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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Nürburgring

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Nürburgring und Nürburg (Burg)
Historische Formel Junior 2002 auf der Start-und-Ziel-Geraden mit der 2000/2001 errichteten Boxenanlage
Start-und-Ziel-Gerade 2011
Nürburgring 1 b.jpg
Nürburgring 2 b.jpg
Mercedes-Arena
Ring-Racer

Der Nürburgring ist eine deutsche Rennstrecke, die Mitte der 1920er-Jahre in der Eifel rund um die Nürburg als Gebirgsrenn- und Prüfstrecke gebaut wurde. Der Vorschlag, die Rennbahn nach der Burg zu benennen, kam von dem damals schon im Ruhestand lebenden Regierungsdirektor Dr. Francis Kruse aus Bad Godesberg im Rahmen eines Wettbewerbs zur Namensgebung.[1] Wegen der weitgehend durch Wald führenden Nordschleife und der anspruchsvollen Streckenführung nannte sie der schottische Rennfahrer Jackie Stewart in den 1960er-Jahren „Grüne Hölle“.[2] Unter den Sportstätten im Kreis Ahrweiler ist der Nürburgring ohne Zweifel die bekannteste. Die Rennstrecke wird jährlich von rund zwei Millionen Gästen besucht. Der Rennfahrer Rudolf Caracciola aus Remagen schwärmte einst von der Rennstrecke:

Als wir 1927 zum neu eröffneten Nürburgring kamen, rissen wir die Augen auf. So etwas hatten wir noch nicht erlebt. Da lag mitten in den Eifelbergen eine Straße, eine geschlossene Schleife mit fast 180 Kurven, die auf 22 Kilometer verteilt waren. Eine Strecke mit Steigungen, die dem Motor scharf an die Lungen griffen, aber auch mit unsagbar schönen Ausblicken weit über das Land, auf Täler und Dörfer.[3]

Verlauf der Grand-Prix-Strecke

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Bau und Entwicklung

Stirling Moss beim Großen Preis von Europa 1961
Streckenabschnitt Hatzenbach 1965 ohne Schutzplanken und ohne Randstreifen
Überschlag im Graben
Hatzenbach 1973

Vom Baubeginn bis zum Krieg

Der Nürburgring hat viele Väter: Honoratioren aus der Eifel, Funktionäre des ADAC-Gaus Rheinland, Kölns damaliger Oberbürgermeister Konrad Adenauer und selbst der Kaiser werden als Ideengeber genannt. Fest steht lediglich, dass es bereits im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts Pläne gab. Otto Creutz, damals Landrat des Kreises Adenau, war es schließlich, der den Entwurf einer „Gebirgs-, Renn- und Prüfstrecke“ vorlegte. Der Nürburgring, der einst als Strukturfördermaßnahme für die arme Eifel („Preußisch Sibirien“) gedacht war, hat sich seitdem über seine Funktion als Sportstätte hinaus zu einem touristischen Ziel entwickelt; aber auch von der Industrie wird er rege genutzt.[4]

Am 27. April 1925 begannen die Arbeiten zum Bau des Nürburgrings und nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde die Rennstrecke am 18. Juni 1927 mit einem Festakt und Motorradrennen in verschiedenen Klassen eröffnet. Gesamtsieger des ersten großen Autorennens am folgenden Tag wurde der damals 26-jährige Rudolf Caracciola aus Remagen auf einem Mercedes-Benz mit einem Durchschnitt von 96,5 km/h. Nach dem Bericht der Adenauer Zeitung sollen mehr als 84.000 Zuschauer dieses Rennen miterlebt haben, in dem zwölfmal Nord- und Südschleife – also der gesamte Kurs – zu fahren waren, im Gegensatz zu den späteren Rennen, die meist über die viel kürzere Nordschleife liefen. Folgende Streckenvarianten waren möglich: Gesamtkurs 28,265 km, Nordschleife 22,810 km, Südschleife 7,747 km, Start-und-Ziel-Schleife 2,238 km. Außerdem gab es zwischen den Abschnitten Klostertal (bei etwa 12,5 km der heutigen Nordschleife) und Hohe Acht (bei 14 km) für Versuchsfahrten eine Steilstrecke mit einer Steigung von 27 %, die in Rennen nicht befahren wurde.[1] Die höchste Stelle des Nürburgrings ist mit 627 Metern über NN bei Start- und Ziel, der tiefste mit 320 Metern über NN bei Breitscheid; ab da steigt die Strecke mit bis zu 17 %.[5]

