FacebookLogo.png   TwitterLogo.png   Wordpress-logo-notext-rgb.png

Kreissparkasse Ahrweiler

Katholische Pfarrkirche „St. Lambertus“ Lantershofen

Aus AW-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lambertus Lantershofen 1.jpg
Lambertus Lantershofen 3.jpg
Lambertus Lantershofen 4.jpg
Lambertus Lantershofen 5.jpg
Lambertus Lantershofen 6.jpg
Lambertus Lantershofen 02.jpg
Der Altar
Lambertus Lantershofen 04.jpg
Skulptur des Pfarrpatrons St. Lambertus

Die katholische Pfarrkirche „St. Lambertus“ Lantershofen wurde im Jahr 1967 eingesegnet.


Standort

Die Karte wird geladen …

Chronik

Anfang der 1960er-Jahre war die alte Lantershofener Kirche zu klein geworden. Das Dorf hatte nämlich inzwischen 700 Einwohner; das führte dazu, dass die um 1880 errichtete alte Filialkirche, die zur Pfarrei Karweiler gehörte, an Sonn- und Feiertagen regelmäßig überfüllt war.[1]

Der damalige Pfarrer Anton Müller versammelte deshalb im April 1965 die Bevölkerung von Lantershofen, um über Erweiterung oder Neubau zu entscheiden. Die Gläubigen der Pfarrgemeinde sprachen sich bei dieser Anhörung für einen Neubau an angestammter Stelle aus. Damals rechnete man damit, dass die Kirche auch von den Priestern von Burg Lantershofen genutzt würde. Auf dem Grundstück, auf dem die alte Dorfkirche stand, und auf einem dazu erworbenen Nachbargrundstück sollte eine architektonisch ansprechende, in ihrer Ausstattung zweckmäßige und für die örtlichen Verhältnisse ausreichend große Kirche gebaut werden. Ein halbes Jahr später wurden die Pläne für den Neubau vorgestellt. Der Prokurator von Burg Lantershofen, Paul Solbach, der wenig später Pfarrer Müller ablöste, präsentierte ein Modell der Kirche. Er erklärte:

Im Grundriss erhält sie die Formen eines Fünfecks und in der Deckenkonstruktion die eines großen Sterns. Der säulenfreie Innenraum, der ausstattungsmäßig gesehen in vier Felder aufgeteilt wird und von allen Seiten einen freien Blick auf den in einer der fünf Ecken anzuordnenden Altar gewährt, wird durch hohe, die Ecken des Kirchenschiffs umfassende Fenster gut ausgeleuchtet, ohne dass die natürliche Lichtausbeute sich auf die Kirchenbesucher störend auswirken soll.

In einem Nebentrakt wurden eine Beichtkapelle und darüber die Empore geplant. Ein zweiseitig erschlossener Vorbau sollte sowohl Eintritt in die Kirche ermöglichen als auch Raum für eine Gefallenen-Ehrenstätte bieten. Bei einer zweiten Anhörung erntete dieses von dem Architekten Josef Westermeier aus Hamm in Westfalen entwickelte Baukonzept Anerkennung und Beifall und konnte deshalb umgesetzt werden.

Der Bau machte im Jahr 1967 rasche Fortschritte, so dass Kirchen- und Turmdach am 31. August 1967 gerichtet und die Bauarbeiter und Zimmerleute in der Gastwirtschaft „Zur Post“ Richtfest feiern konnten. Weil sich die Verantwortlichen beim Land Rheinland-Pfalz, beim Bistum Trier und in der Pfarrei erst spät über Gestalt und Aussehen des Turmes einigen konnten, konnte mit dem Bau des Turms erst zur Jahresmitte 1967 begonnen werden. Seine heutige Form verdankt der Turm einen Entwurf von Pastor Solbach. Der Turm wurde über einem etwa vier Meter dicken Betonsockel erbaut, wobei sein Grundriss fünf mal fünf Meter misst.

Anfang September 1967 war der Außenputz aufgebracht, so dass die hölzernen Stangengerüste um Kirche und Sakristei entfernt werden konnten. Die Holzdecke im Innern der Kirche machten Lantershofener Männer dem „Baumeister Jesus Christus“ zum Geschenk. Innerhalb von knapp vier Wochen brachten sie die Decke unter der Anleitung von Westermeier nach Feierabend an. Dadurch wurden 25.000 D-Mark Baukosten gespart.

