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Kreissparkasse Ahrweiler

Katholische Pfarrkirche „St. Pius“ Bad Neuenahr-Ahrweiler

Aus AW-Wiki
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Pius-Kirche 31.jpg
Bad Neuenahr - Heinz Grates (233).jpg
Die ehemalige Küsterin Brigitte Klein mit Teilen der Sammlung von Papst Pius X. aus dem Besitz der Pfarrgemeinde
Weihbischof Jörg Michael Peters bei einer Firmung im Februar 2017
In der St. Pius-Kirche wird eine Sammlung mit persönlichen Gegenständen von Papst Pius aufbewahrt.
Taufbecken mit Osterkerze
Bad Neuenahr - Heinz Grates (241).jpg
Dieses Bänkchen stammt aus dem privaten Palazzo von Papst Pius X..
Aus dem Arbeitszyklus "Die Opfer" von Titus Lerner (1983).
Vorne rechts das Reliquar mit St.-Pius-Reliquie

Die Katholische Pfarrkirche „St. Pius“ Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde am 23. März 1969 eingesegnet, nachdem am 12. Januar 1968 eine im Jahr 1965 auf der Pius-Wiese gebaute provisorische Notkirche einem Brand zum Opfer gefallen war. Zum Patron der Kirche wurde der heiliggesprochene ehemalige Papst Pius X. gewählt. Unter den Kirchen von Bad Neuenahr-Ahrweiler ist die St. Pius-Kirche das jüngste Gotteshaus. Wegen ihrer Nähe zum Schulzentrum Bachem wird die Kirche häufig auch von den dort ansässigen Schulen genutzt.


Anschrift und Standort

Schützenstraße 121

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

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Küsterin

Sandra Breidenbach, Vorgängerin: Brigitte Klein

Geschichte

Nachdem die Notkirche auf der Pius-Wiese am 12. Januar 1968 abgebrannt war, konnte bereits am 5. Mai 1968 auf dem Gelände am Bogen der Schützenstraße der symbolische erste Spatenstich des neuen Gemeindezentrums samt Kirche, separatem Glockenturm, Pfarrheim und Kindergarten vollzogen werden. Im Rahmen einer Feierstunde ist am 21. Juli 1968 der Grundstein in das Mauerwerk eingefügt worden. Am 27. September 1968 wurde Richtfest gefeiert. Und am 23. März 1969 wurde die Kirche im Beisein von fast 1600 Gläubigen feierlich eingeweiht. Das Gotteshaus war an diesem Tag aber noch nicht ganz fertig; eine ganze Reihe von Handwerkerarbeiten waren bis zur Einweihung nicht fertiggestellt worden.[1] Zum Patron des Gotteshauses wurde der heilige Papst Pius X. (Pontifikat 1903–1914) gewählt.[2]

Geläut

Bereits während des Baus der Piuskirche legte die Glockengießerei Mark in Brockscheid/Kreis Daun die Konzeption für das vierstimmige Geläut vor. Der Anschaffung der Glocken ging eine lebhafte Diskussion voraus. Der Pfarrgemeinderat scheute nämlich mehrheitlich die hohen Anschaffungskosten für das Geläut und befürchtete, dass dadurch andere wichtige Projekte ins Hintertreffen geraten. Der damalige Pfarrer Otto Berberich aber konnte das Gremium schließlich davon überzeugen, dass ein harmonisches Geläut zu einer Pfarrkirche gehört. So beschlossen Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat dann im Jahr 1984 die Anschaffung eines Geläutes und damit die Fertigstellung des letzten „Bauabschnitts“ der Kirche. Mitglieder und Freunde der Pfarrei sowie ortsansässige Unternehmen und Institutionen spendeten, so dass der Glockenguss zwei Jahre später in Auftrag gegeben werden konnte.

