Karnevalsgesellschaft „Närrische Buben“ Sinzig von 1967 e.V.

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Sinziger Stadtmauredresse im Verkehrskreisel am Harbachpark in den Farben der Närrischen Buben.
Helenensaal
Prinzenpaar 2010 der „Närrischen Buben“: Prinz Martin I. (Martin Thormann) und Sentiaca Julia I. (Julia Arzdorf)
Jubiläum Sinzig 40.jpg
Mitglieder des Kinder- und Jugendcorps der KGNB beim Jubiläumsfestzug „750 Jahre Stadt Sinzig“
Stadtsoldatencorps
Jubiläum Sinzig 43.jpg
Titelseite der Jubiläums-Festschrift von 1978

Die Karnevalsgesellschaft „Närrische Buben“ Sinzig von 1967 e.V. (KGNB) wurde im Jahr 1967 gegründet. Der Vorläufer-Verein, die Sinziger Carnevals-Gesellschaft, war 1899 gegründet worden. Am Rosenmontag 1900 veranstaltete sie den ersten Maskenumzug durch die Stadt. Heute veranstalten die närrischen Buben den traditionellen Sinziger Sitzungskarneval, den Veilchendienstagsumzug, das Sinziger Narrengericht und die Narrenmesse am Karnevalssonntag.


Mitgliederzahl

Mai 2003: 302
Mai 2010: 342
Dezember 2016: etwa 300

Kontakt

E-Mail info@naerrische-buben.de

Vorstand (Stand: 10. Mai 2019)

Geschäftsführender Vorstand

Erweiterter Vorstand

Tollitäten

Prinzenpaare der „KaGeSi“

1935: Prinz Georg I. (Georg Breuer) mit den Prinzessinnen Lotte Schmitz und Margret Schmitz

1936: Prinz Konrad I. (Konrad Koretzki) mit Prinzessin Marianne I. (Marianne Lombard)

1937: Prinz Franz I. (Franz Kess) mit Prinzessin Änne I. (Änne Schmickler)

1938: Prinz Hermann Hartmann mit Prinzessin Maria Krämer

1939: Prinz Jacob I. (Jacob Degen) mit Prinzessin Li I.

1949: Prinz Josef I. (Josef Fuss) mit Prinzessin Leni I. (Leni Simons)

1950: Prinz Jean I. (Jean Runkel) mit Prinzessin Elisabeth I. (Elisabeth Keller)

1951: Prinz Herbert II. (Herbert Ebach) mit Prinzessin Hildegard I. (Hildegard Moeren)

1952: Prinz Hans I. (Hans Braun) mit Prinzessin Evmarie I. (Evmarie Schulze)

1953: Prinz Josef II. (Josef Matthias Hesseler) mit Prinzessin Margret I. (Margret Schäfer)

1954: Prinz Walter I. (Walter Hartmann) mit Prinzessin Irene I. (Irene Steinborn)

1955: Prinz Friedel I. (Friedel Weller) mit Prinzessin Marga I. (Marga Lohmer)

1956: Prinz Ernst I. (Ernst Knieps) mit Prinzessin Christel I. (Christel Terporten)

1957: Prinz Helmut I. (Helmut Simons) mit Prinzessin Rosemarie I. (Rosemarie Simons)

1958: Prinz Hans II. (Hans Krahforst) mit Prinzessin Liesel I. (Liesel Krupp)

1959: Prinz Alfons I. (Alfons Decker) mit Prinzessin Inge I. (Inge Weißenfels)

1960: Heinrich Fuchs

Tollitäten der „Närrischen Buben“

1973: Prinz Rudi I. (Rudi Demmer) mit Sentiaca Agnes I. (Agnes Demmer)

1974: Prinz Heinz-Walter I. (Heinz-Walter Michels) mit Sentiaca Cornelia I. (Cornelia Joseph)

1975: Prinz Gerhard I. (Gerhard Hirte) mit Sentiaca Barbara I. (Barbara Zimmermann (jetzt Lohmer))

1976: Prinz Fritz I. (Fritz Engelhardt) mit Sentiaca Maria II. (Maria Engelhardt)

1977: Prinz Wolfgang I. (Wolfgang Graf von Spee) mit Sentiaca Ulrike I. (Ulrike Schumacher)

