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Langfigtal

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Das von der Ahr durchflossene und von markanten Höhenzügen umgebene Langfigtal unterhalb von Altenahr gehört zu den wenigen Flussabschnitten der Ahr ohne Auto- und Bahn-Verkehr. Bis zum Bau des Straßentunnels Altenahr führte ein Fuhrweg durch das Tal; heute ist die Talschleife komplett nur noch für Fußgänger und Radfahrer benutzbar.


Oberhalb der Naturschutz-Jugendherberge Altenahr führt diese Furt durch die Ahr.
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Sonstiges

Am oberen Ende des von markanten Höhenzügen umschlossenen Tales befindet sich ein Tennisplatz, einige hundert Meter unterhalb die "Kleine Schweiz" auf der linken und die Naturschutz-Jugendherberge Altenahr auf der rechten Ahr-Seite. Oberhalb der Herberge führt eine Furt durch die Ahr; in Höhe der Jugendherberge gibt es ein Wehr. Und ein wenig unterhalb sind die Reste des ehemaligen Altenahrer Freibades zu sehen.

Über das "Besondere dieses Teilstücks der Ahr" hieß es in der Rhein-Zeitung vom 18. Juni 2015:

Entlang der größten Mäanderschleife des Flusses um den lang gestreckten Umlaufberg der Engelsley verlaufen weder eine Autostraße noch eine Bahntrasse, sodass sich im wärmebegünstigten Langfigtal im Regenschatten der Hohen Eifel die Lebenswelt für viele seltene und bedrohte Pflanzen- und Tierarten erhalten konnte. Die Abgeschiedenheit zwischen den steilen Tonschieferfelshängen, die von der Ahr im Laufe der Erdgeschichte „herauserodiert“ wurden, ist jedoch nur relativ: Ganz in der Nähe ist schon wieder das muntere Treiben der touristischen Rotweinahr zu erleben.[1]

Der Ahrbogen am Fuße der Ruine der Burg Are und der beeindruckenden Felswand Engelsley beeindruckte bereits Gottfried Kinkel und Ernst Moritz Arndt. Arndt schrieb 1846:

Das Wundersamste aber sind die Schlingungen des Stroms um und durch diese Felsenmauern, welche den Schauenden so täuschen, dass er mehrere Inseln zu sehen und den Strom drei bis vier Mal wieder wie zurücklaufend wähnt, wie ihm begegnet, dass er nicht weiß, ob er an dem linken oder rechten Ufer desselben wandelt: eine Täuschung, die bei dem seltsamen Laufe des Flusses auch die folgenden zwei Stunden Weges noch mehrmals wiederkehrt, doch nicht in derselben bunten fantastischen Art wie hier.

Auch die Maler der Düsseldorfer Schule ließen sich von dem wildromantischen Tal inspirieren. Noch in den 1960er-Jahren gab es allerdings Pläne, die Ahr im zu einem Trinkwasser-Reservoir aufzustauen. Diese Pläne wurden jedoch verworfen. Stattdessen wurde das rund 205 Hektar große Areal im Jahr 1983 zum Naturschutzgebiet erklärt. In der Rechtsverordnung zum Naturschutzgebiet "Ahrschleife bei Altenahr" vom 14. Oktober 1983 heißt es, die Flusslandschaft mit ihren Felsbildung solle aus dreierlei Gründen erhalten werden:

  • aus wissenschaftlichen und naturgeschichtlichen Gründen,
  • als Lebensraum bedrohter wild wachsender Pflanzen und Vögel und
  • „wegen ihrer besonderen landschaftlichen Schönheit und Eigenart“.

Mehr als 1000 verschiedene Arten von Käfern leben in dem Tal, 475 Schmetterlingsarten, von denen 91 Arten geschützt sind und von denen 47 auf der Roten Liste stehen. 20 Arten haben im Langfigtal ihren nördlichsten Verbreitungspunkt. Ornithologen zählten in dem Tal 83 verschiedene Vogelarten - darunter Graureiher und Eisvogel, Schwarzspecht und Wasseramsel.

Die Pfingstnelke (Diantus gratianopolitanus) hat im Langfigtal ihr nordwestlichstes Vorkommen in Deutschland. An den steilen Südhängen des Langfigtals wurde jahrhundertelang Wein angebaut. Dazu wurden die Hänge mit Trockenmauern terrassiert. Der Weinbau im Tal wurde zwar in den 1950er-Jahren aufgegeben. Dank der Trockenmauern aber gibt es dort heute noch eine artenreiche Flora und Fauna mit seltenen Farnen, Flechten und Moosen. Damit die Trockenhänge mit ihren Eichentrockenwäldern, Felsenmispel- und Felsenbirnen-Gebüschen, Pfingstnelkenfelsfluren und Felsgrusgesellschaften erhalten bleiben, wird das Naturschutzgebiet seit 1992 als Biotop betreut. Um eine Verbuschung zu verhindern, werden Hochplateau, Hänge und Talboden von Schafen und Ziegen beweidet. Außerdem gibt es Handmahd und Freischneidearbeiten.

weitere Bilder

siehe auch

Naturschutzgebiet "Ahrschleife bei Altenahr"

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Petra Ochs: Schätze an der versteckten Ahr - Das Langfigtal bietet Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten, in: Rhein-Zeitung vom 18. Juni 2015