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Tal total II

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Unter dem Namen Tal total II wird "Tal total", der jährliche Rad-Erlebnistag am letzten Juni-Sonntag am Rhein, im Jahr 2014 nach 22 Jahren erweitert. Neben dem oberen Mittelrheintal wird dann auch der nördliche Mittelrrhein zwischen Koblenz und Remagen (linksrheinisch) und Unkel (rechtsrheinisch) in das Veranstaltungskonzept eingebunden. Die Veranstaltung erstreckt sich dann über 116 Rhein-Kilometer. Das beschlossen Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der Romantischer Rhein Tourismus GmbH im Frühherbst 2013.[1]


Chronik

Der autofreie Erlebnistag Tal total wurde im Jahr 1991 erstmals durchgeführt. Damals gab es kaum ausgebaute Radwege, sodass auf Initiative des damaligen Ministerpräsidenten Rudolf Scharping im Oberen Mittelrheintal der autofreie Erlebnistag initiiert wurde. Zu dieser Zeit gab es lediglich noch den Raderlebnistag an der Deutschen Weinstraße. Bis zu 150.000 Teilnehmer wurden in den ersten Jahren gezählt.

Zwischenzeitlich (Stand: Oktober 2013) wurde das Angebot an Fahrradwegen links und rechts des Rheins wesentlich verbessert. Und die Zahl der Fahrrad-Erlebnistage in Rheinland-Pfalz liegt mittlerweile bei rund 40. Die Teilnehmerzahl bei Tal total 2013 lag zwischen 50.000 und 75.000.

2014 will die Romantischer Rhein Tourismus GmbH den Raderlebnistag bis Remagen bzw. Unkel ausgedehnen und von der linksrheinischen Bundesstraße 9 und der rechtsrheinischen Bundesstraße 42 auf den Rhein-Radweg verlegen. Eine Sperrung der Bundesstraße 9 wie bislang soll es nicht mehr geben. Die Verlagerung auf den Radweg stieß auf Kritik. Manfred Kolling (ADFC) sagte der Rhein-Zeitung: "Wie kann man Zehntausende Radfahrer auf einen Radweg schicken, der an einigen Stellen nicht mehr ist als ein Trampelpfad? Da passiert ein Unfall nach dem anderen. Das ist das Ende von Tal total." Und weiter: Wer sich die Verlegung auf den Rhein-Radweg ausgedacht hat, habe "noch nie auf dem Rad gesessen. Der Reiz geht total verloren. Wer fährt jetzt noch mit? Auf dem Radweg kann ich jeden Tag fahren." Kolling verwies auf Kinder, für die der Radweg entlang des Rheins zu schmal sei; auf Senioren, die sich nicht mehr darauf trauten und die gern über eine autofreie Straße fahren würden und auf Inlineskater, die nun ganz zu Hause bleiben könnten. Der Rhein-Radweg sei auf Tausende Radfahrer ausgelegt, argumentierte Kolling und wies auf Problemstellen des Rhein-Radweges zwischen Brohl und Remagen: die ehedem schon kritische Bahn-Unterführung in Höhe der Brohler Mineral- und Heilbrunnen GmbH Brohl-Lützing, die Wegeführung durch Brohl insgesamt, die Strecke auf der Rheinpromenade Bad Breisig und oberhalb an der Bundesstraße 9 entlang. Tückisch sind auch die Haarnadelkurven in Höhe der Wagram-Brücke in Rheineck. Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger meinte ebenfalls: "Tal total behält nur seinen Charme, wenn die B 9 autofrei ist. Das sollte für einen Tag kein Problem sein." Claudia Schwarz, Geschäftsführerin desr Romantischer Rhein Tourismus GmbH, entgegnete: "Viele Autofahrer sind nicht mehr gewillt, sich an die Straßensperrungen zu halten. Die Kosten für Sperren und Sicherheitsvorkehrungen sind gestiegen."[2]

Auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierten das neue Konzept des Raderlebnistages: „Wenn Tal total nicht mehr autofrei ist, verliert der Tag an Attraktivität und sollte konsequenterweise komplett abgesagt werden“, berichtete die Rhein-Zeitung am 11. Oktober 2013, das neue Konzept sei "alles andere als eine Werbung für den Radverkehr, das umweltverträglichste Verkehrsmittel.“ Die Öffnung des Raderlebnistags für Autos sei nicht hinnehmbar; an einem Tag wie Tal total sollten einzig Radfahrer und Inlineskater im Mittelpunkt stehen. „Es ist nicht zu akzeptieren, dass diese durch Autos an den Rand gedrängt werden.“ Raderlebnistage wie Tal total zu erhalten, sähen VCD und BUND auch als wichtiges Signal: Sie würden dabei helfen, den Stellenwert des Radverkehrs im Alltagsverkehr vieler Städte zu stärken.[3]

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Erlebnistag: Bei Tal total bis nach Remagen radeln, rhein-zeitung.de vom 4. Oktober 2013
  2. Quelle: Jan Lindner: Tal total: Raderlebnistag auch im Ahrkreis in der Kritik, rhein-zeitung.de vom 10. Oktober 2013
  3. Quelle: Jan Lindner: Tal total: BUND und Verkehrsclub kritisieren Konzept - „Tag sollte komplett abgesagt werden“, in: Rhein-Zeitung vom 11. Oktober 2013