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St. Sebastianus Schützenbruderschaft gegr. 1301 e.V. Sinzig/Rhein

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Fußgruppe der Schützenbruderschaft beim Festzug „750 Jahre Stadt Sinzig“ am 10. Juni 2017
Schützenplatz in der Koisdorfer Hohl
Rudolf Menacher (l.) vom Verein zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig e.V. referierte im Schloss Sinzig über die silbernen Schützenschilde der Bruderschaft.

Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft gegr. 1301 e.V. Sinzig/Rhein, Mitglied im Schützenbezirksverband Rhein-Ahr, ist die älteste Schützenbruderschaft im Kreis Ahrweiler und eine der ältesten Bruderschaften im Bistum Trier.


Termine

  • Training: Mittwochs 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr Jugend, 19.00 Uhr bis 20.00 Uhr Erwachsene
  • Freitags von 18.00 Uhr bis 19.00 Uhr
  • Sonntags von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr freies Training.

Während der Ferien findet kein Jugendtraining statt. Gastschützen und Besucher sind herzlich willkommen.

Weitere Termine:

  • Königs- und Prinzenschießen immer an Fronleichnam
  • Schützenfest immer im August
  • Tag der offenen Türe immer am vorletzten Wochenende im August

Schützenplatz

Die Schützenhalle befindet sich in der Koisdorfer Straße. In die Schützenhalle integriert ist eine Luftgewehrhalle. Insgesamt stehen sieben Schießbahnen, davon drei 50-Meter-Bahnen, zur Verfügung. Die Halle ist mit Thekenbereich, Cafeteria, Küche und Toilettenanlage ausgestattet.

Mitgliederzahl

Die Bruderschaft hat 59 Mitglieder, davon 31 aktive Schützen.

Gründung und Entwicklung

Als zu Beginn des 14. Jahrhunderts die Pest, der schwarze Tod, ganze Ortschaften verheerte, schlossen sich die Bürger des Ortes Krechelheim, einer Gemeinde in der Nähe von Sinzig, die heute nicht mehr besteht, zu einer Gemeinschaft unter dem Schutze des St. Sebastianus zusammen, um damit die Abwendung der gefürchteten Krankheit zu erflehen. Aus diesem einstmals als Pestbruderschaft entstandenen Zusammenschluss wurde sehr bald eine Schutzbruderschaft, die beseelt von dem althergebrachten Schützengedanken, den Schutz von Toren und Wehren der Stadt als ihre vornehmste Aufgabe ansah. In einer Urkunde aus dem Jahr 1492 im Stadtarchiv Bad Neuenahr-Ahrweiler ist die Bruderschaft erstmals erwähnt. Hier heißt es u. a.: „Item was ein schießspill her bescheiden, ind waren he schutzen van Syntzig, Lyns, Remagen, Aldenaer ind Konynxfelt …“ Mithin bestand zu der Zeit schon eine Schützenvereinigung in Sinzig. „Es ist nicht ausgeschlossen – schreibt ein Nachforscher – daß ihre Gesellschaft schon damals bestanden haben kann als religiöse Bruderschaft, die sich später – etwa um 1440 – in eine Schützenbruderschaft (Zunftbroederschaft) umgewandelt hat. So hält die Schützenbruderschaft auch heute noch am Gründungsjahr 1301 fest, stützend auf ein im Besitz der Bruderschaft befindliches Protokollbuch aus dem Jahre 1844, in der ein Herr van Hess bei seinem Eintritt in die Bruderschaft (1852 Assistent im Vorstand) der Nachwelt ein unverfälschtes Dokument über die Entstehungsgeschichte der Bruderschaft hinterlassen hat.

Im Hinblick auf den hl. Sebastianus, dem mutigen Helfer und barmherzigen Tröster der verfolgten Brüder nahm so die Bruderschaft als Festbruderschaft ihren Ursprung, einem edelmütigen Entschluß folgend, die sie anbrandende Not und dauernde Bedrängnis wirksam zu dämmen.

