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Eveline Lemke

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Titelseite von Lemkes Buch Politik hart am Wind – GRÜNE Perspektiven für ein gutes Leben (2016)
auf einem Elektro-Roller der E-bility GmbH Remagen
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Mit dem Eifelkrimi-Autor Jacques Berndorf
Eveline Lemke kurz nach ihrer Wahl zur Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen Rheinland-Pfalz für die Landtagswahl 2011 - zusammen mit Cem Özdemir (Mitte) und Daniel Köbler (links).
Beim Contergan-Solidaritätsfest "Nobody's perfect" im Sinziger Schloss
Ministerin Lemke bei der Eröffnung des TÜV Rheinland Kompetenzzentrums Gesundheitsmanagement im September 2012 in Bad Neuenahr.

Eveline Lemke (* Juni 1964) aus Bad Bodendorf verhalf den Grünen bei der Landtagswahl 2011, kurz nach der Kernreaktor-Katastrophe im japanischen Fukushima, gemeinsam mit Daniel Köbler zu einem fulminanten Comeback im rheinland-pfälzischen Landtag – mit 15,4 Prozent und 18 Sitzen. Danach wurde sie in einer rot-grünen Koalition die erste grüne Wirtschaftsministerin in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und stieg zur stellvertretenden Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz auf. Fünf Jahre später, bei der Landtagswahl 2016, stürzten die Grünen mit ihrem Spitzen-Duo Lemke/Köbler ebenso spektakuläre ab. Nur mit allergrößter Mühe schafften sie es über die Fünf-Prozent-Hürde. Die Grünen wollten die Wahlverliererin nicht noch einmal zur Ministerin machen. So wurde Lemke einfache Abgeordnete und musste sich mit dem Amt als Fraktionssprecherin für Bildung und Wissenschaft begnügen.[1]


Vita

Eveline Lemke, 1964 in Norddeutschland geboren, wuchs in einem sozialdemokratisch geprägten Milieu auf. Ihr Vater Dietrich Lemke war Vorsitzender der GEW in Hamburg. Onkel Willi Lemke war Senator für Bildung und Wissenschaft in Bremen; heute ist er UNESCO-Sportbeauftragter.

Im Juli 1981 machte sie ein High-School-Diplom in Burlington (Vermont)/USA. Ihr deutsches Abitur erwarb Lemke im Juni 1984 am Gymnasium Bramfeld/Hamburg. Es schloss sich eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin in den Sprachen Englisch und Spanisch an der Staatlichen Fremdsprachenschule Mittelweg/Hamburg-Rotherbaum an. Anschließend arbeitete sie bis Mai 1987 als Kauffrau im Groß- und Außenhandel in Hamburg.

Von Juli 1987 bis November 1991 arbeitete Lemke als Assistentin der Geschäftsführung der DEUMU Deutsche Erz- u. Metall-Union GmbH, wo sie auch für Projektarbeit in Datenverarbeitung und Organisation eingesetzt wurde.

Nach einem Studium der Betriebswirts- und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Hannover und Hagen in ihrer Familienpause studierte sie Umweltmanagement. Ihren beruflichen Wiedereinstieg als kaufmännische Angestellte fand sie von März 2000 bis August 2005 bei Bündnis 90/Die Grünen im Hochtaunus-Kreis. Im Netzwerk Verband für Wirtschaft und Umwelt war sie von 2001 bis 2007 mit ELZ – Büro für betriebliche Beratung – als Unternehmensberaterin tätig.[2]

Seit 1995 ist Eveline Lemke bei Bündnis 90/Die Grünen aktiv. Von 2001 bis 2005 war sie Fraktionsvorsitzende in der Gemeindevertretung Neu-Anspach und Mitglied im Kreistag. Im Jahr 2005 zog sie von Hessen in den Westerwald. Von Mai 2006 bis Dezember 2007 war sie Mitglied im Kreisvorstand Altenkirchen. Im Juni 2008 wurde sie als Beisitzerin in den Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen - Kreisverband Ahrweiler gewählt.

