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Steinkreuz an der Kirchgasse (Birresdorf)

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Birresdorf - Heinz Grates (33).jpg

Am Hausgrundstück Kirchgasse 15 in Birresdorf steht auf einem Sockel ein aus mehreren Basaltlava-Elementen bestehendes 167 Zentimeter hohes Gedenkkreuz. Dieses Kreuz wurde von der Familie Esch aus dem Haus Kirchgasse 7 einst am Rand ihrer dort gelegenen Wiese errichtet. Nachdem die Wiese bebaut und das Kreuz deshalb abgebaut worden war, beschloss der Ortsbeirat Birresdorf am 8. August 1996, das Kreuz an seinen heutigen Platz wieder aufzustellen.


Standort

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Sonstiges

Das Kreuz trägt die Inschrift:

IHS
Mein
Jesus
Barmherzigkeit

Das Kreuz erinnert an ein Unglück, das sich im Oktober 1922 auf der dort gelegenen Wiese zugetragen hat. Auf der Wiese waren Nussbäume gepflanzt worden, die zur Reifezeit im Herbst häufig von Burschen aus dem Dorf unerlaubt geerntet wurden. Ottmar Prothmann beschreibt den Vorfall folgendermaßen:

Eines Abends erfuhr Leonhard Esch wieder einmal, dass jemand die Nussbäume seiner Familie plünderte. Er packte sich die „Bindeschmeck“ (eine lange Peitsche, mit der vom Binder aus die Pferde angetrieben wurden) und lief die Kirchgasse hinunter. Auf der Weide traf er mehrere junge Männer. Er schlug auf einen von ihnen ein, so dass sich der Lederriemen um dessen Hals wickelte. Wütend entriss ihm dieser die Peitsche, drehte sie um und schlug mit dem Stiel so heftig auf den Kopf von Leonhard Esch, dass dieser starb.[1]

Der Täter wurde deshalb vor Gericht gestellt und bestraft. Dass er im Affekt gehandelt hatte, wirkte sich dabei strafmindernd aus.

Fußnoten

  1. Quelle: Ottmar Prothmann: Kleinere religiöse Denkmäler und Gedenkstätten in der Gemeinde Grafschaft, Veröffentlichungen zur Geschichte der Gemeinde Grafschaft Band 9, Oeverich 2017 (pdf, 776 Seiten), S. 125 f.