Tier- und Naturfreunde Schwanenteich Sinzig-Bad Bodendorf e. V.

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Der 1975 gegründete und 1976 ins Vereinsregister eingetragene Verein Tier- und Naturfreunde Schwanenteich Sinzig-Bad Bodendorf e. V. „setzt sich gemäß seiner Satzung unter anderem zur Aufgabe, das Tiergehege 'Schwanenteich' zu pflegen, zu gestalten und vor Umweltschädigungen zu schützen“, hieß es am 7. Januar 2016 im General-Anzeiger. Die Bänke und Ruhezonen entlang des Spazierwegs hat der Verein in eigener Regie angelegt. Das Teich- und Tiergehege solle der Erholung dienen und Besucher mit der Tierwelt vertraut machen. Zu den Vereinsaktivitäten gehört auch das 1978 erstmals veranstaltete Sommerfest am Schwanenteich.


Das Pony- und Ziegengehege der Tier- und Naturfreunde Schwanenteich.
Pfau.jpg

Kontakt

E-Mail webschwanenteich@gmx.de

Entwicklung der Mitgliederzahl

  • Juni 2006: 186
  • Februar 2002: 180
  • Ehrenmitglied: Jakob Sitter (im November 2003 ernannt)
  • Ehrenmitglied: Gertrud Wertheim (von 1985 bis 2010 Kassierin)

Vorgeschichte, Gründung und Entwicklung

Bereits vor der Vereinsgründung gab es am Schwanenteich Aktivitäten, wie blick-aktuell.de am 3. August 2016 berichtete. Nach Recherchen von Uwa Degen, dem „Chef“ der Rüstigen Rentner Sinzig, begann die Vorgeschichte des Vereins bereits im Jahr 1960. Der Stammtisch 1906, Männer und Frauen des Jahrgangs 1906, traf sich damals an jedem ersten Samstag im Monat im Gasthof "Zur Traube". Außer Dr. Richard Spessart, Ehemann der Inhaberin Therese Spessart und Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsverein Sinzig, gehörten der Männerrunde des 06er-Stammtischs nach Auskunft von Ulla Exius der Vermessungstechniker Leo Exius an sowie Josef Felten, Betreiber eines Reisebüros in Bad Neuenahr und Sponsor des Feltenturms auf dem Mühlenberg, Willi Krahforst (Metzgermeister aus der Kirchgasse), der Rechtsanwalt Dr. Kurt Loske, Albert Pörzgen, ein Stukkateur aus der Harbachstraße, Toni Rick, Gleisbauer, Betonwerk-Betreiber und Inhaber eines Bauunternehmens am Dreifaltigkeitsweg, und Peter Zilligen, ein Sinziger Original. Dr. Kurt Loske stiftete den ersten Schwan für den Teich und besorgte über seine Verbindungen zur Basalt-Union in Linz/Rhein Basaltsteine für den Teich. Den Transport der Steine übernahmen die Brüder Toni und Hans Rick, die auch alle übrigen Materialien stifteten, die für den Bau der Teichanlage benötigt wurden.[1]

Ende der 1960er Jahre legte eine kleine Gruppe von Tier- und Naturfreunden auf der Flurgrenze von Sinzig und Bad Bodendorf den großen Teich an. Damals wurde er von der Presse einfach „Teich“ oder „Entenweiher“ genannt. Erst seit sich dort ein Schwanenpärchen ansiedelte, wird er „Schwanenteich“ genannt.

Am 8. Dezember oder am 23. Dezember des Jahres 1975 war Gründungsversammlung für den Verein. Vorsitzender wurde Heinrich Fuhrmann, der später von Reinhold Poweltz abgelöst wurde. Dann übernahm Karl-Wilhelm Scheele das Amt des Vereinschefs.[2] Am 16. März 2012 hatte es in der Rhein-Zeitung geheißen, Martin Fuchs sei bei der Gründungsversammlung zum Vorsitzenden und Anneliese Welsch zur Stellvertreterin gewählt worden. Zu den Mitgründern zählte auch Paul Berlage.

Am 6. Januar 1976 wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen – nach einer anderen Quelle am 13. Februar 1976.

