwiegendem Teil kalt vergoren. Neben der Kellerei gibt es eine Brennerei, in der Hefe-, Trester-, Wein- und Obstbrände hergestellt werden. Weinproben und Kellerführungen bis 100 Personen werden im Gewölbekeller durchgeführt.


Hinweis auf den Ahrweiler Winzerverein an der Walporzheimer Straße.
Mitglieder und Mitarbeiter
Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand
Mitarbeiter
Auszubildende und Ausbilder
Verkaufsmitarbeiter und Probenleiter
Trauben-Anlieferung während der Lesezeit
Mitglieder von Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsführung sowie Ehrengäste beim Festkommers anlässlich des 140-jährigen Bestehens der Genossenschaft im August 2014
König Karl 3.jpg
Karl König im Februar 2003 in der zwischenzeitlich modernisierten Brennerei der Kellerei
Albrecht Grebenstein im Februar 2003 im Weinkeller der Genossenschaft
Karl Knieps (vorne) bei Umbauarbeiten im Februar 2003

Anschrift und Standort

Walporzheimer Straße 19

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stadtteil Ahrweiler)

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Kontakt

Gründung und Entwicklung

Der Winzer-Verein Ahrweiler wurde einst - wie auch die übrigen Winzergenossenschaften an der Ahr - aus der Not heraus geboren: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Winzer nämlich in die Fänge der Weinhändler geraten, die den Erzeugern nur Spottpreise für ihren Wein zahlten, ihn dann über den Landweg nach Bonn oder über Remagen mit dem Schiff bis nach Köln und Hamburg transportierten, um ihn dort für gutes Geld zu verkaufen. Um sich aus der Abhängigkeit von den Händlern zu befreien, gründeten die Ahrweiler Winzer, ganz nach dem genossenschaftlichen Motto "Gemeinsamkeit macht stark", den Winzer-Verein. Bei der Gründung wurden sie von Franz Bresgen beraten, damals Gutsbesitzers der Burg Lantershofen. Bresgen, 1862 als Abgeordneter der Kreise Ahrweiler und Adenau in den preußischen Landtag gewählt, war von 1840 bis zu seinem Tod im Jahr 1895 Land,- Weinguts- und Lohgerbereibesitzer in Ahrweiler, Lantershofen und Neuenahr. Bresgens ehemaliges Wohnhaus in Ahrweiler steht in der Niederhutstraße, die Lohgerberei war am Kanonenwall. Hilfe kam auch von Maximilian Bresgen, der in Ahrweiler ein Notariat betrieb. So wurde 1868 in Mayschoß die erste Winzergenossenschaft gegründet, die zweite folgte drei Jahre später in Walporzheim und weitere drei Jahre später, am 10. August 1874, folgte die Gründung des Ahrweiler Winzer-Vereins. Hauptaufgabe der Genossenschaften war zunächst die Vermarktung des Weines. Schon bald kam die Weinbereitung hinzu, so dass sich die einzelnen Genossenschaftsmitglieder ganz auf die Winzerei konzentrieren konnten.

Wer waren die Gründer des Ahrweiler Winzer-Vereins? Einmal werden 51 Namen genannt, vermutlich die Gründer der Genossenschaft. Darunter sind drei Mal der Familienname Gies, sechs Mal der Name Knieps und zehn Mal der Name Mies. Erster Präsident der Genossenschaft war Franz Heinrich Mies; 25 Jahre blieb er im Amt. Im Jahr 1878, also vier Jahre nach der Gründung, wird von 78 Mitgliedern berichtet, die allerdings nicht allesamt Winzer waren. Es werden Kaufleute, Handwerker, Wirte und sogar der damalige Hauptlehrer Thür genannt, die sich dem Verein als Mitglieder angeschlossen hatten. Der erste Weinkeller der jungen Genossenschaft wurde vom Weingutsbesitzer Brogsitter in der Adenbachhut angemietet, später war er Besitz des Weinbauvereins Ahrweiler, der im Jahr 1961 mit dem Ahrweiler Winzer-Verein fusionierte.

