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Sterbekreuz von 1637 (Holzweiler)

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Esch - Heinz Grates (44).jpg
Holzweiler - Heinz Grates (51).jpg

Auf der linken Seite des von Oberesch nach Holzweiler führenden Oberescher Weges, und zwar an der Kreuzung mit dem Feldweg, der für den Rückbau des Ausweichsitzes der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland („Regierungsbunker“) asphaltiert wurde, steht ein kleines Sterbekreuz von 1637.


Standort

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Sonstiges

Das neben einer Sitzbank platzierte und aus Basaltlava bestehende Kreuz hat eine Höhe von 60, eine Breite von 42 und eine Tiefe von 12 Zentimetern und trägt folgende Inschrift:

ANNO
1637
8 7bRS (für 8. September)
IST AGNEIS PVLCHE [für Pullig oder Bollig]
THONIS BREWERS
HAVSFRAW * IN * GOT
ENTSC
HLAFFEN

In einem Schild darunter befindet sich eine Hausmarke mit den Buchstaben T B (für Thonis Brewer). Ottmar Prothmann vermutet, dass dieses Kreuz zunächst auf dem Kirchhof aufgestellt wurde, später aber von dort geholt und in die Feldflur gesetzt wurde, um dort ein morsches Holzkreuz zu ersetzen.[1] Vor der Flurbereinigung gegen Ende der 1920er Jahre habe das Kreuz ein Stück von der heutigen Stelle entfernt gestanden – und zwar dort, „wo eine frühere Straße von Gelsdorf nach Altenahr den Kirchweg von Oberesch nach Holzweiler kreuzte.“ Als der Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland]] („Regierungsbunker“) zurückgebaut wurde, sei, so Prothmann, „zum Abtransport des Materials durch die Felder bei Holzweiler ein Weg asphaltiert“ worden, der „Bunkerstraße“ genannt wurde. Beim Ausbau des Weges sei das Kreuz ausgerissen worden, schreibt Prothmann. Aufmerksame Bürger hätten das Kreuz geborgen und zum Steinmetz Richard Maximini nach Holzweiler gebracht. Der habe es repariert und anschließend wieder aufgestellt.

Zu den beiden in der Inschrift genannten Eheleuten recherchierte Prothmann, dass Thonnes Brewer und seine Frau Nießgen (Agnes) 1619 und 1624 in Holzweiler lebten. Die Erben von Thonnes Brewer und seiner verstorbenen Ehefrau Nießgen Sältgen (oder Säligen) aus Villip haben am 25. April 1656 sämtliche Güter verkauft, die sie geerbt hatten. Ihr Familienname habe jedoch, schreibt Prothmann, ganz anders gelautet als der auf dem Kreuz genannte, dort aber kaum lesbare Name. Möglicherweise habe Thonnes Brewer (Anton Breuer) ein zweites Mal geheiratet, und seine zweite Frau habe zufälligerweise ebenfalls Agnes mit Vornamen geheißen. In Niederholzweiler habe zur selben Zeit ein jüngerer Namensvetter von Thonnes Brewer gelebt, der mit einer Margarete verheiratet gewesen sei, deren Geburtsname allerdings fehle.

Fußnoten

  1. Quelle: Ottmar Prothmann: Sterbekreuz von 1637, in ders.: Kleinere religiöse Denkmäler und Gedenkstätten in der Gemeinde Grafschaft, Veröffentlichungen zur Geschichte der Gemeinde Grafschaft Band 9, Oeverich 2017 (pdf, 776 Seiten), S. 256-258