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Herbert Moizisch

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Herbert Moizisch (* 8. Januar 1947) aus Sinzig und seine Ehefrau Rosemarie „reisten als Hippies im VW-Bus durch die Sahara und Kanada, hatten das erste vegetarische Restaurant in Bonn, führten in ihrer Remagener Kommune Brings-Schlagzeuger Christian Blüm (Sohn von Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm) ans Musizieren heran und machen selbst bis heute noch Musik“, schrieb Judith Schumacher anlässlich der Goldhochzeit des Paares im Herbst 2018 in der Rhein-Zeitung.


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Vita

Herbert Moizisch wurde als Zweitältestes von vier Geschwistern geboren, besuchte ein Gymnasium in Neuwied, wo er im Schulchor sang, musste das Gymnasium aber kurz nach dem plötzlichen Tod seines Vaters wieder verlassen. Im Alter von 14 Jahren lernte er autodidaktisch Gitarrespielen. Als 17-Jähriger begann er in einer psychiatrischen Landesklinik in Andernach eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Anschließend verpflichtete er sich auf vier Jahre bei der Bundeswehr. Im Koblenzer Zentralkrankenhaus machte er während dieser Zeit eine weitere Ausbildung zum Anästhesie-Fachpfleger. Rosi arbeitete während dieser Zeit als Bürokraft im Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz.

Als 17-Jähriger gründete Moizisch im Jahr 1964 seine erste Band: „The Thunderbirds“, mit der er sowohl den von den „Beatles“ angeführten Mainstream als auch den „Roaring“-Rhythm and Blues-Sound von „Stones“, „The Who“, „Small Faces“ u.a. auf die Bühne brachte. Über diese „Donnervögel“, die damals lokal Furore machten, berichtete Moizisch 2007 in der ARD-Sendung „Unsere Sechzigerjahre“.


Außerdem unternahm er während der 1970er mit seiner jungen Frau Rosemarie Moizisch ausgedehnte Abenteuerreisen durch den afrikanischen Kontinent und durch Nordamerika, beschäftigte sich neben der Musik mit alternativen Lebensweisen und spirituellen Wegen. „Damals war er einer der zahlreichen gesellschaftskritischen SingerSongwriter und zudem auf der Suche nach Lebensweisen außerhalb eingefahrener Gleise“, berichtete Blick aktuell – Sinzig anlässlich des 70. Geburtstags von Herbert Moizisch im Januar 2017. Im Jahr 1978 gründete er den Chor „Menschenkinder“. Mit „Ural“ und der „Lennard Bruch AG“ unternahm er Anfang der 1980er Jahre Ausflüge in die Neue Deutsche Welle.[1]

„Für uns war klar, dass wir die Welt sehen wollten“, erinnerte sich Herbert Moizisch. Die Beiden kauften sich einen alten VW-Bus, mit dem sie 1972 nach Afrika fuhren. Mit zwei weiteren Pärchen und insgesamt drei VW-Bussen durchquerten sie die Sahara und fuhren bis zur nigerianischen Küste und nach Kamerun. Im Jahr 1974 besuchten sie im Rahmen einer halbjährigen Amerikareise Freunde in British Columbia und Seattle. Außerdem lebten sie bei ihren Afrika-Reisegefährten in San Francisco und Los Angeles. „Wir waren Hippies, genossen die großartige Natur, träumten von einer Alternativkultur und machten viel Musik“, erinnerte sich Moizisch 2018. „Es gab in den USA damals schon Health-Shops und Esoterik-Literatur, und wir bekamen dort den Bio-Kick, der uns dazu brachte, das erste vegetarische Bio-Restaurant in Bonn zu eröffnen“, schwärmte Ehefrau Rosi. Das „Magnolia“ entwickelte sich zu einem Anziehungspunkt der New-Age-Szene. Aber die Moizischs waren keine Geschäftsleute. Deshalb waren sie 1977, also nach drei Jahren, bankrott.

Mit zwei Partnern führten Herbert und Rosemarie Moizisch in Bonn das vegetarische Restaurant „Magnolia“. 1976 zog das Paar ins Haus Dachsbach bei Sinzig. Im Januar 1977 kam Sohn Arman zur Welt, im September 1978 sein Bruder Baldur. Herbert Moizisch arbeitete als freier Bildungsreferent beim Sozialen Dienst Familie (SDF).

