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Werft und Servicezentrum Mittelrhein GmbH Oberwinter

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Die Werft und Servicezentrum Mittelrhein GmbH Oberwinter ...


Das neue Fährschiff der Rheinfähre Linz - Kripp GmbH im Juni 2014 auf der Werft

Anschrift und Standort

Bonner Straße 6

53424 Remagen-Oberwinter

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Kontakt

Chronik

Während dort früher Holzboote gebaut wurden, hat sich die Oberwinterer Werft ab 1912 unter auf Eisenschiffbau umgestellt. Durch den Zweiten Weltkrieg hatte der Betrieb sehr gelitten. Sämtliche Einrichtungen und Werkzeuge waren zerstört worden, Gleis- und Krananlagen verschwanden. Im Januar des Jahres 1946 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Die Schiffswerft Clausen stellte sich in ihrem Arbeitsprogramm als Hauptaufgabe den Bau von Fahrgastschiffen und Fährschiffen. Aus kleinsten Anfängen heraus entwickelte sich die Werft ab 1946 zu einem Betrieb entwickelt, der im In- und Ausland einen ausgezeichneten Ruf genoss. Als sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Wirtschaftslage in Europa zu erholen begann, war Tonnage knapp und neue Schiffe mussten her. Die große Zeit der Werften begann. Waren es zuerst Tanker und Frachter nach dem "Gustav König Typ" für die Binnenschifffahrtswege, so kamen bald erste seetüchtige Schiffe hinzu. Schubschiffe, Schubleichter, Schlepper, Schwerlastfähren, Autofähren, Fahrgastschiffe, Bitumenschiffe und Spezialkiesschiffe sowie zahlreiche Umbauaufträge ließen in jenen Jahren die Auftragsbücher aufquellen. Besonders die Hochseeschiffe stellten die Konstrukteure vor immer neue Herausforderungen. Bei einem Tiefgang von etwa 3,50 Meter konnten die fertigen Schiffe nur bei Hochwasser nach Rotterdam überführt werden, durften aber wegen der Brücken auch nicht zu hoch sein.

Als Konstruktionsleiter der Oberwinterer Schiffswerft hat Schiffbauingenieur Ernst Friesenhahn in den Jahren 1952 bis 1973 weit mehr als 125 hochseetaugliche Schiffe vom Stapel gelassen.

Rund 250 Beschäftigte hatte das Unternehmen zum 25-jährigen Bestehen im Jahr 1971. Doch dann ging es abwärts. Die Neubauaufträge wurden weniger, der Nachholbedarf nach dem Krieg war erschöpft. Zudem wurden dem Geschäftsführer Unregelmäßigkeiten vorgeworfen. Der Blätterwald rauschte, und am 1. November 1971 übernahm die "Melbach und Weber Spedition, Schifffahrt und Lagereien" aus Neuwied die Werft, die sich von nun an "Schiffswerft Mittelrhein" nannte. Dennoch ging die große Zeit des Schiffsbaues in der kleinen Werft zu Ende. Zwar gingen in späteren Jahren noch vereinzelt Neubauten vom Stapel. Doch nie wieder erreichte die Werft in der Folgezeit ihre einstige Größe.

Am 10. Juni 2009 stellte die Oberwinterer Werft Insolvenzantrag. Ursache sei „ein Kunde aus der Schweiz, der einen auf der Werft liegenden Rohbau für ein Personenschiff nicht bezahlt habe“, berichtete die Rhein-Zeitung am 11. Juli 2009. Die allgemeine Wirtschaftskrise tue das Ihrige dazu. Es gebe zwar Interessenten, die ein Schiff bauen lassen wollten, "doch sie kriegen die Finanzierung nicht geregelt", zitiert die RZ den Werft-Geschäftsführer Rainer Ritzdorf. Das totale Aus für das Traditionsunternehmen bedeute der Insolvenzantrag jedoch noch nicht. Die Werft bleibe als Reparaturwerft bestehen.

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