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Are-Künstlergilde e. V. Bad Neuenahr-Ahrweiler

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Die Are-Künstlergilde, kurz auch „Are-Gilde“ genannt, hat ihren Ursprung im Are-Künstlerkreis von 1941. Anfang Februar 1941 fand im Restaurant „Schäfers Steinalt“ in der Niederhutstraße in Ahrweiler ein Zweiergespräch zwischen dem Schriftsteller Ernst Karl Plachner und Otto Sostmann statt, in dem der Plan geboren wurde, einen Bund für die Künstler des Ahrtals zu gründen. Bereits am 15. Februar 1941 gab es im Ratskeller in Ahrweiler die erste Zusammenkunft schaffender Künstler aus dem Tal. Heute gilt die Gilde als älteste rheinland-pfälzische Künstlervereinigung.


Mitglieder

Im Oktober 2014 zählte die Gilde rund 40 Mitglieder – Maler, Bildhauer, Fotografen, Grafiker, Musiker und Schriftsteller.

Verstorbene Mitglieder

Regelmäßige Veranstaltungen

Gründung und Entwicklung

1941 trafen sich im einstigen Weinhaus „Ratskeller“ in Ahrweiler Künstler mit dem Vorsatz, etwas Bleibendes zu schaffen. Sie gründeten den „Ahre-Künstler-Kreis“, der später zur „Are-Künstlergilde“ wurde. Mitgründer waren Franz Steinborn, Ernst Kley und Pitt Kreuzberg. Unter den Gründungsmitgliedern waren neben dem Bürgermeister von Bad Neuenahr auch Lehrer, Musiker und Schriftsteller, jedoch nur ein bildender Künstler. Im Protokoll der Gründungsversammlung heißt es: „Auf Einladung sind erschienen: Studienrat Dr. Heinz Graef, Musikdirektor Bruno Kortemeier, Dr. G. Paffrath, Arzt und Pianist aus Köln, Bildhauer Hans Matschulla, Komponist Johannes Müller, Schriftleiter Alex Plachner, Schriftsteller Ernst Karl Plachner und Schriftleiter i. R. Otto Soestmann. Außerdem ist als Ehrengast Bürgermeister Dr. Dr. Ottendorf, Bad Neuenahr, als Leiter des Kunstkreises Ahrweiler, ein Enkel Karl Simrocks, erschienen.“ Dieses Protokoll und weitere Dokumente aus der Geschichte der Künstlergilde hat einer der Gründer, Ernst Karl Plachner, gesammelt und für das 60-jährige Bestehen der Gilde im Jahr 2001 in einer Chronik zusammengefasst. Schnell kamen neue Mitglieder dazu, wie die Malerin Erika von Roques, der Archäologe Karl Maria Funk, die Malerin Christel Lückers, der Dirigent Josef Keip, die Malerin und Musiklehrerin Marga Plachner-Nückel sowie die Maler Alfons Schädel und Franz Steinborn.

Am 3. August 1941 präsentierten die Künstler im Gartensaal des Kurhauses in Bad Neuenahr bei einer Ausstellung mehr als 100 Gemälde und Plastiken. Hanns Matschulla schickte Bilder aus seinem Fronteinsatz in Russland, meist Szenen aus dem russischen Volksleben. Geplante Ausstellungen in Düren, Frankfurt und Wiesbaden scheiterten 1942 am Nein der nationalsozialistischen Aufsichtsbehörde. In diesem Jahr stellte der Kreis erneut im Gartensaal des Kurhauses aus, unter anderem Werke von Pitt Kreuzberg und Carl Weisgerber. Die beiden waren, ebenso wie Hanns Matschulla und Ernst Kley, die prägenden Persönlichkeiten in den 1940er-Jahren.

Wollten die Gründungsmitglieder der Are-Gilde 1941 im Jahr ihrer Gründung noch Musik, Schreib- und bildende Kunst vereinen, konzentrierte sich die Gruppe schon bald auf Malerei und Plastik. Die ersten Ausstellungen, begleitet von Dichterlesungen, Aufführungen des Kammerchors oder begleitet vom Kurorchester Bad Neuenahr, fanden große Resonanz, aber der Krieg erzwang bald einen Verzicht weiterer künstlerischer Bestrebungen und Pläne. Die Sehnsucht nach Frieden war groß, wie aus der Chronik hervorgeht. Am 3. Januar 1942 heißt es dort: „Sobald Frieden wird auf Erden, veranstalten die Are Künstler ein großes Fest.“

1947 gestattete die französische Besatzungsverwaltung neue Aktivitäten der Gruppe. Unter dem Namen „Are-Künstlergilde“ organisierten nun Maler und Bildhauer Ausstellungen. Mit der Wiedergründung 1947 entfalteten sich auch bislang gebremste Kunststile. Prägend waren in dieser Zeit der Düsseldorfer Maler Carl Weisgerber, der Schalkenmerener Künstler Pitt Kreuzberg und der Ahrweiler Dichter Ernst Karl Plachner. Starke Impulse kamen zudem vom Brohler Maler Josef Krahforst, der Malerin und Designerin Erika von Roques aus Bad Breisig sowie vom Ahrweiler Bildhauer Hanns Matschulla und dem Maler Ernst Kley, der der erste Geschäftsführer der Gruppe wurde.

