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Wasserwerk der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler

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Das Wasserwerk der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ...


Anschrift

Rathaus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Hauptstraße 116

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Stadtteil Bad Neuenahr)

Leitung

Werkleiter: Dirk Weber (seit 1. Januar 2016), Vorgänger: Lothar Lingen

stellvertretender Werkleiter: Thomas Blech (seit 1. Januar 2016)

„Die Werkleitung setzt Beschlüsse des Stadtrates und der jeweiligen Werksausschüsse um. Zu den Aufgaben gehört insbesondere die laufende Betriebsführung. Dazu zählen neben der Bewirtschaftung unter anderem auch der Personaleinsatz, die Anordnung von Instandsetzungsarbeiten sowie die Aufstellung von Wirtschaftsplan, Jahresabschluss, Jahresbericht und Lagebericht.“[1]

Infrastruktur

Das Wasserwerk betreibt ein Rohrnetz mit einer Gesamtlänge von 223 Kilometern. 27.448 Einwohner, Gewerbebetriebe und öffentliche Einrichtungen werden über 7278 Hausanschlüsse beziehungsweise 7215 Wasserzähler mit Trink- und Brauchwasser versorgt (Stand 2014). Im Jahr 2014 gab das Wasserwerk insgesamt rund 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser ab. Davon stammten rund 860.000 Kubikmeter aus eigenen Brunnen („An den Ulmen“ und „Walporzheimer Straße“). Das Wasserwerk betreibt zehn Pumpwerke – u.a. das Trinkwasser-Pumpwerk Wachtberg – und ebenso viele Hochbehälter – darunter den Trinkwasser-Hochbehälter "Am Tritschkopf" und den Trinkwasser-Hochbehälter Grafschaft-Birresdorf.[2]

Chronik

Im März 2013 stammt mehr als die Hälfte des in Bad Neuenahr-Ahrweiler (außer Ramersbach) benötigten Trinkwassers aus der Wahnbachtalsperre. Mit einem zusätzlichen dritten Brunnen auf dem Gelände des städtischen Wasserwerks an der Walporzheimer Straße soll erreicht werden, dass mindestens die Hälfte des in der Kreisstadt benötigten Trinkwassers aus eigenen Brunnen stammt. Im Februar/März 2013 begannen deshalb neben den Villen der ehemaligen Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau, Gartenbau und Landwirtschaft entsprechende Bohrarbeiten. Rund 220.000 Euro investiert das Wasserwerk in die Bohrung, die von der Firma Anger & Söhne aus Saffig vorgenommen wird. Die Bohrung wurde mit einem Durchmesser von 1,50 Metern bis in 21,50 Meter Tiefe vorgetrieben. Anschließend ist ein 80 Zentimeter starkes Edelstahlrohr eingebracht, verankert und mit einem Stahldeckel nach oben hin verschlossen worden. Dann muss die Bohrung entsandet werden, bevor geprüft werden kann, ob sie genügend Wasser in erforderlicher Qualität liefern kann. "Grundwasserströmungsmodelle sowie kleinere Versuchsbohrungen hatten ergeben, dass theoretisch für einen dritten Brunnen genügend Wasser in den Schichten des Erdreiches vorhanden sein müsste."[3] Eine Förderleistung von 200 Kubikmetern täglich war errechnet worden. Stellt sich die Bohrung als erfolgreich heraus, wird über der Bohrstelle eine 3,30 mal 2,80 Meter große Brunnenstube gebaut, die die Förderpumpe aufnimmt. Ende März 2013 könnte der Brunnen an das Wasserwerk übergeben werden. Aber erst nach dreijährigem Betrieb und einer Prüfung und Genehmigung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord darf der Brunnen tatsächlich für die Wasserversorgung genutzt werden.

