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Katholische Pfarrkirche „St. Johannes Apostel“ Dernau

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Die Ursprünge der katholischen Pfarrkirche "St. Johannes Apostel" Dernau reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück. 1205 wird das Gotteshaus erstmals erwähnt. Am rechten Seitenaltar ist St. Silvester dargestellt; ihm war im 13. Jahrhundert eine Kapelle an der Stelle der heutigen Kirche geweiht. Lange Jahre war die Dernauer Pfarrei mit dem Augustinnerinnenkloster in Marienthal verbunden, die die Kirche im Jahr 1763 neu bauen ließ. Im Jahre 1963 wurde die Kirche nach Süden hin durch einen Anbau erweitert. In der barock ausgestatteten Kirche werden neben ihrem Namensgeber St. Silvester, St. Quirinus, St. Sebastianus, St. Anna und die Unbefleckte Empfängnis verehrt.


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Standort

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Chronik

Der Vorgängerbau der heutigen Kirche stammte vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. Im Jahr 1632, während des 30-jährigen Krieges, wurde die Kirche geplündert. Unter der Beute befanden sich eine Monstranz sowie eine in Silber gefasste Reliquie aus der Silvester-Kapelle. Die Eheleute Siegfried und Greta von Dernau hatten im Jahr 1289 ein Hospital für Arme und Kranke mit einer kleinen Kapelle gestiftet, die dem Papst St. Silvester geweiht wurde. Diese Kapelle steht noch heute; sie dient als Sakristei für die Kirche.

1687 war die Pfarrkirche sehr sanierungsbedürftig. Die Bewohner von Dernau und Rech, die damals eine gemeinsame Pfarrei bildeten, wurde von Amts wegen aufgefordert, die Kirche zu sanieren. Aber die Bürger weigerten sich. Sie argumentieren, die Baupflicht liege beim Augustinerinnen-Kloster Marienthal, das sich jedoch ebenfalls gegen Erfüllung dieser Aufgabe sträubte. Deshalb stürzte die Kirche im Jahr 1755 fast vollständig ein.

Im Jahr 1758 wurde mit dem Bau der heutigen Pfarrkirche begonnen, einem langgestreckten, einschiffigen Saalbau aus heimischem Bruchstein mit sieben Achsen und einer flachen, geputzten Holztonne als Decke. Das lichte Maß im Inneren beträgt 25,50 Meter in der Länge und 10 Meter in der Breite. Die alte St. Silvester-Kapelle wurde mit der neuen Kirche verbunden; sie diente fortan als Sakristei. Nachdem der alte Turm baufällig geworden war, wurde 1896 an der Westseite des Langhauses ein neuer Turm gebaut.

1924 wurde das Gotteshaus renoviert und neu gestaltet. 1926 ist die Orgelempore vergrößert worden. Die aus der Barockzeit stammende Orgel wurde im Jahr 1933 von der Johannes Klais Orgelbau GmbH & Co. KG Bonn erweitert.

Im Zweiten Weltkrieg wird die St. Katharinen-Glocke beschädigt und nach dem Krieg neu gegossen. Die kleine Glocke und das große Ewige Licht aus Messing müssen abgegeben werden, die kleine Glocke kommt 1945 nach dem Krieg unversehrt zurück. 1963 erhält die Kirche unter Pastor Monsignore Johannes Parschau (1959–1980) an der Südseite des Langhauses einen Anbau aus Glas und Beton im Stil der damaligen Zeit. Weil die Decke immer wieder undicht war, wurde das Wellenflachdach 1986, zur Zeit von Dechant Josef Molzberger, durch einen dreigeteilten Dachstuhl ersetzt. Drei Jahre später wurde eine Warmluftheizung eingebaut. Als die Kirche im Jahr 2000 erneut umfassend renoviert wurde, ist die alte Bemalung und Barockausstattung soweit wie möglich wiederhergestellt worden.

