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Katholische Pfarrkirche „St. Wendalinus“ Kirmutscheid

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Die Pfarrkirche (Mitte) mit Alter Schule (links) und Altem Pfarrhaus (rechts)
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Skulptur des Kirchenpatrons St. Wendelinus
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Die katholische Pfarrkirche „St. Wendalinus“ steht nördlich von Kirmutscheid und westlich von Wirft auf einem Hügel. Der verputzte und weiß getünchte Bruchsteinbau besteht aus einem südlich aus der Achse verschobenen gedrungenen Westturm mit hohem Spitzhelm, einem breiteren Kirchenschiff und einem dreiseitig geschlossenen Chor mit östlich angebauter Sakristei. Die Chormauern sind höher als die Mauern des Kirchenschiffs. In Chor und Langhaus sind die Sterngewölbe farblich gefasst. 33 Meter hoch ragt der Turm der Kirche in den Himmel. Der Legende nach soll Graf Ulrich von Nürburg im Jahr 1214 die Kirchenanlage gestiftet haben, um das Jahr 1500 und dann nochmals drei Jahrhunderte später wurde der Kirchenbau erweitert. 1709 ist angrenzend an das Gotteshaus ein Pfarrhaus gebaut worden, das bis 1972 vom jeweiligen Pfarrer der Kirche bewohnt wurde. Seither gehört die Kirche der kleinen Gemeinde zur Pfarrei Barweiler. Von 1829 an drückten Schüler und Schülerinnen aus Wirft, Hoffeld und Kirmutscheid in der benachbarten Volksschule die Schulbank. 1925 bezogen die Hoffelder Schüler ihre eigene Schule, 1957 baute auch die Gemeinde Wirft ihr eigenes Schulhaus.


Standort

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Chronik[1]

Mündlicher Überlieferung zur Folge hatte sich Graf Ulrich von Nürburg während einer Jagd im Dickicht verirrt und nach seiner Befreiung gelobt, zum Dank ein Gotteshaus zu stiften, was er im Jahr 1214 dann auch getan habe. Auf dem Engelberg war bereits das Baumaterial zusammengetragen worden; aber mehrere Male verschwand es auf unerfindliche Weise, wurde dann aber stets auf der Anhöhe am Trierbach wiedergefunden, auf der die Kirche heute steht. Der Graf sah darin ein Zeichen Gottes und ließ die Kirche an dieser Stelle erbauen.

Bei der Kirche können drei Bauphasen unterschieden werden:

  1. Die Ursprungskirche: Graf Ulrich von Nürburg soll im Jahre 1214 die erste kirchliche Anlage gestiftet haben.
  2. die Erweiterung des Chores um 1500 und
  3. der Anbau von Empore und Sakristei gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Gerhard von Nürburg, der Sohn von Graf Ulrich, soll den ersten Altar für die Kirche gestiftet haben. Der Verbleib des Altars ist heute jedoch unklar. Der Hochaltar und das Relief an der Stirnseite des Voraltars – auf beiden wird, wenn auch auf unterschiedliche Weise, die Beweinung Jesu dargestellt – stammen aus der Wallfahrtskirche Müllenwirft. Am Hochaltar befinden sich Maria mit dem Leichnam ihres Sohnes, Maria Magdalena und der Evangelist Johannes als geschnitzte Holzfiguren. Agnes Gillig vermutet: „Der Ausdruck der Personen ist trotz der Trauer sehr gefasst, vielleicht erahnen sie bereits die Auferstehung Jesu.“ Die Figuren des Sandsteinreliefs am Voraltar hingegen – abermals die Gottesmutter mit dem Leichnam ihres Sohnes und Maria Magdalena sowie Maria Cleophae – bringen tiefe Trauer zum Ausdruck. Dieses Relief wurde ist im Jahr 1968 per Zufall entdeckt und vom Adenauer Bildhauer Georg Gehring restauriert worden.