„Die Zedernholzdecke wurde am 6. Oktober und der Fünfeckstern, der in Raufaserplatten gehalten ist, bis zum 11. Oktober fertiggestellt“, heißt es in der Lantershofener Chronik. Am 17. Oktober waren auch Sakristei- und Beichtraumdecke verkleidet sowie die Edelputzarbeiten im Kirchen-Innern abgeschlossen. Am 25. November war die Decke der Vorhalle vertäfelt.

In den Wochen bis zur Einsegnung nahmen Künstler und Handwerker die Innenausstattung der Kirche vor. Als Parkettholz für die Bankfelder wurde afrikanisches Sucupira-Holz verwendet, weil es besonders druckfest ist. Der Boden des Chorraumes, der zwei Stufen höher als der Boden des übrigen Kirchenraumes ist, wurde aus Beton gegossen. In seiner Mitte wurde die Altarplatte eingesenkt, die unter dem Altar der alten Kapelle gefunden worden war. Der Boden des Chorraumes, Treppenstufen und Wandelgänge wurden mit Anröchter Dolomit verkleidet. Altartisch und Altarsockel bestehen ebenfalls aus diesem Material. Das Sakramentshäuschen, das auf einem 2,5 Tonnen schweren, zum Himmel ausholenden Travertinblock steht, bildet das Zentrum des Innenraums.

Der bischöfliche Gesandte Monsignore Heinrich Moritz aus Trier, Ordinariatsrat und Domvikar, segnete die St.-Lambertus-Kirche am 17. Dezember 1967, ein Sonntag, ein. Etwa 1000 Menschen wohnten der Feier bei. Die erste Messe wurde für den verstorbenen Architekten Josef Westermeier gelesen. Die jeweils 400 Sitz- und 400 Stehplätze bietende Lantershofener Kirche ist der letzte große Sakralbau, der nach seinen Plänen verwirklicht wurde.

Im Jahr 1971 wurde eine neue Orgel einweiht, darüber hinaus wurde das Gotteshaus zur Pfarrkirche erhoben.

Im Jahr 2008 begann eine 500.000 Euro teure Sanierung der Kirche. 450.000 Euro davon zahlt das Bistum Trier, für den Rest kommt die Pfarrgemeinde auf.

Im Jahr 2012 wurden Heiligenfiguren im Altarraum der Kirche abgenommen. Das führte für Irritationen, Verärgerung und Diskussionen unter den Gläubigen aus Lantershofen. "Grund der Maßnahme waren Veränderungen der liturgischen Vorschriften für die Gestaltung von Altarräumen", berichtete der General-Anzeiger (GA) am 28. März 2013, der Altarraum sei allein dem Gekreuzigten vorbehalten. Nach Gesprächen mit Vertretern der Pfarrgemeinde, dem Architekten, des Generalvikariats in Trier, einem Kirchenkünstler und mit Monsignore Michael Bollig, Regens des Studienhauses "St. Lambert" Lantershofen hätten nun alle Heiligenfiguren wieder einen Platz in der Kirche. Thomas Schaaf, Erster Chronist der Bürgervereinigung Lantershofen e.V., gegenüber dem GA: „Der Altarraum wirkt nicht mehr so überladen, die Heiligen Lambertus und Ursula machen sich am neuen Standort durchaus gut. Die Heilige Cäcilia an der Orgel und Maria unter dem großen Kreuz sind jetzt nicht mehr alleine. Mit den wieder in die Kirche eingezogenen Heiligen freuen sie sich auf viele Besucher.“ Der Pfarrverwaltungsrat habe sich „mit Sicht auf den Frieden in der Gemeinde“ für folgende Lösung entschieden, berichtete der GA:

Die Krönung Mariens durch die Heilige Dreifaltigkeit kam wieder auf ihren Platz über dem Tabernakel. Sankt Ursula hat statt im Altarraum ihren Platz jetzt an der Wand des linken Chorraumes (vom Altar aus gesehen) und Sankt Lambertus an der rechten Wand. Weißer Hintergrund lässt sie so besser zur Geltung kommen, findet auch das Studienhaus, das die Kirche für sein Priesterseminar nutzt. Das große Missionskreuz oberhalb der Beichtkapelle hat seinen neuen Platz in der Mitte der Eingangswand erhalten.