Im November 2006 wurde Eveline Lemke (zu dieser Zeit noch Eveline Lemke-Ziebeil) zur Sprecherin des Grünen Landesverbands Rheinland-Pfalz gewählt; dieses Amt trat sie zeitgleich mit ihrem Co-Sprecher Nils Wiechmann an.[3] Zu dieser Zeit befand sich die Landespartei in einer schweren Krise, da sie ein halbes Jahr vorher den Wiedereinzug in den Landtag verpasst hatte. Im November 2008 bestätigte die Landesdelegiertenversammlung Lemke in ihrem Amt als Sprecherin. Von da an arbeitete sie mit Daniel Köbler als Co-Sprecher zusammen.[4] Am 18. Juni 2011 gab Eveline Lemke das Sprecherinnenamt ab und wurde in den Parteirat von Bündnis 90/Die Grünen in Rheinland-Pfalz gewählt.

Für „in langjährigem Wirken erworbene besondere Verdienste um die Pflege und Entwicklung des Sports“ konnte Eveline Lemke im November 2008 Urkunde und Sportplakette von Bundespräsident Horst Köhler entgegennehmen. Als Noch-Vorsitzende des Sportvereins in ihrem ehemaligen Wohnort Kirchen war sie im Jahr zuvor unter anderem für den Bau eines Vereinsheims verantwortlich. Das Bauvolumen betrug 750.000 Euro – ausschließlich für das Material. Der rheinland-pfälzische Innenminister Karl-Peter Bruch betonte bei der Übergabe in Oppenheim die herausragenden ehrenamtlichen Leistungen des Kirchener Sportvereins für Gesundheit und Allgemeinwohl. In den vorhergehenden Jahren baute Lemke außerdem – zusammen mit elf anderen Vereinen – im Westerwald ein Nordic-Walking-Netzwerk auf und rief in ihrem Sportverein Vormittags- und Klettersportangebote ins Leben.

Als Tochter eines Sportlehrers wurde Eveline Lemke mit dem Sport groß. Sie erwarb Übungsleiterscheine beispielsweise für Aerobic und den „Pluspunkt Gesundheit“ des Deutschen Turnerbunds sowie für Nordic Walking. Um selbst fit zu bleiben, arbeitete sie 15 Jahre lang nebenbei als Trainerin. Mit ihren Step-Aerobic-Gruppen wurde sie zweimal hessische Vizemeisterin im Fit-Step-Aerobic. Dann gab sie die Übungsleitung zugunsten ihrer Arbeit als Sportvereinsvorsitzende ab.

Im Frühjahr 2010 wurde Eveline Lemke von Bündnis 90/Die Grünen - Kreisverband Ahrweiler – neben Wolfgang Schlagwein und Claudia Laux – als Kandidatin für die Landesliste zur Landtagswahl 2011 nominiert. Im März 2010 wurde sie einstimmig zur Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen - Kreisverband Ahrweiler gewählt.

Am 5. Juni 2010 wurde Eveline Lemke im Bürgerhaus von Mainz-Hechtsheim zur Spitzenkandidatin der rheinland-pfälzischen Grünen für die Landtagswahl 2011 gewählt.

Bei einer Landesdelegiertenversammlung am 11. September 2010 in Oppenheim wurde Lemke mit 141 von 165 gültigen Stimmen (86,5 Prozent) in ihrem Amt als Landessprecherin bestätigt. Damit erzielte die vierfache Mutter aus Bad Bodendorf, die ohne Gegenkandidatin antrat, ihr bis dahin bestes Ergebnis.

Am 25. Oktober 2010 wurde Lemke in der Winzergaststätte Bad Bodendorf einstimmig zur Direktkandidatin der Grünen für den Landtagswahlkreis 13 gewählt.