1978: Prinz Karl I. (Karl Deres) mit Seiner Lieblichkeit Anita I. (Anita Deres)

1979: Prinz Hans-Rainer I. (Hans-Rainer Ockenfels) mit Sentiaca Anita II. (Anita Ockenfels)

1980: Prinz Hans-Peter I. (Hans-Peter Floter) mit Sentiaca Iris I. (Iris Kalker)

1981: Prinz Karl-Heinz I. (Karl-Heinz Michels) mit Sentiaca Bärbel I. (Bärbel Michels)

1982: Prinz Gernot I. (Gernot Lehnert) mit Sentiaca Andrea I. (Andrea Ott)

1983: Prinz Willi I. (Willi Schwarz) mit Sentiaca Gertrud I. (Gertrud Herter)

1984: Prinz Günter I. (Günter Schmitz) mit Sentiaca Ingrid I. (Ingrid Aengenheyster) (geb. Svoboda)

1985: -

1986: Prinz Heinz I. (Heinz Ockenfels) und Sentiaca Margret II. (Margret Ockenfels)

1987: Prinz Siegfried I. (Siegfried Baum) und Sentiaca Charlotte I. (Charlotte Hager)

1988: Prinz Ferdi I. (Ferdi Schlich) und Sentiaca Irmgard II. (Irmgard Philipp)

1989: Prinz Georg II. (Georg Schmidt) und Sentiaca Monika I. (Monika Becker)

1990: Prinz Rudi II. (Rudi Beyer) und Sentiaca Marie-Theres I. (Marie-Theres Platte/Schüller))

1991/1992: Prinz Rainer I. (Rainer Powells) und Sentiaca Hilla I. (Hilla Powells) (Session 1991 ist wegen dem Golfkrieg ausgefallen, daher zwei Jahre)

1994: Prinz Hans-Peter II. (Hans-Peter Knops) und Sentiaca Kerstin I. (Kerstin Kohlenbeck (jetzt Horey))

1994: Prinz Peter I. (Peter Faßbender) und Sentiaca Marlis I. (Marlis Steinheuer-Pfeil)

1995: Prinz Klaus I. (Klaus Weber) und Sentiaca Margret III. (Margret Weber)

1996: Prinz Roy I. (Roy Waschmann) und Sentiaca Martina I. (Martina Schein)

1997: Prinz Kurt I. (Kurt Quarz) und Sentiaca Hildegard II. (Hildegard Quarz)

1998: Prinz Jupp I. (Josef Polch) und Sentiaca Mathilde I. (Mathilde Polch)

1999: Prinz Alfons I. (Alfons Busch) und Sentiaca Hannelore I. (Hannelore Busch)

2000: Prinz Achim I. (Achim Aprath) und Sentiaca Elke I. (Elke Aprath)

2001: Prinz Jürgen I. (Dr. Jürgen Fleischmann) und Sentiaca Inge II. (Inge Fleischmann)

2002: Prinz Markus I. (Markus Klapperich) und Sentiaca Nicole I. (Nicole Otter)

2003: Prinz Ralf I. (Ralf Eggert) und Sentiaca Birgit I. (Birgit Eggert)

2004: Prinz Dirk I. (Dirk Schwarz) ("Blacky") und Sentiaca Lucia I. (Lucia Felber)

2005: Prinz Dieter I. (Dieter Hirte) und Sentiaca Gisela I. (Gisela Hirte)

2006: Prinz Dirk II. (Dirk Sauer) und Sentiaca Tanja I. (Tanja Sauer)

2007: Prinz Thomas I. (Thomas Waldminghaus) und Sentiaca Claudia I. (Claudia-Sophie Busch)

2008: -

2009: Prinz Jürgen II. (Jürgen Werf)

2010: Prinz Martin I. (Martin Thormann) und Sentiaca Julia I. (Julia Arzdorf)

2011: Prinz Michael I. (Michael Schein)

2012: Prinz Häns III. (Hans-Jürgen Salschneider) und Sentiaca Melanie I. Melanie Salscheider

2013: Prinz Michael II. (Michael Kappl)

2014: Prinz Adreano I. (Adreano Da Cunha) und Sentiaca Fernanda I. (Fernanda Da Cunha)