So ist auch vielleicht die Eigeninitiative unserer Vorväter zu verstehen, die sich zu Congregationen zusammenschlossen, um der Ohnmacht ihrer weltlichen und geistigen Herren bewußt, aus eigener Kraft ihren Idealen nachzueifern und in fester Verbundenheit versuchten, gemeinsam dieses unsichere von Angst und Not beherrschte Leben zu meistern. In dieser hochwallenden Zeit der Geisteskämpfe zwischen altem Glauben und neuer Lehre, da Sinzig überdies "durch brandschaden und sterbende leufft" (1538) arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, stand die Schützenbruderschaft standhaft zum angestammten Glaubensgut, versah unentwegt ihre Aufgabe, wehrhaft Schutz und hilfreich Linderung zu gewähren. Der Dreißigjährige Krieg ließ die Bruderschaft naturgemäß in Bedeutungslosigkeit verfallen. Erst im Jahre 1758, beim großen Stadtbrand an Fronleichnam, vermochte die Bruderschaft wieder in Erscheinung treten. In einem Protokollbuch heißt es: "Solis de 6-ten Augusti 1758... Ist die hochlöbliche St. Sebastiani Bruderschaft zur Haltung und Abzahlung der Fry Mieß, weilen solche wegen des 25. May alß auf Fronleichnamßtag Vorgewesenen sehr großen Feuersbrunst dahier, nicht geschehen konnte, convociert (zusammenberufen) worden" In der Sitzung des Verwaltungsrates vom 27. Mai 1847 beschloß man: "Wegen der an Hungersnoth grenzenden drückenden Zeitverhältnisse sollen am nahevorbestehenden Fronleichnamsfest alle Lustbarkeiten unterbleiben, jedoch die Prozession an diesem Tage mit gebührender Teilnahme begangen werden." Diesem damals gefaßten Beschluß ist auch heute noch die Bruderschaft treu verbunden, heißt es doch in § 9 Abs. 1 ihrer Satzung: "Höchstes Fest der Bruderschaft ist der Fronleichnamstag, an dem sich die Mitglieder in althergebrachter Tracht an der Prozession beteiligen. Die Bruderschaft geht geschlossen hinter dem Allerheiligsten."

Mit Beginn des 1. Weltkrieges und seinem Ende, hörte auch die St. Sebastianus Schützenbruderschaft vorübergehend auf zu bestehen. Vorbei waren die Festfreudigkeit, der gewohnte Zapfenstreich, das begeisterte Vogelschießen uns der glanzvolle Königsball an Fronleichnam.

Nach einigermaßen wiedererlangter Festigkeit trat am 17. September 1928 die Bruderschaft unter ihrem damaligen Hauptmann Franz Sommer noch einmal nach einem dreitägigen Fest an die Öffentlichkeit, um danach in der Ära des 1000-jährigen Reiches wieder in der Versenkung zu verschwinden. Dieses Fest im Jahr 1928 war der letzte Sonnenstrahl vor dem Anbruch einer dunklen Zeit, die Arbeitslosigkeit und späterhin die Machtübernahme ab dem Jahre 1933 die völlige Liquidierung der Schützenbruderschaft kennzeichnen. Als nach dem 2. Weltkrieg die Besatzungstruppen einrückten, gelang es dem damaligen Hauptmann Franz Sommer, die noch vorhandenen Protokollbücher, bleibende Zeugen einer traditionsbewussten Vergangenheit und die Königskette in Sicherheit zu bringen. In tiefer Dankbarkeit ehrt noch heute die Bruderschaft seinen unermüdlichen Einsatz und die aufopferungsvolle Bereitschaft für die Belange der Bruderschaft in ihrer gewiss schwärzesten Zeit; hochbetagt nahm er kurz vor seinem Tode im Jahr 1953 die Ehrenurkunde der Bruderschaft und eine Plakette mit seinem Bild in Empfang, welche noch heute die Königskette ziert. Diese Königskette, von König zu König einer alten Tradition entsprechend weiterzugeben, zählt heute annähernd 95 Einzelschilder. Das älteste Schild stammt aus dem Jahr 1547, ein weiterer Beweis für das hohe Alter und das Traditionsbewusstsein der Bruderschaft.

Nach den Kriegsjahren erfuhr die Bruderschaft unter der Leitung von Franz Sommer am 15. Mai 1949 eine erneute Gründungsversammlung, im gleichen Jahr wurde sie von der französischen Militärregierung als „Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft“ genehmigt und gehört heute zum Dachverband des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V. in Köln. In einem Pachtvertrag mit der Stadt Sinzig überließ diese am 29. Mai 1953 das Gelände in der Koisdorfer Hohl, südlich der Einmündung des Strengelweges zur Erstellung eines Schießplatzes, wo in früheren Zeiten schon der Kyffhäuserbund schießsportliche Veranstaltungen abgehalten hatte. Am 4. Mai 1953 erlangte die Bruderschaft Rechtsfähigkeit durch die Eintragung in das Vereinsregister, mit Schreiben vom 23. Dezember 1954 bescheinigte ihr das Finanzamt in Ahrweiler die Gemeinnützigkeit. Am 3. Dezember 1964 wurden die in der Koisdorfer Hohl errichteten Baulichkeiten durch die Einräumung eines Erbbaurechtes durch die Stadtgemeinde Sinzig Eigentum der Bruderschaft.