Da das Jahr 1875 eine gute Ernte verhieß, entschlossen sich die Genossenschaftsmitglieder, einen eigenen Weinkeller zu bauen. Zu diesem Zweck wurde das heutige Areal der Genossenschaft an der Walporzheimer Straße angekauft. Das dazu nötige Geld musste allerdings geliehen werden. Die Beschaffung von Krediten sollte sich aber als besonders schwierig erweisen, weil die etablierten Kaufleute nicht daran interessiert waren, dass die Winzer ihre Geschicke selbst in die Hand nahmen. So blieb die Kreditsuche vor Ort zunächst erfolglos. Dank persönlicher Haftung der Mitglieder gewährte schließlich eine Kölner Bank Kredit.

Man kann davon ausgehen, dass das Gelände damals von geringem Wert war, denn dort stand im Mittelalter und auch später noch eine Wasserburg mit einem hohen Rundturm, der Roter Turm oder Kautenturm genannt wurde. Dieser Turm wurde später an den Tabakfabrikanten Konrad Bohl verkauft. Weil er angeblich zu viel Schatten auf die umliegenden Weinberge warf und den Vögeln im Herbst Unterschlupf bot, war der Turm im Jahr 1811 abgerissen worden.

Auf diesem Gelände wurde nun mit dem Bau von zwei Kellern, einer Remise und einer Winzergaststätte begonnen. Die meisten Arbeiten wurden von den Genossenschaftsmitgliedern in Fronarbeit kostenlos geleistet, je nach Größe des Weinbergsbesitzes. Beim Ausschachten stießen die Winzer auf die Fundamente der ehemaligen Wasserburg sowie auf Mauerreste des Roten Turms. Beim Ausschachten des dritten Kellers stießen sie auf einen Brunnen und zahlreiche Fundstücke aus der Römerzeit. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit der unweit liegenden Römervilla am Silberberg. Sicher dürfte aber sein, dass die gefundenen Mauerreste aus Bruchstein in den neuen Weinkellern verbaut wurden.

Nach dem guten Herbst 1875 folgten Jahre mit geringer Ernte. Erst das Jahr 1885 brachte wieder einen guten Herbst. Trotz aller Missernten blickten die Winzer hoffnungsvoll in die Zukunft. In den folgenden Jahren erhielten die Genossenschaftswinzer aus Ahrweiler bei verschiedenen Weinbaukongressen Auszeichnungen für die gute Qualität ihrer Weine.

In den Gründungsjahren des Winzer-Vereins war der Wille zur demokratischen Mitbestimmung besonders stark ausgeprägt. Der Vorstand tagte nahezu in jeder Woche, der Aufsichtsrat monatlich. Und beinahe ebenso häufig wurde eine Generalversammlung sämtlicher Mitglieder einberufen. Es waren schwere Jahre zu überwinden, die Winzer erlebten mehr kleine als große Herbste, und erst das Jahr 1896 brachte wieder einen vollen Ertrag. 400 Fuder Most, also 400.000 Liter, wurden geerntet. Mit den Weinbeständen aus den Vorjahren lagerten in den Kellern nun 700 Fuder Wein. Aber der Weinverkauf lief nur schleppend; die Konkurrenz war hart und der Erlös niedrig, weil die Genossenschaft billig verkaufen musste, damit sie ihren Wein überhaupt abstoßen konnte. Obwohl die ersten 22 Jahre nach der Gründung ein ständiges Auf und Ab waren, verloren Vorstand, Aufsichtsrat und Mitglieder nicht den Mut.