2015: Prinz Johannes I. (Johannes Adams) und Sentiaca Heike I. (Heike Adams)

2016: Sentiaca Kristina I. (Kristina Friedsam)

2017: Sentiaca Andrea II. (Andrea Klapperich)

2018: Prinz Jörg I. (Jörg Märtins) und Sentiaca Margarete I. (Margarete Reimsbach)

2019: Prinz Andreas I. (Andreas Trierweiler), Jungfrau Daniela (Daniel Heckl) und Bauer Dirk (Dirk Wedhorn)

2020: Sentiaca Dagmar I. (Dagmar Monreal)

Chronik

Bereits im Jahr 1895 fanden in Sinzig mehrere Maskenbälle und eine Kappensitzung statt. Eine Karnevalsgesellschaft, vermutlich die erste ihrer Art in Sinzig, wurde 1899 gegründet In vorangegangenen Zeiten wurden karnevalistische Veranstaltungen von anderen Ortsvereinen durchgeführt worden. So bemühte sich die beispielsweise die St.-Hubertus-Schützengesellschaft bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts um die Pflege des rheinischen Karnevals-Brauchtums. Paul I. (Paul Gies) war im Jahr 1900 erster Karnevalsprinz.

Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs gab es in Sinzig ein reges Karnevalsleben mit Bällen, Kappensitzungen und Umzügen. Nach dem Krieg dauerte es einige Jahre, bis der Sinziger Karneval wieder Fahrt aufnahm. Ende der 1920er Jahre errreicht das närrische Treiben einen Höhepunkt. Viele Menschen aus den Nachbarorten kamen an Rosenmontag nach Sinzig, um dort den Rosenontagszug mitzuerleben. Im Jahr 1927 wurde die Karnevalsgesellschaft Sinzig (KaGeSi) gegründet, die im darauffolgenden Jahr auch den ersten Karnevalsprinzen nach dem Ersten Weltkrieg proklamierte. 1928 fand in Sinzig der einzige Rosenmontagszug zwischen Köln und Mainz statt.

In den 1930er Jahren beteiligte sich der Männergesangverein „Cäcilia“ stark am Sinziger Karneval. In jenen Jahren wurden in Sinzig jeweils drei Kappensitzungen veranstatet - zwei von der KaGeSi, eine vom Männergesangverein „Cäcilia“. Der damalige KG-Vorsitzende Gerd Schultes schrieb in der Festschrift zum elfjährigen Bestehen der „Buben“ im Jahr 1978:

Diese Veranstaltungen erfreuten sich großer Beliebtheit, zumal der MGV „Cäcilia“ und die KaGeSi über so großartige Karnevalisten wie Heinz Funke und Jean Runkel verfügten, die es jahrelang ohne Unterbrechung verstanden, als Präsidenten der Elferräte mit viel Schwung und Humor die richtige Stimmung im Saale zu erzeugen.[1]

1939 wurde die für Sinzig so große karnevalistische Zeit jäh beendet. Im Jahr 1947 schafften die alten Karnevalisten einen neuen Auftakt. Viele ehemalige Aktive waren im Krieg gefallen, deshalb war der Anfang schwer. Aber Aktive von MGV und KaGeSi taten sich zusammen, um 1947 die erste Kappensitzung zu veranstalten. 1949 war Jupp Fuss erster Nachkriegs-Prinz. Mit Kappensitzungen, großen Bällen und Karnevalszügen gelang es, an den Erolg der 30er Jahre anzuknüpfen. Im Jahr 1960 ging diese Zeit aber zu Ende. Nur noch Kappensitzungen mit karnevalistischen Einlagen erinnerten daran, was der Sinziger Karneval einmal war.

1963 stellte die KaGeSi ihre Aktivitäten ein.[2] Von dieser Zeit an stellten die Sinziger Möhnen, von der noch karnevalistische Impulse ausgingen.