Die Bruderschaft bildet seit vielen Jahren mit ihrem Königsschießen an Fronleichnam, mit ihrem Schützenfest im Juli und anderen Veranstaltungen einen wesentlichen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in ihrer Heimatstadt.[1]

Im August 2001 konnte sie ihr 700-jähriges Bestehen feiern. Der Schützenplatz in der Koisdorfer Hohl wurde für dieses Jubiläum erweitert und ausgebaut.

Für die Tage vom 6. bis 8. 2017 war geplant, dass die Schützenbruderschaft in Sinzig die Bundesjungschützentage ausrichtet – im Rahmen der 750-Jahr-Feier von Sinzig. Dieser Plan wurde jedoch im Juli 2016 verworfen.

Artur Trierweiler und Karl-Heinz Michels wurden bei der Generalversammlung im Januar 2018 für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Ergebnis der Vorstandswahl: 1. Brudermeister blieb Berthold Winkens, 2. Brudermeister Artur Trierweiler, 1. Kassierer wurde Marcus Beyer, 2. Kassiererin Irma Fromm. Zum 1. Geschäftsführer wurde Michael Beyer gewählt, zur 2. Geschäftsführerin Monika Winkens. Major wurde Artur Trierweiler, Hauptmann Ralf Kreuzberg, Oberleutnant Tim Kunkel, Leutnant Piet Mooldijk, 1. Fähnrich Toni Scheuer, 2. Fähnrich Peter Mooldijk, 1. Schießmeister Klaus Kautschor, 2. Schießmeister Jürgen Beyer und 1. Jungschützenmeister Jürgen Beyer. Ulli Schig, Wilfried Fromm, Marcel Schig und Maren Kunkel-Jeub wurden zu Beisitzern gewählt. Petra Schig und Erika Scheuer übernahmen die Kassenprüfung. Brudermeister Berthold Winkens danke Erika Scheuer und Monika Winkens mit einem Blumenpräsent für ihre langjährige Tätigkeit im Vorstand.[2]

Bei der Generalversammlung im Januar 2019 wurde Wilfried Fromm für 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Das Silberne Verdienstkreuz ging an Sylvia Fromm, Tim Kunkel, Marcus Beyer, Klaus Kautschor und Michael Beyer. Den Hohen Bruderschaftsorden, überreicht von Bezirksbundesmeister Sigi Belz, erhielt Monika Winkens. Das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz verlieh Belz Das an Artur Trierweiler. In den neuen Vorstand wurden gewählt: als Erster Brudermeister Berthold Winkens, als Zweiter Brudermeister Artur Trierweiler, als Kassierer Marcus Beyer und Irma Fromm (Stellvertreterin) sowie als Geschäftsführer Michael Beyer und Monika Winkens (Stellvertreterin) an. Major wurde Artur Trierweiler, Hauptmann Ralf Kreuzberg. Oberleutnant wurde Tim Kunke und Leutnant Piet Mooldijk. Fähnriche wurden Toni Scheuer und Peter Mooldijk, Schießmeister Klaus Kautschor und Jürgen Beyer. Jungschützenmeister wurde Jürgen Beyer, Beisitzer wurden Ulli Schig, Wilfried Fromm, Marcel Schig und Michael Zirwes.[3]

Majestäten

2019: Toni Scheuer[4]
2018: Michael Beyer[5]
2017: Marcus Beyer[6]
2016: Piet Mooldijk[7]

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Festschrift zum 675-jährigen Jubiläum vom 9.-11. Juli 1976
  2. Quelle: Berthold Winkens führt die Schützenbrüder – St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft wählte neuen Ersten Brudermeister, in: Rhein-Zeitung vom 27. Januar 2018
  3. Quelle: Monika Winkens erhält Bruderschaftsorden – Sinziger Schützen haben ihr Patronatsfest gefeiert, in: Rhein-Zeitung vom 24. Januar 2019
  4. Quelle: Blick aktuell - Ausgabe Sinzig vom 26. Juni 2019
  5. Quelle: Blick aktuell - Ausgabe Sinzig vom 07. Juni 2018
  6. Quelle: Rhein-Zeitung vom 17. Juni 2017
  7. Quelle: Blick aktuell - Ausgabe Sinzig vom 30. Mai 2016