Betriebsübernahme durch die Stadtverwaltung – Wasserpreis steigt deutlich

Zum 1. Januar 2015 gliedert die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ihr Wasserwerk in die Stadtverwaltung ein. Das beschloss der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler im September 2014 einstimmig. Bis dahin liegt die Betriebsführung des städtischen Eigenbetriebs bei der Energieversorgung Mittelrhein GmbH (EVM). Der zum 31. Dezember 2014 auslaufende Vertrag mit der EVM aus dem Jahr 2007 war Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung. Die EVM erhielt damals den Zuschlag, weil sie der günstigste Anbieter war. Der Wasserpreis von 1,40 Euro pro Kubikmeter lag um 20 Cent unter dem Preis, den die Verbraucher bis dahin zahlen mussten. Mit Auslaufen des Vertrags blieben der Stadt zwei Möglichkeiten: entweder erneut ausschreiben oder selbst übernehmen. Auf eine europaweite Ausschreibung mit ungewissem Ausgang wollte die Stadt nicht wagen. Der Erste Beigeordnete Detlev Koch argumentierte: „Uns geht es um Vor-Ort-Präsenz des künftigen Versorgers und um dauerhaften Einfluss der politischen Entscheidungsträger.“ Auf Anraten von Dr. Harald Breitenbach, Gutachter der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Mittelrheinische Treuhand gliederte die Stadt das Wasserwerk nicht in die Ahrtal-Werke GmbH, sondern in die Stadtverwaltung ein. Bei dieser Variante seien Synergieeffekte und eine deutlich einfachere Umsetzung zu erwarten. Um die Wasserwerk-Betriebsführung unterbringen zu können, wird der Nordflügel des Rathauses renoviert. Das Wasserwerk wird in die Abteilung 2.4 (Ver- und Entsorgung) eingegliedert, zu der auch das Abwasserwerk der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler gehört. Mitte Dezember 2014 sollen die Büros bezugsfertig sein. Außerdem sollen Fahrzeuge, Materialien und Werkzeuge beschafft und die Kundendaten von der EVM auf die Stadt übertragen werden. Möglicherweise soll auch Personal von den EVM übernommen werden. Im September 2014 arbeiten bis zu zehn Mitarbeiter der Stadtverwaltung für das Wasserwerk. Hinzu kommen etwa vier Mitarbeiter der EVM sowie 15 Monteure, Meister sowie Mitarbeiter für die Kundenberatung. Außerdem wird das Werk zeitweise von Fachkräfte anderer EVM-Standorte unterstützt. Die Kosten der Betriebsübernahme und der künftige Wasserpreis sind im September 2014 noch nicht bekannt. Als wahrscheinlich erscheint ein Preis von 1,80 Euro pro Kubikmeter. Damit wäre das Wasser in Bad Neuenahr-Ahrweiler immer noch günstiger wäre als anderswo im Kreis Ahrweiler. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 140 Kubikmetern würde dann 286 statt bisher 252 Euro jährlich zahlen. Die Rhein-Zeitung berichtete über die entsprechende Ratssitzung:

„Das Ereignis der letzten Tage hat gezeigt, wie wichtig eine ortsnahe Betriebsführung ist“, sagte Hans Boes (FWG), der zugleich betonte, dass man mit der bisherigen Betriebsführung durch die EVM zufrieden gewesen sei. Für die CDU-Fraktion merkte Werner Schüller an: „Sollten wir die Betriebsführung europaweit ausschreiben, so kann man sich an fünf Fingern abzählen, dass wir jetzt nach sieben Jahren ein nicht annähernd günstiges Angebot wie damals bekommen werden.“ Wolfgang Schlagwein (Bündnis 90/Die Grünen) sieht den Vorteil vor allem darin: „Unter kommunaler Regie wird die Trinkwasserqualität nicht durch Kostendruck und Gewinnerwartungen gefährdet.“ Als „große Herausforderung“ bezeichnete Werner Kasel (SPD) die Betriebsübernahme.[4]

