Spielmannszug „Freiweg“ Sinzig e.V.

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Beim Jubiläumsfestzug „750 Jahre Stadt Sinzig“ am 10. Juni 2017
AW-Landrat Dr. Jürgen Pföhler (5.v.l.) überreichte dem Freiweg-Geschäftsführer Norbert Hammer (6.v.l.) im Sommer 2014 im Beisein der Sinziger Stadt-Beigeordneten Charlotte Hager (7.v.l.) einen Förderbescheid über 1400 Euro für die Sanierung des Freiweg-Heims.
Blick von der rechten Ahr-Seite auf das Freiweg-Heim Sinzig, das Vereinsheim des Spielmannszuges.

Der Spielmannszug „Freiweg“ Sinzig e.V. verfolgt das Ziel, Musik und Traditionen in Sinzig aufrecht zu erhalten und der Jugend eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anzubieten. Der Spielmannszug tritt bei Festzügen und Konzerten, bei Ehejubiläuen und anderen Anlässen auf.


Mitgliederzahl

2000: 210 Mitglieder, 21 Aktive

Juni 2003: 200, 30 Aktive

März 2004: 190

Januar 2014: 143

August 2014: 140, davon 30 Aktive

Gründung und Entwicklung

Das Spielmannszugwesen selbst besteht in Sinzig bereits wesentlich länger als der Verein. So gab es vor dem 1. Weltkrieg das Tambour-Korps der St. Josef-Gesellschaft Sinzig 1300 e.V., und in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg gehörten die Musiker zur Freiwilligen Feuerwehr. In den Kriegsjahren gab es keine musikalischen Aktivitäten. Im Jahr 1947 wurde der Spielmannszug von der Freiwilligen Feuerwehr wieder zum Leben erweckt. Die aktiven Musiker kamen schließlich zu der Überzeugung, dass sich der Spielmannszug als eigenständiger Verein besser entwickeln könne. So kam es am 30. August 1953 im Gasthaus „Zum Erdball“ zur Gründung des Spielmannszugs Freiweg – mit neun aktiven und fünf inaktiven Mitgliedern.[1]

Zunächst gab es neun aktive und fünf inaktive Mitglieder. Zu den Aktiven gehörten Heinrich Schön, Karl Schumacher, Willi Jöbges, Heinz Sahl († 2000), Hans Meyer, Johannes Weber, Lothar Briel, Heinz Roscher und Walter Hammer (†). Zu den inaktiven Vereinsgründern zählten Hans Frömbgen, Ewald Hammer, Hans Degen, Heinz Dinkelbach und Josef Jungen. Hans Frömbgen als Vorsitzender, Walter Hammer als Geschäftsführer, Willi Jöbges als Zeugwart und Heinz Roscher als Tambour-Major waren die Männer der ersten Stunde.

Die Anfänge waren schwer, da keine Instrumente und auch keine Uniform zur Verfügung standen. Jeder Aktive musste sich selbst darum kümmern. So wurde das Schlagzeug zu Anfang bei Karl Kirwald und Hubert Schmitz ausgeliehen. Die erste Uniform improvisierte sich aus schwarzer Hose und weißem Hemd. Schließlich hatte der Verein am 2. September 1953 seinen ersten öffentlichen Auftritt beim Heimatfest. „Freiweg“ hatte Erfolg und erlebte einen sowohl musikalischen als auch gesellschaftlichen Aufstieg. Die erste Nikolausfeier am 6. Dezember 1953 war von großer Bedeutung für den Verein. Denn auch noch heute sind die Nikolausfeiern der Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben der Spielleute.

Am 3. April 1954 gab es die erste Jahreshauptversammlung. Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 29 Mitglieder; darunter 14 Aktive und fünf Musiker standen in der Ausbildung. Der erste musikalische Wettstreit war übrigens eine Pleite. Durch diesen ersten Misserfolg am Ostermontag 1954 ließ sich der „Freiweg“ jedoch nicht entmutigen. Bis heute hat man reichlich Preise und Pokale bei diesen Wettbewerben abgeräumt. Ein stolzer Augenblick im Vereinsleben war der 8. Februar 1955. An diesem Tag konnten man erstmals eine eigene Uniform, die aus schwarzem Anzug und weißer Mütze bestand, präsentieren.

Von großer Bedeutung für die Stadt waren und sind die Aktivitäten des „Freiwegs“ etwas außerhalb des musikalischen Fahrwasser. So begründeten die Spielleute am 26. Juni 1966 die Städtepartnerschaft zwischen Sinzig und Hettange-Grande in Frankreich. Nicht nur die Mitwirkung bei den Festlichkeiten war die Voraussetzung für weitere freundschaftliche Beziehungen.

