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Johannes Häbler

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Johannes Häbler (* 27. Juli 1879 in Lieg, Kreis Cochem; † 6. September 1967 in Lieg) wirkte von 1933 bis 1963 als Geistlicher in der Filiale Nierendorf der Pfarrei Leimersdorf, wo er umfangreiche Aufzeichnungen zur Chronik von Nierendorf anfertigte. Am 19. April 1967 ernannten ihn die Nierendorfer zum Ehrenbürger und kurz nach seinem Tod wurde außerdem ein Teil der Hauptstraße nach ihm benannt.

Leben und Wirken

Johannes Häbler war das erste von acht Kindern der Eheleute Philipp und Magdalena Häbler (geb. Wagner) und wurde am am 27. Juli 1879 in Lieg im Kreis Cochem geboren. Er erhielt am 16. März 1907 die Priesterweihe in Trier und war anschließend bis 1910 Kaplan in Koblenz-Neuendorf und Koblenz-Lützel. Nach einer Beurlaubung wegen Krankheit war er ab 1911 Pfarrvikar in Waldesch (bei Koblenz) und danach von 1924 bis 1933 als Pfarrer von St. Johann.

Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes wurde er zum 1. Oktober 1933 im Alter von nur 54 Jahren emeritiert. Anschließend war er als Ruhestandsgeistlicher in Nierendorf tätig und trat damit die Nachfolge von Johann Baptist Dohm an, der ein knappes Jahr zuvor, am 22. Oktober 1932, verstorben war. Häbler wurde am 11. Oktober 1933 von Pfarrer Knopp (Pfarrei Leimersdorf) in Nierendorf eingeführt.

Von 1933 bis 1963 hielt Pastor Häbler in Nierendorf Messen, gab Religionsunterricht und nahm intensiv am Dorfleben der damaligen Gemeinde Nierendorf teil. In dieser Zeit führte er die von ihm so genannten „Lagerbücher“ der Filialkirche Nierendorf mit teilweise chronikalischem Charakter sowie drei weitere, persönliche Chroniken. Darin sind viele Ereignisse aufgezeichnet, die sich vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg in Nierendorf und Umgebung ereigneten. Er beschreibt sehr ausführlich das Wetter und dessen Einfluss auf den Ertrag der stark landwirtschaftlich geprägte Dorfgemeinschaft.

Sehr eindrücklich schildert er auch die Schrecken des Weltkrieges und die Auswirkungen auf die kleine Gemeinde: die mit der Mobilmachung einhergehende Einberufung Nierendorfer Männer zum Kriegsdienst, die Einquartierung deutscher Truppen, die Angst der Nierendorfer um Angehörige und das eigene Leben, die Nachrichten über Gefallene, die Verschleppung der jüdischen Familie Jakob, Bombenangriffe auf umliegende Städte, das Einrücken der Amerikaner, die Besatzung durch die Franzosen und die Nachkriegszeit.

Immer wieder machte ihm seine Gesundheit derart zu schaffen, dass er insgesamt viermal das Sterbesakrament erhielt. Am 24. November 1963 fand seine Abschiedsfeier in Nierendorf statt und er kehrte daraufhin in seinen Heimatort Lieg bei Cochem zurück. Dort starb er am 6. September 1967 im Alter von 88 Jahren.

Gedenken

  • Am 19. April 1967 ernannten die Nierendorfer Häbler zu ihrem Ehrenbürger.
  • Am 28. November 1967, kurz nach seinem Tod, wurde ein Teil der Hauptstraße durch Nierendorf (Heimersheimer Straße) nach ihm benannt. Sie trägt seitdem den Namen Johannes-Häbler-Straße.
  • Im März 2001 wurde der neu gestaltete Johannes-Häbler-Platz am Ortseingang von Nierendorf eingesegnet.

Quelle

Ottmar Prothmann: Chronik von Nierendorf 1876 – 1975, Reihe Veröffentlichungen zur Geschichte der Gemeinde Grafschaft, Band 3, 1998