Am 12. März 2011 wurde Eveline Lemke zur Präsidentin des Leichtathletik-Verbandes Rheinland gewählt.

Am 27. März 2011 wurde Eveline Lemke in den rheinland-pfälzischen Landtag gewählt.

Am 18. Mai 2011 von Ministerpräsident Kurt Beck zur Wirtschaftsministerin und Vize-Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz ernannt.

Am 14. Februar 2012 und am 11. September 2014 wurde Lemke als Sprecherin des Kreisverbands Ahrweiler von Bündnis 90/Die Grünen bestätigt.

Wenige Tage nach der Landtagswahl 2016 zog Eveline Lemke, bis zur Landtagswahl Wirtschaftsministerin und Vize-Ministerpräsidenntin von Rheinland-Pfalz, Konsequenzen aus dem desaströsen Wahlausgang. In einer Erklärung nannte sie das Wahlergebnis eine „herbe Enttäuschung“. Als Spitzenkandidatin stehe sie als Person für das Wahlergebnis ein und ziehe sich aus einer führenden Rolle bei den anstehenden Koalitionsgesprächen mit den anderen Parteien zurück. Damit dürften ihre Chancen stark gesunken sein, in einem Bündnis von SPD, FDP und Grünen erneut die Verantwortung für ein Ministeramt übertragen zu bekommen, berichtete die Rhein-Zeitung am 19. März 2016.

Nach der Landtagswahl war Lemke Mitglied des Landtags von Rheinland-Pfalz.

Am 19. Dezember 2016 wurde Eveline Lemke von Senat und Hochschulrat der privaten Karlshochschule International University in Karlsruhe einstimmig für acht Jahre zur Präsidentin gewählt. Bis 31. März 2025 sollte ihr Arbeitsvertrag laufen. Bis Ende März 2017 leitet sie die Hochschule kommissarisch und ehrenamtlich. Zum März-Ende 2017 will sie ihr Mandat als Landtagsabgeordnete dann niederlegen, um zum 1. April 2017 ihr Amt als Hochschul-Präsidentin anzutreten.[5]

„Lemkes Unikarriere startet mit Misstönen“, titelte die Rhein-Zeitung (RZ) am 19. Januar 2017 auf ihrer Rheinland-Pfalz-Seite: „Lemke wird Präsidentin ohne abgeschlossenes Hochschulstudium, obwohl die geltende Grundordnung etwas anderes vorsieht,“ hieß es in einem Beitrag des Mainzer RZ-Korrespondenten Dietmar Brück. Lemke habe „etliche Semester an der 'Hochschule des Lebens' absolviert, doch ein abgeschlossenes Studium sucht man in ihrer Vita vergebens.“ In dem Lebenslauf, den die Karlshochschule veröffentlicht hat, sei daher auch nur von einem „Studium der Betriebs- und Volkswirtschaft an der Universität Hannover (Vordiplom) und der Fortsetzung ihrer Studien auch zur Umweltökonomie an der Universität Hagen“ die Rede. Auf ihrer eigenen Homepage verschleiere Lemke, „dass sie es nie zu akademischen Weihen gebracht hat.“ Bis zum Abend des 18. Januar 2017 habe sie dort nach dem Vordiplom eine „Abschlussprüfung in BWL“ aufgeführt. „Das suggerierte einen Studienabschluss“, so Brück, „dabei handelte es sich aber nur um eine mittelgroße Teilprüfung.“ Am Abend habe Lemke den Eintrag geändert. Unter diesen Voraussetzungen hätte Lemke an einer staatlichen Uni „keine Chance gehabt, Hochschulpräsidentin zu werden.“ Dort hätte sie für ein solches Amt gemäß Landeshochschulgesetz „Professorin sein, zumindest aber über ein abgeschlossenes Studium verfügen müssen – in Kombination mit einer mehrjährigen leitenden Tätigkeit insbesondere in den Bereichen Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Verwaltung oder Rechtspflege.“ Private Hochschulen seien an diese Vorgaben zwar nicht gebunden; die Karlshochschule habe aber genau diesen Passus in ihre Grundordnung übernommen. Bei dem Beschluss von Senat und Hochschulrat der Karlshochschule vom 19. Dezember 2016, Lemke zur Präsidentin zu ernennen, handele es sich deshalb, wie Brück folgert, „um einen Verstoß gegen die eigene Grundordnung.“ Heinz-Ulrich Schmidt, Vorsitzender des Hochschulrats, entgegnete gegenüber der Rhein-Zeitung der Senat habe mit seinem Votum für Lemke, die Grundordnung der Karlshochschule „implizit“ geändert. Die Grundordnung werde „in nächster Zeit geändert.“[6]