Erste Bestrebungen, bei Adenau in der Eifel bzw. rund um die Nürburg eine Rennstrecke anzulegen, hatte es bereits 1907 gegeben. Die Pläne scheiterten jedoch nicht nur am Widerstand verschiedener Natur- und Wandervereine, sondern einige Jahre später vor allem am Ersten Weltkrieg. 1924 griff der ADAC die Überlegungen wieder auf und fand die Zustimmung von Landrat Dr. Otto Creutz, der in einer Rennstrecke eine Chance sah, die wirtschaftliche Lage in seinem Kreis Adenau zu verbessern. Konrad Adenauer, Oberbürgermeister von Köln und späterer Bundeskanzler, erkannte insbesondere in der Infrastruktur, die in Verbindung mit dem Nürburgring zu schaffen war, die Möglichkeit vieler neuer Arbeitsplätze.[1] Rund 14 Millionen Reichsmark kostete der Bau der Rennstrecke, trotz eines Stundenlohns von 34 Pfennig für Arbeiter.[6]

Die bedeutendsten Rennen vor dem Krieg waren das Eifelrennen, das seit 1922 unter dem Namen „Eifelrundfahrt“ auf öffentlichen Straßen ausgetragen wurde, und der Große Preis von Deutschland. Der erste Große Preis von Deutschland war 1926 auf der Avus in Berlin gefahren worden, der zweite fand am 17. Juli 1927 auf dem Nürburgring statt. Zu fahren waren 18 Runden auf der Gesamtstrecke, also 508,8 Kilometer. Otto Merz auf Mercedes-Benz gewann das Rennen in der Zeit von 4:59:35,6 Stunden bzw. mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 101,9 km/h. Zweiter wurde mit 3:19 Minuten Rückstand Christian Werner, ebenfalls auf Mercedes-Benz, der mit 15:51,6 Minuten die schnellste Runde gefahren war, aber eine Runde vor Schluss die Boxen aufsuchen musste und den Sieg verfehlte. Als erste Frau auf dem Nürburgring startete in diesem Großen Preis Elisabeth Junek (Tschechoslowakei) und gewann auf Bugatti die Klasse bis 3000 cm³.

Letztes Rennen auf dem Nürburgring, bevor der Krieg ausbrach, war der Große Preis von Deutschland am 23. Juli 1939 über 22 Runden bzw. 501,820 km auf der Nordschleife. Sieger wurde Rudolf Caracciola auf Mercedes-Benz W 154 in 4:08:41,4 Stunden (121,06 km/h) vor H. P. Müller auf Auto Union. Auch Testfahrten der Automobil- und Zubehörindustrie wurden weitestgehend eingestellt; lediglich die Auto Union unternahm 1940 an wenigen Tagen noch Versuchsfahrten und die Testfahrten mit dem Volkswagen liefen weiter. Die Zäune rund um die Rennstrecke wurden abgebaut und an die Rüstungsindustrie abgeliefert, das Sporthotel „Tribüne“ diente als Lazarett. Als der Krieg zu Ende war, beschädigten US-Panzer den Straßenbelag, technische Einrichtungen an Start und Ziel wurden abgebaut und ein Gebäude völlig abgebrannt.[7][1]