Als Folge eines Rechenfehlers errechnete der damalige Buchhalter im Jahre 1899 einen stattlichen Gewinn von 78.000 Mark, aufgrund dessen die Mitglieder mit ruhigem Gewissen das silberne Stiftungsfest feierten. Die Freude währte allerdings nicht lange. Die Enttäuschung folgte zwangsläufig bei der ersten Revision durch den Genossenschaftsverband Köln, dem die Ahrweiler Winzer beigetreten waren, und die ein Defizit von 90.000 Mark ergab. Das hätte beinahe das Aus für den noch jungen Verein bedeutet. Theodor Knieps, langjähriger Präsident des Vereins, berichtete beim 80-jährigen Bestehen des Vereins im Jahr 1954: "Die Mitglieder wurden anteilmäßig mit dem Verlust belastet und mussten in jedem Jahr ein Zehntel davon abtragen. Das gab Missstimmung und mehr als 20 traten aus dem Verein aus. Dadurch kamen neue Männer ans Ruder. Immerhin dauerte es fast sieben Jahren, bis sich der Verein von diesem Rückschlag erholt hatte.

1899, nach 25-jähriger Präsidentschaft im Ahrweiler Winzer-Verein, wurde Franz-Heinrich Mies von Nikolaus Mies abgelöst. Nach nur fünf Jahren als Präsident übernahm sein Bruder Philipp Mies das Amt des Präsidenten, das er bis 1920 innehatte. Albert Heising, von 1889 bis 1923 Landrat des Kreises Ahrweiler, gründete im Jahre 1902 eine Rotweinverkaufszentrale für den Kreis. Leider war diese als Verkaufshilfe gedachte Einrichtung für die Ahrwinzer nicht von Erfolg gekrönt: 1922/23 ging sie in Liquidation. Weitaus längeren Bestand hatte die ebenfalls 1902 von der damaligen Provinzialverwaltung der Rheinprovinz in Düsseldorf gegründete Provinzial-Wein und Obstbauschule an der Walporzheimer Straße zwischen Ahrweiler und Walporzheim, die spätere Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau, Gartenbau und Landwirtschaft.

1904, zwei Jahre nach Einrichtung der Rotweinverkaufszentrale, baute der Ahrweiler Winzer-Verein trotz einiger Rückschläge die bestehende Remise in einen großen Saal um, wodurch sich der Weinabsatz im eigenen Hause wesentlich erhöhte. Die Jahre gingen ins Land, es wird von Jahren mit 400 Fudern, mit 600 Fudern, aber auch von Jahren mit nur sechs Fudern Ernteergebnis berichtet. Der Erste Weltkrieg, das Goldene Stiftungsfest im Jahr 1924 und die Inflation folgten. Obschon die Verantwortlichen damals darauf bedacht waren, dass der Absatz nicht nur dich Kosten deckte, sondern den Winzern auch einen zumindest bescheidenen Gewinn einbrachte, waren die nächsten Sorgen politisch vorbereitet: Durch zollfreie Einfuhren aus Frankreich, Italien und Spanien kam der Absatz heimischer Weine fast zum Erliegen.

15 Tage vor dem Goldenen Stiftungsfest des Ahrweiler Winzer-Vereins am 26. Juli 1924 wurde der Handelsvertrag mit Spanien freigegeben. Am 12. August 1924, zwei Tage nach dem Stiftungsfest, stand in der Ahrweiler Zeitung ein Artikel über die Situation der Winzer unter der Überschrift: "Der gesamte deutsche Weinbau und Weinhandel vor dem Ruin". Im gesamten Ahrtal kam es zu Protestaktionen, in Bernkastel kam es sogar zum Sturm auf das Finanzamt. Diesem von außen erzeugten Druck auf die deutschen Weinbauern begegnete der Ahrweiler Winzer-Verein mit dem Anbau einer Glas-Veranda an das Restaurant im Jahr 1927; sie sollte den Weinabsatz im eigenen Haus weiter steigern.

Nachdem die 1920er Jahre mit ihrer verlustreichen Inflation überwunden waren, feierten die Winzer das 60. Stiftungsfest ihrer Genossenschaft. Aus diesem Anlass fertigte der Schweizer Holzschnitzer Emil Thormann jr. aus Breinz einen Fassboden, der den damaligen Präsidenten Theodor Knieps und den Holzschnitzer als Wanderburschen darstellt. Emil Thorman studierte an den Kölner Werkschulen und machte bei seinem Onkel, dem Bauunternehmer Peter Braun in der Niederhutstraße in Ferien. Er schnitzte zum Jubiläum den Schutzpatron der St. Sebastianus Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler e.V., St. Sebastianus, in Holz.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Kellerräume nicht nur zur Lagerung von Wein, sondern auch als Schutzbunker für die Bevölkerung verwendet. Wieder waren schwerste Zeiten zu überbrücken; viele Winzer kehrten aus dem Zweiten Weltkrieg nicht an die Ahr zurück.

