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Neuer Friedhof Bad Bodendorf

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Der neue Friedhof Bad Bodendorf liegt in der Nähe der St. Matthias-Kapelle Bad Bodendorf an der westlichen Ortseinfahrt aus Richtung Lohrsdorf.


Der neue Friedhof von Bad Bodendorf - aus den ehemaligen Rebenhängen heraus fotografiert.
Lkw-Einfahrt zum Friedhof.

Lage

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Chronik

Am 28. Mai 1998 beschloss der Stadtrat Sinzig, am unteren Ende des Frontals, neben der St. Matthias-Kapelle Bad Bodendorf, einen 575.000 Euro teuren Friedhof zu bauen. Dabei war schon damals klar: Weil der Anteil der anonymen, der See- und der Friedwald-Bestattungen an der Gesamtzahl der Beisetzungen immer weiter stieg, würde niemand diesen Gottesacker mit 950 Grabstellen brauchen.

Die tatsächlichen Kosten der Fehlinvestition liegen noch um einiges höher. Die Stadt plante nämlich zunächst eine Ausdehnung des alten Friedhofs auf das MPG-Gelände, in dessen Ankauf die Stadt 1,2 Millionen Mark investierte. Hinzu kommen die Kosten für geologische Gutachten, deren Ergebnisse dazu führten, dass die Erweiterungspläne verworfen wurden. Die Gesamthöhe der bislang nutzlos verschwendeten Steuergelder beläuft sich deshalb auf mehr als 1,2 Millionen Euro.

Trotzdem kann der Gottesacker gar nicht genutzt werden: Er verfügt weder über Strom-, noch über Wasser-, noch über Abwasser-Anschluss, es gibt dort keine Parkplätze, keine Toilette, keinen Zapfhahn für Gießwasser und keine Einsegnungshalle mit dem gesetzlich geforderten Kühlraum. Ein beleuchteter Fußweg zum neuen Friedhof und ein Telefon-Anschluss wären ebenfalls unumgänglich.

Bürgermeister Wolfgang Kroeger (CDU) gab 2007 gegenüber der Rhein-Zeitung zu, schon während der Planung sei klar gewesen, dass der alte Friedhof am Bahnhof ausreichen würde. Denn wegen der Gesundheitsreform, bei der auch die Zuschüsse für Beerdigungen unter die Räder kamen, seien schon damals immer häufiger preiswerte Urnen-Beisetzungen gewählt worden.

Kroeger – seit Anfang 2002 im Amt - sieht in dem Friedhof eine "unangenehme Erblast"; die Schuld an der Fehlentscheidung zum Bau des Friedhofs gibt er seinem Amtsvorgänger Norbert Hesch (CDU). Dabei darf nicht vergessen werden: Im Jahr 2003, also bereits während Kroegers Amtszeit, beauftragte der Stadrat einen Architekt damit, einen Entwurf für eine 500.000 Euro teure Trauerhalle mit 50 Sitz- und Stehplätzen vorzulegen.

Im Jahr 2000 wollte die CDU-Fraktion den Baubeschluss revidieren. Bei der entsprechenden Abstimmung wurde der Beschluss von 1998 jedoch mit knapper Mehrheit bekräftigt - obwohl sich der Ortsbeirat Bad Bodendorf kurz zuvor einstimmig gegen den Neubau ausgesprochen hatte. Er hätte das Geld lieber in den Bau einer dringend nötigen Schulsporthalle oder eines Bürgerhaus gesteckt.

Es gab sogar eine Unterschriften-Aktion gegen den Bau. Dass der Friedhof trotzdem gebaut wurde, haben zwei Ortsbeiratsmitglieder zu verantworten: Weil sie wenig später bei der Abstimmung im Stadtrat “umfielen” - der eine stimmte im Rathaus für den Bau, der andere enthielt sich der Stimme - kam eine hauchdünne Mehrheit für den Bau zustande. Den Bauauftrag vergab der Stadtrat Sinzig dann am 8. März 2001 – ebenfalls mit einer wackeligen Mehrheit von 14 Ja-, zehn Gegenstimmen und fünf Enthaltungen - an die Bietergemeinschaft Koll/Grünbau Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Bodendorfer Bürger haben inzwischen eine ganze Reihe von Vorschlägen zu einer Umnutzung des Geländes gemacht: Ein Tierfriedhof, ein Friedwald oder ein Wohnmobil-Hafen könnte aus dem Terrain werden. Aber Bürgermeister und Stadtrat trauen sich nicht, der Misere ein Ende zu bereiten. Wenn der Friedhof zweckfremd genutzt wird, fürchten sie, muss die Stadt den 102.000-Euro-Zuschuss zurückzahlen, den sie vom Land für den Friedhofsbau bekommen hat. Folge: Der Steuerzahler hat nicht nur vel Geld für einen Friedhof bezahlt, den niemand braucht, jetzt zahlt er auch noch Jahr für Jahr die laufenden Kosten für dessen Unterhaltung. Im Winter 2007/08 wurden dort noch neue Bäume gepflanzt.

Rhein-Zeitung, General-Anzeiger und Sinziger Blickpunkt – alle kamen inzwischen zum gleichen Ergebnis: Der neue Friedhof ist alles andere ist als ein Ruhmesblatt für die Sinziger Kommunalpolitik. Und sogar der Ahrtaler Wochenspiegel lässt keinen Zweifel daran: “Die Geschichte schreit zum Himmel.” So wurden auch überregionale Medien auf den Schildbürgerstreich aufmerksam: Der Südwestrundfunk berichtete im vergangenen Sommer über die “feierlichen Geldbestattung”. Der "Länderspiegel" des ZDF kürte den Friedhof im Sommer 2007 gar zum "Hammer der Woche".

Siehe auch

Weblink

Wir-in-Bad-Bodendorf.de: Nachrichten und Berichte zum neuen Friedhof