Nachkriegszeit

Erstes Rennen nach dem Krieg war am 17. August 1947 das Eifelpokalrennen (nicht Eifelrennen) des Motorsportverbandes Rheinland-Pfalz für Motorräder, das auf der instand gesetzten Südschleife gefahren wurde und bei dem in neun Läufen rund 200 Fahrer starteten. Anfang April 1949 wurde das Sporthotel „Tribüne“ wiedereröffnet und am 22. Mai 1949 fand das Eifelpokal-Rennen auf der wieder hergerichteten Nordschleife statt. Das Eifelrennen des ADAC und der Große Preis des AvD kamen 1950 auf den Nürburgring zurück. Ergänzt wurden die Großveranstaltungen 1953 erstmals durch das ADAC-1000-km-Rennen, das von 1956 bis 1983 alljährlich auf der Nordschleife gefahren wurde.[8]

Im Laufe der Jahre erreichten die Fahrzeuge immer höhere Geschwindigkeiten, weshalb Anfang 1967 am Ende des parallel zur Bundesstraße verlaufenden Streckenabschnitts Döttinger Höhe eine Schikane bzw. Bremskurve eingebaut wurde, um die Geschwindigkeit auf der Zielgeraden zu verringern und die Sicherheit zu erhöhen, zumal es damals noch keine Schutzplanke zwischen Rennstrecke und Boxengasse gab. Die Rundenzeiten wurden dennoch immer kürzer. Nachdem Wolfgang Graf Berghe von Trips beim Großen Preis von Europa, den Stirling Moss gewann, als Erster die Nordschleife mit 8:59,9 Minuten in weniger als 9 Minuten umrundete und Phil Hill wenig später den Rekord auf 8:57,8 Minuten (152,7 km/h) verbesserte, fielen die Zeiten bis auf 7:43,8 Minuten (177,24 km/h), die der Belgier Jacky Ickx 1969 erzielte.

Steigendes Sicherheitsbewusstsein

1970 boykottierten die Formel-1-Fahrer den Nürburgring wegen mangelnder Sicherheit, sodass der Große Preis von Deutschland auf den Hockenheimring verlegt wurde. Daraufhin begannen im Februar 1971 umfangreiche Bauarbeiten an der Nordschleife: Gräben am Streckenrand wurden verfüllt, Kanalisierung und Randstreifen angelegt, Schutzplanken und mehrfach hintereinander gestaffelte Schutzzäune aufgestellt und bislang niveaugleiche Zuschauerplätze wurden durch Erdaufschüttungen angehoben. Laut einer Erklärung der Nürburgring-GmbH kosteten die Maßnahmen 6,585 Millionen DM. Einen weiteren Boykott gab es 1974 beim Eifelrennen, als die meisten der gemeldeten Motorradfahrer den Start verweigerten, weil sie in den Schutzplanken eine große Gefahr für sich sahen und eine Absicherung der Strecke durch Strohballen forderten, die aber nicht in genügender Zahl beschafft werden konnten. Hinzu kam, dass die Strohballen für die Autorennen wieder entfernt werden mussten.

In der zweiten Runde des Großen Preises von Deutschland 1976 verunglückte der österreichische Rennfahrer Niki Lauda zwischen den Streckenpunkten Exmühle und Bergwerg schwer. Das Rennen wurde abgebrochen und nach den Bergungs- und Aufräumungsarbeiten neu gestartet. Eine Zulassung für weitere Formel-1-Rennen auf der Nordschleife gab es nicht mehr. Andere Motorsportveranstaltungen – auch Formel-2-Rennen in Verbindung mit dem Eifelrennen – wurden von der CSI (Commission Sportive Internationale) weiterhin genehmigt.

