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Rudi Schmickler

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Rudi Schmickler (* 1929) aus Kirchdaun ...


Vita

Zusammen mit etwa 200 weiteren Jungen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren war der damals 16-jährige Rudi Schmickler im März 1945 in einem Wehrertüchtigungslager im Schloss Calmuth untergebracht. "Wir hatten eine Uniform und lernten, eine Panzerfaust zu bedienen, machten Schießübungen und wurden im Werfen von Handgranaten auf den Feind geschult", sagte er in einem Gespräch mit der Rhein-Zeitung (RZ), "für uns war das spannend, so ähnlich wie Räuber und Gendarm spielen."[1]

Am 6. März gegen 17 Uhr wurden die jungen Männer jedoch vom Krieg eingeholt: "Wir mussten antreten, und dann hieß es: ‚Der Amerikaner steht in Rheinbach, und wir marschieren jetzt sofort auf die andere Rheinseite!.' Dort sollten wir bei der Verteidigung der Brücke helfen.“ Ein Unteroffizier warnte die Jungen noch: "Abhauen gibt es nicht, sonst lauft ihr in euer Verderben!" Plötzlich bekam Rudi Schmickler große Angst; denn "Rheinbach war ganz schön nah." Plötzlich stand Josef Sieger aus Gimmigen neben ihm, der noch etwas jünger war als Rudi Schmickler, und sagte, dass er abhauen wolle. Da entschied sich auch Rudi Schmickler fürs Weglaufen. Zusammen mit zwei weiteren jungen Männern aus Westum floh er in den Wald, in dem er sich gut auskannte. Probleme hatten die Jungen nur dann, wenn sie Straßen überqueren mussten. Der RZ sagte er:

'Hier stauten sich die Fahrzeuge der Wehrmacht auf dem Rückzug und überall Soldaten und SS in ihren schwarzen Uniformen. Wir hatten Angst. Als uns an der Birresdorfer Straße ein Offizier fragte, was wir hier machen, haben wir das getan, was wir gelernt hatten. Haltung annehmen.

Vor einem Offizier, dem die Jungen begegneten, standen sie stramm und sie meldeten ihm, einem Spähtrupp anzugehören. Gegen 23 Uhr am Abend kam Rudi Schmickler daheim in Kirchdaun an. Am nächsten Morgen gegen 9.30 Uhr fuhr der erste amerikanische Panzer durch Kirchdaun.

Fußnoten

  1. Quelle: Gabi Geller: Als aus dem Spiel Ernst wurde - Kirchdauner floh mit 16 Jahren vor dem Kriegseinsatz, in: Rhein-Zeitung vom 7. März 2013