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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Meta Heymann

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Die Jüdin Meta Heymann (geb. Gottlieb in Fulda)[1] lebte mit ihrer Familie in Ahrweiler. Nach der Machtergreifung der Nazis war Meta Heymann in steigendem Maße Repressalien ausgesetzt – auch deshalb, weil die Kunden in Ahrweiler trotz des Verbotes immer noch in ihrem Geschäft an der Niederhutstraße einkauften. Ab 1925 war Meta Heymann Mitglied des in diesem Jahr gegründeten „Vaterländischen Frauenvereins“. Während einer Mitgliederversammlung am 7. März 1933 – etwas mehr als fünf Wochen nach der Machtergreifung vom 30. Januar 1933 – wurde sie als Jüdin aus diesem Verein ausgeschlossen. Die Nazis ließen die tapfere Witwe erst in Ruhe, nachdem sie die Offiziersuniform ihres Mannes aus dem Ersten Weltkrieg mit dem Pour le Mérite, dem höchsten Orden des Kaiserreiches, im Schaufenster ihres Kaufhauses an der Niederhutstraße 61 ausstellte. Die Auszeichnung hatte sich Moses Heymann auf den Schlachtfeldern in Flandern und vor Verdun verdient. Daneben stellte Meta Heymann ein Schild mit der Aufschrift „Das taten wir für Deutschland“ auf.[2] Am 23. März 1938 verkaufte Meta Heymann ihr Kaufhaus an Wilhelm Busch senior, der darin ein Textilgeschäft eröffnete. Meta Heymann floh mit dem Verkaufserlös vor den Nazis nach Jerusalem. Ab ca. 1938 lebten Meta Heymann, Lotte Heymann, Ernst-Joseph Heymann und Selma Bär gemeinsam in Palästina. Meta Heymann hatte einen Neffen, Fred Gottlieb, der später in den USA ein Buch mit dem Titel „My Childhood in Siegburg 1928-1939“ veröffentlichte.


Siehe auch

Portal "Zeugnisse jüdischen Lebens"

Fußnoten

  1. Quelle: Der traurige Lebensweg des Ernst-Josef Heymann aus Ahrweiler, in: Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler Nr. 35/2015 vom 25. August 2015, Seite 40/41
  2. Quellen: AHRthene.de vom 20. September 2010, und Günther Schmitt: Holocaust-Gedenktag in Ahrweiler: Ein erschütternder letzter Brief, general-anzeiger-bonn.de vom 27. Januar 2017