St.-Matthias-Schützenbruderschaft Brohl/Rhein 1867 e.V.

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AW-Landrat Dr. Jürgen Pföhler (vorne von links) bei der Übergabe einer Zuschussbewilligung zur Renovierung des Schützenplatzes mit Brudermeister Werner Fußhöller und Ortsbürgermeisterin Christel Ripoll sowie Vereinsmitgliedern auf dem Schützengelände.
Der Brohler Schützenplatz befindet sich oberhalb des Orts am Mühlenbach.
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Die St.-Matthias-Schützenbruderschaft Brohl/Rhein 1867 e.V., Mitglied im Schützenbezirksverband Rhein-Ahr, ist der älteste Ortsverein von Brohl.[1]


Kontakt

E-Mail info@schuetzen-brohl-rhein.de

Mitgliederzahl

November 2009: 96

Februar 2017: 62

Vorstand

Brudermeister: Peter Nonn, Vorgänger: Werner Fußhöller

Termine

  • Training jeden Dienstag ab 19 Uhr - Gastschützen willkommen
  • Königsschießen an Fronleichnam
  • Schützenfest am Sonntag nach Maria Himmelfahrt

Chronik

Die St.-Matthias-Schützenbruderschaft Brohl, der älteste Verein im Rheinort, wurde 24. Februar 1867 von 19 Männern gegründet. Neben Schießübungen zum geselligen Vergnügen stellten sie innere Verbundenheit zum christlichen Glauben sowie die Treue zur Heimat in den Mittelpunkt. Bemerkenswert ist an den Statuten, dass sie die Mitgliedschaft auch für Angehörige nicht katholischer Konfessionen gestatteten. Zum ersten Hauptmann wählten die Gründer den Metzger Max Drolshagen, der dieses Amt dann 27 Jahre lang bekleidete. Seit der Gründung stimmen die Mitglieder über jeden neuen Mitgliedschafts-Bewerber mittels Ballotage, also der Wahl von weißen oder schwarzen Kugeln, ab. Das Ergebnis jeder Ballotage wird in der Chronik der Bruderschaft festgehalten. Die Chronik der Gesellschaft berichtet auch vom Kauf des Schützenplatzes im Jahr 1880, der Stiftung eines Fensters für die örtliche katholische Pfarrkirche „St. Johannes d. T.“ im Jahr 1900, über das Wiederaufleben der Vereinsaktivitäten nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1919 und von der Gründung der „Jungschützen“ im Jahr 1929 ebenso wie von den Toten und Verletzten aus den Reihen der Schützenbruderschaft, die der Zweite Weltkrieg gefordert hatte, sowie vom Neubeginn im Jahr 1949. Es folgten der Erwerb einer eigenen Halle im Jahr 1955, der Neubau der Schießanlage im selben Jahr sowie die Neugestaltung des Weges zum Schützenplatz im Jahr 1978. 2017, im Jahr ihres 150-jährigen Bestehens, hat die Gesellschaft 62 Mitglieder. Während des Jubiläumsjahres will der Vorstand Spenden sammeln, mit denen der Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V. unterstützt werden soll.[2]

Im Jubiläumsjahr ist der Verein allerdings deutlich überaltert. Ihm fehlt nicht nur die Jugend, sondern auch der mittelalte Nachwuchs. Der ehemalige Brudermeister Werner Fußhöller sieht einen Grund dafür in den bürokratischen Hürden, die es mit Blick auf immer neue Vorgaben für Jugendleiter zu überspringen gelte. Hinzu kämen die immer weiter zunehmende Pluralität der Freizeitangebote und die berufliche Mobilität, die von Arbeitnehmern erwartet werde und die dazu beitrügen, dass sich immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene an einen Verein binden wollen. Der amtierende Brudermeister Peter Nonn sah immerhin einen Lichtblick: „Die Altersgruppe 45 plus macht leichte Hoffnung. Vielleicht braucht es einfach auch seine Zeit, bis sich Männer beruflich und familiär gefestigt haben, um dann beim Schießsport die geforderte Ruhe, Konzentration und letztlich auch Zielstrebigkeit entwickeln zu können“, sagte er der Rhein-Zeitung.