  1. Die erste Glocke ist dem Schutzpatron von St. Pius, Papst Pius X., geweiht.
  2. Die zweite Glocke ist der Gottesmutter Maria geweiht.
  3. Die dritte Glocke ist St. Antonius, dem Patron der Bauern und Landleute, und St. Sebastianus geweiht, der in Pestzeiten gerne um Hilfe und Fürbitte angerufen wurde. Diesen beiden Heiligen ist auch die Kapelle in Hemmessen geweiht.
  4. Die vierte Glocke ist St. Anna und St. Laurentius geweiht. Die heilige Anna, Mutter Mariens, ist auch die Patronin der St.-Anna-Kapelle in Bachem. Und der heilige Laurentius ist Patron der zweiten Mutterpfarrei von St. Pius.
  5. Die 34 Kilogramm schwere fünfte Glocke hat ihren Platz nicht im 30 Meter hohen Glockenturm der Pfarrkirche, sie läutet vielmehr in der Partnergemeinde von St. Pius, der Gemeinde Esperantina in Nordost-Brasilien. Dort lässt sie Gestalt annehmen, was ihre in Portugiesisch und Deutsch gehaltene Gravur einfordert, nämlich „Brücke zwischen Esperantina und St. Pius X. Bad Neuenahr-Ahrweiler“ zu sein.

Alle fünf Glocken tragen, wie allgemein üblich, den Namen des Gießers, der Firma Mark in Brockscheid, den Namen der Stadt, in der sie läuten, sowie die Zahl 1987 als Jahresangabe für Guss und Weihe des Geläuts. Außer den Namen für die Glocken standen auch die Tonlagen – es´, ges´, as´ und b´ – rasch fest.[3]

Orgel

Die Orgel auf der Empore im Süden wurde im Jahr 1972 von der Oberlinger GmbH Windesheim erbaut. Sie verfügt über Brust-, Haupt- und Pedalwerk. Die 24 Register umfassen insgesamt 1954 Pfeifen. Die Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur elektrisch.

Zu einem Benefizkonzert hatten drei Kirchenchöre aus Bad Neuenahr-Ahrweiler für den 6. Juli 2014 in die St. Pius-Kirche eingeladen. Der Erlös war für die notwendige Reinigung und Sanierung der Orgel bestimmt, die schätzungsweise 20.000 Euro kosten sollte. Kirchenchor und Schola von St. Pius sangen gemeinsam mit den Kirchenchören von St. Laurentius und der Rosenkranzgemeinde; dirigiert wurden sie von Dekanatskantor Klaus-Dieter Holzberger. An der Orgel saßen Chorleiter und Organist Matthias Gampe. Der Grundstock für die Finanzierung der Orgelreinigung war im Oktober 2013 gelegt worden, als in der Piuskirche ein Benefizkonzert mit drei italienischen Sängern stattfand. Außerdem sollten die restlichen Geldmittel des aufgelösten „Fördervereins für Kirchenmusik“ auf die Reinigung verwendet werden. Organist Matthias Gampe erinnerte an das Weihnachtshochamt 2013, als „ein schriller, aufdringlicher Ton hängen blieb“, der den Gesang des Kirchenchores erheblich störte.[4]

St.-Pius-Sammlung

Im Westschiff werden 117 Devotionalien aus dem Nachlass des ehemaligen Papstes Pius X. aufbewahrt, der 1954 von Papst Pius XII. heiliggesprochen wurde. Dazu zählen private Briefe, Brustkreuze, die er trug, sein Rasiermesser, ein Stück des Lakens, auf dem die Leiche von Papst Pius X. aufgebahrt wurde, Holzstücke aus dem Bettgestell von Pius, Taschentücher mit eingesticktem Wappen, große hölzerne Kerzenleuchter aus der privaten Gebetsnische des Papstes und eine Haarlocke. In der Ostecke der Kirche steht ein kleines Bänkchen aus dem privaten Palazzo von St. Pius. Zum großen Teil handelt sind es Geschenke der nächsten Verwandten des Papstes, aber auch Gaben kirchlicher Persönlichkeiten.[5] Zur Sammlung gehört auch eine vollständige Darstellung des Lebenslaufes von St. Pius X. – beginnend bei seinen Jugendjahren in Riese bis hin zu seinem Pontifikat, das von 1903 bis 1914 dauerte.

Die Sammlung an privaten Gegenständen des Papstes Pius X., seit 1966 Eigentum der Katholischen Pfarrgemeinde „St. Pius“ Bad Neuenahr-Ahrweiler, ist die einzige Sammlung dieser Art in Deutschland. Ein Teil dieser Gegenstände wird in einer Nische ausgestellt, die ursprünglich für einen Beichtstuhl vorgesehen war. Andere Stücke, beispielsweise Messgewänder, hängen in einem verschlossenen Stahlschrank und werden nur zum Patrozinium, dem jährlichen Patronatsfest am 21. August, vom Pfarrer im Gottesdienst zur Erinnerung an den Namensgeber von Pfarrgemeinde und Kirche getragen.

