Katholische Pfarrkirche „St. Marien“ Niederbreisig

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Die katholische Pfarrkirche "St. Marien" Niederbreisig
Skulptur der Pfarr- und Kirchenpatronin St. Maria
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Taufbecken und Taufkerze
Altar
Orgel-Prospekt und Empore
In der Kirche wird dieses Kreuz aufbewahrt, in dem sich ein Partikel aus dem Christuskreuz befindet. Auf ihn geht der Zwiebelmarkt Bad Breisig zurück.
Römerstein in der Marienkirche.
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Die Marienkirche grenzt an das Rathaus der Verbandsgemeinde Bad Breisig.
Antepedium des Hochaltars (austauschbares Vorsatzblatt) mit Darstellung des Fegefeuers für den Allerseelenmonat, um 1780

Die 1727 geweihte Katholische Pfarrkirche „St. Marien“ an der Koblenzer Straße in Niederbreisig wurde wohl vom kurfürstlich-trierischen Hofbaumeister Philipp Honorius von Ravensteyn erbaut. Völlig gesichert ist das aber nicht. Umgangssprachlich wird der barocke Bau als „Sankt Marien“ bezeichnet, geweiht ist sie jedoch auf den Namen „Maria Himmelfahrt“. Besonderheiten dieser Kirche sind der barocke Hochaltar und ein Holzsplitter vom Kreuz Jesu.


Standort

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Geschichte

Bereits im Jahr 1337 wird in Niederbreisig eine Kapelle genannt, die vom Templer-Orden errichtet und von ihm bis zu ihrem Abriss im Jahr 1718 geistlich betreut wurde. Diese Kapelle war St. Nikolaus und St. Sebastianus, den Schutzpatronen der Schiffer und Schützen, geweiht.

Im Jahr 1654 legte die Essener Fürstäbtissin Anna Salome von Salm-Reifferscheid den Grundstein zum Bau des heutigen Kirchturms. 1718 wurde der Turmbau vollendet. Am Karfreitag des Jahres 1718 wurde das Kreuz auf den Turm aufgesetzt. Der quadratische Kirchturm mit der doppelten Barockhaube wurde rasch zum Wahrzeichen von Niederbreisig. Über ein barockes Pilasterportal mit geschweiftem Giebelaufsatz und der Jahreszahl 1718 im Türsturz gelangt man von der Nordseite aus in die Kirche, die in den Jahren 1717 bis 1725 erbaut wurde. Am 6. Oktober 1727 weihte einer der Kölner Weihbischöfe die Kirche. Die Einwohner von Niederbreisig hatten sich nach einer eigenen Pfarrei und einer eigenen Kirche gesehnt, gehörten sie doch bis dahin zur Mutterpfarrei „St. Viktor“ in Oberbreisig. Die Pfarrei „Maria Himmelfahrt“ wurde aber erst im Jahr 1786 ausgerufen. Bis dahin war St.-Victor-Kirche in Oberbreisig Pfarrkirche auch für Niederbreisig.

Wegen ihres Standortes in der engen Innenstadt und vorgegeben durch den Vorgängerbau ist der Chor von St. Marien nicht nach Osten, sondern nach Südosten ausgerichtet. Rechts neben dem Eingang schließt sich seit 1977 ein Erweiterungsbau an. Auf der Homepage der Verbandsgemeinde Bad Breisig wird die Marien-Kirche folgendermaßen beschrieben:

"Die Kirche ist ein einschiffiger, fünfachsiger, hochaufgeschossener Hallenbau mit gotisierenden Formen. Hierzu gehört der Kranz der Strebepfeiler, deren geschwungene Abdeckung aber den Barock andeutet. Der Hochaltar stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ein optisches Gegengewicht zu der reichen Chorausstattung ist die Empore mit dem stattlichen Orgelaufbau."

In der Kirche werden ein Silberkreuz mit einem Kreuzpartikel aus der Donatuskapelle des Templerhofes sowie ein Teil eines römischen Votivaltars aufbewahrt, der am Vinxtbach gefunden wurde.