Das Patronatsfest im Februar 2013 begann mit einer von Pastor Gerhard Hensel in der Katholischen Pfarrkirche "St. Johannes d.T." Brohl zelebrierten Heiligen Messe. Anschließed gedachten die Schützen der im Jahr zuvor verstorbenen Schützenbrüder Richard Schäfer, Karl Schmitz und Ralf Butterbrodt. In ihrem Jahresrückblick erwähnten Brudermeister Werner Fußhöller und Schriftführer Wilhelm Remy den Arbeitseinsatz zur Säuberung der Schießbahn, den Einbau einer Membrankläranlage am Schützenheim und die Sanierung der Zufahrt zum Vereinsgelände, aber auch die vielfältigen Arbeiten in und um das Schützenhaus herum. Die geplante Erneuerung des Kugelfangs, die in mehreren Bauabschnitten erfolgen soll, werde mit rund 35.000 Euro Kosten zu Buche schlagen. Hans Peter Odenthal wurde für die 25-jährige Treue zu den Schützen mit der Silbernen Schnur und den entsprechenden Eicheln für den Kragenspiegel ausgezeichnet; Horst Ruge durfte sich über den Silbernen Verdienstorden des Bundes der Historischen Deutschen Schützen freuen. „Mit Blick auf die Zukunft müsse die Bruderschaft dringend neue Mitglieder gewinnen, sagte Brudermeister Fußhöller. Denn von den derzeit 75 Mitgliedern seien 39 Aktive älter als 65 Jahre. „Wir sollten uns öffnen, so wie es die Satzung bereits seit mehr als 60 Jahren erlaubt“, erklärte Fußhöller und sprach damit die verstärkte Aufnahme von Frauen in die Bruderschaft an. Die Zahl der inaktiven Mitglieder solle ebenfalls ausgebaut werden, um auch die Jugendarbeit intensivieren zu können.[3]

2013 arbeiten die Brohler Schützen weiter an der Modernisierung ihrer Vereinsanlage. Dabei nutzen die Schützen das Förderprogramm des Kreises Ahrweiler für Vereine und das Ehrenamt. Für die Instandsetzung des Kugelfangs an der Schießanlage gab es im Juli 2013 4800 Euro. Gemeinsam mit Bürgermeister Bernd Weidenbach und Ortsbürgermeisterin Christel Ripoll besuchte Landrat Dr. Jürgen Pföhler die Schützen auf ihrem Vereinsgelände. Dort überreichte er den Bewilligungsbescheid an Brudermeister Werner Fußhöller. Das hohe Maß an Eigenleistung sei ein entscheidendes Kriterium gewesen, dass der Verein den Zuschuss erhält, sagte der Landrat. Die Eigenleistung sei nötig, weil die Schießanlage im Hang liegt und die meisten Arbeiten von Hand erledigt werden müssten, ohne Maschineneinsatz, hieß es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler. An Kosten seien insgesamt 19.200 Euro kalkuliert, von denen der Kreis 25 Prozent übernehme. Die Schützenbruderschaft Brohl hatte den Vereinsfördertopf des Kreises bereits zweimal genutzt: Für die Modernisierung der Schützenhalle erhielten sie 2.960 Euro (2003), für den Kauf neuer Gewehre 500 Euro (2012).[4]

Das Stiftungs- und Patronatsfest im Frühjahr 2014 begann mit einer von Präses Pastor Günter Marmann zelebrierten Messe, an der etwa die Hälfte der zu dieser Zeit 71 Bruderschaftsmitglieder teilnahmen. „Mit dem Eintritt in die Bruderschaft hat man sich den auferlegten Regeln von Glaube, Sitte und Heimat versprochen. Die Teilnahme an kirchlichen Veranstaltungen, an Beerdigungen oder auch der Besuch der Messe sollten da keine Ausnahme sein“, erinnerte Brudermeister Werner Fußhöller bei der anschließenden Jahreshauptversammlung. Die Erneuerung des Kugelfangs und andere Ziele, die sich der Vorstand für das Jahr 2013 gesteckt hatte, seien erreicht worden, sagte er weiter. Mehr als 500 Stunden Eigenleistung von Vereinsmitgliedern seien dabei eingebracht worden. Für 2014 stünden Arbeiten rund um das Vereinsheim und die Schießanlage auf dem Programm - unter anderem die Sanierung von Hallenboden und Stromversorgung. Neben dem historischen Schießen werde bei der Bruderschaft das sportliche Schießen großgeschrieben. Über die bisherigen vier Mannschaften hinaus sei für die aktuelle Winterrunde eine Luftpistolenmannschaft gemeldet worden. Mit Thomas Nonn und Peter Nonn zeichnete Bezirksbundesmeister Sigi Belz zeichnete im Rahmen der Veranstaltung zwei langjährige und engagierte Mitglieder der Bruderschaft mit dem Sankt-Sebastianus-Ehrenkreuz aus. Bärbel Butterbrodt, Peter Leyendecker und Hermann-Josef Beutgen wurden für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Mit Blick auf die Altersstruktur sagte Fußhöller, dass die Bruderschaft dringend jüngere Mitglieder brauche. Auch Frauen sein in der Bruderschaft willkommen.[5]

