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Skulptur „König des Pelotons“ (Sinzig)

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„König des Pelotons“ – das ist der Name einer Skulptur zur Erinnerung an die 2016 verstorbene Radsport-Legende Rudi Altig, die am Sonntag, 18. März 2018, in der Grünanlage an der Barbarossastraße zwischen dem Haus der offenen Tür und dem Parkplatz östlich der Jahnwiese in Sinzig unter Beteiligung zahlreicher enger Freunde des Weltmeisters und Kommunalpolitiker in Altigs Wahlheimat übergeben wurde.


Standort

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Sonstiges

Das 3,40 Meter hohe Standbild aus schwarz-schwedischem Granit, ein Werk von Cornel Bücken (* etwa 1951), einem Steinmetz und Bildhauer aus Herzogenrath, thront auf einer 2,80 Meter hohen Stele aus Westerwälder Basalt. Das Kunstwerk zeigt einen Radfahrer-Peloton im Ziel, wobei der Erste von ihnen einen Arm hochstreckt. Cornel Bücken war selbst Rennradfahrer im Kader der Nationalmannschaft, und er war mit Rudi Altig befreundet. Altig war Bundestrainer und Bückens Mentor. „Wir aus dem Kader haben über all die Jahre Kontakt mit Rudi gehalten und uns immer auch in seinem Wohnort Koisdorf getroffen“, sagte Bücken zu Judith Schumacher, einer Reporterin der Rhein-Zeitung. Den Hauptanteil der Kosten für das Kunstwerk trug der Künstler selbst. „Rudi Altig hat mir so viel gegeben, das ist für mich eine Möglichkeit, ihm und seiner Familie etwas zurückzugeben“, sagte Bücken. Sein 29-jähriger Sohn Sven, ebenfalls Bildhauer, hat ihn bei der Arbeit an der Skulptur unterstützt. Im November 2017 begannen Vater und Sohn mit der Arbeit an dem Projekt, in das sie insgesamt 450 Arbeitsstunden steckten.[1]

Neben Altigs Ehefrau Monique Altig fanden sich zu der Übergabe auch der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm sowie einige Mitstreiter aus Altigs ehemaligen Kader ein. Darunter Rolf Wolfshohl und Erwin Tischler, der bei der Olympiade 1972 in München von Bundestrainer Altig betreut wurde, außerdem Artur Tabat, Organisator des Radrennens „Rund um Köln“, und das Ehepaar Brigitte und Manfred Germar, die nahezu 60 Jahre mit Rudi Altig befreundet waren. „Für mich war das Anfertigen des Kunstwerks eine Ehre, Rudi war ein Held und mein väterlicher Freund: Merci Rudi und Chapeau!“ sagte Cornel Bücken bei der feierlichen Übergabe der Skulptur. Norbert Blüm sagte: „Man sollte Menschen nicht nur feiern, wenn sie siegen, sondern sie vor allem in guter Erinnerung halten, wenn sie als Vorbild fungierten – und Rudi Altig war ein Vorbild, von dem man sich eine Scheibe abschneiden kann.“ Hochmut und Arroganz seien Altig fremd gewesen. Die Weltmeisterschaft im Straßenrennen im Jahr 1966 auf dem Nürburgring habe er auch deshalb gewonnen, weil ihn seine Wut über die Buh-Rufe der Deutschen auf der Ehrentribüne an ihn als bis dahin „nur“ Fünften angetrieben habe. Alles, was Rudi Altig erreicht hat, habe er aus eigener Kraft erstrampelt. Als junger Mensch sei er nicht auf Händen getragen worden. „Gerade wenn jetzt junge Menschen hier an dieser steinernen Gruppe von Straßenrennfahrern im Zieleinlauf vorbeikommen, soll ihnen das ein Beispiel sein“, ergänzte Sinzigs Ex-Bürgermeister Wolfgang Kroeger. Der neue Bürgermeister Andreas Geron erinnerte an sämtliche sportlichen Stationen Rudi Altigs und an sein karitatives Engagement als Mitinitiator und Organisator der Tour der Hoffnung, der Golf-Charity und für die Aktion Mensch.[2]

Weil das Umfeld der Säulenbasaltskulptur nach Meinung von Monique Altig zu wünschen übrig ließ, wurde es im Sommer 2019 neu gestaltet. Seitdem sorgen neun Findlinge, Blumen und kleine, in einem Beet eingepflanzte Sträucher für eine schöne Optik, die der Sinziger Gartendesigner Peter Berg – auf seinem Gebiet ebenso hochdekoriert wie Sportler Rudi Altig – geschaffen hat. „Das Ganze hat uns null Cent gekostet“, freute sich Sinzigs Bürgermeister Andreas Gerion bei der Übergabe am 30. Juli 2019.[3]

Video

Fußnoten

  1. Quelle: Judith Schumacher: Das Denkmal für Rudi Altig ist fertig – Stele soll an Sinziger Radsportlegende erinnern – Prominenter Besuch angekündigt, in: Rhein-Zeitung vom 14. März 2018
  2. Quellen: Judith Schumacher: Andenken an Radsportlegende Rudi Altig ist jetzt in Stein gemeißelt, rhein-zeitung.de vom 19. März 2018, und Victor Francke: Radsportlegende: Ein Denkmal für Rudi Altig in Sinzig, general-anzeiger-bonn.de vom 20. März 2018
  3. Quelle: Victor Francke: Gedenkstätte für Radsportlegende – Rudi-Altig-Denkmal in Sinzig wird grün umrahmt, general-anzeiger-bonn.de vom 1. August 2019