Als der Spielmannszug „Freiweg“ im Jahr 1967 wieder einen Kinderkarnevalszug vorbereitete, entschloss sich eine Reihe Sinziger Jungen, daran teilzunehmen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang es, einen Karnevalswagen zu bauen, der dann am 7. Februar 1967 zur Freude der Zuschauer am Kinderkarnevalszug teilnahm. Aufgrund dieses Erfolgs entschlossen sich die jungen Leute, weiterhin karnevalistisch aktiv zu bleiben, und im Februar 1967 wurde der „CC Närrische Buben von sieben Jugendlichen (Höchstalter 18 Jahre) gegründet. Buben-Gründer waren Manfred Briel, Willi Ehret, Karl-Heinz Jülicher, Hans-Josef Kühn, Franz-Peter Schmickler, Franz-Josef Schüller und Rainer Strohe.[3]

Außerhalb der Karnevalsession pflegte der neue Verein die Geselligkeit durch Versammlungen, Wanderungen, Kegelabende, Fußballspiele u.ä. Erstmals half man dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Sinzig bei seiner gemeinnützigen Arbeit am Schwanenweiher.

Mit einer Beat-Veranstaltung trat der Verein dann am 11. November 1967 an die Öffentlichkeit. Zuerst sollte die Jugend von der Existenz des Karnevalsclubs erfahren, der um Mitglieder warb. Durch den Erfolg dieser ersten Veranstaltung ermuntert, beschloss man, am 10. Februar 1968 eine weitere Veranstaltung durchzuführen. Dabei war zunächst an einen Maskenball mit karnevalistischen Einlagen gedacht. Doch es kam anders. Durch Zusagen bewährter karnevalistischer Kräfte entschloss sich der Karnevalsclub kurzerhand, eine Kappensitzung aufzuziehen, die zu einem ungeahnten Erfolg wurde. Hans Kühn, der diese Sitzung als Präsident leitete, verstand es, den Saal in Stimmung zu bringen.

Im darauffolgenden Jahr, am 1. Februar 1969, veranstalteten die jungen Karnevalisten ihre zweite Kappensitzung. Auch die wurde zu einem vollen Erfolg.

Im Jahr 1971 veranstaltete die „Närrischen Buben“ bereits zwei Kappensitzungen – eine im Helenensaal, die andere in der Schützenhalle Bad Bodendorf. Während der Jahreshauptversammlung wurde beschlossen, ein Stadtsoldatenkorps zu gründen. Schon zu nächsten Sitzung sollten sie in blau-gelben Uniformen mit dabeisein. Ferner wurde beschlossen, die Gesamtorganisation des Sinziger Karnevals zu übernehmen. Am 29. Januar 1972 startete eine große Prunksitzung im Helenensaal. Als Neuheiten konnten die „Buben“ eine vereinseigene Tanzgruppe, die „Närrischen Girls“, präsentieren und die Stadtsoldaten mit ihrem Tanzoffizier Gerhard Beck und dem Tanzmariechen Marianne Odenthal. Dazu kamen in dieser Session Gäste aus der französischen Partnerstadt Hettange-Grande, die „Majorettes de Thionville“, die die Herzen des Sinziger Publikums mit wirbelnden Stöcken und Marschmusik wie im Flug für sich einnahmen.

Die Session 1973 war von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung der „Buben“, denn nach zwölfjähriger Unterbrechung konnten sie wieder ein Sinziger Prinzenpaar vorstellen: Prinz Rudi I. (Rudi Demmer) und Prinzessin Agnes I. (Agnes Demmer) stellten ihren Triumphzug durch die Innenstadt unter das Motto „De Finstere op, de Stroße frei, mir han endlich wieder en Prinz dobei!“ Und tatsächlich schien an diesem Veilchen-Dienstag ganz Sinzig am Straßenrand mit zu feiern.

Um die enormen Kosten des Karnevalszugs - für Musikkapellen, Kamelle und anderes Wurfmaterial etwa - zu finanzieren, wurde im Sommer 1973 ein Rosenfest veranstaltet. Die gesamte Arbeit sollte von den Mitgliedern unentgeltlich geleistet werden, so dass der Reingewinn in die Vereinskasse fließen konnte. Dank des Entgegenkommens der Stadt Sinzig war es möglich, an der Jahnstraße ein großes Festzelt aufzubauen. Die Veranstaltung wurde zu einem finanziellen Erfolg, und die kommende Session war dadurch, zumindest von der finanziellen Seite her, gesichert.

