Monreal

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Löwenburg und Philippsburg (hinten) oberhalb von Monreal und Elzbach
Der Elzbach durchfließt das malerische Fachwerkdorf Monreal.
Blick auf die Johannesbrücke

Monreal liegt im Kreis Mayen-Koblenz in der Verbandsgemeinde Vordereifel. Es ist ein kleines Dorf mit etwa 800 Einwohnern, dessen Ortsgeschichte bis ins 12. Jahrhundert nachzuweisen ist. Es entstand bei der gleichnamigen Burg. Drei Brücken führen über die Elz. Das Ortsbild beherrschen Fachwerkhäuser aus der Zeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, als Monreal für seine Tuchmacherei bekannt war. Ebenso sehenswert ist die der Heiligen Dreifaltigkeit geweihte katholische ehemalige Pfarrkirche Kreuzerhöhung.[1]

Die Kirche ist ein 32 Meter langer Saalbau aus unverputztem Bruchstein im Stil der Gotik unmittelbar am Ufer der Elz mit in die Westwand einbezogenem Turm und leicht eingezogenem Chor mit Fünfachtelschluss sowie zweibahnigen Maßwerkfenstern in Langhaus und Chor. Urkundlich erwähnt ist die Kirche im Jahr 1210 in Verbindung mit dem Grafen Heinrich von Virneburg als Gründer. Aus dieser Zeit ist der Kirchturm erhalten, um 1460 wurde die Kirche erneuert. In dem bis zur Turmkugel etwa 36 Meter hohen Glockenturm hängt ein vierstimmiges Geläut aus dem 15. Jahrhundert.

Durch einen Vorraum im Turm gelangt der Besucher in den Innenraum der Kirche; über eine enge Wendeltreppe ist die Empore zugänglich. Die von außen zugängliche Sakristei ist südöstlich an den Turm angebaut. Das Langhaus zu drei Jochen ist von einem Kreuzrippengewölbe, der etwas niedrigere Chor von einem Kreuzrippengewölbe überspannt. An der Nordseite des Chors befindet sich ein spätgotisches Sakramentshäuschen, über dessen rechteckigem Tabernakel sich ein dreieckiger, mit Fialen (kleinen Türmchen) und Maßwerk gestalteter Baldachin erhebt.

Der Hochaltar ist neugotisch, 1876 geschaffen von F. Ernst aus Koblenz. Hoch oben steht eine Kreuzigungsgruppe und in den Schreinen links und rechts vom Tabernakel sind Jesus am Ölberg und auf der gegenüberliegenden Seite der auferstandene Christus dargestellt. Im Chor und im Kirchenschiff sind einige Statuen aus der Zeit des Barock erhalten, unter anderen Papst Sylvester, Sebastian und die heilige Mutter Anna mit Maria, aus Holz geschnitzt, etwa 1,20 Meter hoch.[2][3]

Die ehemals selbstständige Pfarrei Monreal wurde aufgelöst und in einem feierlichen Gottesdienst am 11. Januar 2026 mit Bermel-Kalenborn, Boos, Nachtsheim und Weiler zur neuen Großpfarrei St. Elisabeth Nachtsheim zusammengeschlossen.[4]

Etwas außerhalb der Ortslage im Osten steht die im Jahr 1887 wiederhergestellte Friedhofskapelle, innen 16 Meter lang und im Langhaus 6,50 Meter sowie im Chor. Auf dem Dach sitzt ein schlanker Dachreiter.[2]

Zentraler Punkt in Monreal ist die Johannesbrücke, eine zweibogige Brücke über die Elz, die um 1500 entstanden sein soll. Auf der Brückenseite flussaufwärts steht eine Figur des als Brückenheiliger bekannten Johannes Nepomuk von 1803 und auf der gegenüberliegenden Seite ein Wegekreuz mit vier Löwenfiguren aus dem 16. Jahrhundert.[5]

Von der Burg Monreal ist nur noch die Ruine erhalten.

Mit der Eröffnung der Gesamtstrecke der Eifelquerbahn am 15. Mai 1895 wurde auch der Bahnhof Monreal in Betrieb genommen, ein Typenbau, der allerdings wegen des geringen Raums zwischen Elz und Strecke hatte schmaler gebaut werden müssen als vorgesehen. Es ist ein zweigeschossiges Gebäude mit Buntsandsteingliederung, einem Giebelrisalit, das heißt einem aus der Fassade hervorspringenden Bauteil, und Segmentbogenfenstern. Im Erdgeschoss waren Wartesaal, Fahrkartenausgabe und Diensträume, im Obergeschoss hatte der Bahnhofsvorsteher seine Wohnung. Die Bahnhofsgaststätte befand sich in einem einstöckigen Anbau. Die Gleisanlage bestand aus einem Durchfahrts- und einem Ausweichgleis sowie einem Ladegleis. 1991 stellte die Deutsche Bahn den Personenverkehr ein, reaktivierte ihn aber zum 6. August 2000, sodass Monreal seitdem wieder mit der Bahn erreichbar ist. Das Bahnhofsgebäude wurde verkauft.[6]

Mediografie

Weblink

Fußnoten

  1. Quelle: Naturerlebnis Vordereifel. Abgerufen am 18. Juni 2026.
  2. 2,0 2,1 Quelle: Die Kunstdenkmäler des Kreises Mayen, 2. Halbband. Druck und Verlag von L. Schwann, Düsseldorf 1943, Rekonstruktion 1985, ISBN 3-590-32144-X, S. 233–257.
  3. Quelle: Wiki.Genealogy.net über Glocken in Monreal. Abgerufen am 18. Juni 2026.
  4. Quelle:Pastoraler Raum Mayen. Abgerufen am 18. Juni 2026.
  5. Quelle: Komoot.com. Abgerufen am 18. Juni 2026.
  6. Ziel-Bahnhof. Abgerufen am 18. Juni 2026.
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