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Kreissparkasse Ahrweiler

Bäckerei Hilmer Heinrichs (Ahrweiler)

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Haus Heinrichs.jpg
Ahrweiler - Heinz Grates (279).jpg

Der in Rheinbach geborene Konditor Charalambos Chalkidis (* ca. 1974) und seine Lebensgefährtin Michele Göddertz übernahmen im Jahr 2013 von Bäckermeister Hilmer Heinrichs die Bäckerei Hilmer Heinrichs in Ahrweiler. „Schon jetzt wird er der „singende Konditor“ genannt, da Chalkidis Tanzmusik in einer Band macht und während des Rosenmontagszuges singenderweise Berliner unters Volks brachte“, berichtete der General-Anzeiger am 18. April 2013.


Anschrift

Niederhutstraße 5

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stadtteil Ahrweiler)

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Kontakt

  • Telefon 02641 31120
  • Fax 02641 31120

Chronik

Unter der Giebelnase steht des dreigeschossigen Fachwerkhauses eine geschnitzte Figur mit einem Stab. Außerdem ist dort zu lesen, dass das Ehepaar Jakob Fechemer und Sybille Schops dieses Haus im Jahr 1721, also lange nach Stadtbrand am 1. Mai 1689, erbaute. Der männliche Vorname wurde nachträglich fälschlicherweise mit k geschrieben. Schops, der Nachname der Frau, war ebenfalls falsch. Schopp wäre richtig gewesen. Jacob Fechemer und Sibylla Schopp hatten im Jahr 1717, also vier Jahre vor dem Bau des Hauses, geheiratet. Zu ihrem Anwesen gehörten damals auch das sich westlich anschließende heutige Haus Böcker-Ott und die ehemalige Torschänke auf der in Richtung Niedertor gelegenen Seite. Nachdem die Torschänke in den 1970er Jahren abgerissen worden war, enstand an ihrer Stelle ein wuchtiger Neubau, der weiter nach vorne reicht als die ehemalige Torschänke und der die Sicht auf das Niedertor einschränkt. Der Vikar Jacob Hubert Fechemer besaß den westlichen linken und die Bonner Malerfamilie Müller den östlichen rechten Teil dieses stattlichen Anwesens. In dem von ihnen erbauten Fachwerkhaus dazwischen zogen Jakob Fechemer und Sybille Schopp vier Kinder groß.[1]

Um 1770 erhielt Katharina Fechemer, die Gattin des kurkölnischen Appelationsgerichtsrates Müller aus Bonn, den östlichen rechten Teil des Hauses als Mitgift. Mit der Hälfte des Hauses erbte sie auch die Hälfte des dazugehörigen Weinguts. In den Ferien und zur Weinlese bewohnte die Familie Müller immer ihr Haus am Niedertor. Auch der Maler und Kunstschriftsteller Franz Hubert Müller (1784-1835) stammte aus dieser Bonner Familie. Er war zum Galeriedirektor nach Darmstadt berufen worden, zur Ferien- und zur Weinlesezeit war er jedoch immer im Hause Fechemer in Ahrweiler. Er malte damals ein großes auswechselbares Bild für den alten Barockaltar im Chor der katholischen Pfarrkirche „St. Laurentius“, das heute im Chor der Kirche auf der rechten Seite hängt und das die Heiligste Dreifaltigkeit zeigt, wie sie segnend über die Stadt Ahrweiler mit ihren Häusern, Mauern und Toren schwebt. Franz Hubert Müller hatte sieben Kinder, von denen drei Maler bzw. Kupferstecher wurden:

Als Vater Franz Hubert im Jahr 1835 starb, zog die Witwe Müller mit der Familie ganz in ihr Haus am Niedertor in Ahrweiler. Von dort aus malten Andreas und Karl Müller einen Teil der Freskogemälde in der Apollinariskirche in Remagen und von Burg Rheineck. Während ihrer Jugendzeit weilten Andreas und Karl häufig im mütterlichen Haus am Niedertor mit ihren Lehrern Sohn und Schadow sowie weiteren Mitarbeitern und machten das Haus zu einem Treffpunkt für Künstler. Auch die Nazarener Ernst Deger und Franz Ittenbach waren häufig bei der Familie Müller zu Gast.

Eng verwandt und gut befreundet mit der Familie Müller war auch die Bonner Juristenfamilie Kaufmann. Leopold Kaufmann, späterer Oberbürgermeister von Bonn, kam schon als 13-jähriger Gymnasiast nach Ahrweiler, wo er von der Familie Müller freundlichen aufgenommen und von dem nebenan wohnenden Vikar Jacob Hubert Fechemer betreut wurde. Leopolds Bruder Alexander Kaufmann, ein rheinischer Dichter und Verfasser des Liedes St. Peter in Walporzheim, weilte ebenfalls in dem bekannten Haus am Niedertor, ebenso wie sein Lehrer Professor Karl Simrock, Dichter der Rheinlandsagen und Wiederentdecker des Nibelungen- und Gudrunliedes. Mit diesen rheinischen Dichtern war auch Gottfried Kinkel häufig in Ahrweiler. Sein Stammlokal war der Deutsche Hof in Ahrweiler; aber er war auch im Müller-Fechemerschen Haus häufig zu Gast. Was er dort von Land und Leuten des Ahrtals erfuhr, berichtete er 1846 in seinem Buch Die Ahr.

Einem Bericht des Heimatforschers Rektor Dr. Peter Joerres zufolge war die Familie Müller noch im Jahr 1885 im Besitz des Hauses Niederhutstraße 5. Den östlichen Flügel hatte sie zu dieser Zeit aber an den benachbarten Küfer und Gastwirt Cholin verkauft, der so die ehemalige „Torschänke“ erweitern konnte. Nach Westen hin aber vergrößerte die Familie Müller ihren Besitz, indem sie das Haus des ehemaligen Chirurgen Zills (später Jaenisch) erwarb. Dann aber verkauften die auswärts wohnenden Erben Müller dann ihre Fachwerkhäuser an der Niederhutstraße. Der westliche Teil wurde abgerissen; dort befinden sich heute die Geschäftshäuser Böcker-Ott und Jaenisch. In dem heute noch stehenden repräsentativen Fachwerkhaus befindet sich seit 1898 eine Bäckerei

Über dem ersten Stock des Hauses ist die Inschrift „Ein Stückchen Brot, das Dich ernährt, ist mehr als Gold und Silber wert“. Hier handelt es sich um eine Spruchweisheit der Geigenmühle Neerach im Züricher Unterland. Das Haus war 2008/2009 die Residenz der Burgundia Kathrin Heinrichs.[2]

Weitere Fotos

Fußnoten

  1. Quelle: Josef Müller: Hier trafen sich Künstler, Wissenschaftler und Politiker. Interessantes über ein altes Ahrweiler Haus, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1982
  2. Quellen: Infotafel mit einem Text von Hans-Georg Klein, die im Jahr 2008 vom Heimatverein „Alt-Ahrweiler“ e. V. am Gebäude angebracht wurde, außerdem Hans-Georg Klein: Ahrweiler, 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage, Jünkerath: Eifel-Verlag 2016, 64 Seiten, ISBN 978-3-943123-20-3, S. 20, und Heinz Schönewald bei einem Schulungsrundgang mit der Ahrtal-Gästeführer e.V. zum Thema „Inschriften, Hausmarken und Wappensteine in der Ahrweiler Altstadt“ am 11. August 2016, gemäß Protokoll von Helfried Kellerhoff vom 15. August 2016