Die Vorstandswahl des Jahres 1974 leitete einen entscheidenden Wechsel ein. Dr. Kurthans Schade übernahm nun den Vorsitz. Von ihm gingen entscheidende Impulse aus. So konnte er den Buben-Vorstand dazu bewegen, alljährlich eine Seniorensitzung zu veranstalten. Eintritt und Bewirtung sollten dabei für die Teilnehmer kostenlos sein. Bei dieser Veranstaltung wurden die „Buben“ von den beiden örtlichen Kirchengemeinden, dem DRK-Ortsverein und der Arbeiterwohlfahrt sowie von der Stadtverwaltung finanziell und personell unterstützt. Diese „Altensitzungen“ waren viele Jahre lang fester Bestandteil des Sinziger Karnevals.

1975 war der Veilchendienstagszug auf 80 Zugnummern und 17 Musikkapellen angewachsen. Deshalb musste der Zugweg verlängert werden, damit sich der Lindwurm ohne Staus und Störungen durch die Stadt bewegen konnte. Die Finanzierung konnte nun nicht mehr ausschließlich durch das Rosenfest im Sommer aufgefangen werden. Die Sinziger Möhnen, die um diese Probleme wussten, boten sich an, jeweils vor Beginn der Session eine Haussammlung für den Sinziger Karnevalszug durchzuführen. Ohne diese finanzielle Unterstützung hätte der Karnevalszug in dieser Form und Größe in Frage gestanden.

Die Jahreshauptversammlung 1976 brachte einen neuerlichen Wechsel in der Vereinsführung. Dr. Kurthans Schade bat aus gesundheitlichen Gründen um Entlastung als 1. Vorsitzender. Als seinen Nachfolger schlug er Gerd Schultes vor, der von der Mitgliederversammlung dann auch einstimmig gewählt wurde. Pünktlich zum Sessionsbeginn konnte Schultes – diesmal im Sinziger Schloss – den Prinzen Karneval für die Session 1977 mit seiner Prinzessin vorstellen: Prinz Wolfgang I. (Wolfgang Graf von Spee) und Sentiaca Ulrike I. (Ulrike Schumacher).

Die närrische Kampagne 1977 brachte wiederum eine Steigerung des Sinziger Fastnachtsgeschehens. Nicht nur die beiden Prunksitzungen im Helenensaal, vorwiegend von eigenen Kräften gestaltet, wurden strengsten Maßstäben gerecht, sondern auch der Straßenkarneval am Veilchendienstag erreichte eine Zahl von Zugnummern und Musikkapellen, wie Sinzig sie bis dahin noch nicht erlebt hatte. Ganze 106 Zugnummern mit mehr als 20 Musikkapellen nahmen an dem närrischen Umzug teil.

Mit einer Show- und Tanzveranstaltung feierten die Buben am 12. November 1977 im Helenensaal ihr elfjähriges Bestehen. Als Höhepunkt des Abends konnte Vereinschef Gerd Schultes Prinz Karl I. (Karl Deres) mit Seiner Lieblichkeit Anita I. (Anita Deres) als Jubiläumsprinzenpaar vorstellen.

Dem Elferrat der Session 1977/1978 gehörten an: Sitzungspräsident Franz Michels sowie Rudi Beyer, Manfred Briel, Werner Broszeit, Frank Cornely, Horst Debüser, Heinz-Walter Michels, Rainer Ockenfels, Manfred Prinz, Dieter Schäfer und Franz-Josef Schüller.

Im Jubiläumsjahr 1978 gehören dem Vorstand an:[4]

Die Neuwahl des Vorstandes und die konzeptionelle Ausrichtung des Saalkarnevals standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung im April 2013, bei der die Mitgliedersammlung die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes in ihren Ämtern bestätigten und Claudia Kietzmann als Nachfolgerin von Martin Wolf zur neuen Schatzmeisterin wählten.[5]