Nach dem Krieg entwickelte sich der Wein zu einer Art zweiter Währung. Im Jahre 1946 allerdings beschlagnahmte die Militärregierung mehrere tausend Liter Wein. 1948 war das Jahr der Währungsreform, die D-Mark wurde eingeführt. Das traf auch den Winzer-Verein hart. Der Traubenpreise für die Ernte 1947 wurde auf 0,50 Reichsmark festgelegt und nach der Währungsreform auf ein Zehntel herabgesetzt. Im gleichen Jahr wurde Theodor Knieps nach 28 Präsidentenjahren von Mathias Ippendorf im Amt abgelöst.

Ab Anfang der 1950er Jahre ging die Zahl der aktiven Winzer in Ahrweiler zurück. Hatte im Jahr 1945 noch ein Viertel der Bevölkerung als Hauptberuf "Winzer" angegeben, so war es zehn Jahre später nur noch ein Achtel. Es gab zwar noch mehr als 30 Straußwirtschaften in der Stadt, trotzdem wurden immer mehr Weinbergsflächen aus Ahrweiler Lagen an Winzer von der Oberahr verkauft. Bis zum Jahr 1954 ging bei Versteigerungen in 45 Fällen Weinbergsland aus Ahrweiler in den Besitz von Winzern aus Dernau, Rech und Mayschoß über.

Ende 1950 wurde die im Jahr 1927 an das Restaurant angebaute Glasveranda durch den Neubau eines kleinen Saales ersetzt, in dem sich seit 1999 das AhrWeinForum befindet. Ziel war auch hier, den Weinabsatz im eigenen Haus zu erhöhen.

1961 schlossen sich der 1883 in Ahrweiler gegründete Weinbauverein Ahrweiler und der Winzerverein zusammen. Mit dem "Zentral-Winzerverein" hatte es in der Stadt zeitweilig sogar eine dritte Genossenschaft gegeben; bereits in den 1930er Jahren war sie allerdings aufgelöst worden. 1963 stelle sich Präsident Mathias Ippendorf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Um Kosten einzusparen, übernahm der damalige Geschäftsführer Peter Gasper, der dem Winzer-Verein schon seit 1951 als Buchhalter angehörte, das Amt des Präsidenten. 1965 wurde eine neue Lagerhalle gebaut, in der fertig ausgestattete Weinbestände übersichtlich gelagert werden konnten. In dieser Halle kamen außerdem drei stehende Tanks mit insgesamt 70.000 Litern Fassungsvermögen unter. Während dieser Zeit waren im Betrieb bis zu 15 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Jahr 1971 trat ein neues Weingesetz in Kraft, das zahlreiche Veränderungen nach sich zog. Am Samstag, 10. August 1974, wurde in Anwesenheit von viel Prominenz das 100-jährige Bestehen der Genossenschaft gefeiert. Höhepunkt beim Festkommers war die Enthüllung eines von der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler gestifteten Fassbodens durch den damaligen Bürgermeister Rudolf Weltken. Dieser Fassboden ist ein Werk des Mayschosser Bildhauers und Holzschnitzers Erich Knieps.