Die nach der Kommunalwahl 2014 nicht mehr im Rat vertretene FDP hingegen kritisierte den Ratsbeschluss - insbesondere wegen des um fast 30 Prozent steigenden Wasserpreises: "Die von der Verwaltung als Begründung angeführten Synergieeffekte sollten doch eigentlich dazu führen, die Wasserpreise stabil zu halten und nicht dazu, dass sie steigen", so FDP-Vorstandsmitglied Ralf Kössendrup, "meiner Erfahrung nach führen Synergieeffekte eigentlich in die umgekehrte Richtung." Außerdem sei zu befürchten, dass mit Einsatz von öffentlichen Mitteln Arbeitsplätze in der freien Wirtschaft, nämlich bei der EVM, verloren gehen. Besorgt zeigen sich die Liberalen über die Entwicklung, dass die Stadt in zunehmend mehr Bereichen unternehmerische Risiken übernehme, die genauso von privatwirtschaftlichen Unternehmen betrieben werden könnten. Der Aufbau von zusätzlichen Personalressourcen und Infrastruktur führe zu einer weiteren Verschuldung. Und wenn die Rechnung nicht aufgehe, müsse der Steuerzahler dafür geradestehen.[5]

Sanierungskonzept wird umgesetzt

Seit Frühjahr 2015 setzt das städtische Wasserwerk ein Sanierungskonzept um, das als Konsequenz aus dem Trinkwasservorfall vom September 2014 erarbeitet worden war. Ursache des Störfalls war, wie die Fachleute vermuteten, der Eintrag von Keimen durch einen Lüftungsschacht. Die Verbraucher wurden deshalb dazu aufgerufen, Trinkwasser abzukochen. Außerdem wurde verstärkt gechlort. Im Rahmen der Umsetzung des Sanierungskonzepts wurden im Trinkwasser-Hochbehälter Wachtberg, im Trinkwasser-Hochbehälter Grafschaft-Birresdorf und im Trinkwasser-Hochbehälter "Am Tritschkopf" sowie in den städtischen Wasserwerken „An den Ulmen“ und „Walporzheimer Straße“ UV-Desinfektionsanlagen eingebaut. Zwei von insgesamt 13 Schachtbauwerken an der zwölf Kilometer langen Transportleitung wurden umgebaut. Außerdem wurde ein Überwachungssystem installiert; es schlägt Alarm, solbald ein Schachtdeckel geöffnet wird oder eine Überflutung droht.[6]

Die Sanierung der Trinkwasserleitung vom Trinkwasser-Hochbehälter Wachtberg zum Trinkwasser-Hochbehälter "Am Tritschkopf", aus dem das Wasser in das städtische Leitungssystem verteilt wird, komme gut voran, sagte der Erste Beigeordnete der Kreisstadt, Detlev Koch bei einer Sitzung des Stadtrats Bad Neuenahr-Ahrweiler am Montag, 23. Januar 2017. Durch diese Transportleitung fließen täglich rund drei Millionen Liter Wasser, das aus der Wahnbachtalsperre stammt und zur Versorgung von Bad Neuenahr-Ahrweiler weitergeleitet wird. Die Sanierung habe bislang rund 893.000 Euro gekostet. Für die Sanierung von zehn weiteren Schachtbauwerken sei mit Kosten von rund 989.000 Euro zu rechnen, so Koch. Diese Arbeiten sollen im April 2017 beginnen und sich bis in die Jahresmitte 2018 hinziehen. Nach dem Abschluss der Sanierung solle die Chlormenge von derzeit 0,15 auf 0,1 Milligramm pro Liter reduziert werden. Das entspriche der Menge, die dem Trinkwasser vor dem Störfall vorsorglich zugesetzt worden war.

Siehe auch

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 19. Januar 2016
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 3. Februar 2016
  3. Quelle: Jochen Tarrach: Neuer Brunnen soll die Wasserversorgung stärken - Bohrarbeiten an der Walporzheimer Straße haben begonnen, in: Rhein-Zeitung vom 9. März 2013
  4. Quelle: Frieder Bluhm: Wasserwerk bald in städtischer Regie - Vertrag mit EVM läuft zum Jahresende aus, in: Rhein-Zeitung vom 10. September 2014
  5. Quelle: Übernahme des Wasserwerks: FDP sieht Entwicklung der Stadt mit Sorge, general-anzeiger-bonn.de vom 23. September 2014
  6. Quelle: Frieder Bluhm: Trinkwasserleitung ist bis Mitte 2018 saniert – Maßnahmen als Konsequenz aus Störfall vom September 2014 kosten mehr als 1,9 Millionen Euro – Chlorung hält an, in: Rhein-Zeitung vom 26. Januar 2017