Der heutige Teich wird aber erst später vom „Schweren Pionierbataillon 850 Koblenz-Metternich“ ausgebaggert, und um den Teich wird ein von der Stadt Sinzig finanzierter Zaun gezogen.

Im Februar 1976 übergibt der Verein einen selbst entwickelten Plan zur Gestaltung des Schwanenteich-Geländes an den damaligen Sinziger Bürgermeister Heinrich Holstein.

1978 wird das erste Sommerfest am Schwanenteich gefeiert.

Im März 1983 wurde die Fasanerie eingeweiht. Der rückwärtige Teil dieses Gebäudes diente als Vereinsheim.

Bei einem großen Ahr-Hochwasser im Februar 1984 mussten viele Tiere gerettet werden. Die Anlage wird beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen. Die Instandsetzungsarbeiten dauerten bis in den Sommer.

Im November 1984 gab es ein zweites Hochwasser.

Im Dezember 1985 wurden die Pfauen von Tierquälern mit Steinen getötet.

In den Jahren von 1985 bis 1993 war der Verein finanziell gut ausgestattet; denn die Stadt Sinzig gewährte einen jährlichen Zuschuss von 2500 D-Mark, und viele Geldstrafen, die das Amtsgericht Sinzig verhängte, wurden auf das Vereinskonto überwiesen. Von diesem Geld wurde 1992 auch ein Stromgenerator bezahlt.

Ein Dauerthema ist seit 1992 die Sicherheit auf dem Ahr-Radweg.

Im Winter 1993 trat die Ahr erneut über die Ufer.

Im Jahr 1994, als es im Verein erhebliche Meinungsverschiedenheiten gab, übernahm Karl-Wilhelm Scheele den Vorsitz.

Im November 1998 brannten Futterkammer und Werkstatt nieder. Die Polizei ermittelte wegen Brandstiftung. Nach einer anderen Quelle gingen Werkstatt und Futterhaus bereits im Dezember 1994 nach einer Brandstiftung in Flammen auf. Dank einer Spendenaktion können die Gebäude rasch wieder aufgebaut werden.

Im April 2003 wurde der Verein mit der Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler ausgezeichnet. Im gleichen Jahr überreichte die Landeszentrale für Umweltaufklärung den Naturfreunden eine Urkunde „Mitgedacht – gut gemacht“.

Bei der Mitgliederversammlung im November 2003 wurde die Vereins-Satzung von 16 auf vier Seiten gekürzt. Außerdem wurden einige Inhalte neu definiert. Umweltverträglichkeit, Tierschutz und artgerechte Haltung wurden stärker in die Satzung eingebunden. Weiterer zentraler Punkt: die Jugendarbeit. Es sollte einen stärkeren Erfahrungsaustausch mit verwandten Einrichtungen und Vereinen geben, aber auch eine engere Zusammenarbeit etwa mit den Kindergärten und Schulen der Region.

Von Oktober 2005 bis März 2006 musste sämtliches Geflügel wegen der Vogelgrippe eingesperrt werden. Die Volieren wurden mit Folien abgedeckt.

Eine Anzeigenkampagne bescherte dem Verein im Jahr 2008 neue Mitglieder.

Bei den Vorstandswahlen im Frühsommer 2010 veränderte sich nur wenig: Der Vorsitzende Karl-Wilhelm Scheele wurde ebenso wie sein Stellvertreter Olaf Guse und Projektleiterin Reinhild Kobold bestätigt. Für den Bereich Technik war Lutz Kölzig aktiv, Organisation und Schriftführung oblagen Wenke Hannemann. Neues Mitglied im Vorstand wurde Kassiererin Ines Guse. Ihre Vorgängerin Gertrud Wertheim, die ab 1985 die Vereinsfinanzen führte, wurde für ihr langjähriges Engagement zum Ehrenmitglied ernannt.

Im Sommer 2010 schossen Jugendliche mit Pfeilen und Bögen, die sie kurz zuvor aus dem nahe gelegenen Vereinsheim der Bogenschützen Rhein-Ahr Sinzig e.V. gestohlen hatten, auf Tiere. Einige Monate später wurden sie von der Polizei gefasst.

