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Jahnwiese Sinzig

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Die bislang unbebaute Jahnwiese in Sinzig befindet sich zwischen Jahnstraße, Kolpingstraße, Barbarossastraße und Kölner Straße. Östlich der Wiese, die in den vergangenen Jahren als Zirkuswiese, zum Abbrennen des Martinsfeuers und für andere öffentliche Veranstaltungen sowie als Parkplatz genutzt wurde, schließt sich der Schlosspark mit dem Schloss an. Etwa 150 Meter nördlich der Wiese steht die Jahnhalle Sinzig. Eigentümerin der etwa 9000 Quadratmeter großen Fläche ist die Stadt Sinzig.


Lage

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Chronik

Mitte der 1980er Jahre gab es Überlegungen, auf dem Platz ein Behördenhaus für Stadtverwaltung, Amtsgericht und Katasteramt zu bauen. Dieses Vorhaben wurden jedoch nicht realisiert.

Der Sinziger Bürgermeister Wolfgang Kroeger (CDU) startete im Jahr 2003 eine weitere Initiative zur Bebauung der attraktiv in Innenstadtnähe gelegenen Wiese mit Wohn- und Geschäftshäusern. Weil sich u.a. die Bürgerinitiative Jahnwiese Sinzig dafür einsetzte, dass die Wiese unbebaut bleibt, wurden die Pläne nicht verwirklicht. Vier Millionen Euro sollte der Bau durch die deutsch-holländische Gruppe "Celiestian" kosten. Hauptmieter sollte die Firma Kaisers/Tengelmann sein. Mit Zustimmung des Ältestenrates der Stadt hatte Bürgermeister Kroeger zu Beginn des Jahres 2003 einen Immobilienmakler mit der Vermarktung der „Filetfläche“ beauftragt. Die Interessenten wurden gesichtet, und am Ende blieben drei Bewerber übrig, wovon zwei allerdings nur einen Einkaufsmarkt ohne Wohnbebauung errichten wollten. Alle drei stellten ihre Planungen vor. In einer separaten Sitzung ohne die Interessenten favorisierten der Haupt- und Finanz-, Bau- sowie der Stadtentwicklungsausschuss aber den dritten Vorschlag: gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss, darüber Wohnungen. Von 28 stimmberechtigten Ausschussmitgliedern waren 23 für das Projekt. Der Einkaufsmarkt soll ein Vollsortiment mit mindestens 1500 Produkten vorhalten. Darüber hinaus sollte der Hauptmieter die Option erhalten, weitere Teilbereiche, beispielsweise einen Drogeriemarkt, zu vermieten. Über den Märkten sollten Wohnungen mit Blick auf das Schloss Sinzig gebaut werden. In Richtung Barbarossastraße war ein Parkplatz mit mehr als 100 Pkw-Stellflächen vorgesehen.[1]

Im Spätsommer 2014 wird bekannt, dass die Stadt erneut eine Bebauung der stadteigenen Wiese anstrebt. Der Bau eines Edeka-Marktes und eines Feuerwehrgerätehauses sind geplant. Haupt- und Finanzausschuss sowie der Bauausschuss der Stadt votierten in gemeinsamer nichtöffentlicher Sitzung Mitte September 2014 für die Bebauung des Areals; lediglich die Grünen stimmten dagegen.

Die Entscheidung, ob die Jahnwiese zur Bebauung mit einem Edeka-Markt und einem Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr Sinzig freigegeben wird, hat der Stadtrat Sinzig bei einer Sitzung am Donnerstag, 25. September 2014, vertagt. Sinziger Bürger fanden sich vor der Ratssitzung auf dem Kirchplatz Sinzig ein und forderten den Stadtrat mit Plakaten auf, die Bebauung der Wiese mit einem Supermarkt nicht zuzulassen. Die Freiwillige Feuerwehr Sinzig fuhr mit ihrem gesamten Fuhrpark auf, um deutlich zu machen, wie viel Platz sie für eine neue Wache brauche. Der General-Anzeiger berichtete am Tag darauf:

Das Kommunalparlament sah noch reichlichen Klärungs- und Beratungsbedarf. So soll beispielsweise ermittelt werden, welche Flächenanforderungen an ein modernes Feuerwehrhaus geknüpft sind oder auch, welche Erlöse mit einer Veräußerung der Wiese verbunden wären. Ein Wertgutachten soll hierzu erstellt werden. Zudem will der Stadtrat vor einer endgültigen Entscheidung die Meinung des Ortsbeirates einholen. Bürgermeister Wolfgang Kroeger schlug zudem vor, eine Einwohnerversammlung einzuberufen. ... Dass die Jahnwiese ein idealer Standort für die Feuerwehr wäre, unterstrich Wehrführer Andreas Braun. Allerdings sei die in der bisherigen Grobplanung ausgewiesene Fläche zu klein.[2]

Während der Sitzung wurde noch einmal klargestellt, dass die Stadt nicht in der Lage ist, mit eigenen finanziellen Mitteln ein neues 2,5 Millionen Euro teures Feuerwehrgerätehaus zu bauen.

Als Argumente für die Realisierung des Vorhabens wurden angeführt:

  • Das Gerätehaus an der Friedrich-Ebert-Straße in Sinzig genüge den heutigen Anforderungen nicht mehr. Auch wegen ihrer zentralen Lage sei die Jahnweise ein idealer Standort.
  • Im Umfeld des alten Gerätehauses seien nicht genügend Parkplätze für die Pkw der Feuerwehrleute vorhanden. Die Parksituation an der Jahnweise sei wesentlich besser.
  • Edeka benötigt zur Standortsicherung mehr Verkaufsfläche für seinen Markt. Am alten Standort ganz in der Nähe der Jahnwiese sei das jedoch nicht möglich. Deshalb will er auf der Jahnwiese einen neuen Markt mit 2200 Quadratmetern Verkaufsfläche und 500 Quadratmetern Lagerfläche sowie 122 Kunden- und 34 öffentliche Parkplätze bauen.
  • Die Steuer- und Gebührenzahler sollen von finanziellen Belastungen verschont bleiben. Dazu sollen im Rahmen eines Private-Public-Partnership-Modells 4,5 Millionen Euro in das Vorhaben fließen. Der Investor baut dabei nicht nur den Markt, sondern auch das neue Feuerwehrgerätehaus; dafür überlässt ihm die Stadt gratis das Grundstück.
  • Alle notwendigen baurechtlichen Voraussetzungen zur Realisierung des Bauvorhabens seien gegeben.

Das 600 Quadratmeter Grundfläche bietende neue Gerätehaus und sein Vorplatz sollen an die Barbarossastraße angrenzen. Ein Teil der alten kleinen Parkanlage bis zur Jahnstraße soll erhalten bleiben. Die Zufahrt zum Edeka-Markt soll über die Jahnstraße erfolgen, die Abfahrt über die Barbarossastraße. Das Martinsfeuer solle auf den Parkplatz der Sporthalle A verlegt werden, sagte Bürgermeister Wolfgang Kroeger der Rhein-Zeitung, Platz für Zirkuszelte wäre hinter dem Bauhof.[3]

Gegner des Bauprojekts argumentieren:

