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CAP-Markt Sinzig

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Der am 9. Juli 2009 eröffnete und zum 31. Dezember 2014 geschlossene CAP-Markt Sinzig war ein Vollsortimenter mit Frische- und Fleischtheke. Bei dem Geschäft handelte es sich – wie auch bei den übrigen CAP-Märkte im Bundesgebiet – um ein Social-Franchising-Unternehmen der Edeka-Gruppe. Deshalb wurde das Geschäft auch von Edeka beliefert. Der CAP-Markt in Sinzig war ein Integrationsbetrieb der St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe GmbH mit neun Mitarbeitern, darunter sechs Menschen mit Behinderung. Wesentliche Aufgabe des Frischemarktes war es, geeignete Arbeitsplätze für Menschen mit geistiger, psychischer oder körperlicher Behinderung zu schaffen, um einen Beitrag zur Inklusion zu leisten. Außerdem sollte der Markt eine Versorgungslücke insbesondere für jene Menschen schließen, die auf ein zu Fuß erreichbares Angebot angewiesen sind. Deshalb befand sich der Markt, der auf einer Verkaufsfläche von 320 Quadratmetern rund 8000 Artikel anbot, im Stadtzentrum von Sinzig.


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Anschrift und Standort

Bachovenstraße 1

53489 Sinzig

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Geschäftsführung

Bärbel Schütte und Peter Wagner

Träger

St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe GmbH

Angebot

Auf 320 Quadratmetern Verkaufsfläche wird mit 8000 verschiedenen Artikeln alles angeboten, was man für den täglichen Bedarf braucht: frisches Obst und Gemüse, Backwaren sowie Fleisch- und Wurstwaren. Neu dazu gekommen ist eine Kaffee-Ecke, in der man fair gehandelten Kaffee genießen kann. Außerdem gibt es Mittagssnacks.

Gründung und Entwicklung

Am 2. November 1952 übernahmen Heribert und Irma Schütte den Tante-Emma-Laden, den etwa 75 Jahre zuvor als Kolonialwaren-Laden gegründeten Laden der Familie Classen.[1] Edeka Schütte, wie der Laden nun firmierte, war zu dieser Zeit eines von 33 Lebensmittel-Geschäften in der Barbarossastadt. Anfangs verkauften Schüttes eine Flasche Rotwein für 95 Pfennig, eine Flasche Vermouth für 1,28 Mark, und Margarine gab´s für 54 Pfennige das Pfund. Nach einem Familienrezept eingelegte „Heringe nach Hausfrauenart“ waren die Spezialität des Hauses. Die kosteten 15 Pfennige pro Stück, und darauf gab es dann noch einmal in Rabattmärkchen drei Prozent Rabatt.

Alle paar Jahre wurde das Geschäft erweitert und modernisiert. Zum bislang letzten Mal sind die Räumlichkeiten 1997 unter der Regie von Dieter und Bärbel Schütte umgebaut worden, die das Geschäft inzwischen übernommen hatten. Die 320 Quadratmeter Verkaufsfläche wurden neu aufgeteilt und den Anforderungen an ein Frische-Depot mitten in der Stadt angepasst. Viel Neues brachte Familie Schütte in den zurück liegenden Jahrzehnten in die Barbarossastadt. Mit seinem „Kalte-Platten-Service“ war Heribert Schütte der Erste von Sinzigs Lebensmittel-Händlern mit einem derartigen Angebot.

Es folgten Tiefkühltruhe, Getränke-Shop und Frischfleisch-Abteilung, eine Obst-Gemüse-Selbstbedienungswaage und ein Schau-Backofen in der Brotabteilung. Die Warenlieferung ins Haus, die Heribert Schütte in den Anfangsjahren noch nach Geschäftsschluss mit der Handkarre erledigte und die danach mit einem „Geschäftsfahrrad“ erfolgte, wurde später per Lieferwagen erledigt.

Im Januar 2009 schloss Edeka Schütte. Die "Aktion Mensch" und der Caritasverband machten es möglich, dass der Markt erhalten blieb. Am 9. Juli 2009 wurde er wieder eröffnet - mit einem integrativen Konzept.[2] In einem sogenannten "CAP-Markt" - abgeleitet von "Handicap" - wurden dort neben fünf herkömmlichen Arbeitsplätzen vier weitere für Menschen mit Behinderung geschaffen. Durch eine Kooperation der St. Raphael Caritas Altenpflege und Behindertenhilfe (CAB) als Franchisingnehmer mit der Edeka-Gruppe wurde die Basis für den Neuanfang gelegt. Auch die Finanzierung stand – jedenfalls für fünf Jahre. In diesem Zeitraum stellte die „Aktion Mensch“ 250.000 Euro zur Verfügung, die Caritas beteiligte sich mit mehr als 200.000 Euro. Träger sind die Intec & Reha GmbH und die St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe GmbH (http://www.caritas-zentren.de).

Mit dem Sinziger CAP-Markt eröffnete der fünfte derartige Markt in Rheinland-Pfalz und der erste Markt im Kreis Ahrweiler. Der erste CAP-Markt wurde im Jahr 2001 eröffnet.