Der Schwanenteich sei im Laufe der Jahre nahezu vollständig verschlammt. „Kubikmeterweise schichtet sich dort der Matsch, der über Jahre hinweg mit den Fäkalien der Wasservögel angereichert wurde“, berichtete die Rhein-Zeitung am 7. November 2011, „von einem 'Gewässer' kann keine Rede sein, Kloake wäre die treffendere Bezeichnung.“ Im Zuge von Plänen zur kompletten Neugestaltung des Naherholungsgebietes Schwanenteich, die die Lenkungsgruppe "Zukunft Bad Bodendorf" kurz zuvor dem Ortsbeirat Sinzig in einer nichtöffentlichen Sitzung vorgestellt hatte, habe deshalb die Renaturierung des Gewässers eine wichtige Rolle gespielt. Zu diesem Zweck sei eine Schilfkläranlage angedacht. Das eigentliche Problem sei, dass der ehemalige Zulauf – das Rohr, das unter dem Ahr-Radweg aus der Ahr in den Teich reicht – völlig verstopft sei, so dass kein Wasser mehr hineingelangen könne. Der kleine Bachlauf direkt daneben, der nur noch bei starken Regenfällen Wasser führe, müsse ebenfalls ausgebaggert werden. Auf diese Weise werde erreicht, dass ein kontinuierlicher Durchfluss die Wasserqualität verbessere und sich erst gar nicht so viel Schlamm ansammelt. Für die komplette Neuordnung des Naherholungsgebietes Schwanenteich samt neuer Radwegeführung stünden Kosten in einer Größenordnung von rund 500.000 Euro im Raum, die durch Förderanträge für naturnahe Erlebnisräume, etwa einen Naturerlebnisspielplatz, teilfinanziert werden könnten.

Nach krisenhaften Jahren drohte dem Verein im Frühjahr 2012 der Konkurs. „Finanziell ist die Existenz des Schwanenteichs bis ins Jahr 2014 hinein gesichert“, berichtete der General-Anzeiger dann am 17. April 2013, „der noch im Jahr 2012 drohende Konkurs wurde durch ein gewaltiges Spendenaufkommen in letzter Minute abgewendet.“ Auch das neue Projekt der Tierpatenschaften, das dem Verein neue Einnahmequellen erschließen soll, werde gut angenommen. Bei einer Mitgliederversammlung war wenige Tage zuvor Olaf Guse zum Vorsitzenden gewählt worden. Er trat die Nachfolge von Karl-Wilhelm Scheele an, der künftig als Schatzmeister ein Auge auf die Vereinsfinanzen haben werde. Im Vereinsjahr 2012 gab es immense Aufwendungen. So gab es einen Wasserrohrbruch vor dem Pferdestall, und der Warmwasserboiler musste ersetzt werden. Hinzu kamen Dachreparaturen und -erneuerungen an etlichen Gebäuden. Hinzu kamen beachtliche Tierarztkosten bei den Ponys. Gelände- und Gehegewart (2. Vorsitzende) wurde Martina Weiland, Technikwart Eberhard Wehler, die Jugendarbeit blieb in den Händen von Christina Bliss. Werner Gorzalla wurde als Projektwart neu in den Vorstand gewählt.

Im Frühjahr 2013 wurde das Vereinsgelände zum vierten Mal von einem Ahr-Hochwasser heimgesucht.

Bei der Mitgliederversammlung am 30. Juni 2014, nach dem Tod des langjährigen Vorsitzenden Karl-Wilhelm Scheele, wurden ein neues Vereinskonzept vorgestellt, die Satzung geändert und ein neuer Vorstand gewählt. Neben dem Tierschutz wurde der Naturschutz als Vereinsziel in der Satzung verankert. Und das Wahlalter wurde auf 12 Jahre herabgesetzt, um auch jugendlichen Vereinsmitgliedern Mitbestimmung zu ermöglichen. In den neuen Vorstand wurden gewählt: Kassenwart: Martina Weiland, Tierwart: Christina Bliss, Gelände- und Gehegewart: Yvonne Schöneseiffen, Schriftführung: Yvonne Wohlgefahrt, Öffentlichkeitsbeauftragte: Daniela Neugebauer und Jugendsprecher: Marica Nickel. Kassenprüferin wurde Ulrike Neugebauer.

