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Kreissparkasse Ahrweiler

St.-Maria-Virgines-Kapelle Dedenbach

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Dedenbach - Heinz Grates (14).jpg
Madonna über dem Hauptportal
Dedenbach - Heinz Grates (3).jpg
Der Hauptaltar
Dedenbach - Heinz Grates (8).jpg
St. Josef mit dem Jesuskind
Herz-Jesu-Figur

Die Kapelle Dedenbach wurde im Jahr 1885 von Caspar Clemens Pickel erbaut.


Standort

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Chronik

Urkundlich ist erwähnt, dass der Titularbischof Theoderich (1505-1519) am 8. März 1509 an der Straße von Dedenbach nach Königsfeld eine Kapelle zu Ehren der Geburt Mariens weihte. Diese Kapelle hatte eine Grundfläche von fünf mal fünf Metern ohne Chörchen. 1833 wurde diese Kapelle renoviert, musste aber etwa 50 Jahre später wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. An der Stelle, an der diese Kapelle stand, wurde am 10. Juli 1921 das Kapellenkreuz Dedenbach eingeweiht.[1] Ein Kreuzpartikel mit der Jahreszahl 1541 soll in die neue Kapelle eingemauert worden sein.[2]

Mit dem Bau der neuen Kapelle wurde im Jahr 1884 unter dem damaligen Pfarrer Peter Jakob Theisen begonnen. Die Baupläne stammten vom Düsseldorfer Architekten Caspar Clemens Pickel. Die Gesamtkosten von 5965 Mark wurden größtenteils aus Erlösen aus der Schafweide der Jahre 1884 bis 1888 (rund 4104 Mark) bestritten. Um die Baukosten möglichst niedrig zu halten, übernahmen Gläubige aus Dedenbach unentgeltlich das Ausheben der Fundamente, das Brechen der Steine und das Anfahren des Baumaterials. Der Ackerer Josef Schäfer verwaltete die Baugelder; und zusammen mit der Familie Kraut, die sich bereits beim Bau der Kapelle finanziell engagiert hatte, stiftete er die Innenausstattung der Kapelle.[3] Der Altaraufsatz vom Ende des 17. Jahrhunderts mit gedrehten Säulen wurde in die neue Kapelle übernommen. Über dem Tabernakel, im Zentrum des Aufsatzes, steht eine Madonna mit Jesuskind. Die etwa 60 Zentimeter hohen seitlichen Holzfiguren stellen St. Rochus und St. Sebastianus dar.

Rochus als Pilger wird von einem Hund mit einem Brot im Maul begleitet und von einem Kind wegen einer offenen Pestbeule am linken Oberschenkel bedauert. Sebastian mit vielen Wunden am nackten Körper ist an einem Baum in Fesseln gelegt. Die schlichte Altarbekrönung zeigt das Namenszeichen Mariens.[4] Zur Kapelle gehört ein vergoldeter Kelch mit der Inschrift „Dedenbach 1787“.

Die Kapelle wurde mit einer Glocke ohne Inschrift ausgestattet, die wohl um das Jahr 1500 gegossen worden war. Mehr als 300 Jahre später kam eine zweite Glocke hinzu. Im Jahr 1918 wurde diese Glocke beschlagnahmt und musste abgeliefert werden. Im Jahr 1927 erhielt die Kapelle eine neue zweite Glocke. 1940 wurde die ältere Glocke beschlagnahmt und abtransportiert. Nach Kriegsende ist sie jedoch auf einer Sammelstelle in Hamburg wieder entdeckt worden, so dass sie 1949 nach Dedenbach zurück kehren konnte.

Anfang Dezember 1980 brach in der Kapelle ein Schwelbrand aus. Dabei wurden der Altar, ein Teil der Empore, das Harmonium und die 14 Kreuzwegstationen schwer beschädigt. Der Gesamtsachschaden belief sich auf fast 100.000 Mark. Der Katholische Junggesellenverein Dedenbach 1919 e.V. spendete 5000 Mark, damit das Harmonium durch eine elektronische Orgel ersetzt werden konnte.

Im Oktober 1985 feierten die Gläubigen das 100-jährige bestehen ihrer Kapelle. Nach dem Festhochamt, dass von Pfarrer Leo Hooij zelebriert wurde, zogen die Gläubigen in einem Festzug zur Eifelgoldhalle.

Am Kirmesmontag des Jahres 1997 segnete Pfarrer Egon Wagner aus Kempenich die Kreuzweg-Stationen wieder ein, deren Restaurierung mehr als 14.000 Mark gekostet hatte. Die Restaurierung wurde durch Spenden und den Pfarrfest-Erlös des Jahres 1996 finanziert. Die 14 in Öl gemalten Kreuzweg-Stationen sind 1890 von dem Würzburger Maler Leo Woerl geschaffen worden. Am 16. März 1890 waren sie in der Katholischen Pfarrkirche "St. Nikolaus" Königsfeld geweiht und anschließend in einer feierlichen Prozession nach Dedenbach getragen worden.

Weitere Fotos

Der Hochaltar

Weblink

gemeinde-dedenbach.de: Dedenbacher Kapelle

Fußnoten

  1. Quelle: gemeinde-dedenbach.de: Dedenbacher Kapelle, gesehen am 17. April 2017
  2. Quelle: Walter Müller: Kirchen, Kapellen, Kreuze in der Verbandsgemeinde Brohltal und Nachbarorten, 344 Seiten, 1343 Bilder, Niederzissen 2013, Seite 67
  3. Quelle: Hans-Josef Schneider: Gotteshaus aus Erlösen der Schafweide erbaut - An der Kapelle zu Ehren der Geburt Mariens in Dedenbach bauten Bürger unentgeltlich mit, rhein-zeitung.de vom 28. Dezember 2010
  4. Quelle: Walter Müller: Kirchen, Kapellen, Kreuze in der Verbandsgemeinde Brohltal und Nachbarorten, 344 Seiten, 1343 Bilder, Niederzissen 2013, Seite 69 f.