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Gerhard Marcks

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Bundeskanzler Helmut Schmidt empfing den Bildhauer Prof. Gerhard Marcks anlässlich Aufstellung der von Marcks geschaffenen Skulptur „Albertus Magnus“ am 11. Januar 1977 im Bundeskanzleramt in Bonn.
Das vielleicht am häufigsten fotografierte Werk von Gerhard Marcks: Die Skulptur „Bremer Stadtmusikanten“

Der Bildhauer und Grafiker Gerhard Marcks (* 18. Februar 1889 in Berlin; † 13. November 1981 im St.-Josef-Krankenhaus Burgbrohl) ist einer der bedeutendsten Künstler, die je im Kreis Ahrweiler lebten. Zehn Jahre lang wohnte der gebürtige Berliner zu Füßen der Ruine der Burg Olbrück in Hain. Anfang der 60iger-Jahre, nach einem Besuch bei seinem Freund Paul Martini, der ein Ferienhaus in Galenberg besaß, hatte Marcks beschlossen, seinen Wohnsitz von Köln nach Hain zu verlegen. Obwohl Marcks erst 1970, im Alter von 82 Jahren, in den Kreis Ahrweiler kam, entfaltete er hier noch ein sehr fruchtbares Schaffen, indem er in einer Vielzahl von Lithographien und Ölkreidezeichnungen die Eifellandschaft festhielt. Anlässlich des 25. Todestags von Gerhard Marcks im Jahr 2006 wurde in Hain ein Platz nach ihm benannt. Und auf einer Basalt-Stele wurde dort eine Reliefplatte mit einem Portrait des Künstlers eingefasst. Die Plakette ist eine Arbeit des Grafikers Paul Dümpelmann.


Vita

Gerhard Marcks ist am 18. Februar 1889 in Berlin geboren worden. Ab 1918 lehrte er an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Berlin. Bereits im Jahr danach wurde er an das Staatliche Bauhaus in Weimar berufen. Ab 1920 leitete Marcks die Bauhaus-Töpferei in Dornburg/Saale. Am 15. September 1925 wurde er als Lehrer der Bildhauerklasse an die Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle berufen. 1928 ist er dort Direktor geworden. 1933 wurde Marcks von der Kunstschule entlassen. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten 86 seiner Arbeiten und diffamierten fünf seiner Werke in der Ausstellung „Entartete Kunst“. Außerdem erhielt Marcks Ausstellungsverbot. 1944 wurde in Berlin ein großer Teil seiner Werke bei Bombenangriffen zerstört. Im selben Jahr fiel Marcks‘ Sohn Herbert.

Ab 1950 arbeitete Gerhard Marcks dann freischaffend in Köln-Müngersdorf, wo ihm die Stadt ein Haus zur Verfügung gestellt hatte. Für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München gestaltete Marcks die Rückseite der Siegermedaillen – mit einer Abbildung der antiken Halbbrüder Kastor und Polydeukes, die bei den Griechen als Schutzpatrone der Kampfspiele und Freundschaft galten.

Die Jahre in Hain

Über eine freundschaftliche Verbundenheit mit der Familie Martini, die seit Generationen ein Wochenendhaus in Galenberg besaß, lernte Gerhard Marcks die Eifel und das Brohltal kennen - und lieben. Der Architekt Peter Martini vermittelte ihm ein Grundstück in Hain, auf das Marcks ein Haus bauen ließ.

In Hain wandte sich Marcks einer neuen Technik zu: Während er Landschaften zuvor mit dem Zeichenstift oder per Holzschnitt festhielt, entdeckte er dort neue künstlerische Möglichkeiten beim Zeichnen mit wachshaltiger Ölkreide. „Mit Hilfe der Ölkreide stellte er die herbe Schönheit unserer Heimat im Wechsel der Jahreszeiten sensibel und nuancenreich dar“, stellte der Oberzissener Heimatforscher Hans Schmitz im Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler für das Jahr 1995 fest. Marcks selbst schrieb einmal über seine Ölkreide-Malerei: „Ich versuche, die ewig wechselnde Stimmung der Stunde zu erhaschen, nach wiederholter Beobachtung der Situation, vergleichbar etwa dem Jäger, und durchaus ohne vergewaltigende Abstraktion... Nach etwa 2-3 Stunden ist das Bild fertig, als Gedächtnis-Impression."

Anlässlich des 90. Geburtstages von Gerhard Marcks im Jahr 1979 gab es eine öffentliche Feier in Köln, an der unter anderen der damalige Bundespräsident Walter Scheel teilnahm. Marcks selbst aber, zu dieser Zeit noch in guter gesundheitlicher Verfassung, zog es vor, seinen Geburtstag in Hain zu feiern. Der damalige Bürgermeister von Niederdürenbach, Johann Radermacher, sprach ihm die Glückwünsche der Ortsgemeinde aus, und das Blasorchester Brohltal e.V. musizierte.

Marcks' Nachlass

Marcks‘ schriftlicher Nachlass wird heute im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg aufbewahrt. Das Gerhard-Marcks-Haus in Bremen verwaltet seinen künstlerischen Nachlass und zeigt ihn in verschiedenen Ausstellungen. Marcks selbst hatte sich das alte klassizistische Torhaus bei einem seiner Bremen-Besuche Ende der 1960er Jahre als künstlerische Nachlassstätte ausgesucht. 1969 übertrug er der Trägerin des Hauses, einer Stiftung, einen großen Teil seiner Kunstwerke. Durch Nachstiftungen Ankäufe, Schenkungen und Archivgüsse wurde der Bestand an plastischen Werken bis heute auf 430 Arbeiten erweitert.

Siehe auch

Gerhard-Marcks-Platz Hain

Mediografie

Weblinks