Die Mitglieder zeigen ihre Werke bei den jährlichen Gemeinschafts- und Einzelausstellungen in der Rhein-Ahr-Eifel-Region und darüber hinaus. Zudem zählt Are-Künstler Johannes Friedrich Luxem in seiner Rückschau „70 Jahre Are Künstlergilde“ im Heimat-Jahresbuch 2011 zu den Aktivitäten an besonderen Orten unter anderem die 1968 im Foyer des Bundestages in Bonn, 1983 im Landtag in Mainz, 1984 bis 1991 die große Jahresausstellungen in Maria Laach, 1996 Galerie Art-Act in Mainz, 1997 die Sammelausstellung „Der Wald“ in Malta, 2004 in Brüssel, 2008 „Wasser bewegt“ in Monschau und 2010 in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker in Ahrweiler zum Kultursommer-Thema „Grenzen“.

In den 1990er Jahren hielten talentierte junge Künstler und neue Genres wie Foto- und Stickkunst Einzug.

Manfred Storn, ein Maler und ehemaliger Kunsterzieher aus Euskirchen, übernahm im Frühjahr 2010 als Nachfolger von Otto Kley die Geschäftsführung. Bei einer außerplanmäßigen Vorstandswahl im September 2010 wurde Storn in diesem Amt bestätigt. Eberhard Marx wurde als Ausstellungsleiter und Dr. Conrad-Peter Joist als Pressereferent bestätigt. Marlies Blettner wurde als Kassenwartin gewählt und Ulrich Schmidt-Contoli als Schriftführer. Otto Kley übernahm das Amt des Veranstaltungsreferenten. Der Präsidentenposten blieb vakant, nachdem sich Edith Kögl nicht mehr zur Wahl stellte. Marlies Blettner, Folkard Gittner, Ulrich Schmidt-Contoli und Peter Gabrian stießen im Jahr 2010 als Mitglieder zur Gilde hinzu, die im Dezember 2010 insgesamt 37 Mitglieder zählte.[2]

Eva-Maria Kreuter, vielseitig engagierte ehemalige Lehrerin und Vorsitzende des Fördervereins für Archäologie und Museumskultur Bad Neuenahr-Ahrweiler e. V., wurde im Januar 2012 zur Vorsitzenden des 28 Mitglieder zählenden Vereins gewählt; ihr Stellvertreter ist Manfred Storn. Damit wurde erstmals nach der neuen Satzung der Are-Gilde ein erster und zweiter Vorsitzender bestimmt, statt des Präsidenten und Geschäftsführers. Marlies Blettner bleibt Schatzmeisterin, Ulrich Schmidt-Contoli Schriftführer, Conrad-Peter Joist Pressereferent, Otto Kley Veranstaltungsreferent und Werner Mertens zweiter Beisitzer. Anstelle von Eberhard Marx, der sein Amt zur Verfügung stellte, wurde Kolja Schäfer Ausstellungsleiter. Dessen früheren Posten des ersten Beisitzers hat Robert Reuter übernommen.[3]

Peter Krebs wurde bei der Jahreshauptversammlung im April 2013 im Restaurant "Vinetum" Walporzheim zum zweiten Vorsitzenden der Are-Gilde gewählt. Er folgte auf Manfred Storn, der das Amt im Herbst 2012 zur Verfügung gestellt hatte. Alle weiteren Vorstandsmitglieder wurden für ein weiteres Jahr in ihren Ämtern bestätigt: Schatzmeisterin Marlies Blettner, Schriftführer Ulrich Schmidt-Contoli, Pressereferent Conrad-Peter Joist, Ausstellungsleiter Kolja Schäfer, Veranstaltungsreferent Otto Kley und Beisitzer Werner Mertens.[4]

Bei der Jahreshauptversammlung im April 2016 hielt die Präsidentin Eva-Maria Kreuter Jahresrückblick – unter anderem auf die Ausstellungen „Nachkriegszeit und Frieden“ in der Synagoge, die themenfreie Ausstellung in der alten Fango-Mühle, Malerei und Skulptur bei den Uferlichtern und die Mitgestaltung der Ahrweiler Freiheitswochen durch eine Ausstellung in der Konzert- und Trinkhalle im Kurpark mit Prosatexten und musikalischen Darbietungen zum Thema Freiheit aus den eigenen Reihen der Künstler. Außerdem habe es eine Vielzahl von Ausstellungen einzelner Künstler in der Stadtbibliothek, der Trinkhalle und der „Galerie im Wochenspiegel“ gegeben. In den neuen Vorstand wurden gewählt: Dieter Breuer, Otto Kley, Eva-Maria Kreuter, Peter Krebs, Werner Grau, Dr. Conrad-Peter Joist, Hans Castelli und Werner Mertens.[5]

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Andrea Simons: Are-Gilde: Jahresausstellung in der ehemaligen Synagoge von Ahrweiler, general-anzeiger-bonn.de vom 15. November 2013
  2. Quelle: Blick aktuell - Sinzig Nr. 51/52-2010
  3. Quelle: General-Anzeiger vom 25. Januar 2012
  4. Quellen: Are-Gilde: Künstlervereinigung sucht Nachwuchs, general-anzeiger-bonn.de vom 16. April 2013, und Rhein-Zeitung vom 27. April 2013
  5. Quelle: Rhein-Zeitung vom 27. April 2016