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Wilhelmstraße 4 (Bad Neuenahr-Ahrweiler)

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Wilhelmstraße 2 (l.) und 4 (r.)
Vor Abriss und Neubau
Einst

Das prächtige Gebäude an der Wilhelmstraße 4 in Ahrweiler wurde um 1880 von Eugen Kreuzberg als Weingut erbaut. In späteren Jahren ist es in Wohnungen aufgeteilt worden; der Hof wurde von verschiedenen Gewerbebetrieben genutzt.


Standort

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Sonstiges

Karl Heinen schreibt zu dem Gebäude:

Es handelte sich um eine große fünfachsige Villa mit seitlicher Toreinfahrt und dreiachsigem Kontorgebäude. Die Villa wurde ursprünglich, ebenso wie das Nachbarhaus Nr. 2, im Stil des Klassizismus errichtet. Entsprechend waren die beiden äußeren Achsen höher gezogen und von Pilastern gerahmt. Das Dachgeschoss war durch ein wuchtiges Gurtgesims abgegrenzt. Später ist die Haustüre von einem sprechenden Wappen bekrönt worden, das ein Kreuz auf einem Berg darstellte und mit den Initialen des Bauherrn versehen war. Die Toreinfahrt wurde von rustizierten Pfeilern eingerahmt. Der erste Stock über dieser Toreinfahrt sprang zurück und ließ Platz für einen großen, von Balustern gerahmten Balkon. Darüber, auf dem zurückspringenden ersten Stock, befand sich ein Belvedere, das analog wie der Balkon gerahmt war. Rechts des Torgebäudes schloss sich der zurückgesetzte Kontorbau an. Er hatte übergroße Fenster, war einstöckig und setzte sich so bewusst vom Rest der Villa ab. Davor hatte ein kleiner Vorgarten Platz, der von einem schmiedeeisernen Gitter begrenzt wurde. Der sehr große Hof war von Ställen und Wirtschaftsgebäuden umgeben. Das ganze Ensemble hatte etwas enorm Herrschaftliches und fügte sich wunderbar an das benachbarte Haus Nr. 2 an.

Heinen merkt kritisch an:

Leider wurde in späteren Jahren vieles vom Bauzierrat entfernt und dadurch der Bau vereinfacht. Diesen konnten auch die über die Seitenachsfenster gesetzten Stuckaturbögen nicht ersetzen. In den 1970er Jahren wurden zudem die alten Fenster durch damals moderne Alufenster ersetzt. Besonders empfindlich wurde der Stil des Hauses durch den Einbau eines Gaubengeschosses gestört, das wie ein Fremdkörper nicht einmal auf die Dreiachsigkeit des Mittelbaues Rücksicht nahm. Das an sich wieder rückbaufähige Haus wurde leider vor ein paar Jahren abgebrochen. Das Ganze ist sehr bedauerlich, auch wegen der umfangreichen Gewölbeweinkeller und wegen des großen Hofes, aus dem man auch mit modern gestalteten Gebäuden viel Schönes hätte machen können.