Monsignore Karl Dambach (1888 bis 1966), ein Verehrer von Pius X. und bis 1960 Pfarrer an der St.-Mechtern-Kirche in Köln-Ehrenfeld, trug die Gegenstände über Jahrzehnte zusammen. Einen Teil seiner Jugend hatte der Monsignore in Ahrweiler verbracht; dem Städtchen, dem er sein Leben lang eng verbunden blieb.

Nach seiner Schulzeit in Ahrweiler, seinem Studium der Theologie in Trier und Bonn und seiner Priesterweihe 1913 unternahm Dambach zahlreiche Reisen, die ihn vor allem nach Italien führten. Auf diesen Reisen muss er Angehörige von Papst Pius X. kennengelernt haben, die dem großen Verehrer des Papstes nach und nach private Gegenstände desselben aushändigten. Im Laufe von mehreren Jahrzehnten trug Dambach so die heutige in der Piusgemeinde vorhandene Sammlung von 117 Objekten zusammen. Entgegen der ursprünglichen Absicht, die Gegenstände dauerhaft in Köln-Ehrenfeld auszustellen, vermachte Monsignore Dambach auf Anregung und Vermittlung der mit den Dambachs befreundeten Ahrweiler Familie von Rektor Christoph Strauck die Sammlung der neu gegründeten St.-Pius-Pfarrgemeinde Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ziel von Monsignore Dambach war es, „in einem Kapellenraum eine Verehrungsstätte des Papstes einzurichten, in der Eltern Zwiesprache mit dem eucharistischen Papst halten konnten“, heißt es in einem Aushang in der Pfarrkirche.

Reliquie

Zur Pius-Sammlung in der Kirche gehört ein Reliquiar mit Pius-Reliquie.

Sonstiges

Altar und Tabernakelstele wurden aus Trachyt gefertigt, aus dem gleichen Material wie auch Osterleuchter und Ambo. Die Entwürfe stammen von Ernst Alt, die Steinmetzarbeiten erledigte Rudolf Kniel. Die Bronzearbeiten – dazu gehören der Korpus Christi am Kreuz, die Tafeln an Tabernakel und Ambo sowie das Relief Pius X. – stammen von der Bildhauerin Friede Classen, die auch die Marienstatue schuf, die ihren Platz am Übergang zwischen Altarraum und Westschiff hat. Am Übergang zum Ostschiff steht das Taufbecken mit Emaillearbeiten von Angelika Kniel. An der Innenseite der Ostwand hängen 14 Kreuzweg-Stationen auf Kupferplatten (Rudolf Maur) mit Figuren des Südtiroler Künstlers Filip Moroder-Doss.[6]

Weitere Bilder

Siehe auch

Katholische Pfarrgemeinde „St. Pius“ Bad Neuenahr-Ahrweiler

Mediografie

Birgit Wittpohl: Die junge katholische Kirchengemeinde St. Pius in Bad Neuenahr-Ahrweiler im Aufbruch (Wissenschaftliche Prüfungsarbeit gemäß § 12 der Landesverordnung des Landes Rheinland-Pfalz über die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen vom 16. Juni 1982), Koblenz, 20. November 2006, 156 Seiten

Weblink

pg-badneuenahr-ahrweiler.de: St. Pius

Fußnoten

  1. Quellen: Rhein-Zeitung vom 12. Juli 2013 und vom 10. Mai 2016
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 10. August 2012
  3. Quellen: Rhein-Zeitung vom 10. August 2012, st-pius-aw.de: Wir über uns, gesehen am 6. Dezember 2016, und Birgit Wittpohl: Die junge katholische Kirchengemeinde St. Pius in Bad Neuenahr-Ahrweiler im Aufbruch (Wissenschaftliche Prüfungsarbeit gemäß § 12 der Landesverordnung über die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen vom 16. Juni 1982), 20. November 2006, 156 Seiten, S. 84-86
  4. Quelle: Rhein-Zeitung vom 9. Juli 2014
  5. Quelle: Jochen Tarrach: Papst Pius X.: Sammlung in der Pfarrkirche – 117 Stücke aus der Hinterlassenschaft werden in Bad Neuenahr aufbewahrt – Haarlocke und Taschentücher, in: Rhein-Zeitung vom 20. September 2012
  6. Quelle: st-pius-aw.de: Wir über uns, gesehen am 6. Dezember 2016