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Wilhelmstraße 52 (Bad Neuenahr-Ahrweiler)

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Das Gebäude im Jahr 2020
In den 1990er Jahren

An der Wilhelmstraße 52 in Ahrweiler, dort, wo sich heute das Gebäude mit dem Spielwarengeschäft Waldecker und Fritz erhebt, stand einst die Villa der Familie Brogsitter. Dieses Gebäudes wurde vom Kölner Architekturbüro Schreiterer & Below geplant, das aufgrund seiner zahlreichen und breit gefächerten Werke zu den bedeutendsten Architekturbüros im Deutschen Kaiserreich gezählt werden kann. Im Zweiten Weltkrieg wurde dieses repräsentative Gebäude Opfer eines alliierten Bombenangriffe.


Standort

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Sonstiges[1]

Bei dieser Villa handelte es sich um ein ziemlich großes Gebäude im damals modernen Heimatstil. Im Hintergrund ein querrechteckig gelagerter Hauptteil, dem ein Krüppelwalmdach, ein kleiner Standerker, große Fenster und übereinander gesetzte Treppenhausfenster gestalterische Wirkung verliehen. Zur Wilhelmstraße hin zeigte sich, die Hauptschauseite darstellend, ein sehr abwechslungsreich gestaltetes Ensemble.

Von der Wilhelmstraße aus gesehen, befand sich linker Hand der Haupteingang, der über eine Treppe durch den Vorbau zu erreichen war. An der Westseite dieses Vorbaues befand sich eine große Fensteröffnung, die den Zweck hatte, den Haupteingang würdig zu beleuchten. Über dem Eingang befand sich ein Wappen. Oberhalb dieses Eingangs befindet sich ein kleines Obergeschoss in Fachwerk.

Die Mitte der Vorderfront bildet ein spitzgiebliger, stark vorstehender Hausteil, der sich über drei Geschosse aufbaut. Im Parterre befindet sich ein Standerker, der vielleicht einen Wintergarten beherbergte. Darüber, im ersten Obergeschoss, erhebt sich ein markantes Fenster, dessen Schürze und Schlussstein mit Festons geschmückt sind. Das Feston (franz. „Girlande“) ist ein in nahezu allen Kunstgattungen der bildenden und der angewandten Kunst verbreitetes Ornament insbesondere in der Architektur und Raumausstattung. Diese Schmuckform wiederholt sich bei sämtlichen gerahmten Fenstern dieses Hauses. Die Fensterrahmungen und die architektonisch hervorzuhebenden Teile bestanden alle aus rotem Sandstein.

Das Dachgeschoss aus Fachwerk kragt im oberen Teil nochmals vor und wird durch drei kleine Fenster bestimmt. Der rechte Hausteil greift im Erdgeschoss den Rundbogen des Portikus in verbreiteter Form wieder auf, was dem Gebäude eine Harmonie verleiht. Dort befindet sich eine Loggia. Das Obergeschoss hingegen stellt sich dagegen ganz anders dar, auch wenn sich die Höhe der linken Hausseite anpasst. Es wird durch einen überdachten hölzernen Balkon mit Säulen und Geländer beherrscht. Bemerkenswert ist, dass sich die Balkone zur Straße hin ausrichten. Das erklärt sich daraus, dass die Wilhelmstraße damals keine Lärmquelle war, sondern die Prachtchaussee von Ahrweiler, deren Lebendigkeit zum Beobachten einlud.

Die Dachlandschaft der Villa präsentiert sich in vielfältiger Form mit phantasievollen Kaminen bestückt. Vor dem Haus befindet sich ein üppig bewachsener Vorgarten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf der Stelle des zerstörten Hauses wieder eine Villa gebaut, die in ihren Grundzügen heute noch besteht. Dieses Haus reicht nicht an den Vorgängerbau heran, passte aber in seiner schlichten vornehmen Art sehr gut in die Straße. Näher an der Wilhelmstraße gelegen, präsentierte sich noch bis in die 1970er Jahre ein eingeschossiger Geschäfts- oder Bürobau, der den Krieg überstanden hatte. Davor befand sich ein zauberhafter Vorgarten. Dann folgten mehrere Umbauten, die „die Vornehmheit des wieder entstandenen Gebäudes leider ein wenig verblassen ließen“, wie Karl Heinen bedauernt feststellt.

Fußnoten

  1. Quelle: Karl Heinen