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Maria de Fatima Fereira

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Die aus Portugal und in Sinzig lebende Maria de Fatima Fereira war eine der Letzten, die in Deutschland einen Gastarbeitervertrag erhielten. Im Jahr 1942 war sie als ältestes Mädchen von insgesamt 13 Geschwistern in Cortegace bei Porto zur Welt gekommen. Dort arbeitete sie 18 Jahre lang in einer Teppichfabrik. „Wir haben gut gelebt und verdient, wollten uns aber auch ein eigenes Haus bauen“, sagte sie im Mai 2018 der Rhein-Zeitung (RZ), „dazu hat es aber nicht gereicht.“ Deshalb folgte sie 1973 ihrem Ehemann Manuel, der bereits im Jahr zuvor von Portugal nach Sinzig umgezogen war. „Voraussetzung für den Gastarbeitervertrag mit der Firma Agrob, der heutigen Steinzeug, war eine umfangreiche Gesundheitsuntersuchung in deren damaliger Filiale in Lissabon“, heißt es in dem Beitrag von RZ-Reporterin Judith Schumacher. Und weiter: „In Deutschland angekommen, musste sie morgens zum Gesundheitsamt und stand schon nachmittags an der ersten Maschine.“ Maria de Fatima Fereira erinnerte sich: „Wir haben viel im Akkord gearbeitet. Es war sehr staubig, und es gab keinen Arbeitsschutz.“ Maria de Fatima Fereira und ihr Ehemann fanden eine kleine Wohnung im Dreifaltigkeitsweg. Viele andere Gastarbeiter wurden in einer „Baracke“ direkt gegenüber dem Werksgelände der Agrob untergebracht. Die Baracken-Bewohner schliefen in großen Schlafsälen, und es gab nur eine Küche für Alle. Die Portugiesin Ana de Sousa Baptista Tome, Mitglied im Beirat für Migration und Integration der Stadt Sinzig, fügte hinzu: „Jeder brachte sein Talent ein, der eine konnte Haare schneiden, der andere kochen und der dritte Leute unterhalten.“ Ihr Vater zum Beispiel schrieb damals Gedichte.[1]

Fußnoten

  1. Quelle: Judith Schumacher: Wie Sinzigs erste Gastarbeiterinnen heute leben, rhein-zeitung.de vom 30. Mai 2018