Wilhelmstraße 27 (Bad Neuenahr-Ahrweiler)

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Wilhelmstraße 27.jpg
Wilhelmstraße 27 1.jpg
Ansicht von Südwesten
Westfassade mit Haupteingang und Treppenhaus

Das gegenüber dem Westflügel des Kreishauses an der Wilhelmstraße 27 in Ahrweiler stehende Gebäude wurde um 1900 erbaut und steht heute als „Haus im Schweizerstil“ samt Garten unter Denkmalschutz. In dem ursprünglich als reines Wohnhaus konzipierten Gebäude befand sich viele Jahre lang das Zollamt Ahrweiler.


Standort

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Sonstiges[1]

Das Gebäude ist von Anfang an als Etagenhaus für mehrere Familien gedacht und unterscheidet sich damit von den übrigen Villen der Wilhelmstraße. Die Bewohner waren häufig Juristen - so zum Beispiel der Amtsrichter und geheime Justizrat Martin Andries (1926), der Dr. jur. Friedrich Massengeil und der Gerichts-Assessor Dr. Wilhelm Plum (beide 1953). Außerdem wohnten dort der Kaufmann Gottfried Plum (1920er bis 1950er Jahre), die Pflegerin Margaret Andries (1926), die Rentnerinnen Doris Kreuzberg, Anna Oppermann (1936) und Anna Durweiler sowie der Ingenieur Werner Fleischer (1953). Später befand sich dort viele Jahre lang das Zollamt Ahrweiler. Heute sind im Erdgeschoss Büros von Versicherungsgesellschaften untergebracht.

Das weiß verputzte Gebäude, welches auf einem Bruchsteinsockel gründet, wird durch rote Doppelstreifen bzw. Blöcke aus Backstein, die sich in Höhe der Fensteroberlichter befinden, rund ums Haus laufend, akzentuiert. Auch die Fenster werden im Erdgeschoss im oberen Drittel und im Obergeschoss durch leicht gewölbte Backsteinbögen überfangen. Die Stockwerke werden hier nicht, wie bei anderen Häusern dieser Zeit üblich, durch ein Sims getrennt.

Die Fassade bietet sich in zwei unterschiedlichen Teilen dar. Am vorgerückten linken Teil sind die Fenster im Erd- und Obergeschoss unterschiedlich. Während im Erdgeschoss zwei Fenster durch ein quadratisches Element aus Backstein sozusagen miteinander verwoben sind, befindet sich im Obergeschoss, die Mitte betonend, ein großes dreiteiliges Fenster. Das Ganze wird von einem Giebel mit Krüppelwalm abgeschlossen, der auf einer Holzkonstruktion weit vorgerückt ist. Diese Spielart der Architektur, „Schwebegiebel“ genannt, waren im Mittelalter in Frankreich und auch im Moselraum ein sehr beliebtes Bauelement. Im Giebel zwei Fenster durch Doppelstreifchen akzentuiert.

Der rechte Hausteil wird von zwei Seiten eines Walmdaches abgeschlossen. Unter dem Dach findet man Fachwerk als Zierelement. Dort sind die Fenster in beiden Geschossen, bis auf die Rahmung, identisch.

Die linke Seitenfront des Hauses ist, wenn man von dem herausragenden Giebelbau absieht, ziemlich schmucklos. An diesem, der ebenfalls von einem Schwebegiebel abgeschlossen wird, sind die Fenster in Erd- und Obergeschoss völlig identisch. Auf den Giebeldächern sitzen, zeittypisch, kleine Zieraufsätze aus Zink.

Auch die rechte Seitenfront ist recht schlicht. Lediglich das herausragende Treppenhaus, das durch stärkere Verwendung von Backstein als Block daherkommt, bestimmt hier die Fassade deutlich und ist deren Gestaltungsmerkmal. Die gestaffelten Fenster geben ihm eine interessante Rhythmik. Die noch original vorhandene Haustüre wird durch ein weit herausragendes Dächlein geschützt. Im Anschluss an das Treppenhaus sind deutlich die Toilettenfenster zu erkennen. Die Toiletten befanden sich damals üblicherweise auf halber Treppe.

Karl Heinen schreibt:

Das Haus befindet sich in einem gepflegten Zustand. Das an die linke Seite angebaute „Büdchen“ tut dem Haus nicht gut, ebenso wäre eine phantasievollere Bepflanzung des Vorgartens eine gute Tat, allerdings kann man heutzutage froh sein, wenn noch ein Vorgarten vorhanden ist.

Fußnoten