Nach dem plötzlichen Tod von Peter Gasper im Januar 1975 wurde der Posten des Präsidenten nicht mehr besetzt. Turbulenzen und schwere Krisen folgten; viele Mitglieder verließen deshalb in der Zeit von 1975 bis 1980 die Genossenschaft. Ab 1985 wurde der Betrieb von Grund auf umstrukturiert. Eine Million Mark wurde investiert, um den Betrieb auf den neuesten Stand zu bringen. Unter anderem wurde die Kellertechnik komplett erneuert. Ein Verkaufsraum wurde gebaut, die Abfüllhalle mit neuen Maschinen in den rückwärtigen Bereich des Betriebs verlegt, die Büroräume wurden neu gestaltet. Eingangsbereich und Lagerhalle sind kundenfreundlich hergerichtet, der Gärraum modernisiert und mit Edelstahltanks ausgestattet worden. Der ehemalige Tanzsaal wurde seiner alten Bestimmung gemäß wieder zu einer Lagerhalle umfunktioniert. Etliche Mitglieder leisteten - ähnlich wie zu Gründerzeiten - "Frondienste".

1997 wurde mit der Renovierung der Winzergaststätte begonnen. Nach vielen Jahren der Unzufriedenheit mit den verschiedensten Wirten entschloss sich die Genossenschaft dazu, diesen Wirtschaftsbereich in eigene Verantwortung zu übernehmen. In der ehemaligen Küche wurde eine Weinstube mit 30 Sitzplätzen, vor dem Gebäude wurde eine Gartenterrasse eingerichtet. Am 1. Mai 1999 war Eröffnung. Im ehemaligen Saal wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, der rheinland-pfälzischen Landesregierung sowie dem Kur- und Verkehrsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler das AhrWeinForum errichtet und am 6. August 1999 eröffnet.


Im Jahr 2003 wurden Produktionshalle und Tankraum modernisiert. Im Winter 2006/2007 wurde die 70 Jahre alte Brennerei komplett erneuert und ansprechend gestaltet. Bislang wurden dort Hefe-, Tresterschnäpse und Weinbrand aus eigenem Anbau sowie Apfel- und Birnenbrände aus heimischem Obst erzeugt. Seit der Fertigstellung werden auch Vorführungen und Seminare in der Brennerei angeboten.

Der zuletzt 1987 erneuerte Verkaufsraum der Genossenschaft wurde im Winter 2006/2007 ebenfalls zeitgemäß neugestaltet und auf das anderthalbfache vergrößert. Der Einbau zusätzlicher Fenster brachte mehr Licht in den Raum.

Bei der Generalversammlung im Dezember 2009 wurden Rudi Küls und Karl Gies für 50-jährige, Werner Aberle, Mechthild Bünnagel, Maria Knieps und Christel Knieps für 25-jähre Mitgliedschaft geehrt. Dank galt auch Alfred Nelles, der seit 25 Jahren für die Genossenschaft tätig ist. Natascha Gies und Walter Körtgen wurden von den Mitgliedern bei dieser Versammlung neu in den Aufsichtsrat gewählt; Aufsichtsratsmitglied Martina Münster und Vorstandsmitglied Michael Hewel sind in ihren Ämtern bestätigt worden. Natascha Gies aus Walporzheim wurde in der anschließenden Aufsichtsratssitzung zur neuen Vorsitzenden dieses Gremiums gewählt.

Der vorerst letzte Abschnitt wurde mit der Renovierung der Probierstube und dem Pavillon im Jahr 2014 abgeschlossen. Mit dem Jubiläumsfest anlässlich des 140-jährigen Bestehens im Sommer 2014 eröffnet der Winzer-Verein die neue Probierstube. Bei den Sanierungsarbeiten waren die Bauarbeiter auf den Ziehbrunnen der Wasserburg gestoßen, die im Mittelalter auf dem heutigen Genossenschaftsgelände stand. Der Brunnen wurde freigelegt und kann heute besichtigt werden.