Am Sonntag, 20. August 2000 konsekrierte der Trierer Bischof Leo Schwarz – zusammen mit Dechant Josef Molzberger und dem Gastpater James Ramen Boiraige aus Bangladesch – den neuen Altartisch in der frisch renovierten Kirche zu Ehren von St. Johannes Apostel. Der Steinmetz und Steinbildhauermeister Helmut Engel – von ihm stammt der Altar – legte ein letzte Mal Hand an, indem er Reliquien von Adolph Kolping im Inneren des Altars versenkte und die Öffnung mit einem Stein verschloss, bevor der Bischof Chrisam auf dem Altar verteilte und fünf von Weihrausch umgebene Feuerdochte entzündete. Er unterstrich die Bedeutung Kolpings für die Dernauer Pfarrgemeinde. Die Kolpingfamilie Dernau veranstaltete anschließend anlässlich der Altarweihe ein Sommerfest im Schatten der Pfarrkirche.[1]

Im Jahr 2012 wurde das Dach der Kirche saniert und mit Schiefer in altdeutscher Deckung versehen. Auch die Kirchenfenster wurden restauriert und das Turmkreuz über der Sakristei vergoldet. Einen großen Teil der Kosten musste dabei die Pfarrgemeinde aufbringen. Der aus Dernau stammende Maler Matthias Bertram verkaufte einige seiner Gemälde mit historischen Szenen aus den Dörfern an der mittleren Ahr zugunsten der Sanierung.[2]

Von August bis Oktober 2014 schwieg die Klais-Orgel der Kirche, weil sie renoviert wurde. Die Remagener Firma Orgelbau Siegfried Merten baute ein neues Motorgebläse ein, erneuerte die Elektroinstallation, setzte neue Prospektpfeifen ein und installierte drei neue Register. Zum Abschluss der Arbeiten wurde die Orgel vollständig neu intoniert. Vor Beginn des Hochamtes am Sonntag, 12. Oktober 2014, segnete Pastor Lothar Anhalt das Instrument wieder ein, bevor Organist Markus Prange die Orgel wieder erklingen ließ. Bei der Begleitung zweier Lieder kam auch das in die Orgel eingebaute und von der Jodokus-Bruderschaft Dernau gestiftete Glockenspiel zum Einsatz. Am späten Sonntagnachmittag gab Dekanatskantor Klaus-Dieter Holzberger aus Ahrweiler ein Orgelkonzert mit Werken von Bach, Mozart, Stanley und anderen Meistern.[3]

Sobald Pfarrer und Messdiener aus der Sakristei in die Kirche einziehen, verkündet die Sakristeiglocke den Beginn der Eucharistiefeier. Im Februar 2017 verstummte die aus dem Jahr 1289 stammende Sakristeiglocke vorübergehend, weil sie zur Restaurierung in die Glockengießerei gebracht wurde. Aber auch die Sakristei, die ehemalige Silvesterkapelle, wurde saniert. Unter anderem wurden dort das Mauerwerk saniert, die Außenbeleuchtung erneuert und der Turm ausgebessert. Außerdem sind die Lamellen der Schallöffnungen erneuert sowie ein Anstrich aufgebracht worden.[4]

Weitere Fotos

Siehe auch

St. Johannes Apostel

Mediografie

Weblink

Wikipedia: St. Johannes Apostel (Dernau)

Fußnoten

  1. Quelle: Ute Müller: „Ich bin mit Ihnen glücklich“ - Bischof Leo Schwarz weihte gestern den Altar in der renovierten Dernauer Pfarrkirche - Schönes Ende einer langen Wartezeit, in: Rhein-Zeitung vermutlich vom 22. August 2000
  2. Quellen: General-Anzeiger vom 4. Juni 2013 und Rhein-Zeitung vom 15. Juni 2013
  3. Quelle: Rhein-Zeitung vom 17. Oktober 2014
  4. Quelle: Rhein-Zeitung vom 15. März 2017