Zum Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten „150 Jahre St.-Matthias-Schützenbruderschaft Brohl 1867“ wurde am Gedenktag von St. Matthias, dem Schutzpatron der Gesellschaft, im Februar 2017 das 151. Stiftungs- und Patronatsfest der Schützenbruderschaft gefeiert. Hauptmann Peter Nonn und Oberleutnant Thomas Nonn zeichneten bei dieser Gelegenheit langjährige Mitglieder mit Urkunden und Kragenspiegeln aus. Der aktuelle König Wolfgang Paulsen war seit 25 Jahren im Verein, seit 30 Jahren Johannes Netz. Alfons Bungarten, Heinz Petri, Emil Odenthal und Wilfried Netz waren seit 40 Jahren Mitglieder. Ein halbes Jahrhundert waren Herrmann Josef Diekmann und Herbert Sahl Mitglieder der Bruderschaft. Auf 65 Jahre konnte Anton Bröhl zurückblicken. Ehrenmitglied Karl Nonn war seit 75 Jahren Mitglied. Für seinen Einsatz in der Bruderschaft erhielt Franz Rudolf Mularczyk aus den Händen von Bezirksbundesmeister Sigi Belz den hohen Bruderschaftsorden. Alfons Bungarten und Wilhelm Remy wurden in Anerkennung ihrer langjährige Vorstandsarbeit das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz ausgezeichnet. Werner Fußhöller wurde vom Diözesanbundesmeister Hubert Mohr mit dem Schulterband zum St.-Sebastianus-Ehrenkreuz ausgezeichnet. Damit wurden seine Verdienste um die Bruderschaft gewürdigt, deren Vorsitzender er 20 Jahre lang war. Werner Fußhöller war auch für die Entstehung der Festzeitschrift verantwortlich.[6]

Schützenmajestäten

2013: Henrik Hahn

Siehe auch

Mediografie

  • St.-Matthias-Schützenbruderschaft Brohl (Hrsg.): Festschrift 125 Jahre St.-Matthias-Schützenbruderschaft Brohl, Rhein 1867 e.V. 1867-1992, Brohl/Rhein 1992, 64 S.
  • Anlässlich des Jubiläums „150 Jahre St.-Matthias-Schützenbruderschaft Brohl 1867“ im Jahr 2017 gab die Schützenbruderschaft eine Festschrift heraus, die Werner Fußhöller verantwortlich zusammenstellte.

Weblink

http://schuetzen-brohl-rhein.de

Fußnoten

  1. Quelle: Moderne Schießspiele und ein Blick zurück – Jubiläumsschützenfest wird in Brohl gefeiert, in: Rhein-Zeitung vom 24. August 2017
  2. Quelle: Andreas Wetzlar: Brohler Schützen feiern 150. Geburtstag – 19 Männer haben am 24. Februar 1867 die St.-Matthias-Schützenbruderschaft gegründet – Heute 62 Mitglieder, in: Rhein-Zeitung vom 21. Februar 2017
  3. Quelle: Rhein-Zeitung vom 26. Februar 2013
  4. Quelle: Schützenbrüder in Brohl fangen Fördermittel des Kreises, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 19. Juli 2013
  5. Quelle: Andreas Wetzlar: Sankt-Matthias-Schützen verleihen Ehrenkreuze - Ziele erreicht auch dank mehr als 500 Arbeitsstunden in Eigenleistung – Nachwuchs gesucht, in: Rhein-Zeitung vom 5. März 2014
  6. Quelle: Brohler Schützen feiern sich selbst – 150 Jahre St.-Matthias-Schützenbruderschaft – Hohe Auszeichnung für Werner Fußhöller, in: Rhein-Zeitung vom 28. Februar 2017