Eine weitere Pionierleistung: Der Verein erbaute fast ausschließlich in Eigenarbeit ein eigenes Heim, das Freiweg-Heim, auf einem von der Stadt als Erbpacht ausgelegten Grundstück. Der Bau begann am 14. August 1968 und endete 21 Monate später. 1969 fand bereits das Sommernachtsfest im „Freiwegheim“ statt, und am 23. Mai 1970 war dann schließlich die Einweihung. Danach wurde der „Freiweg“ am 4. November 1971 vom Finanzamt Bad Neuenahr-Ahrweiler als gemeinnütziger Verein anerkannt.

Seit 1954 werden die Sinziger am Kirmes-Sonntag vom Spielmannszug in aller Frühe musikalisch geweckt.

Im Bezug auf den Karneval in Sinzig ist der „Freiweg“ ebenfalls von existenzieller Bedeutung. Das Stichwort, das fast jeder Sinziger kennt, heißt „Bär“. 1957 ging der Spielmannszug mit dem Bären, der bis 1978 im Zug mit dabei war, zum ersten mal als Werbung für ihren Lumpenball im Helenensaal Sinzig beim Karnevalsumzug mit.

1958 beteiligten sich die Spielleute am historischen Heimatfest.[2]

1961, als fast alle karnevalistischen Aktivitäten erloschen, zog der Spielmannszug wieder durch die Straßen und es schlossen sich ihm viele Kinder an. Nach und nach baute man einen Kinderzug auf. Bis 1970 organisierten die Spielleute diesen Zug und legten damit die Keimzelle für einen Neubeginn und Aufschwung des traditionsreichen Sinziger Straßenkarnevals.

Seit 26. Juni 1966 ist die Stadt Sinzig der französischen Stadt Hettange-Grande partnerschaftlich verbunden. Initiator dieser Partnerschaft war der Spielmannszug „Freiweg“.

Am 21. März 1969 wurde der Spielmannszug ins Vereinsregister eingetragen.

Am 14. August 1968 begannen die Vereinsmitglieder mit dem Bau des eigenen Vereinshauses, des Freiweg-Heims.

Am 23. Mai 1970 wurde das Freiweg-Heim eröffnet und eingeweiht.

Herbert Krins wurde bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2013 einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt. Weiter wurden in den Vorstand gewählt: Geschäftsführer Norbert Hammer, Kassierer Michael Freund, Tambourmajor Dirk Wedhorn, Beisitzer der Aktiven Dieter Wind, Beisitzerin der Jugendlichen Anne Bois, Beisitzer der Inaktiven Werner Hoffmann und als Kassenprüferin fungiert Sabine Wenner. Josef Schwiperich wurde während der Versammlung für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.[3]

Am 29./30. Juni 2013 feierte der Verein mit der 2. Sinziger Jazz-Sommernacht im Freiwegheim sein 60-jähriges Bestehen. Zu dieser Zeit zählte er 168 Mitglieder, davon 30 aktive.

Sämtliche Vorstandsmitglieder wurden bei der Jahresversammlung im Januar 2014 in ihren Ämtern bestätigt: Vorsitzender Herbert Krins (er hatte das Amt im März 1999 von Walter Hammer übernommen und war seitdem immer wieder im Amt bestätigt worden), Geschäftsführer Norbert Hammer (im März 2000 erstmals in diese Amt gewählt), Kassierer Michael Freund, Stabführer Dirk Wedhorn, Beisitzer der Aktiven Dieter Wind, Jugend-Vertreter Anne Bois, Beisitzer der Inaktiven Werner Hoffmann. Zu Kassenprüfern wurden Sabine Wenner und Beate Verall ernannt. Christoph Schnitker, Vorsitzender des Kreismusikverbandes Ahrweiler zeichnete langjährige aktive Spielleute aus: Julia und Florian Büchl, Johannes Herbst sowie Sabrina Krins und Marie Lange mit der silbernen Jugendehrennadel für fünfjährige aktive Mitgliedschaft, Rene Steinheuer und Andreas Wolf mit dem goldenen Jugendehrenzeichen für zehnjährige aktive Mitgliedschaft, Dirk Wedhorn mit dem goldenen Ehrenzeichen für 30-jährige aktive Mitgliedschaft sowie Herbert Krins mit dem goldenen Ehrenzeichen für seine 40-jährige aktive Laufbahn im Spielmannszug. Die Vereinsführung ehrte folgende Mitglieder: Andreas Trierweiler mit der silbernen Ehrennadel für 25-jährige Gesamtmitgliedschaft sowie Heinrich Ax und Michael Herbst für 40-jährige Mitgliedschaft.[4]