Obwohl er sich weiterhin als Komponist, Texter und Bandleader betätigte, galt Herbert Moizischs Hauptaugenmerk doch der humanistischen und transpersonalen Psychologie/Psychotherapie. Nachdem er Erfahrungen in verschiedenen Selbsterfahrungsgruppen gesammelt und Kurse in Gesprächsführung, Bioenergetik, Entspannungstraining, Meditation und Yoga absolviert hatte, folgte er einer Einladung nach Australien, wo er 1987 zusammen mit dem Psychologen J. Banks Seminare für Stress-Management durchführte. Nach einigen Monaten kehrte er zu seiner Familie nach Deutschland zurück und absolvierte ein Basistraining in Psychosynthese, holotropem Atmen nach S. Grof und psychodynamischer Körperarbeit nach A. Mindell. Sowohl auf therapeutischem als auch auf musikalischem Gebiet blieb Moizisch jedoch weitgehend Autodidakt und entwickelte seinen eigenen Stil. Ein psychotherapeutischer Auftrag führte ihn von 1990 bis 1995 in die gleiche psychiatrische Landesklinik, in der er auch seine Lehrzeit verbracht hatte. Nachdem nun für ihn ein Kreis geschlossen war, arbeitete er danach als freiberuflicher Lebensberater und betreibt heute in seiner Wahlheimat Sinzig ein holistisches Gesundheitsstudio mit dem Namen „Impulse Integral“.

Mit der Band „Occassion“, zu der auch der Sinziger Musiker Winfried Schuld sowie Werner Gabriel und Joachim Rehbein gehörten, ging Moizisch 1984 mit eigenen Songs und Texten auf Portugal-Tournee. Für diese Band entwarf Moizisch Konzepte aus Pantomime und Pop Songs. Die Nachfolgeband hieß „Herby Hawk and the Spies“. Eine zeitlang frönte Moizisch mit der Lennard Bruch AG der Neuen Deutschen Welle, war als Liedermacher in eigener Sache unterwegs und Mitgründer und Sänger der Sinziger Percussion-Formation Batida de Samba, die der Perkussionist Jürgen Schuld initiiert hatte. Mit Wolfgang Geller, Bubi Bertram und Micha Koch coverte Moizisch Anfang der 1990er in der Band „Little Wing“ die Hits der 1960er-Jahre. Im Trio „Blackbyrd“ trat er um 2000 mit Manfred Distelrath und der Sopranistin Alexandra Tschida mit einem Mix aus Oldies und eigenen Stücken auf.

Im Jahr 2006 gründete Moizisch einen Mantra-Chor, aus dem heraus sich später die Chor-Band „Great Spirit Singers“ entwickelte. Zur weiteren Entwicklung von Herbert Moizisch hieß es im Blick aktuell – Sinzig:

Nachdem die siebenköpfige Formation, die eine Fusion aus Pop/Jazz/Ethno spielt, komplett und die Vokalgruppe stabil war, komponierte Moizisch weitere Songs für das inzwischen umfangreiche Repertoire. Standing Ovations bei seinen Konzerten treiben ihn dabei zum Weitermachen. Daneben leitet Moizisch eine Singgruppe, die sich hauptsächlich den Songs der 60er und 70er Jahre verschrieben hat und veranstaltet Trance-Trommel-Sessions.

Moizisch sagte Blick aktuell – Sinzig:

Dass ich heute spirituelle Lieder schreibe, entspringt meinem Bedürfnis, Mutter Erde eine Stimme zu geben und die Bewusstseinsentwicklung zu fördern. Im Vergleich zu den wilden Protestsongs der jungen Jahre sind meine heutigen Kompositionen meditativer.

Im April 2015 arbeitete Herbert Moizisch weiterhin als integraler Coach in seinem Institut im ehemaligen Kino (Essigkrug 7) und leitete einen Oldies-Singing-Circle.

Weblinks

Fußnoten

  1. Quellen: Judith Schumacher: Rosi Moizisch ist durch das Leben gejazzt - 65-jährige Sinzigerin im „Unruhestand“, in: Rhein-Zeitung vom 20. Mai 2014, Goldenes Ehejubiläum – Musik verbindet ein Leben lang – Rosemarie und Herbert Moizisch sind 50 Jahre verheiratet, blick-aktuell.de vom 16. Oktober 2018, und Judith Schumacher: Bund fürs Leben in Zeiten freier Liebe geschlossen – Rosemarie und Herbert Moizisch und ihr turbulentes Hippie-Leben, in: Rhein-Zeitung vom 18. Oktober 2018