  • Die Stadt solle die Jahnwiese als "Tafelsilber" nicht leichtfertig und ohne Not bebauen.
  • Die Jahnwiese solle für die Allgemeinheit als Feier- und Feuerstätte, als Park- oder Bolzplatz, als Kirmeszelt- und Zirkuswiese erhalten bleiben.
  • Die Jahnwiese eigne sich aus mehreren Gründen nicht als Standort für ein Feuerwehrgerätehaus, weil sie sich in unmittelbarer Nähe zu Kindergarten-, Schul- und Sportzentrum befindet, weil es dort bei Einsätzen nicht genügend freie Parkplätze für Feuerwehrleute gebe und weil die Verkehrsdichte in unmittelbarer Innenstadtnähe derart hoch sei, dass es bei großen Feuerwehreinsätzen kommen könne. Ein Standort im Bereich Aldi-Markt/ehemaliges Schwimmbad würde sich viel eher eignen. Von dort aus seien die Einsatzwagen viel schneller auf der Bundesstraße 266, auf der Bundesstraße 9 und damit beispielsweise im Gewerbe- und Industriepark Sinzig und in Bad Bodendorf. Der im September 2014 vorgestellte Entwurf sah 600 Quadratmeter Grundfläche für das Gerätehaus nebst einem kleinen Vorplatz vor. Für einen zukunftsorientierten Standort sei das nach Ansicht von Fachleute viel zu wenig. Zum Vergleich: Das 2001 bezogene neue Feuerwehrgerätehaus Bad Neuenahr - Grundfläche: 850 Quadratmeter - steht auf einem mehr als 5000 Quadratmeter großen Grundstück.
  • Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Sinzig plädieren lediglich deshalb für die geplante Bebauung, weil sie sonst keine Möglichkeit sieht, in absehbarer Zeit ein neues Gerätehaus zu bekommen.
  • Mit Aldi-Markt Sinzig, Edeka Thiele, dem REWE-Markt Sinzig, dem Kaufland Sinzig, dem Penny-Markt Sinzig und dem CAP-Markt Sinzig sei Sinzig, was Nahrungsmittel betrifft, bereits jetzt deutlich überversorgt.
  • Es sei nicht Aufgabe der Stadt Sinzig, dafür zu sorgen, dass einzelne Geschäftsleute höhere Umsätze machen.
  • Die Eröffnung eines weiteren großen Supermarktes in Innenstadtnähe würde die Situation des von Schließung bedrohten CAP-Marktes in der Stadtmitte weiter verschlechtern und vermutlich das Aus für diesen Integrationsbetrieb bedeuten.

Jahnwiese ist als Standort für ein Feuerwehrgerätehaus vom Tisch

Die Jahnwiese werde aus politischen Überlegungen heraus für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses als möglicher Standort nicht weiterverfolgt. Das sagte Bürgermeister Wolfgang Kroeger beim Tag der Kameradschaft der Sinziger Feuerwehren im Herbst 2014. Die Stadt lasse deshalb alternative Standorte prüfen. Dabei sei auch ein Aus- und Umbau am derzeitigen Standort möglich.[4]

Die Jahnwiese ist als Hotel-Standort im Gespräch

„Offenbar gibt es Bestrebungen eines Investors, auf der Sinziger Jahnwiese ein Drei-Sterne-Hotel zu bauen“, hieß es am 29. September 2016 in der Rhein-Zeitung (RZ). „Im Moment ist da wieder etwas im Gespräch“, sagte Ortsvorsteher Gunter Windheuser während einer Sitzung des Ortsbeirats. „Das ist Chefsache, hier steht Bürgermeister Wolfgang Kroeger in Verhandlungen“, bestätigte Büroleiter Hans-Joachim Weiß auf RZ-Anfrage.

Siehe auch

Bürgerinitiative Jahnwiese Sinzig

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: „Schlossparkcenter“ als Magnet, rundschau-online.de vom 6. Dezember 2003
  2. Quelle: Victor Francke: Jahnwiese in Sinzig: Die Zukunft der Fläche bleibt offen, general-anzeiger-bonn.de vom 26. September 2014
  3. Quellen: Victor Francke: Supermarkt in Sinzig: Jahnwiese soll bebaut werden, general-anzeiger-bonn.de vom 17. September 2014, und Rhein-Zeitung vom 17. September 2014
  4. Quelle: Rhein-Zeitung vom 2. Dezember 2014
  5. Quelle: Rhein-Zeitung vom 1. Oktober 2014