Zum Beginn des Jahres 2014 übernahm die zu dieser Zeit 46-jährige Sylvia Mies die Leitung des Marktes, nachdem die bereits mehrere Jahre lang stellvertretende Marktleiterin gewesen war. Die gebürtige Sinzigerin arbeitete bereits seit mehr als 30 Jahren in den Räumen des CAP-Marktes. Ab 1982 hatte sie im damaligen Edeka-Markt Schütte ihre Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau absolviert und gehörte bereits bei der Eröffnung des CAP-Marktes im Jahr 2009 zum Team.[3]

Im Juli 2014 wurde das fünfjährige Bestehen des Marktes gefeiert. Sechs Menschen mit Beeinträchtigung sind zu dieser Zeit in dem Markt beschäftigt. Blick aktuell - Sinzig berichtete in seiner Ausgabe 28/2014:

Mittlerweile ist der Lebensmittelmarkt der St. Raphael CAB aus der Sinziger Innenstadt nicht mehr wegzudenken, denn mit dem Integrationsbetrieb hat sich ein innovatives Vorhaben für den Landkreis Ahrweiler bestens etabliert: Versorgungslücken für Menschen, die auf ein zu Fuß erreichbares Angebot angewiesen sind, werden geschlossen und zudem werden geeignete Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen. ... In den vergangenen fünf Jahren hat sich in dem Frischemarkt vieles verändert. Sowohl die Optik als auch das Sortiment wurde stetig verbessert und den Wünschen und Erwartungen der Kunden angepasst. So bietet der zentrumsnah gelegene CAP-Markt in Sinzig auf einer Verkaufsfläche von 320 Quadratmetern ein Vollsortiment mit rund 8.000 Artikeln. Neben der großen Auswahl und einem hohen Anteil von Frischeprodukten stehen vor allem ausgewählte Produkte aus der Region häufig im Mittelpunkt.

Mehr als 8000 Artikel werden auf 320 Quadratmetern Verkaufsfläche angeboten. Da die Anschubfinanzierung für die ersten fünf Jahre - insgesamt 450.000 Euro - nun fehlt, kämpft der Laden nach fünf Jahren jedoch um sein Überleben, bestätigte Marktleiterin Sylvia Mies der Rhein-Zeitung (RZ). Ein Grund dafür seien Umzug und Erweiterung des REWE-Marktes Sinzig. Aus Rentabilitätsgründen war ca. Anfang 2013 bereits die Frischfleischtheke geschlossen worden; damit fielen auch Arbeitsplätze weg. Während die Belegschaft zu Beginn aus 13 Mitarbeitern bestand, sind es Mitte 2014 nur noch sechs Mitarbeiter mit Handicap und drei Angestellte ohne Behinderung. Carsten Heinz, Michaela Braun, Helga Zug und Marktleiterin Sylvia Mies sind seit der ersten Stunde des CAP-Marktes mit dabei. Stellvertretender Marktleiter ist Frank Volberg. Sylvia Mies, Helga Zug und Bärbel Schütte, die ehemalige Marktleiterin und Schwiegertochter der ehemaligen Inhaberfamilie Schütte, heißen alle mit Geburtsnamen Marhöfer und sind Schwestern. Sylvia Mies und Helga Zug absolvierten einst bei Edeka Schütte ihre Ausbildung. "Einige der Mitarbeiter haben eine Lese- und Rechtschreibschwäche, eine Hörbehinderung, psychische Erkrankungen oder sind durch schwere Krankheiten so stark in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, dass sie auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance hätten", berichtete die RZ. Nach wie vor verfügt der Markt aber über Bio-Ecke, Fair-Trade-Abteilung sowie viele regionale und lokale Produkte.[4]

Am Dienstag, 18. November 2014, teilte die Geschäftsführung der St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe GmbH (St. Raphael CAB) der Presse mit, dass der CAP-Lebensmittelmarkt in Sinzig zum 31. Dezember 2014 geschlossen wird. Gründe für diese Entscheidung seien rückläufige Kundenzahlen, sinkender Umsatz und zunehmender Wettbewerbsdruck aufgrund der Eröffnung von Kaufland Sinzig im November 2010 und der Eröffnung des neuen REWE-Marktes Sinzig im August 2013. Jörg Klärner, Geschäftsführer der St. Raphael CAB, sagte, das Geschäft habe seit seiner Grünung im Jahr 2009 in keinem Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis realisieren können. "Insgesamt haben die Kunden den Markt nicht so frequentiert, wie es nötig wäre, um nicht dauerhaft in die Verlustzone zu geraten", erklärte Klärner.[5]

Siehe auch

Mediografie

Hildegard Ginzler: Sommertour durch den Kreis Ahrweiler: Andrea Nahles macht im Sinziger CAP-Markt Station, general-anzeiger-bonn.de vom 21. Juni 2013

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 19. November 2002
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 23. Mai 2009
  3. Quelle: Der CAP-Markt in Sinzig steht unter neuer Leitung - Sylvia Mies führt seit Januar den Integrationsbetrieb der St. Raphael CAB, in: Rhein-Zeitung vom 15. Februar 2014
  4. Quelle: Judith Schumacher: CAP-Markt hat Existenzsorgen - Integrationsbetrieb in der Sinziger Innenstadt feiert fünfjähriges Bestehen, in: Rhein-Zeitung vom 10. Juli 2014
  5. Quelle: Viktor Franke: Zu viel Wettbewerbsdruck und sinkende Kundenzahlen - In Sinzig schließt der Cap-Markt, general-anzeiger-bonn.de vom 19. November 2014