Nach zwei Neuaufnahmen hat der Spielmannszug bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2015 wieder 143 Mitglieder. Die Vorstandsneuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender blieb Herbert Krins, Geschäftsführer Norbert Hammer, Kassierer Michael Freund und Stabführer Andreas Trierweiler. Als Beisitzer der Aktiven wurde Dieter Wind, als Jugendvertreter wurde Anne Bois und Beisitzer der Inaktiven Werner Hoffmann gewählt. Andreas Trierweiler trat die Nachfolge von Tambourmajor Dirk Wedhorn an. Nach 20 Jahren gab Wedhorn dieses Amt aus persönlichen Gründen auf. Bei seiner Verabschiedung gab es viel Dank, Lob und Beifall. Der Vorsitzende des Kreismusikverbands Ahrweiler, Christoph Schnitker, zeichnete den scheidenden Tambourmajor mit der goldenen Dirigenten-Nadel aus. Alfred Wedhorn wurde mit der bronzenen Ehrenadel für zehn Jahre aktive Tätigkeit als Fähnrich ausgezeichnet. Werner Hoffmann erhielt "Gold" für 60-jährige Mitgliedschaft, Norbert Hammer wurde für 40-jährige aktive Mitgliedschaft mit Nadel und Urkunde geehrt. Der alte und neue Vorsitzende Herbert Krins bekam für 20 Jahre als Ausbilder und für 20 Jahre als Vorsitzender die Verdienstnadel des Musikverbandes Rheinland-Pfalz. In den Jahresberichten wurden auch die zahlreichen Karnevalsauftritte und die große Frankreich-Fahrt mit Zeltlager genannt.[5]

Bei der von 42 Mitgliedern besuchten Jahreshauptversammlung im Januar 2018 wurden Daniel Alfter für zehn Jahre aktive Mitgliedschaft mit der bronzenen, Andreas Trierweiler und Michael Freund für 20 Jahre aktive Mitgliedschaft mit der silbernen Ehrennadel und Marco Heinen für 30 Jahre aktive Mitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel des Landesmusikverbandes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Für 25-jährige Mitgliedschaft erhielten Melanie Enzinger und Renate Niess die silberne Ehrennadel des Spielmannszuges, und für 40-jährige Mitgliedschaft wurden Frank Wolf, Günter Moeren, Birgit Nonn und Käthe-Marie Heinen ausgezeichnet. Dieter Wind und Manfred Prinz wurden für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Johannes Weber, Bernhard Dinkelbach und Hans Jöbges sind für 65-jährige Mitgliedschaft mit der Goldenen Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet worden.Norbert Hammer erinnerte in seinem Geschäftsbericht an die Jahreshöhepunkte 2017: viele Karnevalsauftritte, eine Fahrt nach Yutz in Frankreich, die 750-Jahr-Feier in Sinzig, ein Probenwochenende in Hettange-Grande, Auftritte zur Kirmes und Nikolausfeier. Herbert Krins wurde als Vorsitzender bestätigt. Weiter wurden in den Vorstand gewählt: Geschäftsführer Norbert Hammer, Kassierer Michael Freund, Tambourmajor Andreas Trierweiler, Beisitzer der Aktiven Rene Steinheuer (neu), Beisitzerin der Jugendlichen Anne Bois und Beisitzerin der Inaktiven Sabine Wenner. Als Kassenprüfer wurde Marco Heinen für zwei Jahre gewählt. Am 13. Juli 2019 soll das 66-jährige Bestehen des Spielmannszuges groß gefeiert werden.[6]

Im Juni 2019 – 137 Mitglieder, davon 39 aktive, zählt der Verein zu dieser Zeit – wird das 66-jährige Bestehen des Spielmannszugs gefeiert.

Sonstiges

Der Verein veranstaltet seit ca. 1980 ein Sommerfest als wichtigste Einnahmequelle für den Verein.

Siehe auch

Freiweg-Heim Sinzig

Mediografie

Spielmannszug Freiweg Sinzig: Seit 60 Jahren liefern sie klingendes Spiel, general-anzeiger-bonn.de vom 30. Juni 2013

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Spielmannszug Freiweg Sinzig: Seit 60 Jahren liefern sie klingendes Spiel, general-anzeiger-bonn.de vom 30. Juni 2013
  2. Quelle: 39 Musiker machen sich im Verein stark – Der Spielmannszug „Freiweg“ Sinzig feiert im Juli sein 66-jähriges Bestehen, in: Rhein-Zeitung vom 22. Juni 2019
  3. Spielmannszug Sinzig - Herbert Krins bleibt Vorsitzende, general-anzeiger-bonn.de vom 27. Januar 2013
  4. Quelle: Spielmannszug Freiweg: Herbert Krins bleibt Vorsitzender, general-anzeiger-bonn.de vom 24. Januar 2014
  5. Quelle: Sinziger Spielmannszug "Freiweg" - Goldene Dirigenten-Nadel vergeben, general-anzeiger-bonn.de vom 30. Januar 2015
  6. Quelle: Jahreshauptversammlung des Spielmannszugs Freiweg Sinzig – Aktive Mitglieder geehrt, blick-aktuell.de vom 23. Januar 2018