Im Sommer 2015 bescherte eine unerwartete Erbschaft durch die Gastwirtin Annemarie Kreier den Naturfreunden einen unerwarteten Geldsegen.

Im Sommer 2015 wurde erneut eine Vogelgrippe-Warnung ausgesprochen. Mit Unterstützung des Kreisveterinäramtes sorgten die Tierfreunde für Hygiene, indem sie täglich die Futterstellen ausräumten, damit keine Wildvögel angelockt werden.

Im Januar 2016 hatte der Teich nur noch eine Wassertiefe von 10 bis 20 Zentimetern; deshalb kippte er im Sommer regelmäßig um. Aus diesem Grund wurde der Teich trocken gelegt, damit er ausgebaggert werden kann. Die Stadt Sinzig hatte 30.000 Euro für Arbeiten am Gelände in ihren Haushalt für das Jahr 2016 eingestellt.

Im Januar 2016 lebten auf dem Vereinsgelände fast 200 Tiere aus 30 unterschiedlichen Tierarten – hauptsächlich Schwäne, Enten, Gänse, Hühner und Pfaue. Sittiche, Papageien, Fasane und Tauben bewohnen die winterfesten Volieren. Für Ziegen, Schafe, Ponys und Esel stehen Ställe und Wiesen zur Verfügung.[3]

Bei einer Mitgliederversammlung im Herbst 2019 erinnerte Christina Bliss, geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Tierwartin, an den Einzug der Waschbären samt Waschbärentaufe, die Einrichtung der Eichhörnchenauswilderungsstation sowie Neuzugänge bei Höckergänsen, Schafen, Kaninchen, Schwänen und Hühnern sowie an den Nachwuchs bei den Ziegen. Zu den Veränderungen auf dem Vereinsgelände gehörten die vergrößerten Volieren ebenso wie die komplett sanierte Futterküche. Auch einen Toilettenwagen und einen neuen Anhänger für die Traktorrundfahrten gebe es. Dass der große Schwanenteich immer öfter austrocknet, liege daran, dass der Grundwasserspiegel gesunken sei. Der kleine Teich sei mehrmals von der Feuerwehr wieder aufgefüllt worden. Als nächstes großes Projekt stehe die Dachrenovierung des Vereinsheims an. Die Angebote des Vereins – vom Kinderbauernhof über die Voltigier- und Pony-Gruppe bis hin zu Geburtstagsfeiern auf dem Gelände – würden immer häufiger in Anspruch genommen. Auch deshalb brauche der Verein dringend Unterstützung. Ergebnis der Vorstandswahl: Martina Weiland (geschäftsführender Vorstand, Kassenwart), Christina Bliss (geschäftsführender Vorstand, Tierwart), Romy Hauffe (Schriftführerin), Patricia Schöneseiffen (Futterwart), Maike Blennemann (Jugendwart), Melanie Walkenbach (Öffentlichkeitsarbeit) und Daniel Schwedhelm (Beisitzer mit Aufgaben im Bereich Gelände und Gehege). Die Position des Veranstaltungsbeauftragten konnte nicht besetzt werden. Außerdem beschloss der Verein eine Erhöhung der Beiträge ab dem Jahr 2020. Eine Einzelmitgliedschaft kostet dann 27 Euro jährlich, eine Familienmitgliedschaft 36 Euro.[4]

Siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Wie das Tiergehege in Bad Bodendorf zu dem wurde, was es heute ist – 1960 begann die Geschichte des Schwanenteichs – Aus der Historie der Gründung des Schwanenteichs in Sinzig, blick-aktuell.de vom 1. August 2016
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 6 Januar 2016
  3. Quellen: Bernd Linnarz: Tier- und Naturfreunde begehen Jubiläumsjahr des Schwanenteichs - Eine Heimat nicht nur für Schwäne, general-anzeiger-bonn.de vom 7. Januar 2015, Rhein-Zeitung vom 7. Januar 2016 u.a.
  4. Quelle: Ehrenamtliche für die vielen Aufgaben fehlen – Die Schwanenteich-Freunde in Bad Bodendorf haben einen neuen Vorstand gewählt, in: General-Anzeiger vom 8. Oktober 2019