Jubiläumsfeier zum 140-jährigen Bestehen

Rund 250 geladene Teilnehmer feierten am Freitag, 1. August 2014, in einem Festzelt auf dem Hof der Genossenschaft das 140-jährige Bestehen des Ahrweiler Winzer-Vereins. Daneben wurden Fertigstellung des Pavillons und der neuen Probierstube im Keller des ehemaligen Kautenturms gefeiert. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde damit eine weitere bauliche Veränderung vorgestellt. Die Rhein-Zeitung berichtete: "Wo einst der 1811 abgerissene Kautenturm stand, können nun bis zu 25 Gäste über die freigelegte Treppe ins Kellergewölbe hinabsteigen, über den mit Panzerglas abgedeckten Wasserbrunnen laufen und zu Weinproben im stimmungsvollen Ambiente Platz nehmen."[1] Die ehemalige Deutsche Weinkönigin Julia Bertram führte durch das Programm. Glückwünsche sprachen Stadtbürgermeister Guido Orthen, Rudolf Mies, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr eG, Elmar Schmitz, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank RheinAhrEifel eG, Horst Gies als Vertreter des Landrates und Ortsvorsteher von Ahrweiler, Gerhard Kreuter als Vertreter des Gesprächskreises Ahrwein und Andreas Wittpohl, Geschäftsführer des Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V., aus. Martin Spielhoff, Vertreter des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes, zeichnete Edgar Bertram, den Geschäftsführer der Winzergenossenschaft, mit der Silbernen Raiffeisen-Ehrennadel samt Urkunde aus. Bertram sei "ein Glücksfall für die Genossenschaft", sagte Spielhoff, "vor 30 Jahren stand der Ahrweiler Winzerverein am Abgrund. Es ist zum großen Teil Ihre Leistung, dass die Winzergenossenschaft Ahrweiler heute so gut dasteht."[2] Mit einem Festgottesdienst in der Katholischen Pfarrkirche "St. Laurentius" Ahrweiler hatten die Feiern zum 140-jährigen Bestehen der Genossenschaft am späten Nachmittag begonnen. Dechant Jörg Meyrer und Edgar Bertram hielten dabei eine Dialogpredigt. Musikalisch begleitet von der Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler 1910 e.V. zogen die Festgäste anschließend zum Gelände des Winzervereins.[3]

Entwicklung der Mitgliederzahl

2006

Die Weinbauingenieurin Natascha Gies, die von 1984 bis 1986 eine Winzer-Ausbildung in der Genossenschaft absolvierte und anschließend in Geisenheim Weinbau studierte, sowie Mike Harzem, Auszubildender des Ahrweiler Öko-Weinguts Christoph Richter, wurden bei der Generalversammlung im Dezember 2006 als Neumitglieder aufgenommen. Die Gesamtmitgliederzahl erhöhte sich damit auf 62.

Flächenentwicklung

2006

Die von den Genossenschaftsmitgliedern insgesamt bewirtschaftete Fläche wurde im Jahr 2006 um 2,5 auf jetzt 20 Hektar vergrößert. Davon werden drei Hektar von den Mitarbeitern der Genossenschaft bewirtschaftet.

Jahrgänge

2006

Im Jahr 2006 fiel die Lese sehr erfreulich aus - sowohl von der Qualität als auch von der Menge her steht dieser Jahrgang dem "Jahrhundertjahrgang" 2003 in nichts nach.

Umsatzentwicklung

2006

Der Umsatz der Genossenschaft konnte im Jahr 2006 im Vergleich zum Vorjahr abermals leicht erhöht werden - auf nunmehr 900.000 Euro. Sehr zur Freude der 62 Mitglieder, die sich über eine Warenrückvergütung freuen können.

Veranstaltungen

Hoffest der Ahrweiler Winzer-Verein eG

Weitere Bilder

Winzer-Portraits

Historische Fotos

Ambiente

140-jähriges Bestehen 2014

Sonstige Fotos

Siehe auch

Portal "Ahrwein"

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Gabi Geller: 250 Gäste beim Hoffest: Ahrtal ist stolz auf 140 Jahre Winzerverein, rhein-zeitung.de vom 4. August 2014
  2. Quelle: 250 Gäste beim Hoffest: Ahrtal ist stolz auf 140 Jahre Winzerverein, rhein-zeitung.de vom 4. August 2014
  3. Quelle: Thomas Weber: Große Weine aus kleinem Gebiet - Ahrweiler Winzerverein wird 140 Jahre alt. 800 Gäste feiern mit, in: General-Anzeiger vom 4. August 2014