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Katholische Pfarrkirche „St. Stephanus“ Gönnersdorf

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Kirche Gönnersdorf.jpg
Pfarrkirche Gönnersdorf 03.jpg
Marmorner Seitenaltar aus dem Jahr 1630
Grotte in der Nähe der Kirche

Die Katholische Pfarrkirche „St. Stephanus“ in Gönnersdorf, St. Stephanus und St. Katharina von Alexandrien geweiht, zählt zu den ältesten Kirchen im Kreis Ahrweiler. Und Kanzel und Seitenaltar der Kirche zählen zu den bedeutendsten Kunstwerken im Kreis. Bis 1804 diente sie auch als Mutterkirche für Rheineck und Brohl, obwohl dort ebenfalls seit 1680 ein eigenes Gotteshaus steht. St. Stephanus ist die Taufkirche der berühmten rheinischen Adelsfamilie von Metternich.[1]


Standort

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Chronik

Eine Kirche gab es in Gönnersdorf spätestens am Ende des 13. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit entstand ein Neubau, dessen Chormauern und Turm noch heute erhalten sind. Das Patronat gehörte zu jener Zeit den Besitzern der Herrschaften Olbrück und Breisig. Das Tuffsteingewölbe des Chores wurde im Jahr 1723 wegen Baufälligkeit erneuert. 1748 wurden das Schiff neu gebaut und ein Bogen „inwendig des Chores“ aufgemauert. Dabei wurde aller Wahrscheinlichkeit nach auch der Turm saniert. Um 1830 wurde eine neue Sakristei gebaut. 1927 wurde die Kirche instand gesetzt und der Chor nach Norden hin erweitert. 1979 und 2004 ist die Kirche abermals renoviert worden.

Innenausstattung

Besonderheiten im Inneren der Kirche sind ein Taufbecken aus Basalt, eine steinerne Kanzel im spätgotischen Stil aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts als ältestem Einrichtungsgegenstand der Kirche, der Hochaltar aus Holz, der aus weißem Marmor geschaffene Seitenaltar aus dem Jahr 1630 und Holzfiguren der beiden Kirchenpatrone St. Stephanus und St. Katharina von Alexandrien. Ein Beleg für die bereits früher engen Verbindungen der Gönnersdorfer in die Orte am Rhein ist der 1630 von der Familie derer von Metternich gestiftete Altar; er wird derzeit als Nebenaltar genutzt. Die Rhein-Zeitung berichtete über den marmornen Seitenaltar:

Die Familie derer von Metternich zu Sommersberg wurde 1449 mit der Burg Brohleck auf dem Hellersberg oberhalb der Ortschaft Brohl belehnt. Fünf Brüder aus ihrer Nachkommenschaft haben sich 1630 mit dem Seitenaltar in ihrer Gönnersdorfer Pfarrkirche ein Denkmal gesetzt. Da die Stiftung im Todesjahr des ältesten Bruders Johann Reinhard erfolgte, ist davon auszugehen, dass die vier anderen ihm und sich selbst eine Erinnerung schaffen wollten, denn am Altar musste wöchentlich eine Messe für das Seelenheil der Stifter gefeiert werden. Die lateinische Inschrift über der Altarplatte sagt aus, dass die fünf Brüder Johann Reinhard, Karl, Emmerich, Wilhelm und Lothar von Metternich den Altar errichteten. Mittelpunkt ist eine wundervolle Pieta aus weißem Marmor, die sich strahlend von einem schwarz polierten Hintergrund abhebt. Gerahmt ist das Altarblatt von zwei schwarzen Marmorsäulen, die auf Engelsköpfen stehen. Über der Giebelleiste stehen die Figuren der Verkündigung: der Engel Gabriel links und die Madonna rechts. Dazwischen erscheint in einem Rundmedaillon der segnende Gottvater.[2]

Orgel

Die Orgel, eine vollmechanische einmanualige Orgel der Romantik, wurde um 1890 als frühes Werk der Johannes Klais Orgelbau GmbH & Co. KG Bonn gebaut.

