Radroute „Krieg und Frieden er-fahren“
Die etwa 24 Kilometer lange Radroute „Krieg und Frieden er-fahren“ wurde vom ADFC-Ortsverband Bad Neuenahr-Ahrweiler und im Mai 2026 eröffnet.[1]
Sie sei „nicht nur landschaftlich sehr reizvoll, sie bietet auch einen Abstecher in die Geschichte“, berichtete die Rhein-Zeitung über die neue Route, die vom Friedensmuseum Brücke von Remagen zur Dokumentationsstätte Regierungsbunker in Ahrweiler, dem ehemaligen Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland, führt. „Ich mache immer wieder Führungen durch den Regierungsbunker und stelle dabei fest, dass die jüngere Generation kein Bewusstsein dafür hat, dass wir in Deutschland inzwischen seit mehr als 80 Jahren in Frieden leben“, sagte Hubert Werner, Mitglied des ADFC und Initiator der neuen Route, der Rhein-Zeitung. „An sich ist es nicht unbedingt Aufgabe des ADFC, neue Routen zu entwickeln, aber wir wollten damit zeigen, dass die Region mehr zu bieten hat als den Ahr-Radweg“, ergänzte Andreas Owald, ein weiteres Mitglied des ADFC-Leitungsteams.
Die Route, die über einen QR-Code auch bei Komoot aufrufbar ist, führt an der Gedenkstätte Silberberg-Tunnel (Ahrweiler), der Kriegsopfer-Gedenkstätte Ahrweiler, der Kriegsgräberstätte Bad Bodendorf dem Soldatenfriedhof Heimersheim und der Friedenskapelle „Schwarze Madonna“ Remagen, die dort steht, auf dem sich nach Krieg das Kriegsgefangenenlager „Goldene Meile“ befand. „Die Denkmäler an sich sind bekannt, aber die Routesoll dazu einladen, die Region noch malunter diesem Aspekt neu zu entdecken“, so Werner. Neben der schönen Landschaft soll die Routeauch die beiden Museen, das Friedensmuseum in Remagen und den RegierungsbunkerinBad Neuenahr-Ahrweiler, unterstützen, denn die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg muss gerade in der heutigen Zeit wachgehalten werden, darin sind sich Werner und Owald einig: „Die Generation heutiger Jugendlicher hat keinen Bezug zu unserer Vergangenheit mehr über die Familie. Es gibt heute kaum noch Großeltern, die den Krieg noch erlebt hätten, daher lässt auch der persönliche Bezug nach. Und in den Schulen wird die Kriegsgeschichte nur noch unzureichend gelehrt“, so Werner. Neben den Denkmälern, die besuchenswert sind, bietet die Strecke eine gut fahrbare Route vom Rhein ins Ahrtal oder auch umgekehrt. Die Route lädt dazu ein, einfach die Landschaft zu genießen und den Kopf frei zu bekommen. So führt die Tour von Remagen aus zunächst am Rhein entlang, der ehemaligen Grenze zwischen dem Römischen Reich und den germanischen Stämmen, bevor die Tour über Sinzig die Ahr erreicht. Die auch für wenig trainierte Radfahrer angenehm zu fahrende Route verläuft fast eben. Lediglich der Anstieg von Ahrweiler über die Gedenkstätte Silberberg-Tunnel zur Dokumentationsstätte Regierungsbunker, ein kurzes Stück über Schotterstraßen, ist eher anspruchsvoll. Er lohnt aber trotzdem, wenn man die Dokumentationsstätte besuchen möchte. Als Folge des Ahr-Hochwassers vom 14./15. Juli 2021 und des seitdem laufenden Wiederaufbaus ergeben sich immer wieder kleine Änderungen der Streckenführung. Der Flyer zur Radroute bietet die wichtigsten Informationen zur Strecke und den Zwischenstopps sowie zu den beiden Museen.
weitere Bilder
siehe auch
Jagdbomberangriff auf eine Eisenbahnflakbatterie am 23. Januar 1945 bei Bodendorf
Fußnoten
- ↑ Quellen: Verena Düren: Radroute verbindet historische Orte - Auf dem Fahrrad „vom Krieg zum Frieden“: Tour des ADFC entlang von Museen und andere touristische Sehenswürdigkeiten, in: Rhein-Zeitung vom 5. Juni 2026, S. 15, und Verena Düren: Fahrradfahren im Ahrtal - Route des ADFC Ahrweiler verbindet historische Orte, rhein-zeitung.de, 29. Mai 2026