Ein Kirchenportrait der Rhein-Zeitung vom 8. März 2016 beschreibt die folgende Begebenheit:

Was der Franzosenkaiser Napoleon Bonaparte am 16. September 1804 bei seiner Reise von Bonn nach Koblenz aus seiner sechsspännigen Kutsche heraus von Bad Breisig (Niederbreisig) zuerst sah, war der Turm der Kirche St. Maria Himmelfahrt. Von wo aus man auch auf Niederbreisig schaut, immer fällt das ortsbildbestimmende Gotteshaus mit ihrem schmucken Turm sofort ins Auge. Napoleon ließ vor der Kirche kurz halten, nicht um ein Gebet zu sprechen, sondern um einen Schluck des vom Maire (Bürgermeister) Matoni gereichten „Roten vom Elzenberg“ zu kosten. Pastor Thelen sprach in seinem schönsten Messgewand feierliche Begrüßungsworte und segnete den Kaiser.[1]

Als für die wachsende Anzahl der Gläubigen in den 1970er Jahren mehr Raum geschaffen werden musste, wäre die St.-Marien-Kirche als Pfarrkirche beinahe durch einen Neubau ersetzt worden. Zunächst war ein Neubau auf freiem Feld an der Bundesstraße 9 in Richtung Sinzig geplant, dann im neu entstehenden Kurviertel an der Waldstraße. Dann aber fiel der Entschluss für einen Erweiterungsbau an die bestehende Kirche.

Nach fast acht Monaten Innenrenovierung öffnete Pfarrer Sime Mladen Karlic die Pfarrkirche an Heiligabend 2011 wieder für die Pfarrgemeindemitglieder. Nachdem die Kirche 2007 bereits eine umfangreiche substanzerhaltende Außenrenovierung erhalten hatte, waren in den Monaten zuvor zwei der drei geplanten Stufen der Innenrenovierung durchgeführt worden. In der ersten Stufe wurde der Innenraum renoviert. Kosten: rund 300.000 Euro. Kapitelle und Pfeiler, bis dahin ziegelrot, wurden dabei in Blau gestrichen, der Farbe der Gottesmutter. In der zweiten Renovierungsstufe wurde eine neue Orgel eingebaut.[2]

Die Maria Kerpen-Stiftung übernahm einen großen Teil der Renovierungskosten. Und die 2010 verstorbene Emmi Heinen hinterließ der Pfarrgemeinde die Hälfte ihres Vermögens für die Kirchenrenovierung. Der Orgelförderverein "St. Marien" Bad Breisig trug ebenfalls eine beachtliche Summen zusammen. In der dritten Renovierungsstufe sollen die drei Altäre und die Inneneinrichtung der Kirche, beispielsweise die Kanzel, saniert und mit neuem Blattgold belegt werden.

Die Ausstattung

In der Kirche stehen drei in spätbarockem Stil gefertigte Altäre aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Den Altären gegenüber befindet sich die Orgelempore aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

In der Kirche befindet sich ein Reliquienkreuz aus der Zeit um 1400. In dem Bändchen von Heinz-Peter Müller: Schatzkammer - Sakrale Kunst aus dem Landkreis Ahrweiler, das die Kreisvolkshochschule Ahrweiler begleitend zu einer Ausstellung herausgab, die anlässlich der „2. Kulturtages des Landkreises Ahrweiler“ im November 1984 in Bad Breisig sakrale Kunstgegenstände aus dem Landkreis zeigte, heißt es dazu:

Die Gesamthöhe des silbernen Reliquienkreuzes beträgt 24 cm; das 9,5 cm hohe Kreuz mit gegossenem Korpus zeigt an den Balkenenden in Dreipässen mit Eckzacken die Evangelistensymbole in Füllung aus durchleuchtendem grünem und blauem, teilweise ausgesprungenem Email. Der Rückdeckel des Kreuzes mit inliegender Reliquie ist verglast; das Kreuz hat einen runden Fuß mit sechsseitigem Schaft und durchbrochenem Rosettenknauf.

Weitere Bilder

Siehe auch

Mediografie

Weblink

Wikipedia: St. Marien (Niederbreisig))

Fußnoten

  1. Quelle: Jochen Tarrach: Als Napoleon in Niederbreisig Halt machte – Kaiser wurde an Kirche St. Maria gesegnet, in: Rhein-Zeitung vom 8. März 2016
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 27. Dezember 2011