Am Sonn­tag, 17. De­zem­ber 2017, feiert die Kir­chen­ge­mein­de Lan­ters­ho­fen das 50-jäh­ri­ge Be­ste­hen der Lam­ber­tus­kir­che. Pastor Alexander Burg und Regens Volker Malburg zelebrieren einen Festgottesdienst. Anschließend fin­det in der Au­la des Stu­di­en­hau­ses Sankt Lam­bert ein klei­ner Fes­takt mit ei­ner Aus­stel­lung zum Kir­chen­ju­bi­lä­ums statt. Dort ist auch die Festschrift 50 Jah­re Lam­ber­tus­kir­che Lan­ters­ho­fen erhältlich.[2]

Die Orgel

Wegen fehlender öffentlicher und kirchlicher Finanzmittel wurde die Lantershofener Orgel bei ihrer Beschaffung im Jahr 1971 von einem privaten Spender finanziert. Die Sanierungsarbeiten der Jahre 2008 und 2009 betrafen nicht diese Orgel, obwohl sich im Laufe der Jahrzehnte auch hinter dem Orgel-Prospekt etliche Verschleißerscheinungen summierten, die sich bei einer Orgelstimmung im Spätherbst 2013 zeigten. Orgelbaumeister Siegfried Merten (Orgelbau Siegfried Merten) wies deshalb in einem Brief an den Pfarrverwaltungsrat der Kirchengemeinde auf die Gefahr hin, dass das Orgelwerk über zu befürchtende starke akustische Beeinträchtigungen hinaus jederzeit ausfallen könne. Als dringendste Maßnahmen bezeichnete er den Austausch der Gebläsemaschine und das Ausbauen sämtlicher Pfeifen, deren Reinigung, Entstaubung, Dichteprüfung, Wiedereinbau sowie die abschließende Nachintonation und Stimmung. Dafür sei mit Instandsetzungskosten von 17.000 Euro zu rechnen. Zur Finanzierung rief der Pfarrverwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde Karweiler/Lantershofen eine Spendenaktion ins Leben. Walter Moitz und Roman Kappen stellten sich für Rückfragen zur Verfügung.[3]

Im April 2016 lehnte der Verwaltungsrat der Kirchengemeinde die Sanierung der Orgel ab. Zuvor waren vier Angebote eingeholt worden. Ein Orgelbauer lehnte einen möglichen Auftrag wegen des schlechten Zustands der Orgel ab. „Seither suchte man in Lantershofen auf dem Markt für gebrauchte Orgeln, wurde zwei Mal überboten und ist nun im Münsterland fündig geworden“, berichtete der General-Anzeiger im Spätsommer 2016. Die St.-Josef-Kirche in Selm bei Münster werde am 24. September entweiht. Danach werde sie ausgeräumt, entkernt und – mit Ausnahme des Kirchturms – abgerissen. Eine Delegation des Lantershofener Verwaltungsrats fuhr nach Selm, testete die Simon-Orgel und ließ sie von einem Orgelbauer technisch und klanglich begutachten. Fazit: Das Instrument sei in gutem Zustand und eigne sich für die Lantershofener Kirche. Diesmal war Lantershofen auch im Bieterverfahren erfolgreich: 49.000 Euro kostet der Kauf des Instruments. Am 26. September 2016 wird die Orgel in Selm abgebaut und anschließend zur Firma Orgelbau Siegfried Merten nach Remagen transportiert. Dort wird das Instrument überholt und technisch auf den neuesten Stand gebracht, bevor es im November 2016 in die Lambertus-Kirche in Lantershofen eingebaut und intoniert wird. Dabei werden Klangfarben, Klangabstimmungen und Lautstärke der 19 Orgel-Register der Lantershofener Kirche angepasst. Im Dezember 2016 soll das Instrument zum ersten Mal in einem Gottesdienst in Lantershofen erklingen. Die Gesamtkosten dürften sich bis dahin auf 110.000 bis 120.000 Euro summieren. Die August-Doerner-Stiftung hat die neue Orgel mit einem 50.000-Euro-Zuschuss unterstützt. Die Pfarrgemeinde hat bis September 2016 32.000 Euro aus Spenden und Orgelpfeifen-Patenschaften gesammelt. Der Erlös aus dem Verkauf der alten Orgel wird auf 10.000 Euro geschätzt. Ein slowenischer Orgelbauer will das Instrument übernehmen.[4]