Beim traditionellen Ordensfest der KG im Januar 2014 wurden Vereins- und Prinzenorden für an engagierte Karnevalisten vergeben. Der Vereinsorden 2014 zeigte Sinzig mit den Namen sämtlicher Stadtteile, darüber die auch von der Aktivgemeinschaft Sinzig e.V. verwendete Sinziger Skyline und das Motto: "Mir all? sen Senzech, dat es doch klor, für os Stadt et janze Johr." Der Prinzenorden zeigte in den portugiesischen Farben ein Wappen mit den Kolonien (dazu gehört jetzt auch Sinzig), ein Tanzpaar, da Prinz und Prinzessin mit der portugiesischen Folkloretanzgruppe eng verbunden sind, sowie das Sinziger Wappen, über- und unterschrieben mit den Ehrennamen der Tollitäten "Prinz Adriano I. Conde do Porto aus dem Reiche Heinrichs dem Seefahrer" sowie "Prinzessin Sentiaca Fernanda I. Condessa de Beja auf Schloss Dorn bei Rhein". Vor 150 Aktiven wurde auch das Silber-Prinzenpaar Monika Becker und Georg Schmidt geehrte, die die Sinziger Narren 25 Jahre zuvor regierten. Lilo Sauer wurde zur Senatorin und Michael Weltken zum Senator ernannt. Den Verbandsorden des Bundes Deutscher Karneval in Silber erhielten Martin Wolf, Stefanie Fleischer und Robert Lohmer für langjährige Arbeit. Urkunden und Abzeichen gingen an langjährige Vereinsmitglieder: Dirk Sauer, Ellen und Matthieu Colombon waren 25 Jahre dabei, Werner Klapperich und Egbert von Ostrowski 40 Jahre. Tänzerischer Höhepunkt der Veranstaltung war die Feuertaufe von Laura Leyendecker als Tanzmariechen und Martin Pelzer als Tanzmajor in einer Choreografie von Hannelore Busch.[6]

Bei der Jahresversammlung der KG im Frühling 2015 im Heim der Sankt-Josefs-Gesellschaft wurde der Vorstand fast komplett bestätigt; es gab lediglich eine Veränderung: Andrea Vogel wurde als Schatzmeisterin gewählt.[7]

Im Jahr 2017 wurde das 50-jährige Bestehen der Närrischen Buben gefeiert. Anlässlich des KG-Jubiläums wurde im November 2017 im Generationenwald auf dem Mühlenberg ein Jubiläums-Baum gepflanzt.[8]

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Gerd Schultes: 11 Jahre Karnevalsgesellschaft „Närrische Buben“ Sinzig e. V. 1967-1978 – Versuch einer Dokumentation über den Sinziger Karneval mit historischen Fotos, Karnevalsgesellschaft „Närrische Buben“ Sinzig e. V. (hrsg.), 56 Seiten, Fastnacht 1978
  2. Quelle: Bernd Linnarz: Karneval in Sinzig: Die Närrischen Buben in Sinzig haben wieder ein Prinzenpaar, general-anzeiger-bonn.de vom 20. November 2017
  3. Quelle: Gerd Schultes: 11 Jahre Karnevalsgesellschaft „Närrische Buben“ Sinzig e. V. 1967-1978 – Versuch einer Dokumentation über den Sinziger Karneval mit historischen Fotos, Karnevalsgesellschaft „Närrische Buben“ Sinzig e. V. (hrsg.), 56 Seiten, Fastnacht 1978
  4. Quelle: Gerd Schultes: 11 Jahre Karnevalsgesellschaft „Närrische Buben“ Sinzig e. V. 1967-1978 – Versuch einer Dokumentation über den Sinziger Karneval mit historischen Fotos, Karnevalsgesellschaft „Närrische Buben“ Sinzig e. V. (hrsg.), 56 Seiten, Fastnacht 1978
  5. Quelle: Bernd Linnarz: Närrische Buben: Weichen für Sinziger Karnevalssession werden schon jetzt gestellt, general-anzeiger-bonn.de vom 28. April 2013
  6. Quelle: Günther Schmitt: Närrische Buben in Sinzig: Zahlreiche Ehrungen beim traditionellen Jahresstart, general-anzeiger-bonn.de vom 7. Januar 2014
  7. Quelle: Jahresversammlung der Sinziger Närrischen Buben - Närrische Buben setzen auf Kontinuität, general-anzeiger-bonn.de vom 4. Mai 2015
  8. Quelle: Bernd Linnarz: Karneval in Sinzig: Die Närrischen Buben in Sinzig haben wieder ein Prinzenpaar, general-anzeiger-bonn.de vom 20. November 2017