Die Kirmutscheider Kirche unterstand anfangs der Johanniterkirche in Adenau, und ihr Kirchenpatron war St. Johannes Baptist. Adenau besaß auch das Patronatsrecht und entsandte einen Geistlichen zur Filiale, bis Kirmutscheid um 1600 einen eigenen Pastor erhielt. Agnes Gillig vermutet:

Das könnte in der Zeit gewesen sein, als Kirmutscheid von den Herren von Nürburg und der Kommende in Adenau unterstützt, Wirft an sich gezogen hatte. Zuvor war Wirft Filiale von Müsch, das 1316 noch zu den Pfarreien des kölnischen Eifeldekanats gezählt hatte. Aber bereits 1516 wird Müsch nur noch unter den Zehntzahlern erwähnt, ohne Zehnttabelle, ein Zeichen, dass die Pfarrei nicht mehr lebensfähig war (Schug). Erst um 1700 nahm ein Geistlicher seine festen Wohnsitz in Kirmutscheid.

Bis zur zweiten Phase gehörten Kottenborn und Müllenwirft zu Kirmutscheid. Seitdem bilden Hoffeld, Wirft und Kirmutscheid eine Einheit. Kottenborn kam erst später zu Adenau. In dieser Zeit wurde St. Wendelinus Schutzpatron der Kirche. Hinweise auf den schottischen Heiligen in der Kirche sind die Abbildungen des Dudelsackpfeifers an der Kirchendecke sowie weitere Motive der Deckenausmalung, etwa die Distel, die als schottische Nationalblume gilt. Über der Empore sind die Marterwerkzeuge Christi abgebildet. Die wichtigsten Stützfiguren bilden die St. Jakobus, St. Matthäus und St. Johannes. Von den übrigen Figuren wird vermutet, dass sie die Stifter darstellen. Im Netzgewölbe der Kirche befinden sich Wappen von Eifeler Grafengeschlechtern, beispielsweise die von Virneburg, Jülich und Berg, von Manderscheid, Arenberg und von der Marck.

Zu den Ausstattungsgegenständen der Kirche gehören ein Taufkessel aus dem 17. Jahrhundert, mehrere Gewölbeschlusssteine, beispielsweise das Lamm Gottes und die gotischen Fenster sowie Holzfiguren aus dem 17. Jahrhundert zu beiden Seiten des Hauptaltars. Sie stellen St. Wendelinus mit der Hirtschippe dar und St. Johannes Baptist mit den Attributen Buch und Osterlamm dar.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte 20.000 Euro für Putz- und Stuckarbeiten im Rahmen der Sanierung der Schiffdachkonstruktion, des Glockenstuhls sowie des Außenputzes zur Verfügung, wie die Rhein-Zeitung am 29. Dezember 2018 berichtete. Der in den 1960er-Jahren am Außenbau der Kirche ohne fachliche Begleitung aufgebrachte, nicht diffusionsoffene Zementputz hatte im Innenraum erhebliche Feuchtigkeits- und Schimmelprobleme verursacht. Deswegen waren bereits Trockenlegungsarbeiten durchgeführt und der Boden um das Bauwerk herum freigelegt worden. Neben diesen Arbeiten möchte die Gemeinde gleich ein weiteres Problem lösen, nämlich die in weiten Bereichen feuchtigkeitsgeschädigte Dachkonstruktionen restaurieren.[2]

Weitere Bilder

Außen

Innen

Siehe auch

St. Wendelinus

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Agnes Gillig: Kirmutscheid – ein Kleinod in der Eifel, in: Kreisverwaltung Ahrweiler (Hrsg.): Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2000, Ahrweiler 1999, S. 79
  2. Quelle: Geld im Kampf gegen Nässe und Schimmel – Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Sanierung der Pfarrkirche St. Wendalinuskirche in Wirft-Kirmutscheid, in: Rhein-Zeitung vom 29. Dezember 2018