Horst-Peter Kujath begleitete Anschaffung, Sanierung und Einbau der Orgel federführend. Dem General-Anzeiger sagte er:

Für die Gemeinde dürfte es ein erhebendes Gefühl und großes Ereignis sein, nach vielen Jahren der Spendensammlung nun eine Orgel zu besitzen, die alle Anforderungen des Gemeindegesanges, aber auch den zahlreichen Pontifikalämtern mit Bischöfen und Kardinälen sowie der musikalischen Priesterausbildung, Chor- und Scholabegleitung als auch Konzerten gerecht wird.[5]

Für 5. Dezember 2016 ist technische Abnahme der Orgel geplant. Im Rahmen des Hochamtes am dritten Adventssonntag, 11. Dezember 2016, ab 10.45 Uhr wird das Instrument eingesegnet und zum ersten Mal für die Gemeinde gespielt – und zwar von Heinrich Fuchs und Markus Prange. Der General-Anzeiger berichtete:

Bei der Orgel dürfte es sich um die meistgespielte Kirchenorgel im Kreis Ahrweiler handeln, da die Lambertuskirche nicht nur von der Pfarreiengemeinschaft, sondern auch vom benachbarten Studienhaus „St. Lambert“ genutzt wird. Ein bis zwei Mal am Tag wird das Instrument gespielt, künftig wird es zudem Orgelkonzerte in St. Lambertus geben.

Während des Sonntagshochamtes am 11. Dezember 2016 wurde die 1982 gebaute neue Orgel von Regens Dr. Volker Malburg geweiht; sie ersetzt seitdem ihre Vorgängerin aus dem Jahr 1971.[6]

Der Trierer Domorganist Josef Still stellte der Simon-Orgel nach einem Konzert im Januar 2017 ein gutes Zeugnis aus: „Die Orgel klingt wunderbar weich und ist mit schönen Registern versehen, so dass hierauf auch Teile der französischen Orgelmusik gespielt werden können.“ Das Instrument eigne sich durchaus auch für Konzerte. Still war es, der der Pfarrei, nachdem feststand, dass die bestehende Orgel nicht mehr zu gebrauchen ist, geraten hatte, sich nach einer gebrauchten Orgel umzusehen. Walter Moitz vom Pfarrverwaltungsrat hatte die Zuhörer vor dem Konzert darüber informiert, dass sich die Gesamtkosten für die neue Orgel auf 137.000 Euro belaufen.[7]

Weitere Bilder

Siehe auch

St. Lambertus

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 21. Mai 2008 und Thomas Weber: Jubiläum auf der Grafschaft: Vor 50 Jahren entstand Sankt Lambertus in Lantershofen, general-anzeiger-bonn.de vom 7. Juni 2017
  2. Quelle: Ju­bi­lä­ums-Hoch­amt und Fes­takt am Sonn­tag Die Lam­ber­tus­kir­che in Lan­ters­ho­fen be­steht seit 50 Jah­ren, in: General-Anzeiger vom 13. Dezember 2017
  3. Quellen: Die Orgel droht zu verstummen - Spenden erbeten, in: Rhein-Zeitung vom 23. Dezember 2013, und Orgel in Sankt Lambertus: Die Kirche droht zu verstummen, general-anzeiger-bonn.de vom 1. Januar 2014
  4. Quelle: Thomas Weber: Musik in Lantershofen: Die alte Orgel steht vor dem Kollaps, general-anzeiger-bonn.de vom 10. September 2016
  5. Quelle: Thomas Weber: Orgel in Lantershofen: 100.000 Euro für Kauf und Sanierung, general-anzeiger-bonn.de vom 23. November 2016
  6. Quellen: Thomas Weber: Lantershofens Orgel ist geweiht – Freude nach drei Jahren, general-anzeiger-bonn.de vom 13. Dezember 2016, und Rhein-Zeitung vom 13. Dezember 2016
  7. Quelle: Thomas Weber: Kirchenmusik auf der Grafschaft: Simon-Orgel ist für Konzerte geeignet, general-anzeiger-bonn.de vom 27. Januar 2017
  8. Siehe auch: Thomas Weber: Kirchenjubiläum in Lantershofen: Buch erzählt Geschichte der Lantershofener Kirche, general-anzeiger-bonn.de vom 20. Dezember 2017