Im Jahr 1984 wurde die heutige Grand-Prix-Strecke eröffnet, die zu dieser Zeit als modernste und sicherste der Welt galt. Den über 14 Runden führenden und bis dahin letzten Grand Prix der Formel 1 am 1. August 1976 gewann der Brite James Hunt auf McLaren-Ford M23 in 1:41:42,7 Stunden (188,586 km/h) vor Jody Scheckter auf Tyrrell-Ford und Jochen Mass auf McLaren-Ford. Die schnellste Runde des Rennens fuhr Jody Scheckter in 7:10,8 Minuten (190,8 km/h). Den Rundenrekord hielt weiterhin der Schweizer Clay Regazzoni mit den 1975 auf Ferrari 312 T[9] gefahrenen 7:06,4 Minuten (192,8 km/h). Diese Zeit verfehlte Stefan Bellof auf Maurer-BMW am 25. April 1982 im letzten Formel-2-Rennen[10] auf dem „alten Ring“ mit 7:06,51 Minuten knapp.[7]

Bau der Grand-Prix-Strecke 1984

Eröffnungsrennen auf dem neuen Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings am 12. Mai 1984
Michele Alboreto, Ferrari, beim Training zum GP von Deutschland 1985 an der Box
Historische Gespanne am 16. Juni 2007 vor dem Dorint-Hotel und der im Jahr 2000 fertiggestellten Haupttribüne, die Ende 2007 abgerissen wurde.

Nach einer Begehung bzw. Befahrung der Strecke am 23. März 1977 durch eine Expertengruppe, der Niki Lauda und John Watson als Fahrervertreter angehörten, fiel die endgültige Entscheidung, die Formel 1 nicht mehr auf dem Nürburgring starten zu lassen. Daraufhin beschloss der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH am 3. Oktober 1977, im Bereich der Südschleife eine 6,7 Kilometer lange Kurzrennstrecke zu bauen. Dieser Plan erwies sich jedoch als zu kostspielig, sodass am 30. Januar 1981 der Beschluss zugunsten einer 4,1 Kilometer langen Strecke geändert wurde. Nach weiteren Beratungen sollten es letztlich 4,5 Kilometer werden. Ende Oktober 1982 begannen die Arbeiten an der neuen Rennstrecke. Veranstaltungen wie das 1000-km-Rennen liefen 1983 auf der auf 20,8 Kilometer verkürzten Nordschleife weiter.

Am 12. Mai 1984 wurde der neue Grand-Prix-Kurs mit einem umfangreichen Programm und einem Showrennen mit einheitlichen Mercedes-Benz 190 bei nasskaltem Wetter eröffnet. Sieger des Eröffnungsrennens wurde der damals noch wenig bekannte Ayrton Senna. Der Eröffnungsveranstaltung folgten Ende Mai der Große Preis von Deutschland für Motorräder, am 17. Juni das 300-km-Rennen der Formel 3, am 8. Juli der Europameisterschaftslauf der Tourenwagen, Ende August das 24-Stunden-Rennen und am 7. Oktober der Große Preis von Europa der Formel 1. Das Formel-1-Rennen gewann Alain Prost auf McLaren vor Michele Alboreto auf Ferrari. Die schnellsten Runden im Rennen fuhren Prost und Alboreto mit jeweils 1:23,1 Minuten bzw. mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 196,6 km/h. Auch 1985 startete die Formel 1 noch einmal auf dem Nürburgring, bevor der Große Preis von Deutschland für etliche Jahre nach Hockenheim verlegt wurde. Alboreto gewann vor Prost, Niki Lauda fuhr die schnellste Runde in 1:22,8 Minuten.

Die Grand Prix-Strecke wurde unter dem damaligen Geschäftsführer Rainer Mertel gebaut; die Baukosten beliefen sich auf rund 82 Millionen Mark – zwei Millionen Mark mehr als veranschlagt. Die Hälfte zahlte der Bund und zog sich danach als Gesellschafter der Nürburgring-GmbH zurück. Seither gehörte die Rennstrecke zu 90 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz und zu zehn Prozent dem Kreis Ahrweiler. Mertel initiierte mit dem „Truck Grand Prix“ (1986) und „Rock am Ring“ (1985) großveranstaltungen für die Eifel, doch die Formel 1 fehlte nach zwei Auftritten für lange Zeit – wegen Unstimmigkeiten zwischen Mertel und Formel-1-Vermarkter Bernie Ecclestone. Gegen dessen hohe Forderungen an die Rennstrecken klagte Mertel vor der EU-Wettbewerbskommission.