Im Jahr 1998 eine Orgelbaufirma, bei der es sich nicht um die Erbauerwerkstatt der Johannes Klais Orgelbau GmbH & Co. KG Bonn handelte, damit beauftragt, das Instrument zu reinigen und zu überarbeiten. Dabei aber seien, wie Klaus-Peter Baltes, Vorsitzender des Pfarrverwaltungsrats, im Juni 2019 sagte, einige Arbeiten nicht korrekt erledigt worden. „Man wollte damals halt Geld sparen.“

Die Klais-Orgel, die über ein Manual, Pedal und sieben Register verfügt, wurde bis 2015 über sechs Jahrzehnte von Martin Heuser gespielt. Die Schulmusikerin Andrea Ernst wurde bei Heusers Verabschiedung als seine Nachfolgerin eingeführt. Seit Oktober 2014 ist die im Januar 2015 45-Jährige bereits in den Gemeinden in Waldorf, Oberbreisig und Lützingen Organistin oder Chorleiterin für die Pfarreiengemeinschaft tätig.[3]

Seit 2016 beschäftigt sich der Pfarrverwaltungsrat mit der Sanierung der Klais-Orgel. Klaus-Peter Baltes, Vorsitzender des Pfarrverwaltungsrats, sagte der Rhein-Zeitung im Juni 2019, die Orgel sei von Schimmelpilz und Holzwurm befallen, wie aus einem Gutachten hervorgehe. Außerdem bedürfe die Mechanik einer grundlegenden Regulierung. Baltes' Fazit: „Die Orgel muss komplett saniert werden.“ Deshalb werde das Instrument non Januar bis April 2020 von der Firma Klais vor Ort generalüberholt. Um den Holzwurm zu beseitigen, müsse die Orgel begast werden. Dazu soll eine Spezialfirma beauftragt werden. Läuft alles nach Plan, könne die Begasung im Herbst 2019 erfolgen. Nicht entschieden sei bislang, ob lediglich die Orgel oder die gesamte Kirche begast wird. Der Holzwurm habe nämlich nicht nur die Orgel, sondern auch andere hölzernen Bestandteile der Kirchen-Innenausstattung befallen. „Die ganze Kirche ist voller Holzwurm“, so Baltes. Wenn lediglich die Orgel begast wird, so es wahrscheinlich, dass der Holzwurm in die Orgel zurückkehrt. Im Juni 2019 rechnete der Pfarrverwaltungsrat mit Restaurierungskosten von insgesamt 73.000 Euro. Dabei sei mit einem 7500-Euro-Zuschuss des Bistums auszugehen. Um den Restbetrag zu finanzieren, würden bereits Spenden, Kollekten und Haushaltsüberschüsse gesammelt. Es gab bereits ein Benefizkonzert; und auch der Erlös des Pfarrfestes am 25. August 2019 soll der Orgelsanierung zugute kommen. Wenn die Sanierung aufgeschoben wird, drohe die Gefahr, dass sie für immer verstummt – was die Gönnersdorfer auf jeden Fall verhindern wollen. Um gegen den Schimmelpilz vorzugehen, soll die Orgel einen neuen Standort erhalten: Ein Umzug in die Mitte der Empore ist vorgesehen, weil das Instrument dort besser belüftet wird.[4]

Heiligen-Statuen

Weitere Bilder

Siehe auch

Fußnoten

  1. Quelle: Arnold Groß: Hauptstraße in Gönnersdorf (Film), swr.de vom 17. April 2012
  2. Quelle: Jochen Tarrach: Die Herren von Metternich setzten sich ein Denkmal – Pfarrkirche St. Stephanus in Gönnersdorf war auch Mutterkirche für Rheineck und Brohl, in: Rhein-Zeitung vom 16. Februar 2016
  3. Quelle: Andreas Wetzlar: Abschied von der Kirchenorgel - Martin Heuser spielte mehr als 60 Jahre lang das Gönnersdorfer Kircheninstrument, in: Rhein-Zeitung vom 8. Januar 2015
  4. Quelle: Silke Müller: Gönnersdorfer kämpfen um Erhalt der Orgel – Pfarrverwaltungsrat bittet um Spenden, in: Rhein-Zeitung vom 28. Juni 2019