Ende Juni 2017, ein halbes Jahr nach ihrem Amtsantritt, trennten sich Lemke und die private Karlshochschule in Karlsruhe als ihr neuer Arbeitgeber wieder voneinander. Die Rhein-Zeitung berichtete:

Von der Hochschule heißt es in einer Erklärung, dass es „grundlegend verschiedene und nicht vereinbare Ansichten über das Führungskonzept und die langfristige Positionierung“ gibt. Man bedauere „zutiefst den nicht überbrückbaren inhaltlichen Dissens“. Eveline Lemke äußerte sich dazu gleichlautend. ... Über genaue Gründe schweigen sich beide Seiten aus. ... Noch im Januar 2017 hatte sie Heinz-Ulrich Schmidt, der Vorsitzende des Hochschulrates, als „Glücksfall“ bezeichnet. ... In Karlsruhe wird zugleich betont, dass die Trennung von Lemke nichts mit ihrem fehlenden Studienabschluss zu tun habe.[7]

Video

Weitere Fotos

Veröffentlichung

Eveline Lemke: Politik hart am Wind – GRÜNE Perspektiven für ein gutes Leben, 208 Seiten, München: Oekom Verlag 2016, ISBN 978-3-86581-846-1, 24.95 Euro[8]

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Dietmar Brück: Paukenschlag: Lemke verlässt Landespolitik – Frühere Wirtschaftsministerin wird Präsidentin an Privatuniversität - „Ich bleibe nicht lange an der falschen Stelle“, in: Rhein-Zeitung vom 20. Dezember 2016
  2. Angaben zu ihrer Person auf ihrer Homepage, abgerufen am 3. April 2011
  3. Joachim Winkler: Nils Wiechmann und Eveline Lemke-Ziebeil gewählt. Die Grünen suchen neue Wege; Rhein-Zeitung vom 27. November 2006.
  4. Bündnis 90/Die Grünen Rheinland-Pfalz: Landesvorstand
  5. Quelle: Dietmar Brück: Paukenschlag: Lemke verlässt Landespolitik – Frühere Wirtschaftsministerin wird Präsidentin an Privatuniversität - „Ich bleibe nicht lange an der falschen Stelle“, in: Rhein-Zeitung vom 20. Dezember 2016
  6. Quelle: Dietmar Brück: Lemkes Unikarriere startet mit Misstönen – Grüne wird Präsidentin ohne Hochschulabschluss – Grundordnung fordert anderes – Lebenslauf legte Abschluss nah, in: Rhein-Zeitung vom 19. Januar 2017, siehe auch: Andreas Müller: Grüne Ex-Ministerin Eveline Lemke – Hochschulchefin ohne Studienabschluss, stuttgarter-zeitung.de vom 17. Januar 2017
  7. Quelle: Dietmar Brück: Präsidentschaft weg: Lemkes Blitzabsturz – Nach nur sechs Monaten ist für die Chefin der privaten Karlshochschule Karlsruhe schon Schluss, in: Rhein-Zeitung vom 7. Juli 2017
  8. Siehe auch: Victor Francke: Eveline Lemke zieht Bilanz: Politik hart am Wind, general-anzeiger-bonn.de vom 5. Dezember 2016