Anfang Dezember 1989 wurde das Dorint-Hotel gegenüber von Start- und Ziel eröffnet, das das ehemalige Sporthotel „Tribüne“ ersetzte. In den nächsten Jahren entstanden zur Sicherheit weitere Kiesbetten an der Strecke, die inzwischen zum Teil durch Asphaltflächen ersetzt sind. Zwischen Hotel und Rennbahn besteht seit Längerem eine Trennmauer und die Boxengasse ist seit 1991 ebenfalls durch eine Mauer mit hohem Zaun statt der Leitplanken geschützt.

Von September 2001 bis April 2002 wurde im Anschluss an die Start-und-Ziel-Gerade bzw. im Bereich des früheren Castrol-S die Mercedes-Arena gebaut, durch die der Grand-Prix-Kurs auf 5,148 Kilometer verlängert wurde. Zweck dieser Streckenänderung ist es, die Fahrzeuge länger im Blickbereich der Zuschauer zu halten. Zuvor war in der Zeit von 2000 bis 2001 die gesamte Boxenanlage erneuert und der Bereich vor den Boxen verbreitert worden.

Nürburgring 2009

Unter der Bezeichnung „Nürburgring 2009“ begann die Geschäftsführung der Nürburgring GmbH unter der Leitung von Dr. Walter Kafitz ab 2003 mit der Planung eines gewaltigen Freizeitzentrums, das während des ganzen Jahres Massen an Besuchern in Eifel bringen und Arbeitsplätze schaffen sollte. Bedenken gegen das Vorhaben und Warnungen des Landesrechnungshofs blieben ungehört.[8]

Im Rahmen des Projekts baute die Lindner Congress & Motorsport Resort Nürburgring 100 Ferienhäuser und ein 3-Sterne-Hotel im neu errichteten Eifeldorf Grüne Hölle. Kinderspielhaus, Bäckerei und Cafés gehörten ebenso zum Plan wie Biergärten, Restaurants, Themenbars und Diskotheken. Alles in allem sollte Platz für 5000 Gäste sein.

Hubschrauberlandeplatz am Nürburgring, im Hintergrund der ring°racer

Vor allem entstand ein 350 Meter langer, überdachter Boulevard entlang der Rennstrecke mit einer Indoor-Arena und einer Eventhalle für Veranstaltungen für bis zu 3600 Personen. Auf den übrigen 15.000 Quadratmetern sind Erlebniswelten führender Automobil-Hersteller und Autozubehör-Spezialisten vorgesehen. Hinzu kommen Attraktionen rund um den Mythos Nürburgring wie ein Museum, ein Science-Center, ein Technik-Labor und Simulatoren. Im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen wurden unter anderem die im Jahr 2000 fertiggestellte Haupttribüne und die bisherige Erlebniswelt bereits Ende 2007 abgerissen und erneuert[8]. Der „ring°racer“, eine Achterbahn parallel zur Start-und-Ziel-Geraden des Nürburgring, sollte mit einer Geschwindigkeit von bis zu 217 km/h das schnellste Fahrgeschäft der Welt werden, erwies sich aber zunächst als nicht betriebsfähig, und das genannte Tempo wurde nicht erreicht. Nach einem länger dauernden Genehmigungsverfahren wurde er 2013 nur kurze Zeit genutzt. Die Kosten für diesen Accelerator Coaster (Beschleuniger-Schlitten) beliefen sich bis zur versuchten Inbetriebnahme auf mehr als 10 Millionen Euro.[8]

