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Kreissparkasse Ahrweiler

Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer des Lagers „Rebstock“ (Dernau)

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Die Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer des Lagers „Rebstock“ in den Weinbergen oberhalb von Dernau geht auf die Initiative zur Erhaltung des Andenkens an die KZ-Außenstelle Dernau zurück, die im Jahr 1985 befürchtete, dass mit der damals laufenden Flurbereinigung die Erinnerung an die KZ-Außenstelle „Lager Rebstock“ getilgt wird. Denn im Zuge dieser Flurbereinigung wurde der Bahndamm beseitigt, auf dem einst die Häftlingsbaracken standen.


Geokoordinaten und Standort

Breitengrad: 50.52812 | Längengrad: 7.03725

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Die Staatsanwaltschaft Koblenz eröffnete damals ein Verfahren wegen „Mordes gegen unbekannt“. Bei den Ermittlungen förderte sie zwar etliche Fakten zutage, die Ermittlungen wurden aber 1992 ohne direkte Ergebnisse eingestellt. Nebeneffekt: Abseits des zwischen Dernau und Rech verlaufenden Rotweinwanderweges ist eine kleine Gedenktafel angebracht worden.[1] Die unscheinbare, kaum wahrzunehmende blasse Steinplatte, in die Weinbergsmauer eingelassen und weit über Augenhöhe angebracht, fällt dem Spaziergänger oder Besucher nicht ohne Weiteres auf. Auf dieser Gedenktafel heißt es:

Zum Gedenken an das Außenlager des KZ Buchenwald 21.8.1944 - 13.12.1944 und allen Opfern des Nationalsozialismus - den Lebenden eine Mahnung

Die Gedenktafel befindet sich an der alten Strategischen Bahn Neuss - Kreuzberg - Metz, wenn man den Bahnhof Dernau in Richtung Rech verlässt. Am Ausgang von Dernau sieht man rechts am Hang zwei übereinander liegende Stützmauern der alten Strategischen Bahn Neuss - Kreuzberg - Metz, dort verläuft ein Weg von Dernau nach Rech. Dieser Weg liegt unterhalb des Rotweinwanderwegs. Schilder oder andere Hinweise gibt es dort nicht. Man schaut auf die beiden alten Eisenbahnstützmauern, dann ist die Gedenktafel links an der oberen Stützmauer zu sehen. Oder man folgt dem alten Bahndamm von Dernau; dann ist die in etwa zwei Metern Höhe hängende Gedenktafel am Ende der Stützmauer zu sehen.

Dabei war der damals 42 Jahre alte Dernauer Bürgermeister und CDU-Landtagsabgeordnete Wilhelm Josef Sebastian im Gemeinderat Dernau zunächst mit seinem Antrag gescheitert, an der Stelle, an der einst die Häftlingsbaracken standen, eine Gedenktafel anzubringen. Neun von 14 Ratsmitgliedern votierten am 3. Februar 1987 gegen eine solche Tafel. „Neun Tage und etliche Leserbriefspalten später wurde aus dem mehrheitlichen Nein ein einstimmiges Ja“, erinnerte Günther Schmitt im General-Anzeiger vom 30. September 2017. Sebastian ließ den Gemeinderat wissen, dass er die Gedenktafel notfalls aus eigener Tasche bezahlen würde. Und das tat er vor 90 Zuhörern im Ratssaal; und dagegen wollten die Ratsmitglieder öffentlich nicht angehen. Sebastian zitierte damals aus der Rede, die Bundespräsident Richard von Weizsäcker anlässlich des 40. Jahrestages des Kriegsendes gehalten hatte: „Wir müssen den Jüngeren helfen zu verstehen, warum es lebenswichtig ist, die Erinnerung wachzuhalten.“ Damit erzielte Sebastian die erhoffte Wirkung: Der Antrag: „In Abänderung seiner Entscheidung vom 3. Februar 1987 stimmt der Rat der Gemeinde Dernau der Errichtung einer Gedenktafel für die Häftlinge des KZ-Außenlagers in Dernau zu“ wurde vom Gemeinderat angenommen.[2]

Bis zur Einweihung einer deutlich sichtbaren und wirklich angemessenen Erinnerungsstätte Lager „Rebstock“ in Marienthal sollte dann aber noch einmal ein Vierteljahrhundert vergehen.

Siehe auch

Mediografie

Gedenktafel erinnert an KZ-Außenlager, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1989
  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 14. Juni 2013
  2. Quelle: Günther Schmitt: Der lange Weg zur Gedenkstätte – Info-Pavillon zum KZ-Außenlager eröffnet im November in Dernau, general-anzeiger-bonn.de vom 29. September 2017