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Katholische Pfarrkirche „St. Johannes Nepomuk“ Kripp

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Nepomuk Kripp.JPG
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Blick in den Chor mit Zelebrations- und Hochaltar
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Die zweischiffige katholische Pfarrkirche „St. Johannes Nepomuk“ Kripp wurde in den Jahren 1900 bis 1903 im neogotischen Stil am Platze ihres Vorgängerbaus, einer Kapelle, errichtet. Die Ziegel, aus denen das Gotteshaus gemauert ist, wurden in Kripp selbst im Feldbrandverfahren hergestellt. Die Pläne zum Bau der Kirche arbeitete der Düsseldorfer Architekten Caspar Clemens Pickel aus, der um die Jahrhundertwende einige sakrale Bauten am Rhein entwarf, so auch die katholische Pfarrkirche „St. Peter und Paul“ Remagen.


Standort

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Bau und Geschichte

Der Grundstein zu der Kirche wurde am 16. September 1900 gelegt. Die damalige Filialgemeinde von Remagen erhielt mit der Fertigstellung der Kirche im Jahr 1903 ihre Eigenständigkeit. Am 7. Juli 1903 konsekrierte Weihbischof Carl Ernst Schrod das Gotteshaus. Die sakralen Gegenstände aus der alten Kapelle wurden so weit wie möglich in die neue Kirchen überführt, sodass sich heute noch die alte Kanzel und das Standbild des Brückenheiligen St. Johannes von Nepomuk in der Kirche befinden.

Erst 1915 wurde das Pfarrhaus der Gemeinde fertiggestellt und von Vikar Johannes Rossmann bezogen. Er war es, der mit dem nachfolgenden Pfarrer Joseph Adolf Brückert das Jugendhaus plante, das sich jedoch aus Finanzgründen vor dem Zweiten Weltkrieg nicht wie gewollt verwirklichen ließ. So musste das Bistum einspringen und Liegenschaft wie Kosten übernehmen.

Das Jugendhaus machte eine bewegte Geschichte mit. Erst wurde es von den Nazis konfisziert, nach dem Krieg quartierten die Franzosen die „Marokkaner“ dort ein, und schließlich vermietete die Kirche das große Jugendhaus an die Bundesrepublik: Die Bundeswehr bezog Quartier in Kripp. Aus finanziellen Gründen wurde die Liegenschaft später verkauft und das Jugendhaus abgerissen. Neben dem Kindergarten steht heute das kleinere neue Pfarrheim.

Der Bau des Gotteshauses für die Gemeinde St. Nepomuk kostete schon damals 26.000 Reichsmark, Pfarrhaus und Jugendheim nicht mitgerechnet. Bereitgestellt wurde das Geld von dem Lenzen-Fond, gegründet von einem heimatverbundenen Pfarrer namens Hermann Lenzen, der 1896 für den Bau der Kirche in Kripp 18.000 Reichsmark zur Verfügung gestellt hatte. Spenden und Sammlungen füllten den Topf bis zur Jahrhundertwende, sodass mit dem Bau begonnen werden konnte.

Am 1. Dezember 1918 wurde die Kripper Pfarrei selbstständig; 1922 erhielt die Kirche neue Glocken.

Witterung und Krieg schadeten neben der Einwirkung von Autoabgasen und anderen Schadstoffemissionen dem Bauwerk, sodass die Kirche bisher schon dreimal renoviert wurde. Die ursprünglichen Fenster, die dem Gotteshaus von allen vier Seiten Licht spenden, wurden 1945 im Bombenkrieg zerstört. Erst 1959 konnten „richtige“ neue Fenster eingesetzt werden. Die Renovierung 1968 und die durch den Brand nötig gewordene Renovierung bis 1991 geben dem Innenraum der Kirche seine heutige Gestalt.

Kurz nach dem Krieg wurden die über den Seitenaltären befindlichen Gemälde von Matreé, des Lehrers von Beus, als unpassend entfernt. Dazu traf sich der Künstlerkreis des jungen Matreé, zusammengeführt vom Grafen Pavecci, in Remagen und Kripp. Die Bilder waren dem Künstler als Jugendsünden wohl peinlich, was einer der Gründe war, sie zu entfernen.

Das Geläut

Die aus dem Jahre 1923 stammenden Graugussglocken mussten im Jahr 2005 wegen Materialschäden ausgewechselt werden. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes begrüßte die Pfarrgemeinde im Oktober 2005 das neue Geläut, das sich aus den Tönen cis, e, fis und a zusammensetzt. Die vier Glocken haben Durchmesser zwischen 90 bis 150 Zentimetern und wiegen zusammen knapp viereinhalb Tonnen. Auf den Bronzeglocken, die Christus König, dem Apostel Paulus, der Muttergottes (St. Maria) sowie St. Jakobus und der St. Katharina geweiht sind, befinden sich Schriftzüge in lateinischer Sprache. Die Glocken stammen aus der katholischen Pfarrkirche „St. Paulus“ Saarbrücken, wo sie am 18. Dezember 1960 geweiht worden waren. Die Gesamtkosten des neuen Geläuts einschließlich notwendiger Renovierungsarbeiten am Turm teilten sich das Bistum Trier (74.000 Euro) und die Kripper Pfarrgemeinde (143.000 Euro).

Weitere Bilder

Siehe auch

Mediografie

Michael Schmitz: Caspar Clemens Pickel und Remagen. Zum 50. Todestag des Baumeisters und Architekten, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1989

Weblink

Wikipedia: St. Johannes Nepomuk (Kripp)