Die Gesamtkosten des Projektes waren mit 150 Millionen Euro veranschlagt, sie überstiegen diesen Ansatz jedoch bei Weitem. Bis zur Fertigstellung des Projekts im Juli 2009, das zum großen Teil von privaten Investoren finanziert werden sollte, hatte das Land Rheinland-Pfalz bereits 350 Millionen Euro aufgebracht.[8] Nach der Insolvenz der Nürburgring-GmbH wurden Kosten in Höhe von 613 Millionen Euro genannt. Im Jahr 2014 wurde der Nürburgring für 77 Millionen Euro verkauft.[11] Die Eigentumsverhältnisse sind kompliziert. Derzeitiger Betreiber des Nürburgrings (Stand Juni 2015) ist die Capricorn Nürburgring GmbH (CNG), Eigentümer ist hingegen eine Besitzgesellschaft, die allerdings über die Ring-Immobilien nicht frei verfügen kann. So darf zum Beispel auch der Ring-Racer nicht abgebaut und veräußert werden und kommt vielleicht irgendwann doch zum Laufen, obwohl die Betriebs- und Unterhaltskosten beträchtlich wären.[12]

Verkauf an eine russische Holding

„Der legendäre Nürburgring ist endgültig in russischer Hand“, berichtete der Südwestrundfunk am 25. April 2016. 66 Millionen Euro des Kaufpreises seien geflossen, die übrigen elf würden in Monatsraten überwiesen. Für die Zukunft bestehe nun für alle Vertragsparteien Rechts- und Planungssicherheit. Die Ring-Besitzgesellschaft gehöre einer Holding um den russischen Unternehmer Viktor Charitonin.

Veranstaltungen

Startaufstellung zum 1000-km-Rennen 1972; Gebäude von links nach rechts: Contiturm, Start-und-Ziel-Haus, Dunlopturm
Fahrerlager 2007, im Hintergrund die Nürburg

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Thora Hornung: 50 Jahre Nürburgring – Kurvenlabyrith für Könner. Görres-Verlag, Koblenz 1977.
  2. Nürburgring – Grüne Hölle, abgerufen am 17. November 2015
  3. Quelle: Victor Francke: Geburtstag in der Eifel: Nürburgring wird 90 Jahre alt, general-anzeiger-bonn.de vom 17. März 2017
  4. Quelle: Victor Francke: Geburtstag in der Eifel: Nürburgring wird 90 Jahre alt, general-anzeiger-bonn.de vom 17. März 2017
  5. [ http://www.nuerburgring.de/fans-info/rennstrecken/nordschleife/streckenprofil.html Nürburgring – Streckenprofil]. Abgerufen am 17. November 2015.
  6. Willi K. Michels und Luki Scheuer: Nürburgring – Jagdrevier der schnellen Männer. Mittelrhein-Verlag, Koblenz.
  7. 7,0 7,1 Jörg-Thomas Födisch: Nürburgring – Die Chronik der legendären Rennstrecke. Verlagsunion Erich Pabel – Arthur Moewig, Rastatt 1991, ISBN 3-8118-3065-1.
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 Wolfgang Förster: Faszination Nürburgring. Heel Verlag, Königswinter 2011, ISBN 978-3-86852-496-3.
  9. Ferrari 312 T: nach dem 1975 geltenden Reglement 12-Zylinder-Motor ohne Aufladung, Hubraum 3000 cm³, Mindestgewicht ohne Ballast 575 kg.
  10. Formel 2: Motoren ohne Aufladung, maximal 6 Zylinder, Hubraum bis 2000 cm³, Mindestgewicht ohne Ballast 500 kg.
  11. Land will 613 Millionen. In: Rhein-Zeitung, Koblenz und Region, vom 16. Juni 2015.
  12. Dietmar Brück: Ring-Racer darf nicht abgebaut werden. In: Rhein-Zeitung Nr. 143 vom 24. Juni 2015, Ausgabe BO, Koblenz.

Videos

Siehe auch

Mediografie

Weblinks