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Kreissparkasse Ahrweiler

Portal "Hexenverfolgung"

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Das Portal "Hexenverfolgung" bündelt Informationen zu diesem Thema aus dem Bereich des heutigen Kreises Ahrweiler.


Der im Spätsommer 2008 aufgestellte Gedenkstein am ehemaligem Exekutionsplatz "Auf Wolfsgraben" bei Pützfeld soll an die Opfer der Hexenverfolgung erinnern.

Fragmente

  • Aus dem Gebiet des Kreises Ahrweiler sind vom 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts zahlreiche Hexenprozesse belegt - unter anderem aus Ahrweiler, Altenahr, Wehr und dem Amt Nürburg. Im Jahr 1609 wurden dort an sechs Hinrichtungstagen 62 Menschen wegen angeblicher Hexerei hingerichtet.[1]
  • Während des Dreißigjährigen Krieges war die Saffenburg immer wieder Schauplatz von Hexenprozessen - bis die Hexenjäger im Jahr 1632 von schwedischen Truppen vertrieben wurden.[2]
  • Das "Große Brennen" raffte zwischen 1628 und 1639 in Ahrweiler 30 Menschenleben hin, "mehr als die Hälfte der Hinrichtungen in 150 Jahren". Im Schreckensjahr 1629 starben in Altenahr zehn Menschen und auch in Brück, Altenburg, Hönningen, Kesseling, Kreuzberg und Pützfeld brannten die Scheiterhaufen besonders häufig. Die Verfolgung ging nur teilweise von der Kirche oder der weltlichen Obrigkeit aus. Häufig kamen die Impulse direkt aus der Bevölkerung. In manchen Orten, etwa in Königsfeld, Ahrweiler und Kempenich, wurden Ausschüsse gebildet, die Hexen aufspüren sollen.[3]
  • 1512 wurde Simon von der Leyen, der 22. Abt der Benediktinerabtei Maria Laach, angeblich von einer Hexe mittels eines vergifteten Käses ermordet.[4]
  • Erzbischof Karl Kaspar von der Leyen (1652–1676) beendete die Hexenverfolgung innerhalb des Erzbistums Trier durch geheime Anordnung.[5]
  • Die Friedrich-Spee-Straße in Sinzig wurde nach Friedrich Spee, einem Kritiker der Hexenprozesse, benannt.
  • Die dörfliche Bevölkerung etwa in Ahrweiler, Königsfeld und [Kempenich] gründete Ausschüsse, die Hexen ausfindig machen oder die Obrigkeit nötigen sollte, hart gegen sie vorzugehen.[6]
  • Allein zwischen 1628 und 1639 forderte das „Große Brennen“ in Ahrweiler 30 Menschenleben. Prominentestes Opfer dort: der 1629 hingerichtete Bürgermeister Nikolaus Stapelberg. Aber auch an anderen Orten im Kreis Ahrweiler brannten Scheiterhaufen, aber wohl nirgends so häufig wie im kurkölnischen Amt Nürburg, als die Grafen von Arenberg es von 1556 bis 1657 als Pfand besaßen. Auch dort hatten die Untertanen gebeten „das Unkraut auszurotten“. Jahr um Jahr rollten dort ganze Prozessserien. Höhepunkt: Im Jahr 1609 wurden durch den Statthalter von Nürburg, Reinhard Bassel der Jüngere von Gymnich, 62 Menschen – 56 Frauen und sechs Männer – in Hütten verbrannt.[7]

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Leonhard Janta: „Hexenwesen“, in: Evelyn Dirks (Kreisverwaltung Ahrweiler): Wer woar dat? Auf den Spuren von Frauen aus dem Kreis Ahrweiler – Begleitheft zur Ausstellung im Museum der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler 29. Februar bis 18. April 2004, Bad Neuenahr-Ahrweiler 2004, 59 Seiten, Seite 10
  2. Quelle: Aus der Historie: Römer, Franken, Schweden und Franzosen hinterließen ihre Spuren in Dernau, in: Rhein-Zeitung vom 20. August 2015
  3. Quelle: Karl-Friedrich Amendt an der Sptze - Jetzt ist der Vorstand rechtens, general-anzeiger-bonn.de vom 5. Februar 2015
  4. Quelle: Rita Voltmer: Jagd auf "böse Leute". Hexenverfolgungen in der Region um den Laacher See (16.-17. Jahrhundert), in: historicum.net, gesehen am 30. November 2012
  5. Quelle: Rita Voltmer: Abläufe, Ursachen und Hintergründe der großen Hexenverfolgungen in den Territorien zwischen Reich und Frankreich im späten 16. und im 17. Jahrhundert, www.dhm.de, gesehen am 30. November 2012
  6. Quelle: Historikerin Sarah Kasper-Brötz referierte beim Denkmalverein im Schloss über Hexenverfolgung, aktiplan.de vom 27. April 2015
  7. Quelle: Historikerin Sarah Kasper-Brötz referierte beim Denkmalverein im Schloss über Hexenverfolgung, aktiplan.de vom 27. April 2015