St. Martin von Tours

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Kunst am Schulgebäude der Grundschule „St. Martin“ Remagen
Die Wetterfahne auf dieser Säule im Stadtpark Remagen zeigt St. Martin, der mit dem Bettler seinen Mantel teilt
Jupp Schuld als St. Martin am St.-Martins-Abend im November 1949 in Bad Bodendorf

St. Martin von Tours (* 316/317 in Savaria, heute Szombathely in Ungarn; † 8. November 397 in Candes, heute Candes-Saint-Martin bei Tours in Frankreich) ist einer der populärsten Heiligen der christlichen Kirchen.

Vita

Martin war der Sohn eines heidnischen römischen Tribuns, wurde aber christlich erzogen und im Alter von 18 Jahren getauft. Als 15-Jähriger war er bereits in einer Reiterabteilung in den Soldatendienst eingetreten. Die Legende erzählt, dass er um das Jahr 338 bei einem Ritt am Stadttor von Amiens einen Bettler traf, der trotz Kälte kaum bekleidet war. Martin teilte mit dem Schwert seinen Mantel und schenkte dem Mann die Hälfte. In der folgenden Nacht erschien ihm Jesus mit dem Stück des Mantels im Traum und Martin wurde der Satz aus Jesu Gleichnis vom Gericht des Menschensohns über die Völker bewusst: „Was ihr einem der geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40)

Im Streit um den Arianismus wurde Martin aus seiner Heimat ausgewiesen und zog sich auf eine Insel im Golf von Genua zurück und lebte dort zunächst als Einsiedler. Martin beeindruckte durch sein asketisches Leben und seine Fürsorge für die Armen sowie durch Wundertaten. Auf Drängen des Volkes sollte er 371/372 Bischof von Tours werden. Doch seitens der kirchlichen Obrigkeit gab es Bedenken und er selbst wollte es nicht. Um der Wahl zu entgehen, habe er sich in einem Gänsestall versteckt, doch die Tiere hätten ihn mit ihrem Schnattern verraten. Deshalb wird Martin in Bildern und Statuen oft als Bischof mit einer Gans dargestellt (zum Beispiel vor der katholischen Kirche von Waldsee in der Pfalz). Der Brauch der Martinsgans bzw. das wenig tierfreundliche Gänseessen am 11. November geht angeblich auf diese oder eine andere Legende zurück, nach der Martin als Bischof in einer Predigt von schnatternden Gänsen unterbrochen worden sei.

Jedenfalls wurde Martin Bischof, lebte jedoch weiter asketisch. 372 gründete er eine Gemeinschaft, in der unter seiner Leitung 80 Mönche lebten, ohne persönliches Eigentum, allein angewiesen auf Spenden. Sein Auftreten galt als streng und unerschrocken, unter anderem, als er 386 am Kaiserhof von Trier versuchte, eine von ihm selbst zwar abgelehnte asketische Gruppe vor Verfolgung zu schützen.[1]

Martin starb 81-jährig auf einer Seelsorgereise in Candel. Als der Leichnam des inzwischen berühmt gewordenen Mannes nicht herausgegeben werden sollte, kamen Mönche aus seinem damaligen Kloster Marmoutier in Tours, entführten ihn bei Nacht und setzten ihn drei Tage später am 11. November bei. Etwa im Jahr 430 wurde über seinem Grab eine Kapelle errichtet. Nach Zerstörung der folgenden Kirchen an dieser Stelle galt das Grab als verschollen, bis es 1860 wiederentdeckt wurde. Die später errichtete Kathedrale in Tour mit dem prächtig gestalteten Grabmal des Heiligen wurde am 4. Juli 1925 geweiht.[2]

Namenstag

11. November

Verehrung des Heiligen

Viele Kirchen außer den hier genannten an der Ahr sind dem heiligen Martin von Tours gewidmet, unter anderem der Dom zu Mainz, der Rottenburger Dom und die Stiftskirche St. Martin und St. Severus in Münstermaifeld. Ein Standbild auf dem Mainzer Dom macht das Patrozinium schon von außen sichtbar.

Ein Zeichen der Verehrung des Heiligen sind auch die Martinszüge am 11. November oder an den Abenden unmittelbar davor vor und danach. Dann reitet St. Martin noch zu Ross durch die Straßen des Dorfes, dargestellt von einem Mann im Gewand des römischen Soldaten, heutzutage mitunter aber auch von einer Frau. Das Pferd sollte ein Schimmel sein, als Symbol für das Gute; oft steht jedoch nur ein Brauner zur Verfügung. Begleitet wird St. Martin fast immer von einer Musikkapelle, vor allem aber von Kindern mit vielen Laternen, meist von ihnen selbst oder von den Eltern gebastelt. In manchen Dörfern höhlten die Kinder auch Runkelrüben, schnitzten ein Gesicht oder ein anderes Motiv darauf und trugen sie als Laternen. Gesungen wird unterwegs zum Beispiel „Ich geh mit meiner Laterne“ oder „St. Martin ritt durch Schnee und Wind“. Der Martinszug endet allgemein am Martinsfeuer, einem Freudenfeuer, für das seit Längerem strenge Regeln gelten, sodass nicht mehr alles zusammengekarrt und abgebrannt werden darf, das entsorgt werden soll.

Siehe auch

Dernau:

Heppingen:

Remagen:

Sonstiges

Weitere Bilder

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon. Abgerufen am 11. August 2026.
  2. Quelle: Ciceru.com. Abgerufen am 11. August 2026.
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